„I want to hear that shit“ // Tommy Cash live

Alle Fotos: Mario Baumgartner | mariobaumgartner.com

Schon lange bevor Tommy Cash aus Estland am Dienstag im Flex auf die Bühne kommt, sammelt sich in den ersten Reihen eine Menge an jungen ‚Wuu-girls‘. Abwechselnd riecht es nach Aftershave und Weed, das Publikum ist bunt gemischt. Nach ein wenig Warten sind immer noch alle gut gelaunt und als der DJ mit einem Gabba-Track startet, fliegen die Hände zum Pogen nach oben. Wer die Musikvideos von Tommy Cash kennt, wird von seinem ungewöhnlichen und authentischen Auftritt nicht überrascht sein. Am Bühnenrand kniend eröffnet er mit ‚Pussy Money Weed‘ und einer knallgelben Warnweste die Show. Seine Augen scheinen in keine konkrete Richtung zu blicken, das ist aber eh egal, denn schon ist man von atmosphärischen Klängen und Dunkelheit umgeben.

Die Zuschauer sind fast alle textsicher und zögern nicht lange, sich in ein vom charismatischen Tommy gefordertes Moshpit zu schmeißen. Begleitet werden Songs wie ‚Euroz Dollaz Yeniz‘ oder ‚Leave Me Alone‘ von Visuals, die wie selbstgemachte Compilations aus zufällig zusammengesuchten YouTube-Clips anmuten. Zu ‚Winaloto‘ gibt es dann auch Ausschnitte aus dem zugehörigen Musikvideo, allerdings achtet man zu diesem Zeitpunkt lieber auf seine Füße, während man seinen schweißgebadeten Körper gegen den der anderen schmeißt. Oder eben ausweicht und seine Tasche festklammert. Die Stimmung ist voll aufgeheizt, trotzdem ist die Atmosphäre im Flex relativ entspannt und weder Bauchtaschen noch Fans bleiben am Boden liegen.

Über eine Stunde bleibt die Stimmung gespannt zwischen dunklen Pausen mit Feuerzeugbeleuchtung und von Strobo begleiteten Gabba-Instrumentals, bei denen die Fäuste zum Bass geschwungen werden. Nachdem sich Tommy seine Zöpfchen aus dem Gesicht und die Schweißperlen vom Schnurrbart gewischt hat, klettert er aufs DJ-Pult und zieht die Menge mit seiner natürlich-creepigen Art in seinen Bann, während er ‚Surf‘, ‚Guez Whoz Back‘ und ‚Prorapsuperstar‘ performt. Außer ein paar knappen „Thank you“ und „I want to hear that shit“ sagt Tommy nicht viel, was man ihm bei so einem stimmlichen Einsatz gern verzeiht. Nach fast 1,5 Stunden kündigt sich das Ende des Konzerts an. Zu guter Letzt wird dann nochmal ‚Winaloto‘, der wohl bekannteste Track des Rappers, in einer Gabba-Version wiederholt. Wer bis jetzt noch nicht heiser war, ist es jetzt. Tommys T-Shirt ist mittlerweile verschwunden.

Fazit: Ein Konzert, bei dem die unterschiedlichsten Leute gemeinsam Rap feiern können, ist ein voller Erfolg. Ob Headbanger, Poger oder faule Kopfnicker: Alle scheinen gebannt zu sein von Tommy Cash und seiner progressiven Art.

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