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Who that? The Bitch is back // Princess Nokia live

I step in this bitch and I do what I want/I don’t give a damn and I don’t give a fuck”.

Mit diesem Zitat aus Princess Nokias Lied “Kitana” lässt sich der gestrige Auftritt der Rapperin in der Arena Wien gut zusammenfassen. Die Halle ist gestopft voll, das Publikum besteht hauptsächlich aus jungen Frauen – was sich vor allem an der Kloschlange bemerkbar macht. Aber auch ein paar Jungs haben sich in die Menge geschlichen und feiern ihre Lines genauso wie die „Bad Bitches“ – wie Princess Nokia ihre weiblichen Fans bei ihrem Auftritt mehrmals anspricht. Im Publikum sind auch ein paar Gay-Couples. Princess Nokia hat es sich zur Aufgabe gemacht, dass ihre Konzerte ein Safe Space für diese Communities sind und handelt damit ganz im Geiste des queeren Raps.

Alle Fotos: © Daniel Shaked

Pünktlich um 20 Uhr tritt Support-Act Tkay Maidza auf und wird dabei gebührend von Tour-DJane Saint Ludo unterstützt. Die australische Rapperin schafft es, das Publikum mit Songs wie „Awake“ und „IDC IF U BE DED“ ordentlich vorzuheizen. Das ein oder andere Mal gelingt es ihr auch, der Menge ein „Good Bitch“ als Antwort auf die von ihr ständig gestellte Frage: „How you’re doing?“ zu entlocken. Ihre Bühnenpräsenz ist nicht zu hinterfragen und mit ihrer Energie reißt sie die Crowd mit. Als sie nach 40 Minuten die Bühne verlässt, motiviert Saint Ludo weiter mit HipHop-Bangern und Songs weiblicher Rapgrößen wie Cardi B oder iamddb. Doch nachdem der Main-Act nicht wie versprochen um 21 Uhr auftritt, lässt sich das Sinken der allgemeinen Motivation nicht mal durch „Money“ verhindern.

Tkay Maidza

Mit fast 20 Minuten Verspätung stürmt Princess Nokia mit „Harley Quinn“, dem Intro ihres neuen Albums „Everything Sucks“, auf die Bühne. Sie bewegt sich wild, tanzt voller Energie und twerkt hin und wieder. Ein paar Scheinwerfer mit Lichtspielen vervollständigen die Bühnenshow, die sonst eher minimal gehalten ist. Es gibt nicht viel Interaktion mit dem Publikum, der Fokus liegt hauptsächlich auf Princess Nokias wildem Tanzstil, die Songs werden alle Playback gespielt. Ein Fan, sagt „es klang als hätte sie auf die Tracks nur draufgerappt. Und nicht einmal das sauber.“ Es wird was aus jedem Album aufgeführt, der Fokus liegt dabei aber eher auf den beiden neuen Alben, die gleichzeitig veröffentlicht wurden. Viel Liebe gibt es für Tracks aus dem Album „1992 Deluxe“. Bei Liedern wie „Brujas“, „Kitana“ und „Tomboy“ springt die Crowd am höchsten, Moshpits gibt es aber keine.

HÄUFIGERE PAUSEN

Zwischen den Titeln geht Princess Nokia mehrmals in den Backstage-Bereich und verweilt dort für bis zu eine Minute. Es könnte sein, dass die Rapperin manchmal eine kurze Bühnenauszeit braucht. Schließlich hatte sie auch früher schon mit Bühnenangst und genereller Ängstlichkeit zu kämpfen und musste deswegen bereits eine Tour absagen. An diesem Abend in Wien spielt sie nur knappe 50 Minuten und verlässt nach ihrem letzten Song „Tomboy“ wortlos die Bühne, ohne noch einmal auf das Zugabe-Geschrei der Crowd einzugehen.

Fazit: Obwohl Princess Nokias feministischen Messages von Body Positivity bis hin zur Unterstützung der queeren Community inspirierend sind, war das Konzert leider eher enttäuschend. Sie hat jeden Song offensichtlich Playback performt, fast gänzlich auf Interaktion mit dem Publikum verzichtet und war viel kürzer als erwartet auf der Bühne. Das Konzert hinterließ einen leichten Nachgeschmack der Enttäuschung und das Gefühl, dass die Künstlerin ihren Auftritt so schnell wie möglich hinter sich bringen wollte.

Die Laser-Show brachte etwas Licht in die Dunkelheit der Halle.
Trotz angeblicher Bühnenphobie eine bemerkenswerte Ausstrahlung auf der Bühne.
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