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Let’s Dance: Young Fathers mit „In My View“ // Video

Kleiderwahl gut abgestimmt: Young Fathers in „In My View“

Das schottische Art-Pop/Alternative-HipHop/Dark-R’n’B-Trio Young Fathers präsentiert mit „In My View“ das zweite Video aus ihrem kommenden Album „Cocoa Sugar“ (erscheint am 9. März, Cover im Hintergrund), Nachfolger des mit Kritikerlob überhäuften „White Men Are Black Men Too“ aus dem Jahr 2015. Während sich hinter der ersten Video-Single „Lord“ eine atmosphärische Gospel-Single mit Piano-Geklimpere, unterbrochen von dröhnenden Synthnies, verbarg, präsentieren sich Young Fathers auf „In My View“ weitaus lockerer und tanzbarer; zumindest, was das musikalische Gewand anbelangt. In den Lyrics herrscht mit Zeilen wie „In my view, love will never come my way/So, when I leave, you’ll be dancing on my grave“ hingegen wenig Grund für Euphorie. Erneut grandios fällt die visuelle Untermalung aus, wofür sich diesmal Videoregisseur Jack Whiteley verantwortlich zeigt. Für „In My View“ fertigte Whiteley, der bereits für Elton John arbeitete, eine Collage voller kraftvoller, manchmal auch skurriler Szenen an.

Neben „Lord“ veröffentlichten Young Fathers vergangenes Jahr auch den Titelsong für den zweiten Teil von Danny Boyles „Trainspotting“. Aber nicht nur musikalisch kam die Band 2017 in die Schlagzeilen:  Im Sommer sorgten die Young Fathers mit der Absage ihres Auftritts beim Pop-Kultur Festival in Berlin für Aufregung. Anlass dafür war die Nennung der israelischen Botschaft als „Partner“ auf der Homepage des Festivals sowie deren Sponsortätigkeit – eine Kleinigkeit, belief sich das Sponsoring der Botschaft lediglich auf einen Reisekostenzuschuss für Sängerin Riff Cohen aus Tel Aviv im Wert von 500 Euro, eine Partnerschaft bedeutete keinerlei Einfluss auf die organisatorische und inhaltliche Gestaltung der Pop-Kultur. Also eigentlich kein Grund für Aufregung. Eigentlich. Aber die Israel-Boykott-Initiative BDS („Boycott, Divestment and Sanctions“) sah das bekanntlich anders und sprach von einem Festival „sponsored by Apartheid“ und „mitorganisiert von Israel“ (eine Falschaussage, die später auf der BDS-Homepage korrigiert wurde).

Die Young Fathers und sieben weitere Künstler boykottierten daraufhin das Festival, die schottische Band begründete diese Aktion auf Facebook mit „Solidarität gegenüber dem palästinenischen Volk“. Was das palästinensische Volk nun davon hat, wenn die Young Fathers und andere einen Auftritt absagen, nur weil mit Riff Cohen eine israelische Sängerin ebenfalls auf dem Line-Up steht, darf bezweifelt werden. Darüber zu reflektieren, ob man sich mit einer solchen Aktion nicht vielmehr in antisemitische Gewässer begibt – Riff Cohen diente somit als Projektionsfläche der israelischen Politik – wäre für die Boykottierenden stattdessen ein empfehlenswerterer Vorgang gewesen.

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