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Kinetical bleibt auch in Berlin gwandt // Video

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Kinetical in Berliner Ruinen

Der oberösterreichische MC Kinetical, der mittlerweile in Berlin wohnt, steht für „Beats, Bass and Sound System Swag“, denn ihm ist jedes Genre recht, das sich auf Beats und Basslines stützt. Seine englischsprachigen Raps sind stark von Patois-Einflüssen geprägt, wobei sich auch mal Gesangsparts und Doubletime-Elemente einschleichen. Nach einigen Mixtapes, EPs und Featureparts erscheint am 26. Mai schließlich sein Debüt-Album „Kineticore“.

Kineticals Umzug nach Berlin geht mit einer stilistischen Weiterentwicklung einher. Schließlich sollen die Tracks auf der LP im Vergleich zu seinem früheren Schaffen härter, persönlicher und noch vielseitiger klingen. Seine erste Zeit in Berlin kommentiert Kinetical gegenüber The Message so: „Anstatt mich hier von einem Studio ins nächste zu stürzen und meine Karriere so gut wie möglich zu pushen, fand ich mich in einer dermaßen angenehmen, relaxten Sphäre wieder, dass ich erst mal ein halbes Jahr beschäftigt war, diese Stadt, ihre wunderbaren Menschen und ihr Clubleben kennenzulernen und aufzusaugen, was zu einem irrsinnig kreativen Output lyricswise führte und meinem ausgelaugtem, unentschlossenem Alter Ego mehr als genug Inspiration gab, um mich neu zu definieren und zu erfinden, was nun mit der Veröffentlichung von ‚Kineticore‘ gelungen ist.

Musikalische Unterstützung kommt dabei weiterhin aus der Heimat. So ist vor allem Def Ill alias Ruffian Rugged für die Beats verantwortlich. Er hat bei allen Instrumentals mitgearbeitet und unterstützt Kinetical darüber hinaus mit zwei Featureparts. Die beiden haben sich das ambitionierte Ziel gesetzt, einen unverkennbaren, bassbetonten Style zu kreieren, der Elemente aus Dancehall, HipHop, Trap und Grime verbindet. Vorab sind mehrere Tracks von „Kineticore“ bekannt, die den Erwartungen durchaus gerecht werden können: wummernde Sounds, düstere Vibes, Flows und nicht allzu tiefgründige Lyrics. Gut so, denn das Album soll ja auch die Freude festhalten, die „The Red Eye Souljah“ beim Aufnehmen von Musik hat. Diese zeigt sich auch in den dazugehörigen Videos.

Angesprochen auf die Unterschiede zwischen der oberösterreichischen und der Berliner HipHop-Szene antwortet Kinetical: „Meine ersten Kontake mit namhaften Produzenten hier waren: ‚Und haste mal versucht auf Deutsch zu machen?‘ oder ‚Ja ist cool, aber wenn du nicht auf Deutsch rappst, kann ich dir nicht helfen hier!‘ Es scheint eine gewisse musikalische Ignoranz gegenüber allem Fremden hier in Berlin zu existieren, vor allem geht es meist darum, ob damit jetzt Geld und ein Universal-Deal rausschauen oder nicht, es geht nicht mehr um Realness sondern Hype. Das schätze ich an Linz und allgemein an Österreich sehr, im Gegensatz zu Berlin ist bei uns HipHop noch Underground, es gibt immer noch mehr BoomBap-Beats auf den aktuellen Platten als Trap-Bomben und darauf kann eine Szene heutzutage stolz sein. Auch die Lyrics sind noch etwas tiefgründiger und breitgefächerter als hier in Berlin, wo außer „0,9 hier hast du Hase, ich geh jetz Rolex kaufen, du Nutte“ grad nicht viel am Start ist, wenn man nicht grad das neue Megaloh-Album laufen hat.

Im Intro des neuen Albums, „Kineticonjuring“, repräsentet Kinetical kräftig, wobei auch die Glorifizierung von Skunk nicht zu kurz kommt.

Die anderen beiden Videos wurden zu „Kineticondition“ sowie „Kineticonfession“ gedreht und erscheinen weit düsterer.


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