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Rap Reviews

Lance bleibt ein Loner // Review

Eineinhalb lange Jahre ist es her, dass wir zuletzt musikalischen Output von Lance Butters bekommen haben. „Angst„, damals noch veröffentlicht unter Four Music, erschien am 12. Oktober 2018. Knappe 560 Tage später sorgte Lance für eine Überraschung. Ohne jegliche Vorankündigung brachte er am am 20. April den Song „Therapie“ und gleich am Tag später die komplette „Loner“-EP.

Die EP umfasst fünf Songs, alle produziert von Kidney Paradise. Der Sound ist wie gewohnt von dystopischen und dunklen Beats geprägt, auch textlich ist die EP nicht sonderlich heiter – sondern erscheint, wie von Lance gewöhnt, in düsterer und schwarzmalerischer Manier. Auch diesmal hält Lance seine Texte anspruchsvoll, sozialkritisch sowie mit einer Prise Weltschmerz und -hass erfüllt.

„Wenn ‚Blaow‘ die Wohnung und ‚Angst‘ der Keller waren, dann ist ‚Loner‘ eine EP über den Charakter, der in diesen Räumen wohnt.“

Lance Butters

Der Song „Riot“ leitet die EP ein. Er kritisiert Gesellschaft und Kirche und zeigt uns die Welt aus einem sehr beklagenswerten Blickwinkel. Das passiert auf einen sehr schweren und mechanischen Beat, welcher automatisch zum Kopfnicken motiviert. In der Hook ergänzen rockigen Riffs. Ähnlich wie Disarstar, ist Lance in diesem Track davon überzeugt, dass nicht jeder Mensch das Glück hat, zu erreichen was er will. 

„Erspart mir eure Lebensweisheiten – als würd ne Generation grad nicht dran verzweifeln, predigt ihr den Kids, man kann alles erreichen!
Man! Sagt das nem Jungen, dessen Kindheit gebumst wurd, von Dingen, für die er bis heut noch nen Grund sucht!
Sagt ihm, er muss nur dran glauben, dass es wahr wird! Schließt seine Augen, macht sie auf und – sieht gar nichts! Nada, liegt in der DNA, Mann!“

Kritisiert wird allerdings nicht nur die Gesellschaft. Wer Lance Butters auf Instagram verfolgt und den Song „Free“ gehört hat, weiß, dass er mit seinem Major-Deal gefrustet war und sich vor allem an den Strukturen gestoßen hat.

„Belog mich selbst, belog die Partner, die Zeit investierten, obwohl alles gesagt war.
Scheiß Vertrag, Mann, irgendwann ich am Arsch dran!
Irgendwann komm ich zu Geld, zahl alle aus!
Dann bin ich raus! Free Lance Butters!“

Lance Butters – Free

Knapp zwei Jahre später ist die Angelegenheit zu einer anderen geworden. Mit dem Song „Geld“ schießt er um sich, gegen die kapitalistische Gesellschaft, gegen sein altes Label. Zudem gewährt er uns finstere Einblicke in seine Kindheit. Auch hier fällt der Beat düster und futuristisch aus.

„Denn dieses mal bekommt nicht die scheiß Sony all mein Geld!
Vertrag beendet, ich kann die Scheine quasi schon riechen!“

Das Herzstück der EP ist der Titeltrack „Loner“. Das dazugehörige Musikvideo kann einem einen Grinser und Unbehagen zugleich abverlangen. Textlich geht es auch diesmal düster zu, Lance glorifiziert Weed und zeigt sich deprimiert. Er spielt mit der Sucht und fragt, ob es sich überhaupt darum handelt. Mit Fremden möchte er noch immer nicht connecten, lieber hält er seinen Kreis klein und bleibt alleine. Die Ausnahme ist der Beat, der recht seicht ist und wie verzaubert wirkt.

„Behalte dein Endorsement, fick dich und deine Co-Worker!
Ihr braucht mich nicht zu supporten, seit Tag eins mit den Gleichen, und alle immer da, wenn es heiß wird!
Der Kreis bleibt klein, ist kein Shit-Talk!“

Natürlich rechnet Lance auch mit der Deutschrapszene ab, Features gibt es im Hause Butters schon lange nicht mehr. Kein Wunder, wenn man sich den Song „Tot“ anhört. Lance knöpft sich damit die gegenwärtige Szene vor.
Seine Bestandsaufnahme lässt nicht viel positives erblicken. Lance kann diese „scheiß Szene einfach nichts bieten“, wie der Track klarmacht.

„Mann, echt nicht, ich wünsch‘ euch die Pest, Mann, yeah!
Egal was ich auf ‚Angst‘ vielleicht preisgab – Ich fick‘ jeden von euch, ganz einfach!
Brauch‘ den Fakt nicht in Lines zu verstecken. Ich allein jag‘ mir Angst ein, ist die Message.
Mich fickt diese Szene, doch sie gibt nicht gu, sondern klaut nur meine Zeit, als wär sie Diebesgut! Keiner von ihnen hat Anspruch, aber Hauptsache die Tanz-Moves, ne!
Die haben keine Qualität, die sind nur fleißig, doch so generiert man heute halt ’n yeah! Penetriere die Gefolgschaft mit Vollgas, und stopf’s ihnen rein, bis sie die Schnauze voll haben!“

Fazit: Wer sich eine sprunghafte Weiterentwicklung von Lance gewünscht hat, dürfte hier enttäuscht werden. Generell kommt es einem so vor, als würde Lance quasi dieselben Dinge sagen, die er schon 2012 gesagt hat, nur dass dabei mittlerweile eine sachlichere Betrachtung der Gesellschaft mitschwingt. Für Fans, und Liebhaber dieser Art sollte das allerdings kein Problem darstellen, sie zeigen sich bestimmt erfreut über die Überraschungs-EP. Generell klingt „Loner“ nach einem Werk, das ein zutiefst unglückliches und pessimistisches Individuum geschrieben hat. Das, was Lance eben ausmacht. Soundtechnisch sind die Tracks auf hohem Niveau, auch hinsichtlich Reimtechnik und Wortwahl bleiben keine Wünsche offen.

3 von 5 Ananas
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Reviews Shows & Concerts

Spürbare Angst // Lance Butters live

Heute gibt es keinen Voract in der Grellen Forelle. Ohne auf der Bühne zu stehen, performt Lance Butters den Anfang des Tracks „Angst“ von seinem neuen Album. Nach einem abrupten Abbruch folgt „Wake Up Fucked Up“, ein Track mit hartem Beat, harten Lines. Lance Butters hat mittlerweile in den Jahren seiner Karriere seine Maske umgetauscht; sie ist nun weiß, dezent, neutral, unauffällig. Die Grelle Forelle ist gefüllt, die Fans feiern sowohl die alten Tracks, als auch die neuen Sachen. Wenn man sich jedoch Lance Butters neues Album „Angst“ angehört hat, dann erwartet man vielleicht etwas anderes, als einem heute an diesem Abend in Wien geboten wird.

Fotos: David Lindengrün

 

„Ich bin bisschen krank, deswegen liegt es an euch, ob ich Power gebe oder nicht. Die Tickets sind bezahlt, ne?“

Auf „Angst“ zeigt sich Lance nämlich von seiner persönlichen, eher privaten Seite auch von seiner verletzlichen. Er erzählt von Selbstzweifel, Selbsthass, Angst vor sich selbst, seiner Vergangenheit. Es sind äußerst persönliche, private Eindrücke, die Lance Butters auf seinem Album preisgibt. Er berichtet von seinem Plan, sich schon bald im Wald sein eigenes Grab schaufeln zu wollen. Klar, hier gilt es natürlich wieder die künstlerische Freiheit und das lyrische Ich nicht mit Lance Butters als private Person zu verwechseln, aber es ist ein bisschen hart, an einem Mittwochabend folgende Zeilen zu hören: „Schon bald, da geh‘ ich in den Wald / Ich und meine Schaufel, wir geh’n in den Wald / Schaufel‘ mir mein Grab selbst und springe rein / Ich und meine Schaufel“. Solche Gedanken und alles, was noch dazugehört, sind erst zu nehmen und so tut es irgendwie weh, dass Lance solch einen Song über eigene Suizidgedanken kommentarlos performt.

Und auch sonst scheint Lance kein Fan von großen Worten zu sein. Ein Track folgt nach dem anderen, meist ohne Ansage, ohne Kommentar. Ein bisschen wirkt es so, als wäre Lance selbst in einem Dilemma gefangen: Während er früher locker und easy über Frauen, Drogen, Groupies und Sex rappen konnte, spiegelt sein neues Album private und persönliche Gedanken wider, die nicht so ganz zu diesem Image passen. Anstatt den thematischen Wechsel zu erklären, lässt er lieber die Songs für sich sprechen.

„Wien, lasst euch keinen Scheiß erzählen, Graffiti zahlt die Miete nicht. Nur Geld zahlt die Miete.“

Nichtsdestotrotz funktioniert genau dieses Showkonzept auch irgendwie, denn jeder hier kennt die Klassiker, jeder rappt mit, jeder nimmt die Hände hoch. Denn Lance wird genau für diese Härte gefeiert, welche seine früheren Songs textlich innehaben. Zwischen den Songs ertönen Stimmen aus dem Off: „Hast du dich mal gefragt, warum keiner mehr kommt? Du hast doch ein Handy, nutz es“. Auch wenn die Mischung aus persönlichen Tracks mit älteren, härteren Songs auf den ersten Blick nicht zu funktionieren scheint, trägt dennoch das gesamte Repertoire diese typische, leicht hasserfüllte, authentische Lance-Note.

„Ich muss gucken, wohin mit der Energie. Wir könnten joggen gehen zum Beispiel.“

Fazit: Lance Butters hat sich in den vergangenen Jahren weiterentwickelt, seine Songs sind nun tiefgründiger, persönlicher, seine Maske neutraler, unauffälliger. Dass er von dieser Entwicklung relativ wenig bei seiner Liveshow zeigt, ist schade. Klar, die alten Tracks kennen alle, sind leicht verdaulich und geeignet zum Mitsingen, aber auch Songs wie „Keller“ konnte sich eindeutig live beweisen. Die Performance an diesem Abend in der Grellen Forelle war keinesfalls eine schlechte, Lance kann so oder so mit seinen Songs überzeugen. Dennoch fehlt es irgendwie an dem persönlichen Etwas, an Interaktion mit dem Publikum. Musikalisch schwächelt Lance definitiv nicht, eher persönlich. Aber genau darum geht es ja irgendwie auch auf „Angst“, oder wie es die Stimme aus dem Off sagt: „Eine Isolation würde dir guttun“. Und genau hier schließt sich dann auch wieder der Kreis und irgendwie macht alles im Endeffekt genau so auch Sinn.

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News

Die Welle flutet die Grelle Forelle // Ahzumjot und Lance Butters Live

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Ahzumjot (links) und Lance Butters im Nebeldickicht. Fotos: Moritz Nachtschatt

Nachdem Lance Butters und Ahzumjot Anfang Oktober ihre gemeinsame EP namens „Die Welle“ veröffentlicht haben, ist das ungleiche Duo nun auch auf Tour. Nach ein paar Auftritten innerhalb Deutschlands führt ihr Weg über die Schweiz nun auch nach Österreich, unter anderem nach Wien in die Grelle Forelle. Ein weiter Weg mit einer schwierigen Aufgabe, denn zwei Fanbases warten auf ihre musikalische Befriedigung während einer einzigen Show.

Die Forelle ist am Sonntagabend nicht ausverkauft. Kein Wunder, denn die Wiener Jugend hat ein durchfeiertes Wochenende hinter sich und steht vor dem Start in eine neue Woche. Zur Primetime geht es dann ohne Aufwärmen durch einen Support-Act direkt los. Ausgangspunkt hierfür ist der Introtrack „Many Men von 50“ aus der bereits erwähnten EP. Sichtlich begeistert von der Präsenz der beiden Künstler, steigt das Publikum auf Anhieb ein partizipiert fleißig. Weiter geht’s mit ein bisschen Szenekritik in Form von „Respekt“, sowie „Raw“ und „Deal With It“ aus dem letzten Lance-Release „Blaow“. „Wir haben aber auch Evergreens und Klassiker für euch„, kündigt Ahzumjot den weiteren Verlauf des Abends an.

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Stets wechseln sich die beiden mit der Performance ihrer Tracks ab und schaffen es dadurch, das Publikum an der Stange zu halten. Ahzumjot mimt den guten, braven Rapper, Lance bezeichnet sich selbst als der „Böse“ und „Assige“. Bevor dieser also zum Zug kommt, überwiegt bei Ahzumjot die „melodiöseren Rhythmen“ wie bei „Atmen“, „Minus“ oder „Schwör’s mir“. Der Aufforderung aus dem Publikum, zu freestylen, kommt er allerdings nicht nach. „Ich bin der schlechteste Freestyler der Welt„, sagt er verschmitzt, um dann noch zu offenbaren, dass es so geil sei, mit Lance auf Tour zu sein – „beste Leben“!

Während hier und da Zigaretten und Joints auf Anraten der Künstler in der Crowd gezündet werden, haben die zwei ein sichtliches Problem mit einer anderen Art Rauch, da die zügellose Betätigung der Nebelmaschine ihre Sicht trübt. Sowohl Stimmung, als auch Temperatur im Publikum steigen stetig, während die Zahl der unbenutzten Handtücher für die Künstler gegen null sinkt. Pausenstop, Wasserverteilung. Sonst schwitze sich Lance „den Arsch ab“.

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Begleitet werden die starken Tracks von eher schwachen Ansagen, wie Lance eingesteht. „Ich bin nicht so gut im Ansagenmachen. Wann war ich letztes Jahr da? Ich bin ein bisschen verpeilt. Wir sind halt Kiffer“, bemerkt der Maskenmann trocken. Zudem erzählt er, dass Ahzumjot ihn als „grobmotorischen Ficker“ betitele und im Zuge dessen wird auch die Gangart durch einer Anreihung der besten Butters-Stücke konstant härter. Es werden ältere Songs gespielt, so auch „Futureshit“. Anstatt der klassischen vier Elemente gibt es die Neuinterpretation à la Butters mit „Geld, Drogen, Nutten und Sex“.

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Ein wenig Variation brachte der Kurzauftritt von Chris Miles, der den Rest der Show hinter dem Plattenspieler verbrachte. Es wird „Wie gewohnt“ und der Hamburger, der ebenfalls im VBT tätig war, liefert seinen Part vor den Turntables. Ein friedliches Konzert bis hierhin, in dem auch niemand gedisst wurde, resümiert Ahzumjot. „Fuck Danju ruft Miles daraufhin aus dem Off ein. Auf die Kifferhymnen („Dunkelrote Augen“ / „Weisser Rauch“) des Friedrichhafeners, gibt es auch noch was für die Gang von Ahzumjot in Form von „Mein Bruh“.

Auch um ein Einbinden des Publikums ist das Duo bemüht und so gibt es durchaus positive Resonanz auf die zusammenhangslose Frage, wer „das Interview von Raf Camora mit TV Strassensound gesehen“ hätte. Darauf folgt eine kurze Filmeinlage, als Ahzumjot mehrfach versucht, ein Snapchatvideo unter Regie von Lance von der begeisterten Crowd zu drehen. Das Ergebnis ist noch bis heute Abend um 22 Uhr in Ahzumjots Snapchat-Story (ahzumjxt) zu begutachten.

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Das Ende des Konzertes führt erneut zum Ausgangspunkt, nämlich zur gemeinsamen EP zurück. Vorletzter Song ist „Ok Krass Schade“, als Zugabe gibt es dann natürlich den Titelsong „Die Welle“, der mit einem Pogokreis vonseiten des Publikums geehrt wurde. Kurz nach 22 Uhr ist die Show beendet, Ahzumjot und Lance Butters bedanken sich nach einer energiegeladenen Show beim Publikum, das für Ahzumjot „die beste bisher“ gewesen sei.

Fazit: Knapp zwei Stunden feuerten Lance Butters und Ahzumjot jeden Banger raus, der in den engeren Kreis des gemeinsamen Klangbilds passte und schafften es somit, das Publikum zufrieden nach Hause zu schicken. „Wien, ihr seid unfassbar!„, ruft Ahzumjot sichtlich begeistert der Crowd entgegen.

Ein kleiner Blick in die Vergangenheit gefällig?

Wir trafen uns bereits vor drei Jahren zum Interview mit Lance, was ihr hier nachlesen könnt. Unser Interview von 2014 mit Ahzumjot findet ihr hier. Und die Review zur aktuellen gemeinsamen EP der beiden findet ihr übrigens hier.

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Mixes

The Message Mixtape #12 “La Bomba“ (Special Guest: Jugo Ürdens)

Wir beschäftigen uns ja doch recht viel mit Musik bei The Message. Deswegen haben wir uns überlegt, gelegentlich ein digitales Mixtape für euch zu erstellen. Einige Redaktionsmitglieder tragen mit zwei Songs dazu bei, dass das Tape ein ordentliches Brett mit ganz unterschiedlichen Perlen wird. Warum wir die Tracks so wavy finden, begründen wir mit ein, zwei Sätzen.

SPECIAL GUEST: Jugo Ürdens

jugo ürdens
(c) Echtfleisch

Der gebürtige Mazedonier Jugo Ürdens hat sich heuer mit der „Ajde„-EP zum ersten Mal solo auf der Bildfläche blicken lassen. Davor noch mit der Crew Sprachsex unterwegs, kann er nur nach einigen Monaten schon über 20.000 YouTube-Aufrufe verzeichnen, wurde von FM4 und der Heute interviewt und erfreut sich mehr Medien-Coverage als man den Likes seiner Facebook-Seite entnehmen kann. Seine „Diesdas“-EP ist schon in der Mache.

THE MESSAGE MIXTAPE #12 – „LA BOMBA“

mixtape la bomba jugo ürdens
Artwork by Marlene Rosenthal

Tracklist:

1. Jugo Ürdens – Lass dich fallen (prod. jue)
2. Princess Nokia – Tomboy
3. Ahzumjot & Lance Butters – Respekt (prod. Ahzumjot)
4. Young Krillin & Aloof: Slangin – Skwad ft. Pif Paf (prod. Wandl)
5. T9 – Tiff (prod. Torky Tork)
6. $uicideboy$ – My Flaws Burn Through My Skin Like Demonic Flames From Hell
7. Nirvana – Something In The Way
8. Danny Brown – Pneumonia (prod. Evian Christ)
9. Blue Sky Black Death – III
10. Bo$$ – Deeper
11. Gang Starr – Battle (prod. DJ Premier)
12. Army Of Pharaohs – Seven (Ill Bill & Sicknature)
13. Wolfgang Ambros – Du schwarzer Afghane
14. Harrison Brome – Fill Your Brains
15. Mista Meta – M.E.T.A.
16. Isaiah Rashad – 4r Da Squaw (prod. FrancisGotHeat)
17. Lady Wray  – Do It Again
18. Semi Hendrix – Breakfast at Banksy’s
19. Mac Miller – Planet God Damn ft. Njomza
20. Isaiah Rashad – Park (prod. Park Ave & D. Sanders)
21. Nimo – Bitter (prod. Jimmy Torrio)
22. Azet, Zuna & Nash – Kartell (prod. DJ A-BOOM)
23. Noname – Diddy Bop (ft. Raury & Cam O’bi)
24. Solange – Don’t Touch My Hair
25. $uicideboy$ – O PANA
26. Kamikazes – Grandhotel Abgrund

Jugo Ürdens

1. Jugo Ürdens – Lass dich fallen (pord. jue)
Entspringt einer wahren Geschichte. Es handelt von der Nacht, als ich meine damalige Freundin zum ersten Mal in den Arsch gef*ckt habe. Es war sehr schön und tatsächlich sehr romantisch.  Olivenöl

2. Princess Nokia – Tomboy
Ich höre diesen Song ununterbrochen! „my lil titties and my fat belly“ !!! Und diese Motorradsounds im Beat, Wahnsinn! Den Song hat mir ein sehr schriller Stylist gezeigt s/o an Fabian Leinweber.

Simon Huber

3. Ahzumjot & Lance Butters – Respekt (prod. Ahzumjot)
Bis dato hat mich das musikalische Schaffen beider Protagonisten vergleichsweise wenig interessiert, die EP habe ich mir aber mehr oder weniger zufällig für eine längere Zugfahrt runtergeladen. Dementsprechend ging ich mit keinen Erwartungen an das Projekt, wurde jedoch vollends überzeugt. Authentische Szene- und Medienkritik gepaart mit unglaublichen Rapskills, für mich eines der Releases des Jahres.

4. Young Krillin & Aloof: Slangin – Skwad ft. Pif Paf (prod. Wandl)
Salamanderschnops“ tritt in eine ähnliche Kerbe – anfänglich nur mäßig vorhandenes Interesse führte zu stundenlangem Hören zu jeder Tages- und Nachtzeit. Zu viele starke Tracks drauf, most underrated ist vermutlich „Skwad“ mit Pif Paf, der mich jedes Mal wieder abholt und drölfzig mal auf Repeat läuft, wenn man morgens zu unchristlichen Uhrzeiten irgendwelche unchristlichen Sachen zu erledigen hat.

Wanja Bierbaum

5. T9 – Tiff (prod. Torky Tork)
T9 haben viel zu lange an mir vorbei Musik gemacht, bzw. ich habe an ihnen vorbeigehört. Das hat jetzt ein Ende. Die Albencovers sind auch ganz groß!

6. $uicideboy$ – My Flaws Burn Through My Skin Like Demonic Flames From Hell
Ich bin in etwa 2014 auf die Boys aufmerksam geworden und schon damals haben die beiden ausnahmslos geilen Scheiß releast – und das laufend. Man sieht, dass sich ihre Mühen bezahlt machen, denn nach einer enormen Anzahl an EPs und Alben werden die $uicideboy$ endlich für ihren sicken Sound auf Händen getragen und haben sogar ihren Mentor Pouya an Bekanntheit überholt.
Thomas Kiebl

7. Nirvana – Something In The Way
„Smells Like Teen Spirit“ wurde vor wenigen Wochen 25 Jahre alt. „Hello, hello, hello, how low“ will man da nur sagen. Mein Lieblingstrack von Nirvana ist trotzdem „Something in the Way“, stimmungstechnisch sehr passend zur Jahreszeit. Und um den Bogen zur Gegenwart zu spannen: Die neuen Alben von Nicolas Jaar („Sirens“), Oathbreaker („Rheia“) und True Widow („Avvolgere“) sind äußerst empfehlenswerte Herbstalben. Aber muss jeder selber wissen.

8. Danny Brown – Pneumonia
Falls Schatzi Kendrick Lamar (Untitled Unmastered zählt nicht) dieses Jahr nichts mehr veröffentlicht, geht die Krone fürs Rapalbum des Jahres wohl nach Detroit (die Konkurrenz war dieses Jahr bislang auch sehr überschaubar). „Atrocity Exhibition“ mit Joy-Division-Referenz im Albumtitel ist schlichtweg eine Oase in einer Wüste aus Belanglosigkeiten. Wegen der formidablen Nine-Inch-Nails-Vibes wollte ich eigentlich den Opener „Downward Spiral“ auswählen, entschied mich dann aber doch für „Pneumonia“. Weil Evian Christ einfach einen verdammt guten Job macht. Und weil Danny Brown so schöne Sachen wie Balmain und Rick Owens erwähnt.

Simon Nowak

9. Blue Sky Black Death – III
Seit einigen Jahren überzeugen Young God und 88Ultra als Blue Sky Black Death mit atmosphärischen, ziemlich verträumten Instrumentals. Nach dem 2013 erschienenen Album „Glaciers“ wurde es allerdings ruhig um das Produzentenduo. Die beiden widmen sich derzeit besonders eigenen Projekten, auf die ich leider erst vor ein paar Tagen gestoßen bin. Zum Frustabbau höre ich jetzt noch einmal die älteren BSBD-Releases durch – aktuell die brilliante Nummer „III“ von „Glaciers“.

10. Bo$$ – Deeper
Vor Kurzem habe ich über eine Youtube-Playlist mit Bo$$ eine irrsinnig raue, grantige Rapperin entdeckt. Die Tracks ihres einzigen Albums „Born Gangstaz“, das 1993 erschienen ist, überzeugen mit extrem harten Bars. Auf „Deeper“ kotzt sich die Detroiterin über persönliche Probleme aus und offenbart für den Umgang damit eher suboptimale Strategien. Straight Fire!

Moritz Nachtschatt

11. Gang Starr – Battle
Samples sind meistens nicht sehr erfolgreich und meiner Meinung nach noch seltener besser als das Original, „Battle“ ist hier definitiv eine Ausnahme. Das Sample von Elmer Bernsteins „Riot at Tyburn“ wurde sofort zum Hit und ist es in meinen Augen bis heute. Da dürfen auch die Lyrics etwas arrogant sein.

12. Army Of Pharaohs – Seven
Der Track stammt nicht mehr von der Original-Besetzung, sondern von einer komplett neu besetzten Gruppe, die lediglich den Namen beibehalten hat. Die Crew besteht bis heute hauptsächlich aus verschiedenen Underground-Gruppen und konnte so zum Glück den Stil aus den Gründungstagen beibehalten.

Julia Gschmeidler

13. Wolfgang Ambros – Du schwarzer Afghane
Der politisch wahrscheinlich nicht ganz korrekte Begriff für vieler Menschen Lieblingskraut wird von einem jungen Ambros auf eine derart schräge und mit Wortwitz verpackte Art besungen, dass man direkt ins morbide und Heroin-geschwängerte Wien der 70er-Jahre zurückversetzt werden möchte. Kein Wunder, dass Michael Ostrowski für die Vollendung von Michael Glawoggers „Sex, Drugs & Rock’n’Roll“-Trilogie, „Hotel Rock’n’Roll“, diesen Klassiker auf den Soundtrack gepackt hat. Überhaupt ein starker Soundtrack, auf dem unter anderem der Wiener Avant-HiphHop-Electronic-Musiker Koenig mit mehreren Songs vertrten ist. Hörenswert!

14. Harrison Brome – Fill Your Brains
Das veröffentlichte Material des 20-jährigen Kanadiers kann man an zwei Händen abzählen. Umso erstaunlicher, dass jeder einzelne Track davon ein Hit ist. Mehr braucht man dazu auch gar nicht zu sagen, lieber die EP sprechen lassen.

Heinrich Matis

15. Mista Meta – M.E.T.A.
CHB  eine Squad zum Verlieben. Mista Meta aus Westberlin legt sich ins Zeug auf den Beat des Non Phixion Klassikers „Four W’s“, der bald auch schon 20 Jahre alt ist. Liebe deutsche Rapper, man kann sich dem jungen Herrn nur anschließen eure Mütter wären froh, würdet ihr endlich (so et-) was machen.

16. Isaiah Rashad – 4r Da Squaw (prod. FrancisGotHeat)
Isaiah Rashad zeigt, dass man als Rapper von der Westküste nicht dazu verpflichtet ist, mit dicken Klunkern und Luxuskarrossen aufzuwarten. Zaywop bleibt in der Realität, während er in Sandalen am Pier entlangschlendert you ain’t nothing but a baby, your fear is growing up.

Daniel Shaked

17. Lady Wray – Do It Again
Don’t call it a comeback oder so ähnlich könnte man ihre Karriere nennen. Die eine Stimme des Lady-Duos geht auf Big Crown Records nun Solo-Wege und das mit Bravour! Ein weiteres Release auf dem neuen New Yorker Label, hinter dem El Michels und Danny Akalepse stehen. Und diese stehen eben für reine Qualität und keinen Bullshit.

18. Semi Hendrix – Breakfast at Banksy’s 
Audrey Hepburns Moon River trifft auf auf Funk und Wortwitz. Alleine der Titel gehört prämiert. Diese Kollabo von Ras Kass mit dem Grammy-nomminierten Produzenten Jack Splash auf Mello Music besticht nicht nur durch funky Samples und die souligen Vocals von Spalsh, sondern smarten, sozialkritischen Raps des kalifornischen Rap-Urgesteins. Leider erhielt das Release viel zu wenig Aufmerksamkeit.

Jérémie Machto 

19. Mac Miller – Planet God Damn ft. Njomza
Kaum ein Album habe ich die vergangenen Wochen so viel gehört wie „The Divine Feminine“ von Mac Miller. Der wohl beste Track daraus ist „Planet God Gamn“: Die zweite Strophe ist die beste des Albums und Njomzas Stimme ist einfach nur atemberaubend!

20. Isaiah Rashad – Park (prod. Park Ave & D. Sanders)
Auch die neue Platte von Isaiah Rashad lief bei mir auf Dauerschleife. Bei den großteils nachdenklichen und ruhigen Tracks sorgt „Park“ für gelungene Abwechslung und dieser Beeeeaaat … vor allem der Drop bei 1:55 absoluter Turn-up!

Helen Aksakalli

21. Nimo – Bitter (prod. Jimmy Torrio)
„Deux deux neuf ma ville“ Dass Nimo einer meiner Favoriten ist, weiß mittlerweile die halbe Welt und am meisten leidet edhardygirl14 unter meinen Fangirl-Aktionen. Auch nach dem „Ja man habebeeee“-Tourdate für Wien wird das Mixtape noch einmal durchgepumpt.

22. Azet, Zuna & Nash – Kartell (prod. DJ A-BOOM)
„KMN ist die Gang, choya“ – Zuna, Nash und Azet konnten mich mit ihrer bisherigen Arbeit nur begeistern und mit dem Freetrack „Kartell“ schaffen sie es sogar, Fetty Wap am Morgen zu ersetzen – der beste Wecker-Sound aller Zeiten.

Marlene Rosenthal

23. Noname – Diddy Bop (ft. Raury & Cam O’bi)
Nonames erstes eigenes Mixtape „Telefone“ hat mir gänzlich den Spätsommer versüßt. Mysteriös blieb, wie man als Newcomerin aus dem Nichts so eine solide Scheibe raushauen kann  vor Kurzem habe ich dann aber endlich mal gegoogelt und herausgefunden, dass sich hinter Noname ehemals No Name Gypsy verbirgt, die schon von Mick Jenkins und Chance the Rapper gefeatured wurde. Auf Twitter hat sie ihre Namensüberholung erklärt: „When I first decided what my stage name would be I was unaware of how racially inappropriate and offensive it was to Romani people.“ Das nenne ich mal einen anständigen Neuanfang.

24. Solange – Don’t Touch My Hair
Mit ihrem Ohrwurm „Losing You“ und dem dazugehörigen Video hat mich Solange erstmals als ernstzunehmende Solokünsterlin überzeugt. Das war allerdings 2013. Jetzt hat sie endlich mit ihrem neuen Album „A Seat at the Table“ nachgelegt und wieder bewiesen, dass sie sich kein Stück hinter ihrer berühmten älteren Schwester verstecken muss. Bitte auch das Video zu „Cranes“ anschauen, sehr viel schöner kann ein Musikvideo kaum sein.

Max Cornelius

25. $uicideboy$ – O PANA
Die $uicideboy$ stehen für mehr als nur kranke Beats und ihren unverkennbar markanten Stimmeinsatz. Thematisch wagen sich $crim und Ruby in die dunkelsten Ecken der menschlichen Existenz vor, indem sie Mordfantasien, Suizid und Suchtprobleme als ihre Thematiken an die Oberfläche brachten und so eine sehr eingeschworene Hörerschaft um sich herum gruppierten. O Pana!

26. Kamikazes – Grandhotel Abgrund
„Versteh mich nicht falsch, aber versteh uns niemals richtig“. Die Kamikaze-Brüder versorgen den Zuhörer neben interpretationsoffenen Texten auch mit charakteristischen Instrumentals zu ihren Werken. Ihre musikalische Autonomie gleicht einem akustischen Gemälde, für den Zuhörer faszinierend und beängstigend echt zugleich.

Additional text by Wanja Bierbaum // Cover artwork by Marlene Rosenthal
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Lance Butters & Ahzumjot schieben Welle // Review

Ahzumjot Lance Butters
VÖ: 4. Oktober 2016 // Four Music

Die Wege von Lance Butters und Ahzumjot kreuzen sich auf der „Die Welle“-EP nicht zum ersten Mal. Bereits 2012 half Lance seinem Kollegen als Support auf der „Keine Sorge Mama“-Tour, für die auch ein gemeinsamer Tourtrack aufgenommen wurde. Auch ohne Featurepart feilte Ahzumjot bei der Entstehung von Lance Butters Debütalbum „Blaow“ gehörig mit, nun tritt er neben Lance wieder selbst ans Mikro und liefert die anderen 50 Prozent Text der EP.

In dieser Kombination treffen sich auf der EP zwei Musiker, die in ihrem künstlerischen Schaffen definitiv als Gegenpole gesehen werden können. Auf der einen Seite steht der maskierte Lance Butters, aufgestiegen durch das VBT und bekannt für eine unverwechselbare Ansicht auf das Leben, welche über mehrere Releases hinweg mit Flow und Klangbild verschmolzen ist. Auch wenn sich dieser öffentlich nur maskiert zeigt, hat seine Musik ein unverwechselbares Gesicht. Den künstlerischen Gegenpart stellt Ahzumjot dar, der in seiner bisherigen Karriere vor allem von seiner Vielfältigkeit als Künstler gezehrt und diese ausgelebt hat.

„Die Welle“ gibt es kostenlos zum Download und enthält insgesamt sechs Songs, allesamt von Ahzumjot produziert, gemixt und gemastert und liefert einen guten Vorgeschmack auf die gemeinsame Tour Ende November. Die EP startet sehr stark mit „Many Men von 50“, welches die thematische Richtung schon andeutet: Battlerapeinflüsse auf einem zeitgemäßen Klangteppich, gewürzt mit mehreren Prisen Antipathie gegenüber Deutschrap in der heutigen Form. So entwickelt sich das Kollaboprojekt thematisch zu einer Abrechnung mit der ganzen Szene, in konzentrierter Form am stärksten auf dem Lied „Respekt“ hörbar.

„Nur weil ich wegen euch rap, akzeptier‘ ich noch lang‘ nicht eure Comebacks
Schmeiß‘ all die alten Platten von euch weg,
Ich hatte mal Respekt, ab und an seh‘ ich euch im Backstage
Seid froh, dass euch da nicht die Fans sehen,
Denn die haben noch Respekt
Wäre schön, wenn ich den noch vor euch hätt‘
Wäre schön, wenn ich den noch vor euch hätt’“
– Lance Butters auf „Respekt“

Über „Killes“, „Ok Krass Schade“ und „Open Mic“ hinweg zeichnen Ahzumjot und Lance Butters akribisch an ihrem hörbaren Mittelfinger, der an alles gerichtet ist, was für sie subjektiv gesehen falsch in der Deutschrapszene und deren Medienlandschaft läuft.

„Sehe wie sich Rapper bewegen in ihren Videoclips
Gnade mit dem Typen, der im Schnitt vor euren Videos sitzt, ah
Und du machst Selfies in der eigenen lachhaften Modelinie, wenn du grad beim Fitness bist
Kennst du diesen Hans Entertainment Moment, wenn du merkst das ganz Deutschrap so beschissen ist“
– Ahzumjot auf „Ok Krass Schade“

Der letzte Song und zugleich Titeltrack namens „Die Welle“ beendet das gefühlt zu kurze Werk und hinterlässt den Zuhörer mit einem Gefühl des ungestillten Hungers. Neben der offensichtlichen Funktion als Tour-Appetizer fungiert die EP gleichzeitig als Statement und setzt ein Ausrufezeichen, welches beim Zuhören gefühlt zum richtigen Zeitpunkt kommt. Eine Empfehlung daher an alle, die ein wenig Bock auf experimentellen Sound mit Battlerapambitionen und Realtalk haben.

4 von 5 Ananas
4 von 5 Ananas

Am 27. November kann man die beiden live in der Grellen Forelle in Wien sehen.

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International News

Als Kool Savas Tschernobyl besuchte // Video

Kool Savas in Schlagdistanz zum AKW Tschernobyl
Kool Savas in Schlagdistanz zum AKW Tschernobyl

Heute vor dreißig Jahren ereignete sich die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl: Infolge der Simulation eines Stromausfalls im AKW (eine Simulation, die eigentlich bereits vor Inbetriebnahme des Reaktors stattfinden sollte, jedoch immer wieder nach hinten verschoben wurde) explodierte Block 4 des Reaktors. In den folgenden zehn Tagen wurde eine Aktivität von mehreren Trillionen Becquerel in die Atmosphäre freigesetzt, die radioaktiven Stoffe prasselten durch den einsetzenden Niederschlag in vielen Teilen Europas auf die Erde nieder. Die sowjetische Führung verhängte eine Nachrichtensperre, das Ausmaß der Katastrophe wurde zunächst unterschätzt. Am 27. April begann die Evakuierung der Bevölkerung von Prypjat, eine künstlich geschaffene, von 43.000 Menschen bewohnte und vier Kilometer vom Kraftwerk entfernte Arbeitersiedlung. Gleichzeitig trafen Experten aus Moskau in die nordukrainische Stadt ein, die, gemäß der katastrophalen Fehlkalkulation der Lage, keineswegs ausreichend gegenüber der enormen Strahlenbelastung geschützt waren. Erst nachdem im schwedischen AKW Forsmark eine ungewöhnlich hohe, von außerhalb stammende Radioaktivität festgestellt und die Sowjetunion kontaktiert wurde, setze Moskau Schritte wie Löschmaßnahmen mithilfe von Hubschraubern, Einsatz von Liquidatoren und weitere Evakuierungen.

Die gesundheitlichen Folgen auf die Bevölkerung sind verheerend: Die Liquidatoren, heldenhaft eine weitere Katastrophe verhindernd, sind nach russischen Angaben zu 90% erkrankt und arbeitsunfähig. In der „30-Kilometer-Zone“ rund um das AKW nahm die Anzahl an Krebserkrankungen, insbesondere bei Kindern, drastisch zu. Die Säuglingssterblichkeit stieg ebenso signifikant an wie genetische und teratogene Schäden (Fehlbildungen). Oft übersehen werden die psychischen Folgen, wo sich die Erhebung als äußerst schwierig erweist. Politisch bedeutete „Tschernobyl“ für die Sowjetunion eine wesentliche Facette für den Zusammenbruch des kommunistischen Regimes. Verstrahlte Flächen in Russland, Ukraine und Belarus sind für mindestens 300 Jahre unbewohnbar, Prypjat eine Geisterstadt, die mittlerweile wieder in den Besitz der Natur zurückging. Zur Abschirmung des havarierten Reaktorblocks wurde ein provisorischer Schutzmantel errichtet, der sog. „Sarkophag“, der bis Ende 2017 durch einen neuen ersetzt werden soll.

Die Stadt Prypjat zieht dennoch (oder vielleicht gerade deswegen) eine Reihe von „Extremtouristen“ auf sich, die diese unwirkliche Umgebung für sich erkunden wollen. Diese Faszination erklärte auch Rapper Lance Butters im The-Message-Interview:

Mich interessiert das generell, nicht der Prozess, dass da was schiefgelaufen ist, sondern ich find Tschernobyl wie es jetzt ist krass. Diese Geisterstadt, dieses Ruhige, dieses Tote, dieses von heute auf morgen alles Verlassen, das find ich interessant. Mich interessiert nur diese Geisterstadt. Diese Vorstellung, wie viel Emotionen das hat… Ich würde da gerne mal hingehen… vor allem ist da Ruhe, ich mag Ruhe.

Jemand, der vor Jahren schon diese Gegend bereist hat, ist sein Kollege Kool Savas. Wobei er Prypjat nicht nur als Tourist einen Besuch abstattete, sondern ursprünglich das Video zu „Der Beweis“ dort drehte. Das allerdings nicht fertiggestellt werden konnte, da das Team der Stadt verwiesen wurde. Die „Tschernobyl-Version“ veröffentlichte Kool Savas deshalb lediglich auf der „Tot oder lebendig“-DVD. Schade, denn es handelt sich um ein interessantes Video, bei dem einige Videospiel-Fans „Flashbacks“ bekommen werden.

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Austria News

Erste News zum Hip Hop Open Austria 2016!

Hip Hop Austria

Erste News zum nächstjährigen Hip Hop Open Austria wurden veröffentlicht – und die können sich sehen lassen. So wurde das HHO aus der Bundeshauptstadt in das burgenländische Wiesen verlegt, dauert aber künftig nicht mehr nur einen Tag, sondern erstreckt sich von Freitag bis Samstag. Und auch Line-Up-technisch gibt es die ersten Neuigkeiten, die sich allerdings bisher auf deutsche und österreichische Künstler beschränken (Amerikaner kommen bestimmt noch). Nach jetzigem Stande sind dabei: die legendären Beginner, Astronaut Sido, der eigentlich nicht mehr existente Blumentopf (in der Zombie-Version?), Rotwild Fiva, die heftigen Fünf Sterne Deluxe, die Selfmader Genetikk, Gegen-KenFM-Rechtsstreit-Gewinner Antilopen Gang, Maskenmann Lance Butters, Multitalent Chefket sowie die österreichischen Legenden Texta, Poetry Slammerin/Rapperin Yasmo (in Verbund mit der Klangkantine) und die tierischen Huhnmensch & Böser Wolf. Das Ganze startet am 22.  und endet am 23. Juli. Oh Yeah!

Review zum diesjährigen Hip Hop Open Austria.

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Interviews

„Die machen die Art von HipHop, die zeitlos ist“ // Sureshot Festival Review

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Fotos: Thomas Steineder

Pünktliche Menschen haben es nicht immer einfach. Schon gar nicht, wenn man sich an die Timetables von Konzerten hält und dann doch schon das halbe Geld für Bier ausgegeben hat, bis überhaupt einmal die Vorgruppe begonnen hat. Mit dieser Erfahrung im Hinterkopf extra eine halbe Stunde später bei der Arena angekommen, um für die erste Gruppe passend zu erscheinen, ist diese auch schon wieder von der Bühne verschwunden. Nach der Wienzeile ist beim Sureshot Festival, veranstaltet von Advanced Society, äußerst Timetable-getreu bereits Average an der Reihe, der sich mit Sam von Hinterland und einem DJ Url in Scratch-Hochform präsentiert. „Es ist schon toll, wenn man um drei Uhr nachmittags ganz ungeniert Bier trinken kann“, meint Sam schmunzelnd zwischen zwei Tracks. Währenddessen gibt Average an, sich schon auf den später auftretenden Olli Banjo zu freuen und zeigt seine Freestyle-Fähigkeiten.

Etwas härter und mit engeren Hosen ging es bei Karate Andi aus Berlin-Neukölln zu. Die Tracks seines Debütalbums „Pilsator Platin“ bringt der selbst ernannte Boss vom Hinterhof gemeinsam mit Backup-Rapper Gustav, dessen Mikrofon leider zu leise gedreht ist, um eine wirkliche Unterstützung zu sein. Dem Publikum gefällt es trotzdem, wofür sich Karate Andi mit einem Kosenamen bei den Festivalbesuchern bedankt. „Ihr Zaubermäuse“ nennt er die Menge, ohne die das alles gar nicht möglich sei. Die ersten Zugaberufe des Tages sind dem Rap am Mittwoch-Battle MC dafür sicher.

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Zwischen den Konzerten am Festivalgelände herumgeschlendert, findet man „Hure i bin zua, oida“ T-Shirts von Vamummtn-Fans sowie brisante Aussagen. Einen Festival-Geher darauf angesprochen, wie er Curse denn finde, meint dieser: „Das ist doch so ein österreichischer Casper?“ Den finde er aber nicht so toll. Im Übrigen ist der Unmut darüber, dass das Festival kurzerhand in die Halle der Arena verlegt wurde, groß. Viele Besucher bleiben deshalb auch während der Konzerte auf der Wiese im Hof sitzen, oder verfolgen die WM-Spiele im Arena Beisl.

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Olli Banjo, der erst vor Kurzem sein Album „Dynamit“ veröffentlicht hat, ist der einzige Musiker an diesem Abend, der mit Live-Drummer auftritt. Dieser hat schon im Vorfeld mit einem hörenswerten Intro auf die Show aufmerksam gemacht. Auch wenn die Halle zu diesem Zeitpunkt nicht gefüllt ist, merkt man Olli Banjo an, dass er sichtlich Spaß an der Performance hat. Da darf ein Klassiker wie „Deine Sprache“ natürlich nicht fehlen.

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Zum Kontrastprogramm von Lance Butters drängen sich da schon mehr Leute vor die Bühne. Auch wenn der „Bruder im Geiste“ Bennett On diesmal nicht mit dabei ist, hat auch der eingesprungene DJ gut gedoublet. Lance weiß dabei genau, worauf es ankommt und wiederholt seine vier Eckpfeiler des Rap – Geld, Drogen, Groupies und Sex – immer und immer wieder. Mr. Selfish himself weiß eben, wie die Beats seiner Produktionen durch die Konzertboxen zu dröhnen beginnen.

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Und auf einen Stilbruch folgt der nächste. Retrogott und Hulk Hodn liefern einen tollen Auftritt ab, voraussichtlich ein Umstand, der durch die relativ frühe Stagetime begründet ist. Es wird über „Trüffel und Säue“ sinniert, „Benzin für zwei“ verschüttet und ästhetisch zu Jazz über die Bühne gefegt. „Denn beim Geld hört die Freundschaft auf, denn beim Geld fängt die Liebe an“, singt der 4TrackBoy verliebt bei „Puffromanze„. Und zur Überraschung gibt’s auch noch einen Freestyle zu dem Song, bei dem das ganze Publikum mitrappen kann. Mit „Was mich bei dir an Jesus Christus erinnert ist deine Mutter, weil niemand weiß, woher sie ihr Kind hat“, sorgt der Routinier für erstaunte Gesichter.

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Curse, ohne Brille, aber dafür mit Bart, bringt nicht nur seine „10 Rapgesetze“ sehr überzeugend, sondern fokussiert sich auch auf jeden einzelnen seiner Songs. Neben Stagediving sorgt er mit diesem Engagement wohl auch für die emotionalste Performance des ganzen Festivals. Mit „Und was ist jetzt“ zeigt Curse keine Bühenshow, sondern legt seine Gefühle offen. Den Track hat sein Freund und Produzent Patrick Ahrend komponiert, der vor zwei Jahren an Krebs gestorben ist – der Song ist ihm gewidmet. Nachvollziehbar, dass der Rapper nach dieser sentimentalen Nummer auch für keine Zugabe mehr gewillt ist.

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Im Gegenzug dazu spaziert Alligatoah inzwischen überdimensionaler Kochtöpfe, steigt auf Treppenelemente und in simulierte Duschkabinen. Ein perfektes Bühnenbild, in das sich ein immer anders verkleideter Alligatoah perfekt einfügt. Battleboi Basti als Backup fügt der Show seinen eigenen Geschmack bei, auch wenn beim Headliner des Festivals der Beat die Stimme der Rapper einige Male übertönt.sure_shot_www.steineder.org-93

Ein paar Besucher im doch recht durchgemischten Publikum gefragt, welchen Rapper sie überhaupt nicht verpassen wollen, kommen recht unterschiedliche Antworten. So meint Patrick zum Beispiel, dass er sich vor allem auf Alligatoah und Lance Butters freue.

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„Die österreichischen Acts kenn ich auch, aber hör ich nicht so gern, weil sie nicht so gute Musik machen wie die Deutschen.“

Anders sehen das diese zwei Besucher aus Graz, die sich für Retrogott und Hulk Hoden sogar ihren Weg nach Wien gebahnt haben. Trotzdem finden die zwei es schade, dass überhaupt keine Frau auftritt. „Wenn eine Frau auftreten würde, würde ich sie mir auf jeden Fall anschauen, auch wenn ich sie nicht kenn. Weil die doch oft einen anderen Zugang haben oder einen anderen Wind in die Szene bringen würden, das wäre schon nett gewesen“, meint die Grazerin.

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„Karate Andi hat das live nicht so gut cool rübergebracht, sage ich als alter 14-jähriger Aggro Berlin HipHopper, von dem ich mittlerweile Gott sei Dank ein bisschen weggekommen bin“, beurteilt der Steirer den Auftritt des Berliners.

Aus ähnlichen Gründen haben sich auch Andi und Daniel beim Sureshot Festival eingefunden. „Ich bin in erster Linie für Huss und Hodn gekommen, weil ich sie noch nie gesehen haben“, meint Daniel, während Andi ihm nur zustimmen kann. Die Zusammensetzung des Lineups sehen die beiden jedoch ein wenig kritisch. „Man sieht, dass wenige Leute da sind. Man könnte es einheitlich machen, also eher Prolo oder 90er, Backpack, wenn man das schubladisieren mag, dann entweder oder“, meint Andi. Und auch sein Freund ist der Auffassung, dass er die Gewichtung der Acts sowie Alligatoah als Mainact ein wenig komisch fände.

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„Wir sind zusammen für Huss und Hodn gekommen, die machen die Art von HipHop, die zeitlos ist. Retrogott gibt Sachen von sich wie „Doch ich brauch kein 3-D-Piece, mir reicht ein T-up“ das spricht mir total aus der Seele“, gesteht Andi (li.)

Vom Retrogott waren auch Bianca und Christina begeistert, obwohl sie doch eigentlich für Die Vamummtn und Curse gekommen sind. Bei ihm seien die Texte cool, und die Art, wie er gestikuliert hat. Aber auch Average und Dame hat den beiden Besucherinnen zugesagt.

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„Curse ist so das Lyrische, also das, was ich eigentlich gerne hab, und die Vamummtn sind nur zum deppat Schmäh-Hören.“

(JG)

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Austria News

Neodisco – Raven unter Palmen (Video + EP)

Cover

Die Grazer von Neodisco präsentieren mit „Raven unter Palmen“ einen Einblick in ihre kostenlose EP „Kreativ Verbraucht“, welche über ihre Website bezogen werden kann.

Neodisco ist derzeit als Voract von Lance Butters unterwegs:  am 23. April im Wiener B72, am 24. April im Rockhouse Salzburg und am 25. April im ppc Graz. Für den Auftritt in Wien verlosen wir 2×2 Freikarten über Mail-Versand an tm[at]themessage.at.

(JG)

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Content International Just For The Record News

Just for the Record #21: Bennett On

SG
Simon Gottschling

„[…] wenn Dilla zu Ende seiner Krankheit im Rollstuhl noch seinen Auftritt in Paris macht und da auf die Bühne geht – das hätte eher den Titel Yeezus verdient“. Im Interview mit The Message tat Bennett On gemeinsam mit Lance Butters seinen Respekt für den „wahren Yezzus“ J Dilla kund. Und auch bei seinen nun vorgestellten Lieblingsplatten merkt man den Einfluss der Detroiter Musiklegende. Bennett On selbst ist neben seinen Aktivitäten als Produzent für Four Music Artist Lance auch auf Solopfaden unterwegs. Letztes Jahr stellte er seine Instrumental LP „1985“ vor, für 2014 ist ein weiteres Produzentenalbum geplant. Außerdem wird heuer auch noch ein von ihm arrangiertes Lance Butters Album sowie ein Projekt mit der Sängerin Bele Verfürth namens „Bele&Ben“ erscheinen.
Just for the Record mit Bennett On:

Aktuelle Top 5:
Betty Ford Boys – Leaders Of The Brew School
Danny Brown – Old
Samiyam – Wish You Were Here
Eloquent & Wun Two – Jazz Auf Gleich
Flume – Deluxe

Alltime Classics:
A Tribe Called Quest – The Low End Theory
Jaylib – Champion Sound
Big L – Lifestylez ov da Poor & Dangerous
Jay Dee – Welcome 2 Detroit
Wu-Tang Clan – Enter the Wu-Tang (36 Chambers)
Madvillain – Madvillainy
Slum Village – Fantastic Vol 2
Quasimoto – The Unseen
Declaime – Andsoitisaid
Platinum Pied Pipers – Triple P

Favorite Producers:
Jay Dee / Dilla
Madlib
Waajeed
Flying Lotus

Favorite MCs:
MF DOOM
Kool Keith
Q-Tip
Big L

Favorite Djs:
DJ Premier
DJ Shadow

Erstes gekauftes Vinyl:
Reflection Eternal – Train Of Thought

Erstes Sample:
Lover’s Eve von den Isley Brothers

Lieblingplattenladen:
Groove City / Hamburg

Lieblingsbeat:
Slum Village – Fall N Love / Jaylib – The Red

Produziert mit:
Reason, Recycle, Cubase.

 

Bennett On auf Facebook / Twitter / Bandcamp / Soundcloud

(JG)

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International News

Lance Butters feat. Chris Miles – Wie gewohnt (Video)

Lance Butters Chris Miles

Was Lance Butters über Chris Miles denkt, kann man im The Message-Interview lesen. Nun gibt es auch neuen musikalischen Output von den beiden. Der Beat zu „Wie gewohnt“ stammt übrigens vom Hamburger Ahzumjot.

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(thomki)

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Reviews

Lance Butters – Futureshit

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Interviews

Der Tony Stark des HipHop? // Lance Butters Interview

Lance Butters möchte nicht länger als VBT-Rapper abgestempelt werden. Nach seinem freiwilligen Ausstieg hat er sich mit seinem Produzenten Bennett On auch außerhalb dieses Battle-Formats einen Namen gemacht und ist nun seit Kurzem bei Four Music gesignt. Für viele stellt er vielleicht nur einen weiteren Maskenrapper, doch für andere ist er einer der Hoffnungsträger im deutschen Rap. Seine EP „Futureshit“ erscheint am 12. Juli und ist schon lange allein durch Vorbestellungen an den vorderen Reihen der Amazon-Rap-Charts angesiedelt. Bei seinem Auftritt in Wien im Rahmen des Beeasy-Festivals drängten die Massen schon eine gute Stunde vor Konzertbeginn vor die Tore des Pratersauna-Bunkers. Alles Anzeichen für einen guten Start unter dem Major. Mit seinen kontroversen Texten macht sich der Ulmer Rapper allerdings nicht nur Freunde. Im Interview mit The Message erzählt ein unmaskierter und gut gelaunter Lance über die Resonanz auf seine Songtexte, seine Vorliebe für verlassene Plätze wie im heutigen Tschernobyl und schließt mit seiner früheren Formation rund um die Frank Castle Cooking Gang ab. Produzent Bennett On macht derweilen seinen wahren „Yeezus“ aus, spricht über das „supergute“ Album von Kamp & Whizz Vienna sowie über die eigene musikalische Zukunft.