Kategorien
Austria News

Polifame vereint seine „The Message Exclusives“ // EP

Polifame
VÖ: 22.05.2020 | Duzz Down San

Erst im April nach einigen Jahren Pause mit der „Tukan“-EP auf die Bildfläche zurückgekehrt, legt Polifame direkt nach. Diesmal führt der Mundartrapper seine „The Message Exclusives“ zusammen, die zwischen 2010 und 2020 erschienen sind und bislang noch nicht offiziell auf den Streamingplattformen verfügbar waren – inklusive „Oiss wird guat“,  dem jüngsten Streich.

Obwohl bereits 2018 entstanden, könnte so manche Line durchaus aus der Anfangszeit der Pandemie stammen. „Albträume wern real – Horrorszenario, wü ned glauben, dass die Meldung wahr woa im Radio. Angst in die Kepf, des Ganze setzt si in Gedanken fest und der Affekt is ned farbenfroh“, startet Polifame etwa in den Track. Letztlich dreht sich „Oiss wird guat“ aber um Abgründe in einer Gesellschaft mit immer weiter wachsender sozialer Ungleichheit, allgegenwärtigem Leistungsdruck und Gefühlswelten zwischen Wut, Angst und Apathie. Duzz-Down-San-Kollege Testa rundet mit Cuts ab.

Im Vergleich dazu fallen die drei weiteren Exclusives von Polifame um einiges unbeschwerter aus. Widmete sich der Wahlwiener aus der Stahlstadt vor knapp zehn Jahren mit „1 1/2 Stund“ der damaligen Zugfahrtdauer zwischen den beiden Städten, pendelte er im Jahr darauf mit einigen Alliterations-Lines von „Pol zu Pol“. Mit selbst eingespielten Saxofon-, Gitarren-, Keyboard-. und Bassklängen, stimmlicher Unterstützung von The Unused Word und Cuts von Chrisfader folgte 2013 die Funk-Hymne „Why is it so funky“.

Hier geht es zu den weiteren Streamingplattformen.

Beitragsfoto: Daniel Shaked

Kategorien
Austria News

Austro Round-up (KW 16/20)

Bereits mit einigen Singles angekündigt, brachte Polifame am 17. April seine neue EP „Tukan“ heraus und damit das hunderdste Release von Duzz Down San. Zum Artikel geht es hier. Bei Monobrother jährte sich das Release des Albums „Solodarität“ vergangene Woche zum ersten Mal. Zu diesem Anlass ist kürzlich ein sehenswert umgesetztes Video zu „Ehe“ erschienen.

Am 20. April ist das ein oder andere „Hiadlliadl“, etwa von MDK & Def Ill oder K.S.Kopfsache, im Netz gelandet. Für die „Sektion Munchies“ haben Gigolo D & JerMcSpinatstrudel“ aus ihrem Ende 2019 erschienenen Album „eher tiaf, aber eh ganz deep“ visualisiert. Und damit eine interessante Kombination aus Musikvideo und Kochrezept mit tänzelnden Mini-JerMcs. Auch abseits davon gibt es wieder jede Menge zu berichten.

Simon Sonido – Learn Together

Mit „Learn Together“ veröffentlichte Simon Sonido am 20. April sein erstes offizielles Beattape. Ein Newcomer? Weit gefehlt, denn der in Wien-Hetzendorf stationierte Rapper und Produzent ist schon lange aktiv – worauf uns Splanksta von WNMRDMNP aufmerksam machte. Bereits 2001 nahm Sonido als Jungspund am großen „Mixery Raw Deluxe“-Freestyle-Battle im Wiener WUK Teil, als Teil der Phönix Foundation war er zudem am ersten „Hip-Hop Connection“-Tape vertreten. Mit den Crews Philly Kidz und Meidlickz bewegte er sich in weiterer Folge eher im Wiener Untergrund, produzierte zudem Tracks für Weisssgold und war Featuregast am 2017 erschienenen Soloalbum von Struggle Gold. Nach einer längeren Pause lieferte Sonido nun zum „4/20“-Thementag acht feine Boombap-Kopfnicker.

Def Ill – Outro

In der gestern erschienenen Ausgabe der „The Message Cypher“ vertreten und ohnehin einer der produktivsten Rapper des Landes, geht es bei Def Ill munter weiter. Um auf sein in Bälde über Duzz Down San erscheinendes Album „Lobotomie“ – den Nachfolger der Solo-LP „Reefa Mawdness“ – einzustimmen, liefert er den ersten, selbst produzierten Vorboten. Beim „Outro“ handelt es sich eigentlich ums Intro zum Album, an dem der Linzer lange gefeilt hat. Erwartungsgemäß kommt darauf sein hoher lyrischer Anspruch zur Geltung. „Hätt i drei Wünsche, war’s nur ana – a Wöd, in der ma kan Wunsch braucht“ ist nur eine von vielen zitierwüdigen Lines aus dem sechsminütigen Clip. Was es mit den titelgebenden Lobotomien auf sich hat, veranschaulicht auch das Video – der brachiale neurochirurgische Eingriff, um psychische Erkrankungen zu behandeln, scheint unmittelbar bevorzustehen.

Slav – Renne Locka

Mit „Renne Locka“ liefert Slav wieder einmal neuen Sound. Dass der Rapper sehr wandlungsfähig ist, hat er bereits mit seiner jüngsten EP „Cons u me“ gezeigt, die einem Kunstprojekt von Silva Flandez nachempfunden wurde. Die neue Single bewegt sich musikalisch zwischem britischem Grime, amerikanischen Drill und französischem Trap. Nur, dass der Pole aus Wien diese Genremischung nutzt, um seinen ganz eigenen Sound zu finden. „2020 New Era“ ist nicht nur eine gute Zeile, um dieses Jahr zu beschreiben, sondern auch seine musikalische Entwicklung. Nur der erwähnte „Dreistreifenjogger“ erinnert an Altes wie „Tristrip“ und ist schon fast zu einem Markenzeichen des Rappers geworden. Das Musikvideo zu „Renne Locka“ ist Polen entstanden. Zwischen Blocks und Asphalt schüttet Slav Wodka auf den Boden, trägt Streifen über Checks und liefert einen Song, zu dem nach der Coronakrise einige Partygäste abgehen dürften. „Renne Locka“ hat den Rapper aufs Cover der „Deutschrap Untergrund“-Spotify-Playlist katapultiert und auch in der „Deutschrap Brandneu“-Playlist findet er sich wieder. Doch vor allem in der Wichtigsten ist er vertreten natürlich jener vom Austro Round-up.

Lent – Moonrocks

Eigentlich hatte Lent ein „krasses Musikvideo“ geplant. Nur leider hat Covid-19 dem Rapper wie so vielen anderen Künstlern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Trotzdem hat sein neuer Song „Moonrocks“ eine visuelle Untermalung bekommen, denn Fans und Kollegen sind zur Hilfe geeilt und haben Lent private Videos geschickt. Darunter zum Beispiel auch KeKe. Der Song liefert typischen Lent-Sound. Leicht unverständlicher Mumble-Rap mischt sich mit hohen, spacigen Autottune-Melodien. Der Beat kommt wie gewohnt von Damian Beats.

Julian – 17

„17“ ist die erste Solo-Single von Julian, der zuvor bereits zwei Songs mit dem 19-jährigen Enzo veröffentlichte. Julian selbst ist offenbar nochmal um zwei Jahre jünger, wie neben dem Titel auch eine Zeile verrät. Viel zu sagen und vor allem aufzuarbeiten scheint er trotzdem schon zu haben. „Mein Kopf war ein Film und deshalb bin ich heute ein Rapper“, heißt es auf dem schnell gerappten Track, der sich zwischen persönlichem Storytelling und selbstbewusst-arrogantem Representen ansiedelt. Inhaltlich geht es dabei um seine private, durchaus intime Story, den Rausch und die Girls. Der Beat kommt von 7even, Mix und Master von PMC Eastblok.

Wal de Mar – Slow

Während Wal de Mar im Video zu „Slow“ durch karge Steinwüsten und dürftige Flora vor dem Nichts flieht, macht sich im Track seine Sehnsucht breit nach Liebe und Freiheit und Nähe inmitten von Einsamkeit. Ein vom produzierter, reduzierter Downtempo-Beat mit Synthesizer-Elementen schafft im Song einen guten Ausgleich zum mitschwingenden Schwermut, könnte Wal de Mar zu einem runden Gesamtwerk verhelfen. Oftmals liefert Auotune in ähnlichen Konzepten eine gute Metapher, hier raubt der extensive Einsatz dem Track leider ein wenig die Tiefe und Bedeutung.

Pippa – Alles egal (feat. Nora Mazu)

Ganz so egal scheint Pippa doch nicht alles zu sein, widmet sie ihrer vermeintlichen Gleichgültigkeit immerhin einen eigenen Track. Im dazugehörigen Video zeigt sie sich antriebslos am Hometrainer, wo sie an einer Flasche Piccolo nippt, unbeeindruckt Tarotkarten anzündet und sich durch den ewigen Instagram-Loop eines immer wiederkehrenden Postings scrollt. Zusammen mit Nora Mazu, die in ihrem Rap-Feature auf die zwischenmenschliche Komponente eingeht, entpuppt sich das Video unter einem eingängigen Pop-Sound zu einer bis ins kleinste Detail durchdachten Gesamtkonzeption aus Glitzer und Pastell. Nicht egal ist übrigens auch die Coronakrise für Pippas anstehendes Release die Veröffentlichung der LP „Idiotenparadies“ wurde auf 28. August verschoben.

Samt – #Ned mit uns!

Erst kürzlich mit „Phönix“ eine EP veröffentlicht, hat Samt vergangene Woche mit einem neuen Track nachgelegt, um ein Anliegen loszuwerden. Den titelgebenden Hashtag „#Nedmituns“ bezieht der Vorarlberger Rapper auf seine Wut und sein Unverständnis gegenüber unnötiger Polizeigewalt. Konkreter Auslöser des Tracks war ein Polizeieinsatz in Nenzing, der bei der Verfolgung von mutmaßlichen Übertretern der Corona-Verhaltensregeln mit Schüssen – und fadenscheinigen Argumenten seitens der Beamten endete. In Vorarlberg schlug der Fall hohe Wellen, wie das Video verdeutlicht. So ist Samts Appell an die Menschlichkeit, den er als offenen Rap-Brief an die Polizei richtet, visuell mit einigen Zusendungen mit dem Hashtag „#Nedmituns“ ausgeschmückt.

Syc Tyson – Mein Mood

Die eingeschränkten Möglichkeiten aufgrund der aktuell geltenden Ausgangsbeschränkungen scheinen Syc Tyson nicht daran gehindert haben zu können, einen neuen Song zu veröffentlichen. Per Skype ließ sich schlussendlich der gesamte Release-Prozess arrangieren, wie der Wiener auf Instagram erzählte. In gewohnt lässiger Manier rappt er melodisch und punktgenau auf den von Vrich City produzierten Beat. „Mein Mood“ ist dabei der Beginn einer kleinen Releaseserie, denn im Drei-Wochen-Takt soll es weitergehen.

Weiteres

Edwin veröffentlichte mit „Lass sie reden“ den dritten Vorboten auf sein kommendes Album, diesmal mit Unterstützung von Hunney Pimp. Auch Seha Eks & Rice Master Yen lieferten mit „Neurosenstrauss“ einen weiteren Teaser auf ihre neue EP. Gewohnt schnell rappt Dr. Docs auf „Whip„, dem zweiten Vorboten auf sein kommendes „NoName“-Tape.

Palavra ist auf dem Track „Merveille“ auf französisch zu hören. Bruno & Pascal schielen nach einigen Quarantäne-Nummern mit „On The Radio“ auf Airplay, der Traurige Gärtner nutzt auf „Feuer“ den technoiden Sound zum Philosophieren über Süchte. Auf einer größeren Rap-Bildfläche präsentierten Chakuza mit „Schwarz Weiss„, Jonny5 & Pislik mit „Freddy Krüger“ und Money Boy mit „Yummy“ neue Singles mit Videos.

Weiters zeigten sich einige Produzenten aktiv. Mit „Sit Back and Listen“ gibt es den ersten Vorboten auf Flips Instrumentalalbum „Experiences“, das Anfang Juni über Beat Art Department erscheint. Kürzlich bereits mit „Dawn At The Souk“ angeteast, lieferte Mr. Käfer mit „Runaway“ eine entspannte Auskopplung des Projekts „Orientation„, das am 8. Mai via Melting Pot Music erscheint. Im Verbund mit dem US-Rapper Boogie Bang unter dem Namen Redeyeblue aktiv, produzierte der St. Pöltner e.kwality für den Track „hustle.“ einen feinen Kopfnicker DJ SPS unterstützt mit Scratches.

Ein interessantes „2 on 2“-Match hatten kürzlich die Grazer DNA & Ringelnatz gegen Falk & Khacoby, das es nun am YouTube-Kanal von DLTLLY nachzusehen gibt.

Text: Simon Nowak, Chiara Sergi, Francesca Herr & Mira Schneidereit

Kategorien
Austria News

Große Goschn, viel dahinter: Polifame mit „Tukan“ // EP

Beitragsfoto: Daniel Shaked

Nach einer achtjäh­rigen Pause veröffentlichte Rapper und Beatbastler Polifame seine neue EP „Tukan“. Mit der Videopremiere von „Da Groschn foit“, die über The Message erschienen ist, hatte er bereits im Vorhinein den Sound der EP angeteasert. Nun bekommen wir das Gesamtprodukt zu hören. Auf insgesamt vier Tracks lässt der nach Wien emigrierte Linzer sowohl textlich als auch musikalisch die Sau raus. Im Vergleich zu den vorherigen Alben, die 14 bis 15 Songs lang waren, ist die EP kompakt. Diese Entscheidung begründet Polifame so: „Ich wollte die „Tukan“-EP stimmig halten. Das fällt mir oft schwer, da ich so viel unterschiedlichen Sound produziere. Es liegen natürlich noch einige Tracks herum. Die hätten aber nicht dazu gepasst. Außerdem fand ich es gut, nach so langer Zeit eine kurze, knackige EP mit Tracks hinter denen ich zu 100 Prozent stehen kann zu veröffentlichen. Was es auf „Tukan“ geschafft hat, ist das Ergebnis davon“.

Von der Tiefsee zum Tukan

Die neue Scheibn ist tatsächlich sehr harmonisch in Aussage, Beats und Stimmung. Die Tracks mögen insgesamt weniger tiefgründig als am Album „Tiefsee“ sein, dafür liefert sie einen ganz neuen Sound. Es ist ein musikalisches Draufhauen – begleitet von Texten, die schreien: „He ich bin wieder da!“ Schnelle Beats und aggressive, freche Lines gehen Hand in Hand. „Ich hatte Lust darauf, Dopeness zu zelebrieren. Oft schreibe ich Tracks mit festem Thema. Manchmal ist es aber auch befreiend, einfach los zu spitten und den Vibe zu fühlen. Der Vibe war bei manchen Tracks etwas großgoscherter – wie der Tukan eben“, sagt Polifame.

Dass der Tukan nicht nur wegen der Größe seines Schnabels Polifames musikalisches Spirit-Animal ist, zeigt sich unter anderem daran, dass er mit der EP eine Art Neuanfang startet. Genau wie der Paradiesvogel mit seinen bunten Farben, möchte der Rapper mit seinem neuen Release auffallen und beeindrucken. „Tukan“ ist ein Startschuss, der Polifame aus der musikalischen Abstinenz zurückkatapultiert.

Ich weiß, dass es für mich nicht ohne Musik und auch nicht Response von einer direkten Crowd geht. Im Studio zu schreiben und zu produzieren ist Therapie, Meditation und Katharsis. Das Ganze an die Leute zu tragen und Feedback zu bekommen ist aber auch sehr wichtig. So kann man sich viel leichter weiterentwickeln und Meilensteine setzen. Außerdem macht es dann mehr Spass. Ich bin sehr glücklich, diesen Sprung nach so langer Pause geschafft zu haben und höchst motiviert für weitere Tracks, Kollaborationen, Auftritte und alles, was da rundherum immer Interessantes passiert“.

Track by Track

Das Hauptthema der EP ist: Polifame ist zurück! So bringt er auf „Richtungsweisendes“ in der Hook die Line: „Polifame ist wieder zruck mit die Raps und Beats“. Auch „Da Groschn foit“ – sein Comeback-Track – setzt gleich mit der Zeile: „Polifame ist back und die Raps komplex“ ein. Auf dem namensgebenden Song der EP „Tukan“ heißt es ebenfalls: „Polifame ist back“ – und er reißt wie auch auf den restlichen Track frech die Goschn auf. „A so ana bist du“ thematisiert als einziger Song ein etwas anderes Thema, nämlich Vorurteile. Auf der gesamten EP mischt sich eine HipHop-bekannte Diss-Attitüde in die Texte, die stets von einem heftigen, von ihm produzierten Beat unterstützt werden. Als Featurepartner sind Chrisfader, P.tah und Der-Con vertreten, die wie Polifame zur Duzz-Down-San-Familie gehören.

Insgesamt hat die Produktion der EP rund sieben Wochen gedauert. Das Konzept für die Songs ist allerdings nicht immer nur im Studio entstanden. „Bei ‚A so ana bist du‘ hatte ich die Idee beim Radfahren und hab sie dann sehr schnell umgesetzt. Da waren Beat und Text schon im Kopf vorhanden, bevor ein Takt eingespielt war. Die weiteren Ideen mit der vornehmen 94-jährigen Lady und Chrisfaders Cuts sowie das Video sind dann über einen längeren Zeitraum entstanden“.

Corona-Komplikationen

Eigentlich hätte am 16.04. im Wiener Chelsea eine Releaseparty stattfinden sollen. Wie alle Veranstaltungen ist sie vorerst den Quarantäne-Vorschriften zum Opfer gefallen. Den Veröffentlichungstermin der EP wollte Polifame dennoch beibehalten, weil er schon „so pumped war, die Tracks rauszuhauen“.

Mit der EP sorgt er für das 100. Release von Duzz Down San – und schließt damit einen Kreis. Sein 2008 erschienenes Debütalbum „Frischluft“ war das allererste Release des Labels. Dieses Jubiläum konnten die Jungs allerdings noch nicht angemessen feiern. „Übers Internet kommunizieren wir natürlich und freuen uns auch gemeinsam über alles, was grad so bei uns rauskommt. Allein in den vergangenen sechs Wochen ist da so viel passiert. Das Label ist derzeit so produktiv es gäbe fast täglich was zu feiern! Ich bin sehr glücklich, seit Tag eins Teil von Duzz Down San zu sein und der 100. Release ehrt mich natürlich enorm“.

Kategorien
Austria News

Austro Round-up (KW 14/20)

In Zeiten des Lockdowns bleibt die Dichte an neuen Tracks und Videos hoch. Über „Boys Toys“ von Mavi Phoenix, „Contour“ von Der-Con & Testa sowie „Leben ohne dich“ von Wal de Mar berichteten wir bereits gesondert. Zur Coronakrise sorgten die Tiroler Pirmin & Mo Cess von Da Kessl & Sonde44 mit „Koan Sinn“ für ihren „ersten und letzten Rage-Beitrag“. Weitere Tracks haben Bruno & Pascal mit „#stayathome and drink Makava #withme„, die Ottakringer Vodkatrinker mit „Corona“ sowie Kid Pex mit Dare Kodra mit „Korona 2020“ beigesteuert. Edwin streamte nach dem Motto „Sleben in Quarantäne“ ein Wohnzimmerkonzert, Scheibsta sorgte für die fünfte „Daily Rap Up“-Ausgabe „Ostern ohne Oma„.

Releases

ricefries (osive & MazeOne) – Nambawan

Was mit wavigem Sample-Sound und der Stimme von Phil Collins startet, entwickelt sich über Godzilla-Samples auf „Loopzilla“ sowie das cluborientierte „Jibbet Soup“ zu einer energiegeladenen Beat-EP. Auf den vier Tracks kommen kräftige Synths, schwere Basslines und bouncende Drums zur Geltung. Erschienen über Duzz Down San, ist „Nambawan“ das erste Release der ricefries, bestehend aus osive und MazeOne. Die beiden produzieren gemeinsam, seit MazeOne 2018 von Ansbach nach Wien übersiedelt ist. Kennengelernt haben sich die beiden aber nicht etwa bei einer Ausgabe der von osive mitbegründeten Reihe „Beat Melange„, die zur Vernetzung von Produzenten in Wien dient, sondern bereits vor paar Jahren im Rahmen eines Beat-Battles in Stuttgart.

Dantaya – 20:16 EP

Gut ein Jahr nach seiner „Katana“-EP kehrt Dantaya mit einem Nachfolger auf die Bildfläche zurück. Auf der „20:16“-EP vereint der Wiener vier schön ausgestaltete Instrumentals. Ausgestattet mit tiefen Bässen, lässt sich der Sound irgendwo zwischen traditionellem 90-BPM-Bummtschack, elektronischen Elementen und Soul verorten. Mit Vocal-Samples versehen, hat Dantaya den Introtrack dem Meditieren gewidmet, das für ihn mittlerweile seit einigen Jahren eine wichtige Stütze darstellt. „Meditation frees you from too many thoughts and heals internal wounds and it does a lot more for you“, schreibt er dazu.

Videos & Tracks

Polifame – A so ana bist du (feat. Chrisfader)

Hauptberuflich als Arzt in einem Wiener Krankenhaus tätig, geht es bei Polifame gerade drunter und drüber. Nebenbei schüttelt er sich locker flockig neue Tracks aus dem Ärmel, die als Vorboten der für 17. April angekündigten „Tukan“ dienen. Auf „A so ana bist du“ mischen sich die rhythmischen und reimerischen Basteleien der Duzz-Down-San-Kollegen Polifame und Chrisfader. Heraus kommt schön produzierter Sound mit elektronischer Note und einer humorvoll verpackten Message, die versucht, unseren allzu schnell angenommenen Vorurteilen einen Spiegel vorzuhalten.

Vearz – International

Tirolerhut, Lederhose, Schweizermesser und Co – Vearz ist in der Quarantäne bestens ausgestattet. Dass der Floridsdorfer auf Wienerich stark flowt, sollte hinlänglich bekannt sein. Vor einigen Tagen setzte er mit „International“ zur multilingualen Slang-Kollabo an. Featuregäste? Wurscht, brauch ma ned, geht ja zur Not auch alleine. So switcht er bei laufendem Outfit-Wechsel auf einem Schieber-Beat zwischen Schwitzerdütsch, Stoasteirisch, Block-Gangstertum, Tirolerisch, Bayrisch und Piefkinesisch. Er vereint regionale Dialekte und Stereotypen und hat sichtlich Spaß bei der Sache – auch wenn „Owe mim Lack“ ein gewagtes Motto mit Kernölfasche in der Hand ist, wie er im Video feststellt. Damit hat Vearz am m 1. April einen der unterhaltsamsten Tracks des laufenden Jahres und zugleich eine indirekte Fortsetzung des Denglisch-Tracks „Vienna Sausage“ von Kreiml & Samurai aus dem Jahr 2017 veröffentlicht. Nebenbei kündigt er mit „Revearz“ ein neues Projekt an, das noch heuer erscheinen dürfte.

RAN DMC – Rap im Quadrat

Statt langsam an seinen ersten Sommertracks zu feilen, fällt Ran DMC – wie so vielen – zunehmend die Decke auf den Kopf. Da gegen sich selbst Schach spielen, das Fernsehkastl durchzappen und Bücher lesen auf Dauer nicht erfüllend ist, lenkt sich der Floridsdorfer lieber mit einem neuen Track ab, um Kraft zu tanken. Gewohnt emotional rappt er auf einem Boombap-Beat von Vintageman gegen die aktuelle Lage an. Nebenbei wünscht er sich, dass sie für viele in eine bewusstere, nachhaltigere Lebensweise mündet und sich die Welt dadurch von einigen menschengemachten Problemen wie der enormen Luftverschmutzung erholen kann. Schau ma moi.

Jo Stöckholzer & Spilif – Geschichtsbücher

Mit „Geschichtsbücher“ liefert Spilif nicht nur ein unerwartetes Feature mit Musiker Jo Stöckholzer, sondern ein an die Corona-Umstände angepasstes Musikvideo. Anstatt eines normalen Videodrehs, veranstalteten die beiden zur Premiere ihres gemeinsamen Songs eine Live-Session auf Instagram. Über eine softe Gitarrenmelodie singt Jo Indie-Pop-Melodien und wird dabei von Spilifs Wortkunst bereichert. In Märchen und Fantasy-Kultur verpackte Lyrik spricht ernste Themen wie politisch errichtete Zäune, die Klimakatastrophe und die Verantwortung unserer Generation an.

Der traurige Gärtner – Der Flöten-Florian

Kürzlich in neuer Formation als Schaf Camora zusammen mit Fahrrad Bang dem brennenden Thema „Heislpapier“ gewidmet, scheinen dem traurigen Gärtner auch solo die witzigen und skurrilen Ideen nicht so bald auszugehen. So hat er kürzlich eine neue Persona erschaffen: den Flöten-Florian. Wer braucht schon einen Lamborghini, überhaupt in Zeiten der Quarantäne? Richtig, absolut niemand, wie der Florian weiß. Mehr Unterhaltungswert verspricht die (imaginäre) Flöte, die er sich kurzerhand vom Opa schenken lässt. „Ich bin der Florian und spiel die Flöte gut“, ist er sich sicher, als es ihn mit dem prächtigen Instrument in die Berge verschlägt. Ausgestattet mit hochwertig ausproduziertem Flötenbeat (irgendwas zwischen e- und d-Moll halt), beginnt er dort zu schranzen. Da geht den Ladies mit Sicherheit das Herz auf.

Shen – Zeichen

Mit „Zeichen“ erwacht Shen aus seinem Schlaf und stellt sich der realen Welt. Dabei beträgt die Dauer seines Schlafs exakt die Minutenanzahl seiner vergangenen drei Songs, diese scheinen also nur Träume gewesen zu sein. „Damals knallten Türen, keiner wollte mich signen“, heißt es nun auf dem neuen Track. Darauf thematisiert und kritisiert der bei Sony Music unter Vertrag stehende Shen die Musikindustrie, redet von Machtgehabe, Fame, Geld. „Sie wollen, dass ich über Leichen geh / Für das, dass wir bald so wie Reiche leben“.

Uncle Kareem & Skofi – Bedroom

Auf einem Beat von Jamalito, der bereits Uncle Kareem jüngst erschienene Debüt-EP produziert hat, rappt unser Tiroler Lieblingsonkel über Schlafzimmerg’schichten und Beziehungssachen. Die Sängerin Skofi unterstützt ihn dabei mit einer melodiösen Hook. „Bedroom“ verbreitet eine träumerische Atmosphäre und ist nicht nur eine gute Addition für unser „Austro Round-up“, sondern auch für jede Schlafzimmer-Playlist.

Weiteres

Die AUTsiderz präsentierten mit „The Past“ noch einen Vorboten auf ihr neues Album „Pressure“. Die Wiener Rapperin Nike101 veröffentlichte mit „Psychose“ ihren mittlerweile dritten Track diesmal gemeinsam mit Masafakka. Grandmaster Flow verschafft mit „Alles ok“ einen musikalischen Einblick in seinen Freiwilligeneinsatz in einem mexikanischen Dorf. Aus bereits erschienenen Alben haben Spitting Ibex mit „Illusions“ und An Exciting Kind Of AverageThroatmint Case“ weitere Tracks visualisiert.

Die Plattform Schore liefert pünktlich zum Frühlingsstart tägliche Beatuploads unter dem Motto „Springbeats„. Beloskoni spricht in der jüngsten Ausgabe von WNMRDMDP ausführlich über seinen Werdegang, die Bludzbrüder-Zeit und weitere Pläne.

Text: Simon Nowak, Chiara Sergi, Francesca Herr & Mira Schneidereit

Kategorien
Articles

Coronakrise und die österreichische Rapszene

Die Wirtschaft röchelt. Und mit ihr die finanzielle Lage von Künstlern und Veranstaltern. Wir haben bei einigen Musikern und Bookern nachgefragt, wie sie mit der Situation umgehen und wie weit sie davon betroffen sind.

Einer von ihnen ist Babu. Er ist Chefbooker bei der 808 Factory und durch die jetzige Situation dazu gezwungen, einige Events zu verschieben oder generell abzusagen. Sechs eigene Produktionen und vier Hostings/DJ-Bookings seien betroffen. Die Show von Pashanim & Symba musste ersatzlos gestrichen werden. „Das wurmt uns sehr, da wir erstens den Sound von Pasha & Symba seit Sommer in Wien pushen und zweitens uns wichtige Einnahmen entgehen, mit denen wir noch größere Acts nach Wien holen wollten“, sagt der Wiener Veranstalter. „Weitere geplante Shows wackeln, aber da warten wir noch ab wie sich die Situation entwickeln wird.

808Factory
Babu (ganz links) und die 808 Factory. Foto: Niko Havranek

Die Folgen durch die derzeitige Situation sind Babu und der der 808 Factory bewusst. ‘’Durch das allgemein dichte Konzertprogramm wird es wahrscheinlich geringere Ticketverkäufe bei Untergrund-Konzerten geben, da die Leute einfach nicht das Geld haben, zehn Konzerte im Monat zu besuchen.

Auch in Linz scheint die Situation nicht besser zu sein. Der Künstler und Veranstalter Flip erzählt uns, dass er dieses Jahr einige DJ-Gigs gehabt hätte, im Sommer einige Open-Airs mit Texta, die nun voraussichtlich wegfallen. Einige Mix-Projekte liegen rum, an denen er arbeitet und durch die er nun auch Einnahmen hätte. Im Mai wäre sein Instrumental-Album über das Münchner Label Beat Art Department erschienen, was nun aber auch keinen Sinn mehr ergäbe. „Da die Vinyl-Stores zuhaben und es so keinen Sinn macht, wenn wir die Platten nirgends reinstellen können. Da ändert sich im Release-Schedule auch alles. Jeder probiert seine Platten-Releases nach hinten zu verschieben“, sagt Flip.

Die radikalen Maßnahmen, die getroffen wurden, befürwortet Flip allerdings, auch wenn es für ihn und die KAPU schwierige Zeiten mit sich bringen könnte. Als Anlaufstelle und Hilfe kämen die AKM (Gesellschaft der Autoren, Komponisten und Musikverleger) und die austro mechana (Urheberrechtsverwertungsgesellschaft für mechanisch-musikalische Urheberrechte) infrage, da auch im Bereich der Einpersonenunternehmen Hilfe angeboten wird. „Ob das alles was bringt und hilft, kann ich nicht einschätzen und ich hoffe, dass es genügt. Die Bereitschaft ist ja da bei der Regierung, und vielleicht kommen wir mit einem blauen Auge davon“, kommentiert das Texta-Mitglied die aktuelle Situation. Er könne jetzt nur an alle Verbraucher, die Hörer und Hörerinnen appellieren, die Artists und vor allem die Local Artists zu unterstützen. „Nicht nur die Big Player, die eh schon vier Maseratis in der Garage stehen haben und die Tour-Einnahmen relativ easy verkraften können“, sagt er.

Doch nicht nur die Veranstalter haben zu kämpfen, auch die Musiker vollführen zurzeit einen Drahtseilakt.

Foto: Daniel Shaked

Svaba Ortak war gerade in Vorbereitungen zu seinem kommenden Album, als das Coronavirus in Österreich aufklatschte. Auch Musikvideos waren in Planung. Der Wiener Rapper erinnert sich noch genau an den Tag, an dem er realisiert hat, welche Ausmaße die Krise mit sich bringen wird. Es war der Geburtstag eines Freundes und der letzte Tag, an dem er seine Freunde gesehen hatte, bevor die De-facto-Ausgangsserre ausgerufen wurde. Sein Album wird nun gut zwei Monate später erscheinen, einige Shows wurden verschoben, aber nicht abgesagt. Dies sei zumindest positiv, meint er. Die Maßnahmen der Regierung teilte Svaba auf seinem Instagramaccount, um seine Reichweite zu nutzen. „Der Ernst der Lage ist jedem mittlerweile bewusst. Es ist kein Spiel mehr. Menschen sterben. Italien bricht jeden Tag den Rekord erneut – und Italien liegt nicht im fernen Osten, sondern unmittelbar neben uns. Das ist schockierend“, sagt er.

Für die Jahresplanung bedeute die Coronakrise jedenfalls eine Zeitverschiebung. „Die Folgen sind in meinem Fall nicht so dramatisch. Es hätte viel schlimmer kommen können, um ehrlich zu sein“, meint Svaba Ortak. Abschätzen könne man jedoch nichts, im Drei-Stunden-Takt würden neue Regelungen gesetzt. „Wir sprechen hier von einer Situation, die es so bei uns bis dato nicht gab. Wichtig ist auf jeden Fall, nicht gleich alles über Bord zu schmeißen – man muss der Sache mit einem Lächeln und einem klaren Kopf gegenübertreten“, appelliert er an die Bevölkerung.

Finanziell sei es natürlich auch für Svaba mies, aber nicht so tragisch, wie er selbst sagt. Die entgangenen Einnahmen von Liveshows mit mehr Releases zu kompensieren, wäre ein Beispiel, der Krise etwas zu entgegnen. Dennoch stelle er sich die Frage, wie man das ganze handhaben sollte. „Bringst du einfach etwas for Fun raus ohne Planung? Oder bringst du etwas gezielt mit gutem Marketing an den Mann?“, fragt er. In beiden Fällen müsse man sich der momentanen Situation anpassen und da würde es aufgrund von Homeoffice und fehlender Drehgenehmigungen schwierig. „Heutzutage wird Musik gehört und gesehen“, spricht Svaba die Wichtigkeit von Videos an.

Die Frage, welche Initiativen und Hilfe für Kunstschaffende in Österreich nach der Krise eingeführt werden sollen, stellt sich für Svaba zurzeit noch nicht. „Da ich sowieso dafür bin, dass alle mal auf Zero schalten, solange dieses Virus sein Unwesen treibt. Auch aus Respekt zu den älteren Risikogruppen. Danach sehen wir weiter“, sagt er und hofft, dass wir alle gut durch diese Zeit kommen und anschließend unsere geschäftlichen Dinge wieder ohne Probleme aufnehmen können. „Ich habe das Gefühl, dass dieser Moment auch bald kommen wird.

Auch Kreiml & Samurai sind, zumindest in ihrer Arbeit schwer, von der Pandemie betroffen.

Foto: Daniel Shaked

Von ihrer „Zruck in die Zua-kunft“-Tour, auf der die beiden Wiener Rapper gerade waren, konnten sie nur fünf von 13 Terminen wahrnehmen. „Außerdem schweben weitere schon fixierte Bookings für das weitere Jahr und die gesamte Festivalsaison in der Luft. Die Zusammenarbeit mit Produzenten und anderen Musikern ist unter solchen Umständen auch viel schwieriger, da der direkte Kontakt momentan quasi nicht möglich ist“, sagt Kreiml.

Eine Jahresplanung ist im Hause Kreiml & Samurai zurzeit schlichtweg nicht möglich, die möglichen Folgen sind – wie bei den meisten Menschen – fatal. Was genau auf sie zukommt, können und wollen sie zurzeit noch nicht abschätzen. „Mittlerweile sind Konzerte die wichtigste Einnahmequelle für fast alle Musiker geworden, weil weniger physische Tonträger gekauft werden und sehr viel gestreamt wird“, führt der Rapper weiter aus. In ihrem Fall sei Timing direkt nach dem Album-Release sehr ungünstig, da sie sowohl die Ticketeinnahmen, als auch die Möglichkeit, auf den Konzerten Tonträger zu verkaufen, verlieren würden. Laut Kreiml & Samurai brauche es jetzt auf jedenfalls finanzielle Unterstützung für die Branche, da vor allem kleinere Labels und Selbstständige jetzt schon ums Überleben kämpfen würden.

Bei Polifame herrscht auch im Berufsleben als Arzt Ausnahmezustand

Foto: Daniel Shaked

Gerade erst hat Polifame über The Message seine Comeback-Single premiert, schon steht die Promo-Maschine wieder. Die für Mitte April geplante Releaseparty hat er auch schon verschoben. Der Coronavirus trifft Polifame jedoch nicht nur aus künstlerischer Sicht, sondern auch aus beruflicher, denn der Rapper ist hauptberuflich Arzt in einem Wiener Krankenhaus. Auf künstlerische Ebene treffe ihn die Situation sogar weniger, da er die Musik quasi „nebenbei“ in seiner Freizeit mache. Aus ärztlicher Sicht ist die Lage schon um einiges brenzliger.

An der Klinik herrscht Ausnahmezustand und die Lage ändert sich fast täglich. Zum Schutz der Patienten und des Personals werden nur Patienten, die unbedingt versorgt werden müssen, ins Spital gelassen – dies funktioniert gut über eine eigens eingerichtete Triage“, erzählt Polifame von seinem Berufsalltag in der Klinik. Zurzeit laufe alles geregelt ab und Notfallpatienten können auch adäquat versorgt werden. „Ich hoffe, dass dies auch weiterhin so bleibt“, sagt er.

Die Maßnahmen der Regierung unterstützt Polifame, auch wenn dies einigen Menschen finanziell das Genick brechen könnte. „Aufgrund der hohen Infektiosität von CoViD-19 und des sehr unterschiedlichen Verlaufs, der auch asymptomatische Träger zu Vektoren – Personen, die das Virus auf andere übertragen – werden lässt, sind insbesondere die Absage von Veranstaltung, bei denen viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen, sicher notwendig und auch gerechtfertigt“, kommentiert er die erste Maßnahme der Regierung, die Veranstaltungen über 100 Personen verboten hatte. Die Ausgangsbeschränkungen und Versammlungsverbote seien zum jetzigen Zeitpunkt ebenfalls notwendig. „Ich bin aber der Meinung, dass es unbedingt möglich sein soll, nach draußen zu gehen, um Sport zu machen, spazieren zu gehen und den Kopf frei zu bekommen. Mit Personen, die im Haushalt leben, muss das möglich sein“, fügt er hinzu. So könne man verhindern, dass Akzeptanz gegenüber der Maßnahmen nicht in Aggression umschlägt.

Selbst ist er derzeit nur mit dem Rad unterwegs, wäscht sich gründlich die Hände, wenn er nach Hause kommt und trifft im Spital alle Sicherheitsvorkehrungen, um das Risiko für Patienten, Kollegen und ihn selbst zu minimieren. „Für die Psyche versuche ich, mich mit Positivem zu beschäftigen: Musik zu machen, zu lesen, zu schreiben, mit Freunden zu skypen, Sport zu machen und jedem Tag die Chance zu geben, mich positiv zu überraschen“, sagt er abschließend.

Mitarbeit: Sophie Krumböck, Julia Gschmeidler, Daniel Shaked, Simon Nowak, Florian Lichtenberger

Kategorien
Articles

Polifames Punchline-Comeback // Videopremiere

Polifame legt sich nicht gerne fest. „Es zieht mich schnell woanders hin“, sagt der Rapper, der Teil der Duzz-Down-San-Familie ist. Seit etwa zwölf Jahren wandert er durch die österreichische Musikszene und will sich nicht auf einem Genre ausruhen. Bevor er mit 16 angefangen hatte, Texte zu schreiben und Beats zu bauen, hat er bereits in mehreren Hardcorebands gespielt. Auch während seiner Rap-Karriere war er mit musikalisch vielfältigen Aktionen beschäftigt, wie zum Beispiel Sense of Searching – ein Noise-Industrial-Mundartprojekt – oder die EP „KOKO“, auf der er zusammen mit der Band KOKO mit elektronischem Sound experimentiert.

Doch so sehr ihn das Ausprobieren auch freut: „Irgendwann muss ich dann wieder rappen und fette Beats bauen. Es wieder auf einen Nenner bringen.“ Untätig wär Polifame in den vergangenen Jahren trotz Funkstille dennoch nicht. „Ich habe nie gar nichts produziert oder aufgehört zu schreiben. Es war in der letzten Zeit hauptsächlich ein Ausgleich zum Job und ein Ausleben von Kreativität ohne unbedingten Anspruch auf Veröffentlichung. Ich habe viele Dinge ausprobiert, neue Soundskizzen gebastelt, versucht, was anderes zu machen„, sagt er.

Auf einen Nenner bringt er es jetzt mit seiner neuen Single „Da Groschn foit“. Seit dem letzten Solo-Konzeptalbum „Tiefsee“ im Jahr 2012 hat Polifame nichts Eigenes mehr veröffentlicht. Nun, acht Jahre später, ist er zurück und wird nicht unbemerkt bleiben. „Da Groschn foit“ ist ein energetischer Track mit einem rhytmischen, bassigen Beat, der viel Platz für zwei Minuten Punchlines am Stück bietet. „Ich wollte als erste Nummer nach so langer Zeit ohne Release etwas, das den Hörer richtig flasht, raushauen. Und im besten Fall Hunger auf mehr macht.“ Den Beat hat er an einem Samstag produziert, schnell gemerkt, dass das fett werden könnte und zu schreiben begonnen. „Nachdem der erste Verse fertig war, bin ich dann spät, aber glücklich in die Nacht gestartet.“ Bei „Da Groschn foit“ war ihm schnell bewusst, dass es keine typische Single wird, sondern ein Beat und raptechnisches ‚aufn Tisch hauen‘. Bei Mirac im Studio sind dann noch Feinheiten am Flow verändert worden und manche Zeilen noch etwas ‚goschatter‘ geworden.

Die Single ist als Startschusstrack gedacht. Ein ordentliches Comeback, um seine kommende EP „Tukan“ anzukündigen, die am 24. April erscheinen wird. Tukan, weil das ein Pardiesvogel mit „der großen Goschn'“ ist. Im Gegensatz zu seinen vorherigen Releases erscheint die EP ausgereifter. „Natürlich wird auch viel experimentiert, aber das Grundgerüst, wenn man will die ‚Farbe‘ des Tracks, entsteht schon im Kopf – nicht wie es früher oft war, erst während des Prozesses„, sagt Polifame. Insgesamt sei alles etwas energetischer geworden als die letzten Releases. Mehr „in die Goschn“, wie der Rapper es selbst bezeichnet. Vor allem auf die anstehenden Konzerte mit DJ Chrisfader an den Decks, freut sich Polifame besonders. Die Releaseparty findet am 16. April im Wiener Chelsea statt.

Die Tukan-EP erscheint am 24. April über Duzz Down San als deren 100. Release
Kategorien
Shows & Concerts

Die 30 feschesten Rapper #3 @ Karlsplatz

Niko Havranek
Die 30 feschesten Rapper Part 2 im Fluc, by Niko Havranek

Schön war’s bei den ersten beiden Veranstaltungen unserer Konzept-Party im Wiener Fluc! Man beobachtete an diesem Abend eine ganz einzigartige, einerseits familiär vertraute und doch so offene Atmosphäre. Ob man vor der Bühne mit dem Kopf nickte oder auf der Bühne stand und mit all seinem Herzblut ins Mic rappte – das ist, was wir lieben. Und genau deswegen starten wir in die dritte Runde der feschesten Rapper – denn davon hat Österreich noch ganz viele zu bieten!

Dieses Mal wagen wir uns ins Freie, auf den legendären Wiener Karlsplatz, wo das Rap Against Festival zum – ebenso – dritten Mal stattfindet.  Am Samstag, den 30. April, nehmen wieder 30 Acts die Bühne des Red Bull Brandwagens ein, um ihre Geschichte, ihren Song, immer individuell und abwechslungsreich, zu erzählen.

Die 30 Rapper und Rapperinnen in alphabetischer Reihenfolge:

AliceD
Beloskoni
Big J
Camu
CANIS
Con
Fate One
Fellowsoph
Holy Moly
Huhnmensch & Böser Wolf
Jamin
Karäil & Ernst Palicek
Kravali
Legend Jerry
LP ONE
Mieze Medusa
Mike DM & AC BOULTON von CHAMELIONZ
Mirakle
Mostheadz
Mozaik
M.P.
N.I.K.O.
Phenomen
Polifame
siebzig prozent
Soia
Soulcat E-Phife feat. Lisa Marie
Spello
Sprachsex
The Unused Word

Hier geht’s zur Facebook-Veranstaltung.

 

Und so war die erste Ausgabe der 30 feschesten Rapper in der Fluc Wanne:

Unser Video zum ersten Rap Against vor zwei Jahren:

Kategorien
Austria News

Bunt in allen Facetten: Duzz Down San Compilation 2016 // Download

Duzz Down San

Mit Monotonie können die Herren und Damen von Duzz Down San nichts anfangen: Breit gefächert, vielfältig und bunt – mit diesen Worten lässt sich am besten die Musik des österreichischen Independent-Labels beschreiben. Dies zeigt auch der aktuelle Sampler, ein  wahres Sammelsurium all der unterschiedlichen musikalischen Zugänge des Labels: BoomBap der klassischen Schule kommt ebenso nicht zu kurz wie elektronische Klanglandschaften oder Ausflüge in orientalische Soundkulissen. War aber bei dem Künstler-Roster nicht anders zu erwarten. Zudem stehen Szenevertreter der Marke P.tah, Mirac, Mono:MassiveThe Unused WordB.Visible, Chrisfader, PolifameTrishes, Testa oder Restless Leg Syndrome für ein gewisses Qualitätslevel, das sich bei der inhaltlichen Gestaltung des Samplers widerspiegelt. Für Überraschungen ist ebenfalls gesorgt, wie etwa „Mutated Communications“ beweist: Mosch holte sich für diesen Track einen Featurepart vom kanadisch-amerikanischen Rapper und Mem-Verfechter Noah23. Und auch die Bonustracks versprechen Spannung: Neben einem hörenswerten Chrisfader-Remix der Ludacris/Field-Mob-Nummer „Ultimate Satisfaction“ schnappte sich Karäil Atmospheres „Kanye West“-Beat zur musikalischen Untermalung seines persönlichen Manifestes. Insgesamt eine sehr empfehlenswerte Vorstellung, die einem für einen frei wählbaren Preis geboten wird.

Zu „Jeff Koons“ von P.Tah und „Mit dem Kopf durch die Wand“ von Mirac wurden Videos gedreht:

Kategorien
Austria News

Polirac – Dennis (Video)

Polirac

Ein trauriges Lied über eine männliche Hanfpflanze von Polirac. Das klingt so schön, wie es im Endeffekt auch ist. „Der Track ist sehr satirisch zu betrachten und beinhaltet die Geschichte der männlichen Hanfpflanze Dennis, die transvestieren will, da sie bemerkt, dass ihre weiblichen Geschwister aufgrund ihres höheren THC-Gehaltes mehr geliebt werden“, erklärt Polifame die Ausgangslage. Nun gibt es auch ein Video dazu, für das sich Tina Kult zuständig zeigte. Großes Kino!

[iframe_loader width=“560″ height=“315″ src=“//www.youtube.com/embed/zxXsBKRW66A“ frameborder=“0″]

Die Nummer entstammt dem nicht minder unterhaltsamen Album „Kreuzwort„:

[iframe_loader scr=style=“border: 0; width: 400px; height: 472px;“ src=“http://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=4286095222/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/artwork=small/transparent=true/“ seamless><a href=“http://polirac.bandcamp.com/album/kreuzwort“>Kreuzwort by Polirac</a>“]

(thomki)

Kategorien
Austria News

Polirac – Bin Dafür Baut (Video)

polirac

„Aber es hat sicha a wos mit da Generation Maybe zu tun, also in meinem Freundeskreis merk is a, dass manche ned wissen, wo sie hin sollen, oder wie es weiter geht“, meinte Polifame im Interview mit The Message, als es um Aufbrüche und Neubeginne ging. Und von genau diesen wird auch in „Bin Dafür Baut“ berichtet. Mit dem Track präsentieren Polifame, Mirac und Chrisfader als Polirac ihre bereits dritte Videoauskopplung aus dem aktuellen Album „Kreuzwort„, gedreht wurde dafür am mittlerweile Rapvideo-affinen Donaukanal sowie im Linzer Cembrankeller.

(JG)

Kategorien
Interviews

Jackn woschn mit Polirac

„Meim Opa hot Woschtog a taugt, obwoi er glaubt hod, es is auf Englisch.“

Am 17.2.2014 war es soweit, Polirac haben ihre LP „Kreuzwort“ via Duzz Down San veröffentlicht. Im Zuge dessen hat die Message-Redaktion zum Interview gebeten, um das Rätsel zu lösen und zu klären, was Polirac ausmacht, und was die Hintergründe zum Album sind.

Text: Hemma Bergner
Fotos: Nedim Husicic

Seit rund acht Jahren sind  Polifame, Mirac und Chrisfader in der Szene erfolgreich aktiv. Die Diskographie der Interpreten reicht über Konzept-Alben, bis hin zu instrumentellen, experimentellen EPs, funkigen Beats, Tracks mit Tiefsinn oder hohem Spaßfaktor. Schließt man sich nun zusammen und lässt eine Formation wie POLIRAC entstehen, so kann nur ein passabler, kreativer und vielseitiger Output erfolgen – sprich: das Album „Kreuzwort“.

Die Vorlaufphase benötigte rund vier Jahre, doch die lange Zeitspanne hat es gebraucht, um die Qualität und Vielschichtigkeit des Albums aufzubauen. Die Texte wurden oft gemeinsam geschrieben, die Beats selbst produziert. Interessant werden die Tracks durch die gemeinsamen Arrangements und Dialoge, die miteinander geführt werden. Ein wechselseitiges Stimmungserlebnis zieht sich durch 17-Tracks: Humorvolle Lieder, wie „Woschtog“, „Dennis“ und „Jacken“,  oder ernst präsentierte Wortwelten à la „Bin dafür baut“ und „Insomnia“. Die positive Resonanz, die Polirac nach der Veröffentlichung erhalten hat, lässt sich unterstreichen. Die Vielfältigkeit, die „Kreuzwort“ bietet, eröffnet dem Publikum ein breites Spektrum an kreativen Dialekt-Tracks.

polirac

Im Vergleich zu euren Solo-Arbeiten geht Polirac in eine ganz eigene Richtung. Ihr habt gesagt, dass ihr kein konkretes Konzept-Album wollt, sondern Vielschichtigkeit präsentiert. Gibt es trotzdem eine gewisse Mentalität, die Polirac zusammenschließt?

Polifame: Ja, es war halt so, dass wir vor vier, fünf Jahren schon gewusst haben, dass wir gemeinsam etwas machen wollen, dass wir eine ganze Scheibe zusammen produzieren wollen. Durch das ist es a ned nach einem roten Faden gelaufen, sondern wir haben immer nebenbei geschaut, dass wir was machen. Da war zum Beispiel ein halbes Jahr, da haben wir fünf, oder sogar sieben Nummern vom Album gemacht – und dann waren wieder Pausen. Bei den früheren Sachen war es schon eher konzeptionell, das stimmt. Bei den Solo-Geschichten, bei „Tiefsee“ z.B. oder „Miracles“.

Mirac: Der rote Faden ergibt sich auch irgendwie dadurch, dass es beiden gefallen muss. Wir haben Tracks gehabt, die einer vorgeschlagen hat. Dann ist ein Vorschlag gekommen – magst nicht was drauf machen? Und wenn’s dem Anderen nicht getaugt hat, is hinausgeflogen. Das war quasi der Filter von unseren Geschmäckern. Was nicht weggefiltert worden ist, ist auf’s Album gekommen. Das war eben auch eine gute Qualitätskontrolle. Es ist a die Ehrlichkeit, die wichtig ist, wenn man an so einem großen Ding arbeitet.

Wenn man „Kreuzwort“ als „Best-of“ der letzten Jahre betrachtet – ist dann die letzte, sehr tiefgründige Nummer „Zweitplanet“ eine Rückschau auf das Album, oder auf euer Leben?

Mirac: Eigentlich war es nicht auf die Musik bezogen, sondern eher auf die Menschheit, die Entwicklung – global. Aber das ist natürlich offen gehalten, wie bei vielen von unseren Texten, dass man es halt selbst interpretieren kann als Hörer.

Polifame: Es hat natürlich auch gepasst, als letzte Nummer vom Album. Ma muas aba a sagen, dass es eine der ersten war, die geschrieben worden sind.

Mirac: Als Outro hat es eine gute Wirkung.

Der Stil der Beats ist vielschichtig und experimentell, ihr holt euch außerhalb der HipHop Sparte relativ viel Inspiration. Wo genau? Zum Beispiel die modernen, abgehackten, synth-lastigen Beats von „you“?

Polifame: Bei dem Album direkt– puh, das ist schwierig…

Mirac: I glaub, bei solchen Tracks mit so arge Synthesizer und Wobble Sachen war eher der Dubstep-Hype a großer Einfluss, der auch zu der Zeit war, wie wir den Track gemacht haben.

Polifame: Ja, das auf alle Fälle. Und die Humpel-Beats. Naja, die gibt’s halt natürlich schon lang, aber bei mir hat es erst vor circa zwei Jahren eingeschlagen. Da war die Zeit, wo nix mehr im Takt sein durfte – alles eben nur mehr sehr humpelig.

Mirac: Verspielt.

Polifame: Das ist jetzt schon wieder anders.

Mirac: J-Dilla Einfluss.

Polifame: Genau… Es gibt aber auch wieder die ganz anderen Sachen, die funkigen Tracks. Wo mich sicher die Zeit bei Yikedy Yak beeinflusst hat. Ich spiel ja auch Saxophon, da ist das auch immer dabei. Aber auch elektronische Geschichten oder Rockiges.

In den Tracks „Staubschicht“, „Bin dafür baut“ oder „Zweitplanet“ thematisiert ihr Aufbrüche, Bestimmungen, Neubeginn und Reinigung. Beschäftigt euch das Thema privat? Ist es Zeit für einen „Aufbruch“, oder ist es auch ein Zeichen der Zeit beziehungsweise unserer Generation?

Polifame: Ja schon, natürlich… Durch das, dass ich produktiv sein will, und doch sehr viel selbst mach und einen relativ hohen Output hab, ist es auch mal so, dass man quasi „owifoit“ für a Monat und fast nix weiterbringt. Und si denkt, was kann i machen, dass es wieder leichter geht und so weiter. Also i denk da schon drüber nach, was man machen kann, dass bestimmte Sachen wieder besser funktionieren. Obwohls oft afoch schon so ist, dass ma a Pause braucht von dem Ganzen. Man kann ned immer nur eini-arbeiten. Aber es hat sicha a wos mit da Generation Maybe zu tun, also in meinem Freundeskreis merk is a, dass Manche ned wissen, wo sie hin sollen, oder wie es weiter geht.

Mirac: Ja, sie haben kan Plan vom Leben. Und unser Musik soll ihnen helfen, um sich zu motivieren. Bei mir is a so, dass is oftmals schreib wenn i auf mi selbst angfressen bin – aus der Emotion ausser, dass i was tun muss, mich selbst aufraffen und was produzier. Durch die Musik kann ma ja eine gewisse Energie übermitteln. Ist oft unbewusst, aber es is auch a Intention von uns, Energie zu übermitteln.

Warum heißt das Album eigentlich „Kreuzwort“?

Mirac: DIE Frage…

Polifame: Oiso wir san im Beisl gsessn und dann …(lacht). Na, es war echt so – vielleicht kann man das auch sagen – wir haben nach einem Albumtitel gesucht, und es war eben so, dass wir nie DAS große Überthema gehabt haben. Und „Kreuzwort“ – quasi „Kreuzwort- Rätsel“, war ein Zusammenhang der ganzen verschiedenen Themengebiete.

Mirac: Kreuzwort: Es gibt Kreuzreime, die Wörter kreuzen sich und das Element, dass wir in einem Kreuzwort ganz unterschiedliche Thematiken zusammenkommen. Das war für uns dann irgendwie eine Art Stichwort.

Wie sieht das bisherige Feedback zum Album aus?

Mirac: Voi guad! Bis jetzt haben wir nur gutes Feedback bekommen. Und a irgendwie im größeren Rahmen haben es alle musikalisch sehr überzeugend gefunden. Also zum Beispiel GoTV is sehr down mit uns. Da sind ma in die Charts eingestiegen und das Video „Woschtog“ lauft. Und FM4 ist a von Anfang an überzeugt gewesen, da sind wir auch sehr dankbar für den Support. Und jetzt werden wir mal live spielen, und sehen wie die Crowd kommt.

Macht ihr weitere Videos?

Polifame: Ja, es kommen ganz fix einmal zwei Videos. Das nächste zum Lied „Jackn“, es wird recht lustig.

Die Release-Party findet heute, den 20.2.2014 im Chelsea Wien statt. Hier die persönliche Einladung von Polifame und Mirac:

[iframe_loader width=“560″ height=“315″ src=“//www.youtube.com/embed/0QTCSa-u42g“ frameborder=“0″]

Kategorien
Austria News

The Message-Premiere: POLIRAC – Woschtog

polirac

Als in den 30er Jahren der erste Waschsalon in den USA eröffnet wurde, konnte noch niemand ahnen, dass dieses blühende Geschäft eines mit Ablaufdatum sei. Als Stätte der Begegnung und des Austauschs stellte ein derartiger Salon seit jeher mehr als die bloße Reinigung von Wäschsestücken dar. Während der Waschgänge kann man tratschen wie ein „Waschweib“, die romantische Atmosphäre auskosten, die schon Inhalt einiger Filme und Werbespots wurde, oder sich an dem aufgelegten Stapel Zeitschriften bedienen. Man kann aber auch einfach mal eine Runde rappen und ein dabei ein Video drehen, wie POLIRAC es nun gemacht hat. POLIRAC, das sind die beiden Rapper sowie Produzenten Polifame und Mirac, komplettiert durch die Turntable-Fähigkeiten von DJ Chrisfader.

Für das Video zu „Woschtog“ wurde trotz des Besitzes einer hauseigenen Waschmaschine ein Salon aufgesucht, um sich in Wäschekörbe zu setzen und Kluppen aufs Cappy zu klammern. Wie man auf so eine Idee kommt? „Der Track ist entstanden, weil Polifame eine Session abgesagt hat, weil er Wäsche waschen musste.“ Inspiration aus dem Alltag par excellence. Musikalische Beschallung ist für den Waschsalon „Schnell & Sauber“ in der Westbahnstraße aber eigentlich nichts Neues: Dort finden regelmäßig Konzerte von österreichischen Musikern wie Anna F. oder Clara Blume statt.

Nach diversen Solo-Projekten und unterschiedlichen Band-Konstellationen wie Restless Leg Syndrome (Chrisfader) oder Yikedy Yak (Mirac & Polifame) haben die drei Musiker wieder zusammengefunden und an einer neuen Platte gearbeitet. „Kreuzwort“ erscheint am 17. Februar über Duzz Down San und stellt ein von Diversität strotzendes Konzeptalbum dar. „Wie bei einem Kreuzworträtsel werden verschiedenste Gebiete abgedeckt – verschiedene musikalische Stile sowie unterschiedliche Themen. Für uns ist das quasi ein Best of der letzten Jahre“, so Mirac. Bis auf einen Track, der von Feux produziert wurde, verstehen sich die Beats als Eigenkreationen, die Scratches stammen von DJ Chrisfader. Einen Ratehinweis gibt es noch anzumerken: Das von POLIRAC oft live gespielt und stets umjubelte „Dennis“, in dem es um den Werdegang einer männlichen Hanfpflanze geht, ist auch auf dem bald erscheinenden Tonträger zu finden.

Der Track ist auf Bandcamp bereits als Download verfügbar:

Die Releaseparty für alle Quiz-Freunde findet am Donnerstag, den 20. Februar im Chelsea statt, supportet wird POLIRAC dabei von Shawn The Savage Kid.

(JG)

 

Kategorien
Austria News

TM Exclusive: Polifame ft. The Unused Word – WIISF?


Jeden Donnerstag um 22 Uhr hält HipHop Einzug auf FM4. Im Rahmen von Tribe Vibes stellen heute Crack Ignaz und Lex Lugner ihre neue 12″ vor. Und DJ Chrisfader präsentiert das neueste Message Exclusive von Duzz Down San-Member Polifame, welches schon jetzt hier zum kostenlosen Download bereitsteht.

Dieser hat nämlich mit Label-Kollegin The Unused Word eine sehr flippige Nummer gebastelt, die wir euch nicht vorenthalten wollen. „Why is it so funky?“ kombiniert den souligen Gesang von The Unused Word, Cuts von DJ Chrisfader und Polifames Allround-Talent. Denn für den Song hat er Saxophon, Gitarre, Bass und Keys live eingespielt, einen funky Beat proudziert und darüber gerappt.

„Nach ‚Tiefsee“ war die Zeit wieder mal reif für positive Vibes und ausgelassene Stimmung“, meint der Musiker dazu und präsentiert über TheMessage den von sommerlichen Temperaturen inspirierten Track. Aber auch auf dem bald erscheinenden Album von Polirac wird es den einen oder anderen abgefunkten Track zu hören geben.

Gratis Download

(JG)

Kategorien
Reviews

Yikedy Yak – Besser ois a Sta am Schädl

Kategorien
Interviews

"Polifame ist dann das Zentrum, wo alles zusammenkommt" – Interview + TM Exclusive

Polifame ist Musiker durch und durch. Der Oberösterreicher baut Beats, schreibt Texte und ist nebenbei auch noch instrumetal befähigt. Neben seinen Solo-Projekten spielt er zudem außerhalb des HipHop Genres noch in einigen Bands wie „Sense of Searching“ oder „Yikedy Yak„, mit welcher er am 8. März im Rahmen der Duzz Down San Triple Release Party das neue Album präsentieren wird. In dem ausführlichen Interview spricht der Musiker über seine kreative Entwicklungsgeschichte, die Nähe zum Duzz Down San-Label, seine schier unendlichen musikalischen Ideen und Einflüsse und über die  Stagnation im österreichischen HipHop.