Trettmann verzichtet auf „FPÖ-Gehirngrütze“ sowie Werbeeinnahmen

Dass sich Österreich derzeit in einem aggressiven Wahlkampf befindet, in dem eine Partei der anderen Dirty Campaining vorwirft, sei an dieser Stelle nicht weiter ausgeführt. Selten wurden in einem österreichischen Wahlkampf jedoch so viele Kanäle genutzt, um Wähler zu gewinnen, wie bei dieser Nationalratswahl. Längst hat sich der Kampf um Stimmen von der Straße in die digitale Welt verlagert. „Der digitale Wahlkampf hat ein Ausmaß angenommen, das wir so bisher noch nicht kannten“, sagte Digitalexpertin Ingrid Brodnig kürzlich in einem Zeitungsinterview. Partei-Werbungen auf Facebook, Instagram und anderen sozialen Medien finden sich permanent in den Feeds der User. Auch die Benutzer von YouTube werden teils mit politischen Werbespots zugespamt, bevor sie sich ein Video angesehen können. Das Problem hierbei: Die Kanalbetreiber, also die Uploader der Videos, können nicht kontrollieren oder mitenscheiden, wer unmittelbar vor ihrem geistigen Eigentum wirbt. Es ist nur dem Werbenden vorbehalten, mittels Kategorisierungen und Tags gezielt vor Videos ihre visuellen Werbeeinschaltungen zu zeigen.

So mussten Trettmann-Fans feststellen, dass neben einem seiner Videos die FPÖ-Kampagne „Die Hubers“ zu sehen ist. Ob der politischen Einstellung des Leipzigers, wirkt dies fast wie eine Farce. Hat er doch bereits einen „No PEGIDA“-Track veröffentlicht und im Interview mit The Message erzählt, dass man Flagge gegen Rechts zeigen müsse. Auf das FPÖ-Werbevideo hingwiesen, gab es für Trettmann nur eine logische Konsequenz: die gesamte Werbung auf seinen Kanal zu deaktivieren, um der rechts-populistischen FPÖ keine Bühne für ihre Werbung zu bieten. Das hätte er übrigens auch gemacht, wenn es Werbung der AfD gewesen wäre, schreibt er weiter in einem Kommentar.

Klares Statement zu FPÖ-Werbung

Trettmann verzichtet somit auf die Werbeeinnahmen all der Videos, welche auf seinem Kanal veröffentlicht werden und würden. Das ist in seinem Fall ein besonderer Verlust, da seine Videos zurzeit öfters geschaut werden, als in den vielen Jahren seiner bisher langen Karriere. „Der einzige Weg ist auf Werbung und somit Einnahmen zu verzichten. Sollte man dann aber auch konsequenterweise, finde ich„, kommentiert der Musiker seine Aktion. Angesichts dessen, dass sein aktuelles Album „#DIY“, das Ende September erschienen ist, in Deutschland gerade auf Platz 17 der Charts gelandet und somit vorläufig sein erfolgreichstes Album als Solo-Künstler ist, finden das nicht nur wir als richtungsweisende Geste in Zeiten eines monetarisierten Musikgeschäfts, in dem sich vieles nur noch um YouTube-Klicks dreht. Auf Facebook klingen die Reaktionen ähnlich: „Trettmann = Ehrenmann!!!“, „Respekt“ und „Bester Move“ sind da zu lesen. 
Trettmanns Video-Historie

Die Single-Auskopplungen „Knöcheltief“ (feat. GZUZ), „GottSeiDank“ (feat. Bonez MC & Raf Camora) und „Grauer Beton“ haben zusammen über 5,5 Millionen Views und wurden allesamt innerhalb der vergangenen Wochen veröffentlicht. Von den Videos davor kamen nur eine Handvoll über 100.000 Klicks. Einen intimen Einblick in seinen Werdegang gibt die splash! Mag-Dokumentation „Nur damit du weißt, wo ich herkomm‘ – In Chemnitz, Leipzig & Berlin“. Trettman gibt am 17.10.2017, nur wenige Tage nach der Nationalratswahl in Österreich, ein Konzert in der Grellen Forelle in Wien (hochverlegt vom Flex), ein paar Karten sind noch zu haben.
 

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