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1 echter Berliner geht nicht unter // UFO361 live

ufo361
UFO361 live – leider durfte unser Fotograf nicht knipsen. s/o an Handykamera

Noch Mitte des vergangenen Jahres war Nina Nagele für The Message in Leipzig auf einem UFO361-Konzert – in familiärer Atmosphäre vermerkte der Berliner seine ersten Schritte zum großen Hype. Für viele mag UFO auf den ersten Blick wie noch so ein Trap-Azzlack mit Future-Anleihen wirken, doch seine harte Arbeit darf hier nicht unerwähnt bleiben. So ging er nach den ersten Hoodrich-Veröffentlichungen mit Said seinen eigenen Weg und brachte sein wesentliches Solo-Tape „Ich bin ein Berliner“ in Selbstregie heraus. der gleichnamige Szenehit brachte die Wellen zum Schlagen und spätestens mit den ersten Auskoppelungen von „Ich bin 2 Berliner“ war klar, UFO361 spuckt nicht nur einmalig, sondern macht sich auch ziemlich dominant im Deutschrap breit. Und „Ich bin 3 Berliner“ kommt bereits am 28. April.

Das ausverkaufte Flex ist mit gemischtem Publikum gefüllt – von Kids, die kaum einen Jibbit halten können, bis zu den Genre-typischen Kanten, die dafür kaum den Takt halten können. Dazwischen untypisch viele, die man sonst dem alternativeren HipHop zuordnen würde. Der Hype um den Kreuzberger Rapper wird vor allem an der Schlange vor dem Flex evident, wo ein großer Haufen Fans weiterhin versucht, Karten zu bekommen. Übrigens hilft es auch nicht, wenn man The Message schreibt. No front. Und wenn wir schon bei „no front“ sind, die Support-DJs zeigen zu zweit, dass sie außer Travis $cott, Rae Sremmurd und Migos wohl nur sehr wenig hören. Aber solange die Kids bei jedem Song, mitfilmen, ist das bestimmt die beste Taktik. Zum Glück beginnt UFO361 zeitnah und bringt das Flex mit „Ich bin ein Berliner“, wie dieser Drake so schön sagt, von 0 auf 100 – recht schnell!

Die UFO361-Hitparade funktioniert live erstaunlich gut. Der rollende Bass der Beats von Jimmy Torrio und Broke Boys walzen sich über die Crowd und auch UFO macht einen guten Job am Mic – wobei seine durch Alk und Haze geschliffene Stimme clean und auch mit Autotune schlicht und ergreifend fett klingt. Von „Ich hör nicht auf“ bis zu „Scheiß auf eure Party“ macht er klar, dass der Parolen-Rap lebt. An dieser Stelle darf natürlich auch Mister Donaustadt nicht fehlen, so überlässt UFO niemand Geringerem als Yung Hurn für eine Handvoll Songs wie „Bianco“, „Christus & Blitz“ und „Blumé“ vom neuen „Love Hotel“-Tape die Stage – leider ohne Meilner, dafür aber mit Unterstützung von Johnny 5. Der gemeinsame Track „Bombay Gin“ muss sich aber also UFO-only-Version zufriedengeben.

In der zweiten UFO-Runde wird „James Dean“ gehuldigt und mit der Zugabe auch endlich der Gang. Doch nicht nur während „Für die Gang“ treibt sich seine ganze Crew auf der Bühne rum, schon während der gesamten Show wirkt die Stage eher wie UFOs Wohnzimmer, wenn er eine paar Homies eingeladen hat. Da wird mal der Drink und mal der Besen weitergegeben, der eine kann den Text, der andere nicht und der nächste ist mit seiner leichtbekleideten Freundin zum Selfiesmachen da.

Fazit: Wenn ich ehrlich bin, habe ich lange gebraucht, um UFO361 wirklich zu feiern – und mein erster Bezug waren die fantastischen Beats. Jetzt ist er endgültig bei mir angekommen. Mit dem richtigen Maß an amerikanischen Sound-Klischees hat er über die letzten drei Tapes hinweg einen eigenen Sound kreiert, der nun seine Früchte trägt. Eingängig gegen eintönig – man mag von Trap halten, was man will, aber UFO ist mit Sicherheit einer der Besten seines Metiers. Die ausverkaufte Tour und der Zuspruch der Szene sprechen für sich. Und auch die Show: Die ersten Die-hard-Fans lassen sich schon erkennen, was für ordentlich Bewegung bei der Show sorgte – auch wenn UFO selbst nicht so vital rüberkam. Das war zwar erst das zweite Date der Tour, doch die Burschen waren – richtig stilecht – auch schon ordentlich faded. Ihr wisst Bescheid.

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