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Content On To The Next One

ON TO THE NEXT ONE (93:) Shahmen

shahmen

Für die Faulen: Wie ein zur Ruhe gekommener Tyler auf orientalische Streicher.
Für Fans von: Lee Scott, Tyler the Creator, Mick Jenkins
Aktuelles Release: „All In The Circle“ (World of Wils, 2015)
Coming: –

Shahmen

Da gute Musik zeitlos ist, widmet sich dieser Artikel diesmal um das ominöse Duo Shahmen, das im Jahre 2016 ihr letztes Release feierten. Das Duo besteht aus dem Produzenten Sense aus Amsterdam (ein Teil des The Q4-Kollektivs) und dem Rapper Bless (früher B L S) aus LA. Erst später kommt Dox aka. Unorthadox aus Rotterdam dazu – ob man ihn als Teil von Shahmen zählen kann, ist nicht ganz klar. Zumindest ist er auf einigen Tracks vertreten und wird oft in einem Zug mit dem Duo genannt.

Bless ist von der Wanderlust getrieben und hat Sense auf der Durchreise kennengelernt. Nach vielen Jahren Arbeit im Hausboot-Studio hat sich der apokalyptische Sound von Shahmen zu einer EP und einem Album entwickelt. Man spricht auch von den „illest seven letters in a word“. Doch fehlt der HipHop-eigene Narzissmus bei diesem Projekt zur Gänze – vielmehr hat Shahmen eine gespenstische Poesie. Warum aber so viele Videos von Shahmen mit Auto-Videos unterlegt sind, ist mir ein Rätsel.

„Enter The Circle“ war 2010 das erste Lebenszeichen der Crew. Und die EP legte das Fundament für das Album. Auch der Sound wirkt als Blueprint für alles, was danach kommt. Auf den Festplatten von Sense befinden sich angeblich noch unfassbar viele aufgenommene, aber nicht veröffentlichte Lieder. Denn nur eine Handvoll haben es auf das 2015 erschienene Album „All In The Circle“ geschafft – wobei manche sogar schon auf der EP zu finden waren.

Shahmen hat eine kleine, aber solide Fanbase über die ganze Welt verstreut. Wann aber wieder neue Musik kommt, ist schleierhaft.

Shahmen – Essentials Playlist

Meine Lieblingstracks: „Mark“, „Van Gogh’s Crows“, „Many Miracles“

Shahmen on:

Facebook x Twitter x Soundcloud x YouTube
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What happened to: Russ

Vor 50 Folgen: In Folge Nr. 44 der ON TO THE NEXT ONE-Reihe habe ich über Russ geschrieben. Den alten Artikel könnt ihr hier nachlesen.

Russ hat gute Arbeit geleistet. Eigenes Label, eine riesige Fanbase auf Soundcloud und nun endlich der fette Deal. Man muss bedenken, als ich vor 50 Folgen über ihn geschrieben habe, hat sein wirklich Hype gerade angefangen. Wenn man seine Social-Media-Kanäle verfolgt, sieht man, dass der junge Mann jetzt zum Superstar wird – vielleicht auch wegen seiner Affinität zum Poppigen. Manchmal reicht es, wenn man über Jahre einfach sein Ding durchzieht. Am 5.5. kommt sein Debut-Album „There’s Really A Wolf“, ich bin wirklich gespannt.

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On To The Next One

ON TO THE NEXT ONE (93:) Shahmen

shahmen

Für die Faulen: Wie ein zur Ruhe gekommener Tyler auf orientalische Streicher.
Für Fans von: Lee Scott, Tyler the Creator, Mick Jenkins
Aktuelles Release: „All In The Circle“ (World of Wils, 2015)
Coming: –

Shahmen

Da gute Musik zeitlos ist, widmet sich dieser Artikel diesmal um das ominöse Duo Shahmen, das im Jahre 2016 ihr letztes Release feierten. Das Duo besteht aus dem Produzenten Sense aus Amsterdam (ein Teil des The Q4-Kollektivs) und dem Rapper Bless (früher B L S) aus LA. Erst später kommt Dox aka. Unorthadox aus Rotterdam dazu – ob man ihn als Teil von Shahmen zählen kann, ist nicht ganz klar. Zumindest ist er auf einigen Tracks vertreten und wird oft in einem Zug mit dem Duo genannt.

Bless ist von der Wanderlust getrieben und hat Sense auf der Durchreise kennengelernt. Nach vielen Jahren Arbeit im Hausboot-Studio hat sich der apokalyptische Sound von Shahmen zu einer EP und einem Album entwickelt. Man spricht auch von den „illest seven letters in a word“. Doch fehlt der HipHop-eigene Narzissmus bei diesem Projekt zur Gänze – vielmehr hat Shahmen eine gespenstische Poesie. Warum aber so viele Videos von Shahmen mit Auto-Videos unterlegt sind, ist mir ein Rätsel.

„Enter The Circle“ war 2010 das erste Lebenszeichen der Crew. Und die EP legte das Fundament für das Album. Auch der Sound wirkt als Blueprint für alles, was danach kommt. Auf den Festplatten von Sense befinden sich angeblich noch unfassbar viele aufgenommene, aber nicht veröffentlichte Lieder. Denn nur eine Handvoll haben es auf das 2015 erschienene Album „All In The Circle“ geschafft – wobei manche sogar schon auf der EP zu finden waren.

Shahmen hat eine kleine, aber solide Fanbase über die ganze Welt verstreut. Wann aber wieder neue Musik kommt, ist schleierhaft.

Shahmen – Essentials Playlist

Meine Lieblingstracks: „Mark“, „Van Gogh’s Crows“, „Many Miracles“

Shahmen on:

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What happened to: Russ

Vor 50 Folgen: In Folge Nr. 44 der ON TO THE NEXT ONE-Reihe habe ich über Russ geschrieben. Den alten Artikel könnt ihr hier nachlesen.

Russ hat gute Arbeit geleistet. Eigenes Label, eine riesige Fanbase auf Soundcloud und nun endlich der fette Deal. Man muss bedenken, als ich vor 50 Folgen über ihn geschrieben habe, hat sein wirklich Hype gerade angefangen. Wenn man seine Social-Media-Kanäle verfolgt, sieht man, dass der junge Mann jetzt zum Superstar wird – vielleicht auch wegen seiner Affinität zum Poppigen. Manchmal reicht es, wenn man über Jahre einfach sein Ding durchzieht. Am 5.5. kommt sein Debut-Album „There’s Really A Wolf“, ich bin wirklich gespannt.

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ON TO THE NEXT ONE (92): Stig Of The Dump

stig of the dump
Foto: Emily Nolan
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ON TO THE NEXT ONE (91): K.A.A.N

k.a.a.n DALTON LATHAM

Foto: Dalton Latham
Für die Faulen: 
Einfach … schnell.
Für Fans von: Logic, Kendrick Lamar, G-Eazy, ishDARR
Aktuelles Release: „K.A.A.N x Eremsy“ (2017)
Coming:

Knowledge Above All Nonsense

Die Headline entschlüsselt die Bedeutung von Brandon Perrys Künstlernamen K.A.A.N (ausgesprochen: „Kon“) sinngerecht. Der 26-jährige Rapper aus Maryland hat über die Jahre als eine Art Maurer gearbeitet und sich nebenher eine beachtliche Soundcloud-Gefolgschaft erbaut. Ohne viel Wissen und Kontakten zahlt sich seine DIY-Manier nun aus. “I do this to have fun,” Perry says. “If I make some money, if I get some attention, cool. If not, I’ll be at work.

Sein Flow und Pen-Game lassen die meisten Rapper links liegen und doch scheint sich seine Bekanntheit vor allem auf Soundcloud-Kreise auszubreiten. Sein fantastisches Vokabular lässt ihn politisch, zynisch und kritisch werden und gleichzeitig rappt er von alltäglichen Ängsten und seiner mentalen Gesundheit. Eine seltene, aber angenehm nahbare Mischung. „There are a sect of kids that are not feeling trap rap and they’re not feeling drinking cough syrup and getting high, popping a Xan.

Shoutout an meinen Homie Jirka The Turtok für den Tipp damals – denn so kam ich zum ersten Mal in den Genuss, die „Kaancepts“-Song-Reihe von K.A.A.N zu hören. Und mit dem 2015 erschienen „Abstract Art“-Release war für mich klar, dass aus dem Jungen etwas wird. Umso schöner ist es, zu sehen, dass sich K.A.A.N nicht nur selbst treu geblieben ist, sondern auch enorme Schritte nach vorne macht. Dazu gehören EPs mit Sgull, GenshinEremsy oder ORBT und sein zweites Album „Uncommon Knowledge„, das von K-Def produziert wurde. Nebenher releaste er ebenfalls zahlreiche Singles und kleine Projekte – dazu gehören Remixe wie Eminems „Rap God“.

Sein Hang zu bekannten Samples wie Mozarts „Lacrymosa“ auf „Work“, Adeles „Skyfall“ im gleichnamigen Track und „Hotel California“ auf „The Eagles“ ist schon fast zur kleinen Easter-Egg-Suche geworden.

K.A.A.N. – Essentials Playlist

Meine Lieblingstracks: „Skyfall“, „Lonely“, „Phoenix“

K.A.A.N on:

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What happened to: Lil Debbie

Vor 50 Folgen: In Folge Nr. 42 der ON TO THE NEXT ONE-Reihe habe ich über Lil Debbie geschrieben. Den alten Artikel könnt ihr hier nachlesen.

Lil Debbie ist Geschmacksache. Und auch wenn man ihre Stimme mag, ist ihr Output nicht immer stabil. Die „Home Grown“-EP hatte mit „Let’s Get High“ und dem Feature mit Wiz Khalifa sogar kleine „High“-lights. Auf ihrem Debüt-Album „Debbie“ fehlen diese aber merklich.

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On To The Next One

ON TO THE NEXT ONE (90): XXXtentacion

xxxtentaction

Für die Faulen: Vielschichtiger Lärm – für Death-Grips-affine Menschen.
Für Fans von: Denzel Curry, $uicideboy$, Bones, Death Grips
Aktuelles Release: „Willy Wonka Was A Child Murderer“ (self released, 2016)
Coming: „I Need Jesus“ w/ DJ Carnage (self released, 2017)

XXXtentacion

Gleich zu Beginn muss man eine Sache klarmachen – und zwar die Aussprache: XXX-tenta-ción. Der 19-jährige Rapper wurde vom Problemkind zum Soundcloud-Hype, doch ersteres scheint er nicht ablegen zu können, weswegen Jahseh Onfog, so sein bürgerlicher Name, auch unangenehm viele Besuche im Gefängnis absitzen musste – und das auch derzeit wieder tut. Gewaltverbrechen, Raub, und Einbrüche zieren seine Akte – sogar seine schwangere Ex-Freundin soll er verprügelt haben. Auch wenn es dafür wiedersächliche Beweise gibt, zeigen genug öffentliche Videos, wie gewaltbereit XXXtentacion und sein Umfeld sind.

Doch genau diese destruktive Aggression hat immer wieder eine Anziehungskraft auf Menschen – und mit einem kultartigen Gemeinschaftsverständnis hat sich XXXtentacion eine beachtliche Gefolgschaft zugelegt, die auf Soundcloud sogar die 200.000er-Marke geknackt hat. Sogar Größen wie A$AP Rocky oder Lil Bibby sprechen sich für ihn aus. Auf Twitter gibt sich X überraschend offen und spricht über seine Depressionen, was ihm eine gewisse Mystik verleiht und die gesunde Grenze des Kults, der sich um ihn bildet, verschleiert. Und jede negative Wendung in seinem Leben scheint Öl für das PR-Feuer zu sein, so auch die Verschiebung der Verhandlung auf April.

Sein Sound ist in keine Schublade zu stecken und hat melodische, rockige, cloudige und punkige Facetten – ein Sammelsurium vieler Störgeräusche, die nur mit Schwierigkeiten einem Genre zuzuordnen sind. Was sicher ist: Es polarisiert.

Im März 2014 lud XXXtentaction seinen ersten Track auf Soundcloud und mit „Look At Me“, das einen James-BlakeRemix samplt, hat er recht bald seinen ersten Soundcoud-Hit gelandet. Sogar Drake soll sich etwas von seinem Flow abgeschaut haben. Seine Diskografie beschränkt sich auf ein paar Crew-Releases wie „Members Only“ zusammen mit Wifisfuneral, Ski Mask & Craig Xe oder seinem halboffiziellen Tape „Willy Wonka Was A Child Murderer“. Auch die Tatsache, dass X seit über einem halben Jahr keine neue Musik releast hat, scheint die Fans nicht zu stören, die seltenen Features beschränken sich auf eine Handvoll Freunde wie Robb Bank$ auf „Innadat“.

Was auch aus dem Problem-Magnet X werden wird, sein Hype ist ziemlich real. Hoffentlich kriegt er sich ein wenig ein und kann sich zugunsten seiner selbst und seiner Fans seiner Musik zuwenden. Den Mugshot war das ja fast wert, wäre zumindest ein Album-Cover, das man sich merkt.

XXXtentaction – Essentials Playlist

Meine Lieblingstracks: „Look At Me“, „The Slump God“

XXXtentacion on:

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What happened toNino Bless

Vor 50 Folgen: In Folge Nr. 41 der ON TO THE NEXT ONE-Reihe habe ich über Nino Bless geschrieben. Den alten Artikel könnt ihr hier nachlesen.

Nach seinem soliden Mixtape „Illuminati Reject“ 2014 wurde es lange still um Nino. Denn die Verspieltheit seiner Texte und Themen braucht Zeit, um aufs Papier gebracht zu werden. Anfang des Jahres releaste der Lyricist und Verschwörungstheorethiker sein „AudioTrip 2“ mit einigen beachtlichen Tracks darauf – große Überraschungen blieben aber aus.

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ON TO THE NEXT ONE (89): Nadia Rose

nadia rose

Für die Faulen: London Grime at its best.
Für Fans von: Paigey Cakey, Stormzy, Skepta, Lady Leshurr
Aktuelles Release: –
Coming: „Highly Flammable“ (Sony/Relentless, 2016)

Nadia Rose

Nachdem ich in meiner partiellen Verwirrtheit vergangenes Wochenende beim Konzert von Paigey Cakey im Leopold vergeblich auf „Skwod“ gewartet habe, zahle ich die Schuld heute anhand eines Artikels zurück. Denn Naida Rose und Paigey sind zwar anders, aber zum Verwechseln gut.

Die 23-jährige Rapperin aus Croydon mit jamaikanischen und ghanaischen Wurzeln hat eines Tages einfach Job und Uni für die Musik aufgegeben. An der BRIT School lernt sie, die Musik zu perfektionieren – dort begannen auch Größen wie Amy Winehouse und Adele. Paigeys selbstbewusstes Auftreten schlägt sich auch in ihrem Sound nieder, denn egal ob poppig, grimy oder Party-Song, sie macht einfach, was sie will. Und das merken die Fans. Dazu kommt, dass sie die Cousine von Grime-Don Stormzy ist, was förmlich nach einem Feature schreit.

STORMZY_NADIA_ROSENach einer überschaubaren Menge an Singles mit mehr oder weniger viralem Potential wie bei „D.F.W.T.“ oder „Boom“ hat sich Sony UK die kleine Spitterin geschnappt. Und das hat sich auf jeden Fall rentiert, denn mit dem Track „Skwod“ ist ihr direkt wieder ein kleiner Hit gelungen – und das auch visuell, denn das Video ist ebenfalls beeindruckend.

Also bleibt das Warten auf die noch für dieses Jahr angekündigte und schon vorbestellbare „Highly Flammable“-EP, die mit „Skwod“ schon einen saftigen Vorgeschmack geliefert hat. Und zum Abschluss gibt es noch ein Kinderfoto von Stormzy und seiner Cousine Naddl.

 

10 Songs by Nadia Rose – Best-of-Playlist

Meine Lieblingstracks: „Skwod“, „Station“, „BOOM“

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What happened to: Boogie

Vor 50 Folgen: In Folge Nr. 40 der ON TO THE NEXT ONE-Reihe habe ich über Boogie geschrieben. Den alten Artikel könnt ihr hier nachlesen.

Boogie hat den Sprung in die nächste Liga auf jeden Fall geschafft – vom Gangbanger zum Underground-Star. Vor allem mit „Oh My“ konnte er einen Sommerhit landen, der aber leider nicht geholfen hat, sein neues Tape „Thirst 38 Part 2“ zu promoten. Das ist sogar an mir als großer Boogie-Fan einfach vorbeigegangen. Erst mit dem Video zu „Nigga Needs“ wurde ich mir dessen bewusst – Fuck, ich hab‘ ein Boogie-Tape verpasst. Die Single ist vielversprechend, den Rest höre ich mir im Anschluss an.

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On To The Next One

ON TO THE NEXT ONE (88): Smellington Piff

smellington piff

Für die Faulen: Der gemeinsame Sohn der Four Owls.
Für Fans von: Ocean Wisdom, The Four Owls, Dirty Dike, Jack Jetson
Aktuelles Release: „Notice Of Eviction“ (Real Life Drama Records, 2014)
Coming: –

Smellington Piff

Die englischen Labels High Focus und Real Life Drama sammeln in Großbritannien mittlerweile einen beachtlichen Haufen an großartigen Künstlern wie The Four Owls, Dirty Dike oder Ocean Wisdom um sich – wobei der Großteil des erfolgreichen Prozesses der Künstler-Szene an sich zuzusprechen ist. Denn wie wir es aus dem Haftbefehl-Umfeld kennen, featuren sich die Rapper unaufhörlich gegenseitig. Das bringt nicht nur Fans, Likes und Reichweite, sondern auch die nötigen Tantiemen, um den ganzen Tag zu kiffen und Musik zu machen.

Bis sich Smellington Piff allerdings selbst als Mitglied in der Boom-Bap-Gang bezeichnen konnte, hat er musikalisch schon einiges bewegt. Er war Piff als DJ Welly mit acht Jahren schlichtweg der jüngste DJ der Welt und das stand auch so im Guiness-Buch der Rekorde – mit 13 hat er die Techno-Sets dann sattgehabt und sich dem HipHop zugewandt. Mit seiner NLP-Crew brachte er 2012 seine ersten Bars auf Platte raus und darf sich jetzt zu dem großen Freundeskreis der britischen Alternativ-Szene sehen.

„Free Your Mind“ hieß das erste Album der Gruppe NLP, mit welcher Piff das ernsthafte Rappen begann. Eine solide Basis für seinen weiteren Werdegang, denn schon ein Jahr später releaste Smellington Piff mithilfe des Allround-Mentors Leaf Dog seine gleichnamige EP. Und mit „Piff Land“ hatte er gleich seinen ersten kleinen Hit in der Szene und eine Handvoll beachtlicher Tracks. Schon ein Jahr später kam das stark erwartete „Notice Of Eviction“-Album, das mit fast der ganzen Familie von High Focus und Real Life Drama bestückt wurde – von Fliptrix und BVA zu Jack Jetson und sogar Lee Scott überrascht mit einem Verse auf dem Tape. Ein durchwegs starkes Release, das mit „Food Chain“, „Gorilla Growers“ und „End Of Discussion“ auch einige Highlights beherbergt – trotzdem klingt alles unterm Strich wie ein junger Leaf Dog.

10 Songs by Smellington Piff – Best-of-Playlist

Meine Lieblingstracks: „Food Chain“, „Piff Land“, „End Of Discussion“

Smellington Piff on:

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What happened toOh! Dark Arrow

Vor 50 Folgen: In Folge Nr. 39 der ON TO THE NEXT ONE-Reihe habe ich über Oh! Dark Arrow geschrieben. Den alten Artikel könnt ihr hier nachlesen.

Nach der Trennung von Oh! Dark Arrow, ironischerweise ein paar Tage, nachdem ich den Artikel verfasst hatte, verschwanden alle Songs der südafrikanischen Rap-Crew aus dem Internet. Ein Mitglied ging wohl in Reha und Push Push nach New York. Aber wenigstens die kleine Lady releast ab und an – ein Video zu „Blood In“ sollte in den nächsten Tagen kommen. Die alte Oh!-Dark-Arrow-Höhen erreichen ihre Tracks aber leider kaum mehr.

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On To The Next One

ON TO THE NEXT ONE (87): ishDARR

ishdarr

Für die Faulen: Wavy & elektronisch angehauchter Flow
Für Fans von: Vic Mensa, Boogie, Alex Wiley, Daye Jack
Aktuelles Release: „Broken Hearts & Bankrolls“ (self released, 2016)
Coming: –

ishDARR iz da.

Nicht jeder Rapper hat eine große Geschichte zu erzählen – manche sind auch einfach nur gute Rapper. Oft ist es eine einfache Sache der Zeit, bis sich herausstellt, wie viel ein Rapper aus sich macht. ishDARR ist 19 Jahre alt. Er hatte schon in der Highschool eine kleine Rap-Crew. Später wird er von seinem zukünftigen Manager zum Weitermachen überredet. Kurz darauf landet er einen Hit – auf Hypemachine ganz oben – „Too Bad“. Ziemlich nicer Song, keine Frage. Also habe ich mich mal durch seine Releases gehört, denn außer einer Handvoll Songs von „Old Soul Young Spirit“ kannte ich nichts von ihm.

Auf Twitter geht sogar das Gerücht um, dass ishDARR das nächste TDE-Signing sein könnte – er würde es sich auf jeden Fall wünschen.

Erst 2014 schaffte ishDARR aus seinem Hobby-getriebenen Talent ein handfestes Release zu basteln: „The Better Life“ hieß die EP und konnte mit Tracks wie „1996“ schon in der ersten Woche 20.000 Plays aufzeigen. Doch mit ein paar Klicks kann man sich noch lange nicht im Game behaupten. Also wird aus dem Hobby ein ernstes Unterfangen, dem das „Old Soul, Young Spirit“-Release entsprang. Ein sehr persönliches Tape, das mit „Too Bad“ einen viralen Hit landete – aber auch Tracks wie „Remember“ und „Right Now“ ergeben ein gutes Fundament für ein starkes Debüt.

ishDARRs aktuelles Release „Broken Hearts & Bankrolls“ erschien im Oktober diesen Jahres und bekam mit der von Illmind produzierten Single „Locals“ gleich einen starken Vorreiter. Ansonsten fällt das Tape eher mittelmäßig aus und Songs wie „Time Shawty“ sind kleine Lichtblicke, dass sich ishDARR noch in eine etwas interessantere Richtung entwickelt und seinem Stil noch mehr Profil geben kann.

10 Songs by ishDARR – Best-of-Playlist

Meine Lieblingstracks: „Too Bad“, „Locals“, „Remember“

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What happened to: Chris Travis

Vor 50 Folgen: In Folge Nr. 38 der ON TO THE NEXT ONE-Reihe habe ich über Chris Travis geschrieben. Den alten Artikel könnt ihr hier nachlesen.

Das Ex-RVDXR-KLVN-Mitglied hält sich ganz an den Release-Rhythmus seiner SESHOLLOWATERBOYZ-Crew-Kollegen – zwei Tapes gab es bisher dieses Jahr. „The Ruined“ und „Shark Boy„, wobei beide unterhaltsam, aber doch sehr ähnlich wie die über 30 anderen Releases der vergangenen Jahre. Chris Travis setzt weiterhin auf Quantität statt Qualität, eine Frage der Zeit, bis das nicht mehr funktioniert.

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ON TO THE NEXT ONE (86:) Flowdan

Flowdan

Für die Faulen: Alles, was man an Grime liebt – nur tiefer.
Für Fans von: Wiley, Skepta, E Double E, JME
Aktuelles Release: „Disaster Piece (Tru Thoughts, 2016)
Coming: –

Deep grime.

Der zweite Frühling des Grimes wurde in dieser Artikel-Reihe schon des Öfteren angesprochen. Im Falle Flowdan ist es aber anders: Flowdan ist seit Stunde null des Grimes dabei. Mit dem Roll-Deep-Kollektiv, das unter anderem von Wiley ins Leben gerufen wurde und Künstler wie Dizzee Rascal, Skepta oder Jammer nach oben halfen, releaste der Ost-Londoner seine erste Musik. Eigentlich bekannt als Teamplayer, entwickelte sich Flowdan immer mehr zum Solo-Artist und mit der Grime-Renaissance hat er auf jeden Fall den richtigen Moment für ein Release gewählt. Denn auf einmal ist seine Musik nicht mehr „zu hart“ und „zu düster“, sondern findet auch bei einer kommerzielleren Hörerschaft Gefallen.

Die Songs bewegen sich im Grime-, Dubstep- und Drum’n’Bass-Dunstkreis und gleichen melodischen Grime-Synphonien, unterlegt von der unverkennbar tiefen Stimme Flowdas. „A man that’s gonna go down in history as having one of the best voices in the UK“, so sprach es Julie Adenuga von Beats 1 aus.

Das erste Solo-Release abseits der Roll Deep Crew erschien 2009 mit „Original Dan„, das zwar damals in der Szene ein Erfolg war, heute aber nur noch schwer neben den aktuellen Produktions-Standards bestehen kann – trotzdem ist das Tape ein maßgeblicher Teil der Grime-Entwicklung. Ich würde die Tracks „Run“ oder „Kick Back“ mit Frisco trotzdem gerne mal neu ausproduziert hören. Durch ein paar Features wie mit The Bug auf „Skeng“ hielt sich Flowdan neben exzessivem Tourlife eher unterhalb des Radars auf. Erst 2104 kam seine „Serious Business„-EP, die mit Tracks wie „No Gyal Tune“ oder „People Power“ ein handfestes Tape darstellt.

Der wirklich Sprung zurück – vor allem in die mediale Welt – schaffte Flowdan mit „Disaster Piece“. Der Name ist Konzept. Und so schaffte Dan ein Grime-Album zu releasen, das sich auf der einen Seite im Soundfeld von Skepta, Stormzy und Co. einordnen lässt, aber auch eine eigene, düstere und roughe Note mit sich bringt, die Flowdans Sound eigenständig und interessant macht. Mit den Features von Tinchy Stryder und Manga finden sich auch alte Roll-Deep-Kollegen auf der Scheibe. Alte und neue Werte erfolgreich zusammengeführt.

10 Songs by Flowdan – Best-of-Playlist

Meine Lieblingstracks: „Horror Show Style“, „Gunfingers feat. Tinchy Stryder“, „No Way Out feat. Animai“

Flowdan on:

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What happened to: XV

Vor 50 Folgen: In Folge Nr. 36 der ON TO THE NEXT ONE-Reihe habe ich über XV geschrieben. Den alten Artikel könnt ihr hier nachlesen.

Leider hat XV seit meinem Artikel nichts Neues releast, auch seine TV-Show wurde gecancelt – einen angemessenen Artikel über XV’s Werdegang gibt es auf DJBooth nachzulesen.

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On To The Next One

ON TO THE NEXT ONE (85): Injury Reserve

injury reserve

Für die Faulen: „Kanye and Mos Def had a baby that was raised by Andre 3000.“
Für Fans von: Das Racist, Aesop Rock, El-PLakutis
Aktuelles Release: „Live From The Dentist Office (Las Fuegas, 2016)
Coming: „Floss“ (2016)

Different.

Da HipHop mittlerweile so viele Facetten aufzeigt wie noch nie, gibt es durch die Genre-Verschmelzungen enorm viel Neues. Doch nur selten gelingt es einem Act, mich wirklich soundtechnisch zu überraschen. Zu Zeiten von El-Ps Virtuosen-Label Definitive Jux hatte der experimentellere HipHop einen Spielplatz, auf dem sich die wesentlichen Künstler des Genres gesammelt haben. An die faszinierend andere Sound-Ästhetik versuchen immer mehr Acts anzuknüpfen und es gibt nichts Besseres, als von einer neuen Facette HipHop überrascht zu werden.

So auch Injury Reserve – das Trio aus Pheonix, AZ, besteht aus den beiden MCs Ritchie with a T, Groggs und dem Produzenten Parker Corey. Der Name leitet sich von der gleichnamigen Liste ab, die in der NFL für Verletzte steht, die bis zum Ende der Saison nicht einsetzbar sind. Also ein ironischerweise passender Name für eine Indie-Rap-Gruppe, die abseits vom Mainstream stattfindet. Mit ihrem vielseitigen Sound, der immer wieder überrascht und neue Seiten der Crew zeigt, haben sie mich relativ schnell überzeugt – vor allem der Track „Washed Up“ hat mich im Besonderen überzeugt.

Die erste EP „Cooler Colors“ von 2014 scheint zur Soundfindung der Crew beigetragen zu haben. Vereinzelte Perlen wie „Groundhog Day“ finden sich auf dem Tape. Aber im Wesentlichen kann man direkt mit dem Debüt-Album „Live From The Dentist Office“ beginnen. Mit cleveren und authentischen Texten, einem fantastischen Cover-Artwork und Features von Curtis Williams und Chuck Inglish ist das Album ein Sammelsurium an interessanten Sound-Gefilden, die von Track zu Track variieren. Ein Indikator für das Potential der Crew.

Das nächste Album „Floss“ steht auch schon in den Startlöchern. Die Single „Oh Shit!!!“ lässt auf ein spannendes Release schließen. Ein Release-Datum gibt es aber leider noch nicht.

10 Songs by Injury Reserve – Best-of-Playlist

Meine Lieblingstracks: „Washed Up“, „Yo“, „Oh Shit!!!“

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What happened toYour Old Droog

Vor 50 Folgen: In Folge Nr. 35 der ON TO THE NEXT ONE-Reihe habe ich über Your Old Droog geschrieben. Den alten Artikel könnt ihr hier nachlesen.

Kurz nach meinem Artikel über den Rapper aus Brookyln releaste Your Old Droog seine dritte EP „The Nicest“ – mit ähnlichem Klangbild aber keinem  großartig hörbaren Schritt nach vorne. Doch Your Old Droog überrascht immer wieder mit kleinen Schmankerln, sei es ein Track mit The Alchemist, einer Cypher mit A$AP Ferg und Wiki oder als Gast auf Alben von Masta Ace, Apollo Brown und DJ SkizzEs wird sich zeigen, ob ähnlich viele Überraschungen auf dem nächsten größeren Release zu finden sind.

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On To The Next One

ON TO THE NEXT ONE (84): Khary

khary

Für die Faulen: Erfrischend jugendlich, erstaunlich smooth.
Für Fans von: Rome Fortune, Mick Jenkins, Daye Jack, Childish Gambino
Aktuelles Release: „intern aquarium. (self released, 2016)
Coming:

Perfectly normal.

Zu Beginn will ich mich gleich entschuldigen, dass die Kolumne nur noch alle zwei Wochen erscheint. Aber nach über 80 Folgen geht mir die Zeit aus, jede Woche einen der unzähligen Artists ins Rampenlicht von The Message zu stellen. Wie dem auch sei, werde ich mich trotzdem jede zweite Woche einer Rapperin oder einem Rapper widmen, die weit unter dem Radar rappen. Und so haben wenigstens The-Message-Leser etwas von meiner nerdigen und verrückten HipHop-Sucht.

Khary nannte sich noch vor einem Tape Khary Durgans, er hat wohl den richtigen Moment genutzt, den Namen noch so kurz und unkompliziert wie möglich zu halten. Der 24-Jährige ist in Providence aufgewachsen und schaut ein wenig aus wie Jaden Smith in ein paar Jahren – im gelben Regenmantel. Khary begann seine Rap-Karriere als Hypeman für seinen Bruder und nannte sich zu dieser Zeit noch K.i.T. Mittlerweile hat er zwei EPs und ein Mixtape veröffentlich, zusätzlich war er Headliner beim diesjährigen Rap Against Festival – leider ist das komplett an mir vorbeigegangen. Seine älteren Werke wurden über das französische Label Cosmonostro releast, auch der Wiener Produzent B.Visible ist auf deren Seite gelistet und auch mit einem Beat auf Kharys letztem Tape vertreten.

Seine selbstironische, alltägliche Themenauswahl macht Khary besonders sympathisch – schon auf seiner ersten EP „Love + Anchors„. Was auf ihr schon ganz cool klingt, überzeugt noch mehr auf der 2014 releasten „Swim Team„-EP, die mit einem Feature von Rome Fortune verfeinert wurde. Speziell die Tracks „Swim Team“ und „Atmosphere“ stechen heraus. Die Produktionen übernehmen Mike Irish und Prof. Logik und mit ihrer Hilfe findet Khary immer mehr in seinen eigenen Sound, der im Release seines Mixtapes „intern aquarium.“ vollends ausgereift ist. Saubere Produktionen und ein Pop-affiner Sound prägen das Tape, das sich ohne Weiteres zu den interessantesten Indie-Releases des Jahren zählen kann.

10 Songs Of Khary – Best-of-Playlist

Meine Lieblingstracks: „Swim Team ft. Rome Fortune“, „Find Me“, „Ambidextrous feat. Henry C“

KHARY on:

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What happened toIkey

Vor 50 Folgen: In Folge Nr. 34 der ON TO THE NEXT ONE-Reihe habe ich über Ikey geschrieben. Den alten Artikel könnt ihr hier nachlesen.

Leider hat sich der Rapper aus Maryland seit dem Release der „Green Card“-EP nicht mehr musikalisch geäußert. Also kann man sich mit gutem Gewissen einfach nochmal selbiges zu Gemüte führen und weiter warten. „They call me Ikey ho, fly down to my Nike ho. Get your girl out her designer clothes and tell her Adiós

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On To The Next One

ON TO THE NEXT ONE (83): Junglebae

Junglebae

Für die Faulen: Zwei Power-Girls auf Power-Beats mit Diplo-Einschlag
Für Fans von: Azealia Banks, Beyoncé, Nicki Minaj, Little Simz
Aktuelles Release: –
Coming:

Welcome to the jungle.

Es gibt zwar einen Track von Jack Ü mit dem gleichen Namen und die Rapperin Junglepussy ist sicher auch nicht sonderlich erfreut, doch die beiden Power-Girls aus Curaçao hätten keinen besseren Namen finden können als Junglebae. In ihrer Heimat Curaçao, einem Karibikstaat und Ex-Kolonie des Königreichs Niederlande, haben Amy Lindo und Gianni Webster schnell zur Musik gefunden. Damals noch zu dritt formten sie die DivaSquad und erzielten mit „Wega Limpio“ sogar einen respektablen House-Trap-Electro-Hit.

Mit Unterstützung des niederländischen Beat-Moguls Boaz van de Beatz, der unter anderem mit Größen wie Diplo und David Guetta gearbeitet hat und unmissverständlich der Nummer-1-Produzent im nationalen Mainstream-Electro/HipHop ist, können die beiden Girls ihr Signing bei Nouveau Riche Music mit ersten Releases festigen.

Die erste Single „Backwardz“ ist einwandfrei produziert, aber reiht sich ein in die endlose Schlange der Electro-Pop-HipHop-Songs – wirklich ganz cool, aber nichts Besonderes. Wohingegen „Hit ‚em“, die zweite Single, deutlich mehr heraussticht. Vor allem die HipHop-Elemente sind klarer herausgearbeitet, was meiner Meinung nach besser zu den beiden Mädels passt als das bunte Radio-Rumgehupfe. Man kann gespannt warten, was sich aus dem prinzipiell fantastischen Team entwickelt.

Meine Lieblingstrack: „Hit ‚em“

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What happened toDeniro Farrar

Vor 50 Folgen: In Folge Nr. 33 der ON TO THE NEXT ONE-Reihe habe ich über Deniro Farrar geschrieben. Den alten Artikel könnt ihr hier nachlesen.

Am 3. August releaste der Leader of Cult Rap eine neue EP namens „Mind Of A Gimini„. Der cloudige Sound, den man von seinem letzten Release „Cliff Of Death II“ mit Young God (Blue Sky Black Death) kennt, ist einem klassischem, fast BoomBap-artigen Sound gewichen. Ein angenehmer Ausflug – doch scheint seine tiefe Stimme doch eher im Cloudigen zuhause zu sein.

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On To The Next One

ON TO THE NEXT ONE (82): INGRID

INGRID

Für die Faulen: Rap mit der richtigen Prise Beyoncé.
Für Fans von: Little Simz, Doja Cat, DonMonique
Aktuelles Release: „Trill Feels (Parkwood Entertainment, 2016)
Coming: –

Nearly flawless.

Es scheint ziemlich praktisch zu sein, Queen Beyoncé noch aus Kindheitstagen zu kennen. So ist es zumindest bei Ingrid. Früher bekannt als Damn Ingrid hat sie schon in jungen Jahren unter dem Management von Beys Vater in einer Girl-Group namens Trio gesungen. Die musikalische Seite blieb ihr erhalten und noch bevor sie wirklich mit dem Rappen begann, widmete sie sich dem Songwriting. Auf einigen Hits wie „Bow Down“, „Flawless“ oder „Love Dought“ von B ist Ingrid als Co-Writerin verzeichnet. Kein schlechter Start ins große Biz.

Bis zum Tag, wo sich ihre Kindheits-Freundschaft aus Third Ward, Houston bezahlt macht – und zwar mit einem Deal bei Parkwood Entertainment, dem hauseigenen Label von Beyoncé. Diese nahm sie direkt mit auf ihre „Formation World Tour“, man kann sich nicht früh genug an Stadien und Hallen gewöhnen.

Musikalisch hat Ingrid noch nicht viel aufzuwarten. Man merkt, dass sie noch tief im Künstleraufbau steckt. Trotz grandioser Unterstützung scheint ihr erstes Release, die „Trill Feels“-EP, noch einige Höhen und Tiefen zu besitzen. Der Spagat zwischen Bey-Pop und Rap ist mir persönlich noch zu groß – ein Wechsel aus Radio-Hits wie „F*ck All Day (F.A.D.)“ und klassischen Bars wie auf „Double Pedegree“. Der Hang zum Pop ist unverkennlich, was natürlich dem Label sowie dem musikalischen Hintergrund zu verdanken ist. Doch die Raps sind spannender und eigenständiger als die gefühlt schon 100-mal gehörten R’n’B-Nummern. Vielleicht hat Ingrid als Kind einfach zu lange mit Kelly Rowland und Solange gespielt.

Meine Lieblingstracks: „Double Pedegree“, „Flex“, „Change Things“

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What happened toJimmy Prime

Vor 50 Folgen: In Folge Nr. 32 der ON TO THE NEXT ONE-Reihe habe ich über Jimmy Prime geschrieben. Den alten Artikel könnt ihr hier nachlesen.

Ob man ihn nun Jimmy Prime oder Jimmy Johnson nennt, weiß ich bis heute nicht. Als Johnson ist er auf Danny Seths Track „Never Forget“ vertreten, aber einer seiner neuen Tracks „Faded“ ist wieder von Jimmy Prime. Mir egal, da Jimmy mehr und mehr an Potential verliert – weniger Rap und fast ausschließlich Autotune. Auch seine neu gegründete Crew Full Circle überrascht soundtechnisch so gut wie gar nicht.

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On To The Next One

ON TO THE NEXT ONE (81): Villain Park

Villain park

Für die Faulen: Boom Bap zwischen 90ies und jugendlicher Frische.
Für Fans von: Joey Bada$$, People Under The Stairs, Bishop Nehru, A Tribe Called Quest
Aktuelles Release: „Same Ol Shit EP (Villain Park Company, 2015)
Coming: –

Frische Nostalgie

Wie oft hört und liest man, dass der goldenen Ära des HipHops nachgetrauert wird – vor allem seit dem Einzug der Autotune-Komponente im Rap. Doch vor lauter Aufregung bleiben junge und frische Talente oft ungeachtet. Nur wenigen ist das Glück vergönnt, mit einem 90ies-Sound wie Joey Bada$$ durch die Decke zu gehen. Der Erfolg liegt doch meist bei den kommerzielleren produzierten Acts.

Doch die vierköpfige Truppe Villain Park aus L. A. hat einen musikalischen Throwback geschafft, der an die nostalgische Seite der Platte kratzt. Smokey V, Niftee, Classicko und killaM bilden die Clique, die dem Boom Bap der Golden Era frischen Wind in die Beats blasen. Das Straight-outta-Park-Jams-Feeling haben die Burschen dabei nicht verloren. Denn seit ungefähr 2012 jammen sie zusammen und basteln Beats. Zudem ist Smokey Vs Bruder niemand Geringerer als Double K von People Under The Stairs, der auch die Scratches auf der EP übernahm. Das Produkt klingt nach all deinen Lieblings-West- und Eastcoast-Rappern, gebündelt auf einer Vintage-Vinyl.

Leider können die vier Jungs noch keine komplette Diskografie aufweisen. Dafür bildet ihre EP „Same Ol Shit„, die vergangenes Jahr erschienen ist, ein beachtliches Fundament. Auf der sieben Tracks starken EP (+ Intro) zeigen die MCs, die alle noch im Schulalter sind, dass die Golden Era noch lange nicht vorbei ist. Man muss sich nur umhören. Releast wurde über das hauseigene Villain Park Company Label mit monetärer Hilfe von LRG Clothing – auch ein sehr freundliches Konzept. Die Produktionen werden großteils von Smoke Dawg gehandlet. Keep your eyes on them!

10 Songs Of Villain Park – Best-of-Playlist

Meine Lieblingstracks: „Stache Box Villain Pt. 2 (Feat. Hugh Augustine)“, „Play The Villain (Feat. K. Solar)“, „Brain Sells“

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What happened toDeJ Loaf

Vor 50 Folgen: In Folge Nr. 31 der ON TO THE NEXT ONE-Reihe habe ich über Dej Loaf geschrieben. Den alten Artikel könnt ihr hier nachlesen.

Das Niveau von „$ell Soul“ konnte DeJ Loaf auf ihrer „… And See That’s The Thing„-EP nur bedingt halten. Wobei „Been On My Grind“ ein exzellenter Track ist. Nun kam dieses Jahr das „All Jokes Aside“-Mixtape und – leider muss man es so sagen – DeJ ist in eine Richtung abgerutscht, die sich im Gewirr von Rappern wie Lil Durk und Kid Ink verliert. Trotzdem bin ich gespannt auf ihr Debüt-Album.

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On To The Next One

ON TO THE NEXT ONE (80): Ibn Inglor

ibn inglor

Für die Faulen: Sphärisch, brutal und sinister
Für Fans von: Clams Casino, Kanye West, A$AP Rocky, Travis Scott
Aktuelles Release: „NEW WAVE 2 (self-released, 2014)
Coming: „Honegloria“

Don’t compare him

Chicago ist der Dünger für großartigen HipHop aller Art und zugleich das goldene Pflaster, auf dem das unterschiedlichste Potential wächst. Abgesehen von Kanye West, Common oder Lupe Fiasco haben sich in den vergangenen Jahren Rapper wie Chief Keef, Vic Mensa und Chance The Rapper in der Szene groß gemacht, oft auch dank Yeezys Hilfe. Jeder dieser Artists hat eine neue, faszinierende Facette in den HipHop gebracht, was auch der wesentliche Grund für die Co-Signs von Kanye Wests Label GOOD Music ist. Einen, der Kanyes Sound sogar vielleicht an manchen Ecken ein wenig voraus ist, hat der Großmeister allerdings vergessen: Ibn Inglor.

Der Chi-Town-Rapper hat angesichts seiner enorm starken Releases eine nur kleine Fan-Base. Seine Social-Media-Präsenz lässt zu wünschen übrig und nur wenige Blogs und Magazine haben überhaupt etwas von ihm mitbekommen. Sein Sound ist sphärisch und spiegelt diabolische Stimmungen auf Beats, die den Soundtrack eines Albtraumes gerecht werden würden – an Düsternis kaum zu übertreffen. Was Kanye mithilfe von Hudson Mohawke und Travi$ Scott auf „Yeezus“ an Sound-Ästhetik aufgebaut hat, konnte Inglor schon einige Monate zuvor aufweisen. Natürlich nicht im selben finanziellen Rahmen untermauert. Doch zeichnet sich eine dunkle Vision am Horizont seiner Lieder ab, die auf seine offen geäußerte Depression schließen lassen. Ebenfalls der Grund für die unregelmäßigen Releases und einige verworfene Tapes des Rappers.

Nach einer EP und einem ersten unbeachteten Mixtape releaste Ibn Inglor 2013 seinen ersten größeren Erfolg mit den Tapes „GawdSpeed“ und „New Wave“ – durch großes Glück bin ich irgendwo in den Winkeln des Internets auf seinen fantastischen Sound gestoßen. Die Rolle des Außenseiters nimmt Inglor auch musikalisch ein und Songs wie „Fire“ oder „Lordy Lord AV“ haben sich damals schon an einen Sound genähert, der erst ein paar Jahre später salonfähig wurde. Mit einem Haufen extravaganter Produzenten wie Apex Martin, Danny Winter und El Schmitty hat Inglor es auch auf seinem „NEW WAVE 2“-Tape im Jahr 2014 wieder geschafft, seine innovative Arbeit weiter zu steigern. Songs wie „Chambers“, „ICE“ oder „NEW WAVE 2“ beweisen das auf eindrucksvolle Weise.

Bis vor ein paar Monaten hatte man kein Wort, keinen Tweet und nichts von Inglor gehört. Doch scheint er bald sein geplantes Album „Honegloria“ releasen zu können. In der ersten Auskoppelung „Pray For Health“ rappt er über seine Depressionen und zeigt zugleich auch, dass er wieder produktiv ist, was ich als Licht am Ende des Tunnels interpretiere. Was aber sicher ist, Ibn Inglor ist komplett underratet!

10 Songs Of Ibn Inglor – Best-of-Playlist

Meine Lieblingstracks: „CHAMBERS“, „ICE“, „Come Painless“

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What happened toBig Baby Gandhi

Vor 50 Folgen: In Folge Nr. 30 der ON TO THE NEXT ONE-Reihe habe ich über Big Baby Gandhi geschrieben. Den alten Artikel könnt ihr hier nachlesen.

Leider ist Big Baby Gandhi fast ganz aus dem Rap-Game ausgeschieden und tritt nur noch ab und an auf. Seine Tätigkeit als Produzent hat er auch eingegrenzt und ist nur auf Mr. Muthafuckin‘ eXquires Live From The Danger Room“ vertreten. Seit Heems das Greenhead Entertainment Label zwecks großer Unzufriedenheit aufgelöst hat, scheint Big Baby sich wieder seinem Studium zugewandt zu haben.