Schwarze Aussichten bei The Streets: „Call Me in the Morning“ // Video

Alles schwarz bei Mike Skinner

Im Dezember 2017 schlug Mike Skinner das Kapitel The Streets mit zwei neuen Tracks („Burn Bridges“ und „Sometimes I Hate My Friends More Than My Enemies“) wieder auf, die rückblickend als Appetizer für eine Europatour im Jahr 2018 dienten. Doch 2018 beschränkte sich Mike Skinner nicht nur auf Konzerte. In unregelmäßigen Abständen veröffentlichte er mit „You Are Not the Voice in Your Head“, „Boys Will Be Boys“ feat. Jaykae und „If You Ever Need to Talk I’m Here“ auch neue The-Streets-Songs. Diese Reihe bekommt nun mit einer Video-Single Zuwachs. Für „Call Me in the Morning“ teilte sich Skinner das Mikrofon mit Tottenham-MC Chip, ehemals Chipmunk, und Swindon-MC Grim Sickers, beide in der Welt des Grime beheimatet.

Der Track vereint also „3 artists from 3 generations giving 32 bars in their own unique form, wie Grim Sickers sich in einem Statement zum Song äußerte. Für den Beat zerhackte Skinner ein Sample aus Beethovens „5. Sinfonie“ und machte dieses zu einem Bestandteil eines Garage-Beats mit starkem Grime-Einschlag. Mit seinem typischen Spoken-Word-Stil gibt er auf dem Instrumental eine gute Figur ab und kann mit Zeilen wie „If I hit myself and it hurts, am I weak or strong?“ vertrauten Tiefsinn beweisen, wenn er sich nicht gerade an einer gesungenen Referenz an den Rolling-Stones-Klassiker „Paint It Black“ („No colors anymore I want to paint it black“) versucht. „Paint It Black“ hielt auch im Video Einzug, das Mike Skinner gemeinsam mit Pulse Films drehte. „Mike’s creative vision was clear from the start. He wanted to create a world in which absolutely everything, from the house plants to the beer in his cup, was black“, so Erin Sayder von Pulse Films über die ästhetische Vision Skinners zu „Call Me in the Morning“.

Mit „Call Me in the Morning“ ist das Ende der musikalischen Ambitionen von Mike Skinner als The Streets längst noch nicht erreicht, wurde für 2019 ein neues Mixtape angekündigt. Nicht die einzige Ankündigung: Neben einer weiteren Tour quer durch Großbritannien im Januar und Februar und anschließend durch Festlandeuropa ist auch ein Film geplant. Details bezüglich seines cineastischen Projekts schilderte er im März dem Blog des Online-Fashionhändlers „Mr. Porter“. Der Film ist auch der Grund, warum Mike Skinner mit seinem Credo aus dem Jahr 2008 brach.

Damals meinte Mike Skinner gegenüber NME, als 40-Jähriger nur dann The Streets wiederzubeleben, wenn es die finanzielle Lage erfordere. Das Geld, so beschwichtigte der mittlerweile 40-jährige Mike Skinner bei „Mr. Porter“, ist nun aber nicht der Antrieb. Vielmehr steht das Bemühen im Vordergrund, dem Film die größtmögliche Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Dieser soll den Titel „The Darker the Shadow, the Brighter the Light“ (wie ein Musikprojekt seinerseits) tragen, im Londoner Nachtleben spielen und als Musical über die Bühne gehen. Allerdings nicht als gewöhnliches Musical, sondern als ein in typischer The-Streets-Machart gehaltenes Werk, das mehr die Richtung von „Casablanca“, weniger die von „La La Land“ einschlägt und in dem die Dialoge in den Mittelpunkt des Geschehens stehen. Als Inspirationsquelle dafür nannte Skinner die 90er-Jahre-Teenie-Drama-Serie „Dawson’s Creek“.

Sein bis dato letztes Album veröffentliche Mike Skinner als The Streets mit „Computers and Blues“ im Jahr 2011, in den Jahren danach betätigte er sich unter anderem als DJ und Produzent, gründete mit Murkage Dave die Tonga Ballon Gang und arbeitete an The D.O.T., einem Projekt mit Rob Harvey von The Music.

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