Kategorien
Austria News

Kräftebündelung bei 19hundertSchnee, Böser Wolf & Emil F. // Split-Album

19hundertSchnee
(Heiße Luft/VÖ: 30.03.2018)

Beim Wiener Label Heiße Luft kommt es derzeit zu einer regelrechten Flut an Releases. Nachdem vor wenigen Wochen Fellowsoph seine langersehnte „Ausblick“-EP veröffentlicht hat, ziehen nun gleich zwei Crews nach. So sind die EPs „BIZANGO“ von Böser Wolf & Emil F. und „3 Ecken, 1 Elfer“ von 19hundertSchnee jeweils am 30. März erschienen. Sie bilden eine Split-Vinyl, die via Bandcamp sowie am 7. April bei der Releaseparty im Einbaumöbel erhältlich ist.

Böser Wolf & Emil F. – BIZANGO

Wenn der bei Huhnmensch und 19hundertSchnee aktive Produzent und Rapper Emil F. auf den bösen Wolf trifft, sind tierische Bars auf entspannten Beats vorprogrammiert. Was schon auf der 2016 erschienenen „Tiere sind cool“-EP galt, kommt nun auf „BIZANGO“ zur Fortsetzung. Das betrifft vor allem den Opener „Eulen vor die Säue“ sowie den mit den Featuregästen Kreiml & Samurai bespickten Tier-Aufstand-Track „Zurück in die Bäume“, der artgerecht vom „Schweinehund-Huhnmensch-Dschungelbuch“ handelt. Abseits davon sind – wie der EP-Titel verrät – jede Menge Voodoo-Bezüge vertreten. Damit geht auch ein Schauplatzwechsel einher, denn karibische Inseln und die Wüste Arizonas ersetzen temporär den Wiener Beton. Besonders gut kommt diese Atmosphäre bei „Teufel im Detail“ mit Feature von Pi Papo vor, das auf dem düster-betrübten Sample „Mississippi Mud“ von Black Blood & the Chocolate Pickles basiert.

19hundertSchnee – 3 Ecken, 1 Elfer

Auf dem zweiten Teil der Doppel-EP wird der obige Featuregast Pi Papo zu einem der Hauptdarsteller, bildet er doch gemeinsam mit Emil F. das Duo 19hundertSchnee, das nach einigen Jahren Pause mit „3 Ecken, 1 Elfer“ auf die Bildfläche zurückkehrt. Die Hörer werden dabei schlagartig gen Wien zurückkatapultiert. Strawanzer-Zeilen prägen die Tracks, die im Vergleich zu „BIZANGO“ ichbezogener gehalten sind und damit realitätsnäher erscheinen. Mit reichlich Selbstironie beschreiben die beiden Rapper das Absandeln im Großstadtsumpf. Tracks wie „Boden ist Lava“ oder „Affendynastie“ setzen damit fort, was die altbekannte Nummer „Altwiener Zinshaus“ sowie der kürzlich mit Video ausgestattete Vorbote „Owezahra Blues“ bereits manierlich angedeutet haben.

Kategorien
News

Purer Rap in seiner rohesten Form // Jonwayne live @ Wien

Jonwayne live by Daniel Shaked 2017-3406
Ohne Schuhe für mehr Gemütlichkeit: Jonwayne live

Für eine Gruppe handverlesener Rap-Pilger ist dieser Samstag ein Tag, erfüllt von Antizipation und Vorfreude. Besonders nachdem klar war, wie der Protagonist des Abends bereits in Berlin live abgeliefert hat. Umso erfreulicher, dass der in Untergrund-Kreisen hoch dotierte und weitaus respektierte kalifornische Rapper Jonwayne seinen Weg nach Wien gemacht hat. Auch Huhnmensch & Der böse Wolf haben die lange Reise aus der Seestadt ins tiefste Innere des Wiener Zentrums angetreten, ausgesandt, um der stetig wachsenden Crowd ordentlich Feuer unterm Hintern zu machen und den Launebarometer um etliche Zentimeter nach oben zu katapultieren. Mit ihrer erfrischenden Mischung aus Ironie, gepaart mit gekonntem Wortwitz und bouncigen Beats, ist die Verbindung zum Publikum auch sofort hergestellt. Das Vierergespann wirkt bestens eingespielt, die Energie innerhalb der Crew ist spürbar und verbreitet sich wie ein ansteckender Virus im gesamten Raum. Der HipHop-Geist ist eingekehrt. Nach einem kurzweiligen Programm und der standesgemäßen Zugabe verabschieden sich die vier und machen unter gebührendem Applaus die Bühne für den Mann des Abends frei.

Huhnmensch live by Daniel Shaked 2017-3381

Das ausverkaufte Flex Café ist mittlerweile zum Bersten gefüllt, die Anspannung im Publikum elektrisierend. Dann, endlich, der Mann, die Erscheinung, Jonwayne betritt die Bühne. Ausgelassener Beifall der Rap-Pilger, stoische Ruhe des Protagonisten. Bewaffnet mit einem Mic und einem Roland SP-404SX Sampler zückt der Rapper in ganz gekonnter Jonwayne-Manier den Zeigefinger und betätigt den alles entscheidenden Startschuss in Form eines Knopfdrucks. „Yo man uhm, are you Jonwayne bro?“, hallt es aus den Boxen, der Skit zu „Live From The Fuck You“. Immer noch kein Wort vom Rapper, der ganz beharrlich einen Bewegungsablauf nach dem anderen durchführt und wie ein Raubtier seine Beute fokussiert. Ein Schluck Wasser aus der Flasche, die neben dem Sampler für ihn zur Verfügung gestellt wurde, Festziehen der kunstvoll gebundenen Haarpracht, Aufsaugen der Atmospähre, dann plötzlich der Schritt hin zum Mic. Jonwayne entfesselt das unbändige Volumen seiner bassig vibrierenden Stimme, eine Stimme, die nur einem solchen Klangkörper wie dem von Jonwayne entspringen kann. Das Publikum ist außer sich.

Jonwayne live by Daniel Shaked 2017-3401

Druckvoll strömt ein Bar nach dem anderen aus den Boxen, einer peitschender und deeper als der zuvor gespittete, direkt in die Ohren des Publikums, das von allerorts angereist kam, um nun für ihre Mühen mehr als ausreichend entschädigt zu werden. Der Flow sitzt perfekt auf den großteils selbst produzierten Beats des Kaliforniers. Dass die Bühne Jonwaynes Wohnzimmer ist, bezeugt nicht nur die einladend anmutende Ledercouch, die sich direkt hinter dem Rapper befindet, auch er selbst lässt keinen Zweifel daran und zieht sich in aller Gelassenheit seine Schuhe aus, sehr heimelig das Ganze. “No Hypeman, no unterlayered vocals”, Jonwayne fordert sein Publikum nicht auf, wie die Schafe ihre Hände in die Luft zu werfen, “People are smarter than that”. Er will ein Publikum, das zuhört. Und das tut es auch. Die Menschen hängen an seinen Lippen, jede Pause, jede Handbewegung hat Bedeutung. Was wir hier erleben dürfen, ist kein Rapkonzert, es ist die Predigt eines modernen Poeten, der die Dinge beim Namen nennt. “You’ve never seen a man so calm in your life”, in der Tat, er springt nicht auf der Bühne herum, er macht keine überschwänglichen Gesten, Jonwayne ist purer Rap in seiner rohesten Version. Gegen Ende der Show wird er sogar von einem seiner Pilger aus dem Publikum mit wehenden Händen vor herannahendem Ganjaschwaden beschützt, Jonwayne raucht nicht. “I’ve been sober for three years”.

Jonwayne live by Daniel Shaked 2017-3458

Fazit: Was nach diesem eineinhalbstündigen Trip mit Zugabe, inklusive A-capella-Rap und tiefer, ehrlich gemeinter Wertschätzung für das eigene Publikum zu sagen bleibt? Jonwayne ist ein Ausnahmekünstler, der zu Recht eine Ausnahmestellung in einem Musikgenre genießt, dem zunehmend die eigene Identität verloren geht. Musiker wie er verkörpern die Seele von HipHop. Jonwayne hat mit dem Konzert seinem Namen alle Ehre gemacht und wir sprechen sicherlich für jeden im Publikum, wenn wir sagen: “Vienna always welcomes you, Jon”. Wir lassen diesen Mann nur ungern weiterziehen.

Das Interview mit dem kalifornischen Rap-Hühnen folgt in Kürze auf themessage.at

 Fotos des Abends von Daniel Shaked:

Huhnmensch live by Daniel Shaked 2017-3376

Jonwayne live by Daniel Shaked 2017-3440

Jonwayne live by Daniel Shaked 2017-3437

Jonwayne live by Daniel Shaked 2017-3425

Jonwayne live by Daniel Shaked 2017-3420

Jonwayne live by Daniel Shaked 2017-3417

Jonwayne live by Daniel Shaked 2017-3407

Jonwayne live by Daniel Shaked 2017-3398

Jonwayne live by Daniel Shaked 2017-3403

Kategorien
Content Reviews Shows & Concerts

Eine traditionell erstklassige Show // Talib Kweli live

Talib Kweli
Talib Kweli in der Grellen Forelle by Moritz Nachtschatt

Etwa zwei Wochen nach einem suboptimal abgelaufenen Konzert in Antwerpen hat Talib Kweli in Wien die Möglichkeit, bei weitaus besseren Rahmenbedingungen für eine vorweihnachtliche Bescherung zu sorgen. Die Grelle Forelle ist noch nahezu menschenleer, als das temporär zum Trio geschrumpfte Support-Quartett Huhnmensch & der Böse Wolf die abgedunkelte Bühne betritt. Da DJ Stanley Stiffla krankheitsbedingt ausfällt, ersetzt ihn Rapper und Produzent Emil F. an den Decks. Die drei tierischen Lokalmatadoren möchten der Mini-Crowd unbeirrt mit ihrer kürzlich releasten EP „Tiere sind cool“ einheizen – wie ein Dönerspieß dem geopferten Federvieh. Nachdem bei den ersten Tracks pure Tristesse herrscht, lockert sich die Stimmung erstmals bei „Fuck The Mall“ auf, wobei interessanterweise auch kurz das Instrumental zu „I Can Do No Wrong“ von Guilty Simpson & Apollo Brown zum Vorschein kommt. Es folgt mit „Stadtkind“ und „Fritteusen aus der Zukunft“ weiteres EP-Material, ehe Huhnmensch („Beton„) und der böse Wolf („Hackebeil Hank“) Solo-Nummern bingen. Zum Abschluss des routinierten Auftritts besudeln alle Beteiligten gemeinsam die ominöse „Seestadt“. Während Emil F. noch einige US-Tracks auflegt, widmen sich seine animalischen Freunde dem offensiven Plattenverkauf.

Huhnmensch & der Böse Wolf

Im Zuge einer kurzen Pause füllt sich die Grelle Forelle rasant und Talib Kwelis DJ fängt im richtigen Moment mit einem kleinen Set an, ehe die Rap-Legende aus Brooklyn die Bühne betritt. Kweli sorgt noch für leichte Adjustierungen im Tonbereich und findet letztlich neben einer hervorragend abgestimmten Soundanlage auch ein motiviertes Publikum vor. Seine Show startet mit den Tracks „Listen“ und „Rocket Ships“. Dem gut gelaunten Rapper fällt schnell auf: „Yeah, here in Vienna you like that hardcore shit.“ Nach dem furiosen Start wird es jedoch ruhiger, denn Talib Kweli widmet sich anschließend – unter anderem mit „Never Been In Love“ – sanfteren Tönen. In weiterer Folge legt er häufig Pausen zwischen den einzelnen Tracks ein, die er für medleyartige Sequenzen nützt. Einige davon dienen als Hommagen – etwa an J Dilla und Phife Dawg – andere widmen sich dem „Oldschool-Shit“ sowie einigen Wegbegleitern wie Madlib oder Mos Def.

Talib Kweli

Talib Kweli genießt die Zeit auf der Bühne sichtlich und bekommt vor allem für seine Reflection-Eternal-Tracks wie „In This World“ immer wieder reichlich Zwischenapplaus. Der MC interagiert stetig mit dem Publikum und zeigt darüber hinaus, dass er auch als Comedian Talent hätte. Neben zu leise beziehungsweise falsch mitgegrölten Parts fällt ihm auch eine besonders freizügig auftretende Besucherin auf, die er in sympathischer Manier veräppelt. Als Highlight des Abends holt er mit Rapadura einen brasilianischen Gast auf die Bühne, der ihn bei einer portugiesischsprachigen Hook unterstützen soll und Sprachbarrieren zum Trotz trocken kommentiert: My langauge is music“. Gemeinsam reißen die beiden für einen Track ab, der Bühnengast kann dabei auch seine Rap-Skills unter Beweis stellen und erntet verdienten Applaus. Es folgen Black Stars „Definition“, „Lonely People“ und eine ausgedehnte Reggae-Einlage. Der Abend neigt sich langsam seinem Ende zu und Talib Kweli verabschiedet sich mit „Get By“. Nach lautstarken Forderungen einer Rückkehr kommt der Rapper der Bitte nach und sorgt mit „Going Hard“ sowie „The Blast“ für den Schlusspunkt.

Fazit: Obwohl sich seine Europa-Tour langsam dem Ende zuneigt, wirkt Talib Kweli – zumindest auf der Bühne – noch immer ziemlich fit und motiviert. Er liefert einen abwechslungsreichen, energischen Auftritt, ohne sich ganz zu verausgaben und profitiert dabei von den günstigen Rahmenbedingungen. Danke an Beat The Fish für das Booking von Talib Kweli, sein Besuch hat sich wieder einmal gelohnt.

Weitere Fotos vom Konzert:

Huhnmensch & der Böse Wolf

Huhnmensch & der Böse Wolf

Huhnmensch & der Böse Wolf

(c)M.Nachtschatt-4614

Talib Kweli

Talib Kweli

Talib Kweli

Talib Kweli

Talib Kweli

Talib Kweli

Talib Kweli

Talib Kweli

Talib Kweli

Talib Kweli

Talib Kweli

Talib Kweli

Talib Kweli

Fotos: Moritz Nachtschatt
Text: Simon Nowak

Kategorien
Reviews

Gerappte Coolness von Huhnmensch und der böse Wolf // Review

huhnmensch
Fear le Funk // VÖ 25.05.2016

Tiere sind cool – und die Exemplare Huhnmensch und der böse Wolf (Interview HIER) gehören unbestreitbar dazu. Seit seiner ersten Kollabo „Wolfmensch und der böse Huhn“ ist bekannt, dass das Quartett gut harmoniert und so war es nur eine Frage der Zeit, bis die vier sich für eine ganze Platte zusammenraffen. Schon an der „Promo“ für die Platte bemerkte man einen Unterschied zu vielen anderen österreichischen „Untergrund“-Erzeugnissen: Die EP wurde tatsächlich beworben!

So viel zur oberflächlichen Betrachtung von „Tiere sind cool“. Inhaltlich zollen die drei Rapper (Huhnmensch, Emil F., der böse Wolf) und ihr DJ (Stanley Stiffla) zu einem großen Teil der Stadt Wien Tribut, dem Wohnort der Protagonisten. Das tun sie aber natürlich nicht wie Drake es mit Toronto tut, sondern mit einer typischen österr(ap)eichischen Bescheidenheit. Diese Regionalität ist auch der große Trumpf der Platte. Mit Tracks wie „Fuck the Mall“ wird durch das Bild des Betonklotzes in Wien-Mitte der Kommerz und Konsum angeprangert, ohne in abstrakte, belehrende oder gar klischeehafte Äußerungen zu verfallen.

„Fuck the mall, Fuck the mall, ich geh da nicht mehr hin/
doch ehe du dich versiehst, steckst du wieder mittendrin!“
(„Fuck the Mall“)

Die drei Rapper verteidigen ihr Revier gegen das „Loblied der Münze“. Die Stadtmauern des dritten Bezirks sind offenbar schon markiert worden. Auch der Solo-Track von Böser Wolf, „Stadtkind“, und vor allem der plattenabschließende Track „Seestadt“ – zu dem es eine The-Message-Videopremiere gibt – schlagen in die gleiche Kerbe. Kommt man von hier, ist alles, was die Jungs erzählen, absolut nachvollziehbar und macht Spaß.

Aber eben nur, wenn man aus Wien kommt oder sich in gewissem Maße mit der Stadt auskennt. Somit könnte der große Trumpf der Platte im Umkehrschluss auch zu einem Negativpunkt werden, da die mögliche Hörerzahl, die sich mit dem Gesagten identifizieren kann, somit begrenzt bleibt. Andererseits können Tracks wie „Stadtkind“ genauso auf andere Städte übertragen werden und „Fuck the Mall“ als Konsumkritik ist sowieso universal begreifbar.

„Was? Wien hat keine furchtbare Luft/
Ich stell‘ mich an den Gürtel, wenn ich einmal durchatmen muss.“
(„Stadtkind“)

Zudem besteht die EP nicht nur aus diesen drei Tracks. Das Plädoyer für die vermeintliche Coolness der Tiere beginnt wie jede gute Argumentation logischerweise mit einer These beziehungsweise der „Charles-Darwin-Antithese“. Und so machen sich die Tiere auf den Weg: von der Schlachtbank nach Aspern und wieder zurück. Nach der Aufforderung in Richtung Hörer, sich Popcorn zu holen, kann dieser sich im weiteren Verlauf der Platte österreichischen Rap auf höchstem Niveau anhören. Einziger Mangel ist, dass man die Rapper manchmal nicht zur Gänze versteht. Was man versteht, kann sich jedoch hören lassen. Sonst kommt das alles supersmooth rüber, die Beats sind fett, die drei Rapper harmonieren und über Reimtechnik und Punchlines brauchen wir gar nicht zu diskutieren. Auf dem sehr starken „Der eigene Stand“ darf auch Kollege Fant ins Rudel einsteigen und von der finanziellen Unabhängigkeit als Imbiss-Betreiber mitträumen.

„Das hier ist Kebab-Rap, scheiß auf’s Release-Date
Wien lebt! Solang‘ Fleisch sich am Spieß dreht!“
(„Der eigene Stand“)

Fazit: Damit, was die „drei vermenschlichten Hühner“ mit dem „Star der Rotkäppchensaga“ da zusammen zwischen Seestadt und „The Mall“ zusammengebraut haben, errappen sie sich locker ihren „eigenen Stand“ im durchwachsenen Österrap-Dschungel. Mit ihrem unkomplizierten Wiener-Rap und der DIY-Einstellung gepaart mit dem erfrischenden – weil seltenen – Maß an Professionalität schaffen sie es, aus der Österrap-Blase auszubrechen und machen einfach eine richtig gute Deutschrap-Platte.

3,5 von 5 Ananasse
3,5 von 5 Ananas
Kategorien
Interviews

Huhnmensch & der böse Wolf in der Seestadt // Interview + Video-Premiere

Huhnmensch & der böse Wolf
(v.l.nr.) Emil F., Huhnmensch, der böse Wolf, DJ Stanley Stiffla

Drei vermenschlichte Hühner brechen gemeinsam mit dem Star der Rotkäppchensaga aus dem Zoo aus, um in der im gelobten Land gelegenen Seestadt ein neues Leben anzufangen“ – so beginnt die Beschreibung der „Tiere sind cool“-EP.  Die Urversöhnung zwischen Huhn und Wolf fand schon auf der „Nicht alles was Flügel hat fliegt„-LP statt. Der nächste logische Schritt ist die frisch erschienene EP von Huhnmensch und dem bösen Wolf, zusammen mit dem rappenden Produzenten Emil F. und DJ Stanley Stiffla. Über das splash! Mag wurde bereits das fette und auch vor Fett triefende Video zu „Fritteuse aus der Zukunft“ premiert – eine kleine Österreich-Tour findet ebenfalls statt, die am 22. Juli auf dem HipHop Open abgeschlossen wird.

Die sieben straighten Boom-Bap-Tracks der EP gipfeln mit dem finalen Song „Seestadt“, der nun als The-Message-Premiere auch eine visuelle Untermalung erhält. Die Seestadt im 22. Bezirk wurde auf dem ehemaligen Flugfeld Aspern erbaut – nach Fertigstellung des Projektes sollen dort bis zu 20.000 Menschen leben und arbeiten können. Kritik am sozio-ökonomischen Strukturwandel zeigt sich zwischen den Zeilen des animalischen Rap-Kollektivs mit einem tierischen Augenzwinkern. Neben dem Kriminalroman „Seestadt“ von Fritz Lehner hat selbige nun auch einen Titel-Track mit authentischer Bildwelt.

Fotos: Niko Havranek
Interview: Wanja Bierbaum

The Message: Wenn ihr an das Mixery Raw Deluxe Battle 2001 im Wiener WUK zurückdenkt – hat sich die Wiener HipHop-Szene in euren Augen drastisch verändert?
Stanley Stiffla:
Die Szene ist viel breiter Geworden – nicht nur in Wien, in ganz Österreich kannst du dir jetzt rauspicken, was du wirklich magst, weil es von Mundart bis Cloud-Rap – ich will es eigentlich nicht so nennen – alles gibt. Das gab es früher nicht! Diese Stadt-Szene an sich gibt es meiner Meinung nach nicht wirklich. Es macht jeder sein Ding mit seinen Leuten.
Emil F.: Zumindest in Wien. Wir haben aber auch nie wirklich viel mit einer „Szene“ zu tun gehabt.
Huhnmensch: Was sich wirklich getan hat, ist das Einbaumöbel – das gab es damals noch nicht. Und allein dadurch hat sich ur viel getan und eine Möglichkeit aufgetan, wo man freestylen kann. Als wir noch ganz jung waren, gab es das Atrium. Das war immer unsere erste Anlaufstelle.
Stanley Stiffla: Da kannten wir den Bösen Wolf noch lange nicht. (lacht) Damals hat er noch Metal gemacht.
Huhnmensch: Wir würden uns durch das Möbel ja gar nicht kennen. Möglicherweise.

Ihr tourt, spielt am HipHop-Open und wart der Opener für Sendemast im Rahmen der Veranstaltungs-Reihe Fear le Funk. Appletree zum Beispiel nutzt seine Arbeit als Artist und als Booker, um an beiden Seiten von der jeweils anderen zu profitieren – ein legitimer Schritt, gerade in Österreich. Stanley, du als Booker und tragender Teil von Fear Le Funk – wie entscheidest du, wann ein Booking für Huhnmensch durch Fear Le Funk passend ist?
Stanley Stiffla: Fear Le Funk gibt es seit fünf Jahren und Huhnmensch hat drei Mal in diesem Rahmen gespielt. Mir ist es sehr wichtig, dass das getrennt ist – wenn es sich anbietet, spielen wir. Ich kann es dann doppelt genießen – als Veranstalter und als Huhnmensch-DJ, wie zum Beispiel im Porgy & Bess bei Apollo Brown und Ras Kass.
Emil F.: Wenn man nur auf den eigenen Partys spielt, ist das schon ein bisschen whack.
Huhnmensch: Wir sind auch billig für ihn. (zeigt auf Stanley und lacht)

Huhnmensch & der böse Wolf
Freilandhaltung im Einbaumöbel

Neben den Freestyle-Sessions im Einbaumöbel gibt es auch das „Dreistil“-Battle im Loft. Man spürt eine leichte Anspannung zwischen den Lagern – warum lassen sich die beiden Rap-Veranstaltungen nicht so gut vereinen?
Huhnmensch: 
Also ich habe kein Battle mitbekommen. Der Wolf hat das sogar einmal gewonnen!
Böser Wolf: Es ist cool, dass die das auf die Beine gestellt haben. Das Konzept ist ur modern und das ist auch ein eigener Skill,  aber ich fühl mich in der Szene dort nicht so zuhause.
Huhnmensch: Da gibt es auch wenig Schnittpunkte, weil das was ganz anderes ist. In Wirklichkeit sind im Möbel Leute die trinken, rauchen und freesylen. Dort gibt es ein durchstrukturiertes Programm.
Stanley Stiffla: Das Möbel war immer als Freiraum gedacht, ohne Eintritt – bis vor der Registrierungskassen-Pflicht gab es noch Getränke an der Bar.
Böser Wolf: Oder du bringst dein Bier einfach selber mit! Ich finde Freestyles einfach spannender, mit Beat – alles ein wenig kollegialer statt lauter Disziplinen. Da gibt es Leute, die Rappen ihr A-cappella-Ding, aber können keine drei Zeilen über einen Beat rappen. Es ist aber natürlich schon cool, dass da was passiert.
Emil F.: So Battles eignen sich halt besser für die Verbreitung auf YouTube. Die Freestyles hier leben vom Moment.
Huhnmensch: Ich würde mir auch nie auf YouTube eine Einbaumöbel-Session anhören. Ich bin gerne einfach dabei.

In Österreich gibt es eher partielle HipHop-Szenen – zum Beispiel der Hanuschplatzflow, die Eastbloks oder die Wienzeile. Habt ihr das Gefühl, dass durch mehr Zusammenarbeit innerhalb Österreichs die Szene mehr florieren könnte?
Stanley Stiffla: Ja, das kann ich so unterschreiben. Diese „große gemeinsame“ Szene hat es in Wien so nie gegeben. Jeder hat sein Ding gemacht – in einer Zwei-Millionen-Stadt auch kein Wunder, dass nicht alle zusammen aufwachsen. Das ist auch nichts Verwerfliches. In der Veranstalter-Ecke versuchen wir, dass wir uns nicht gegenseitig die Termine wegbuchen. Das funktioniert ganz gut zurzeit. Durchs Reden kommen die Leut‘ zamm.
Emil F.: Das Unity-Ding – zumindest was die Musik betrifft – war schon immer ein romantisches Klischee. Letztlich macht jeder seinen eigenen Sound, dadurch klingt es auch individuell und von den anderen losgelöst.

Fehlt in Österreich dazu die mediale Plattform?
Stanley Stiffla: 
Nun, es gibt Tribe Vibes auf FM4 und The Message – und das war’s dann im Wesentlichen auch. Die breiteren Medien klammern das Thema weitgehend aus. Vice und Noisey geben sich schon auch ein bisschen Mühe – auch wenn das nicht so wirklich mein Wahl-Medium ist. Oft wird einfach über klamaukigere Sachen wie Money Boy berichtet, was Schlagzeilen bringt.
Huhnmensch: Weil er fresh ist!
Stanley Stiffla: Sonst noch über Nazar – die Leute, die für Ö3 relevant sind.
Böser Wolf: Der wü’s auf jeden Fall. Van der Bellen hat gesagt, dass er ein guter Rapper ist.

Huhnmensch & der böse WolfDie „Tiere sind cool“-Scheibe ist am 25. Mai erschienen. Mal ganz grundlegend: Woher kommt die Faszination für die Tierwelt?
Böser Wolf:
 Eigentlich war es Zufall, dass sich der Böse Wolf und das Huhn getroffen haben. (lacht)
Emil F.: Es musste einfach mal gesagt werden, dass Tiere cool sind!
Stanley Stiffla: Nur mit Katzen-Videos auf Facebook ist das eben nicht getan. Deswegen muss es diese Platte geben.

Warum kommen denn nicht mehr Releases aus dem Einbaumöbel-Umfeld? Potential wäre ja gegeben.
Böser Wolf: Freestylen und einen Text schreiben ist einfach ein Riesen-Unterschied. Es gibt Leute, die können das eine und es gibt welche, die können das andere. Es ist einfach mehr so ein Session-Ding im Möbel. Vieles wurde nicht so wahrgenommen und ist irgendwo zwischen „Ich mach was“ und dem Alltag steckengeblieben.
Huhnmensch: Da ist gar nicht das Ziel, mit einer Platte berühmt zu werden.
Emil F.: Da zählt mehr der Spaß.

Stanley, du engagierst dich politisch bei „Wien anders“. Wenn das Interview rauskommt, ist die Wahl schon vorbei – wie sieht für dich Österreich mit einem blauen Bundespräsidenten aus?
Huhnmensch: Klar, ein bisschen zach – aber ich würde trotzdem in die Arbeit gehen und Songs schreiben.
Stanley Stiffla: Wenn er Präsident wird, nur dann, weil die Großparteien kollektiv versagt haben – in so ziemlich allen Bereichen. Einen anderen Grund kann ich mir rational nicht erklären. Die FPÖ ist zurzeit einfach die Protest-Partei, bei der viele Menschen das Gefühl haben, dass sie etwas verändern können. Eine linke Protest-Partei gibt’s nicht – leider! Die Grünen sind für mich eine bürgerlich-linke Partei, insofern sind sie auch eine Partei, die das System erhalten will. Ich bin dagegen, die Menschen, die die FPÖ wählen, als dumm zu bezeichnen – aber manchmal erwisch‘ ich mich selbst dabei.

Bist du der Meinung, dass die fehlende Aufarbeitung der NS-Zeit mit hineinspielt?
Stanley Stiffla: 
Davon bin ich überzeugt! Österreich hat es sich leicht gemacht in der Geschichtsaufarbeitung, weil man sich als Opfer dargestellt hat. In der Unterstufe hast du ein paar Stunden, wo man das ein bisschen erklärt bekommt. Aber dass dort viele Österreicher federführend waren, das muss man sich selbst erarbeiten. Das ist sicher ein Grund, dass es eine rechts-populistische Partei bei uns einfach hat, trotz den Dingen, die in der Vergangenheit geschehen sind.

Was wäre denn ein politisch sinnvoller Schritt aus eurer Sicht?
Emil F.: Tiere sind cool! (alle lachen)
Huhnmensch: Man sieht nach den Wahlen, dass das viel mit der Bildung zusammenhängt.
Stanley Stiffla: Die urbanen Bereiche wählen eher nicht Norbert Hofer. Gerade am Land, wo ich unterstelle, dass die Probleme nicht so gravierend sein können wie in der Stadt, haben die Menschen am meisten Probleme mit der Flüchtlings-Thematik. Wie man dagegensteuern kann, ist die Frage.

DemoLux, P.tah, Con, Mirac und Kid Pex zum Beispiel haben sich auch musikalisch für Alexander Van Der Bellen geäußert. Wie steht ihr – vor allem in Anbetracht der Wahl – zu politischem Rap?
Emil F.: In erster Linie geht es um die Musik. Ich halte für meinen Teil nichts davon, unsere Musik politisch zu machen. Jeder kann rappen, über was er will.
Stanley Stiffla: So was kann man machen – für mich persönlich wäre der Sinn dahinter, die Menschen zu erreichen, die auf Politik scheißen, aber HipHop feiern. Im Endeffekt bleibt es ein Statement. Ich komme aber auch mit keinen Blau-Wählern in Kontakt – in Wien wird es vielen so gehen, weil das einfach eine andere Gesellschaftsebene ist.

Huhnmensch & der böse Wolf
Huhnmensch & der böse Wolf posen mit The Message
Kategorien
Austria News

So fesch und so Wien // Die 30 feschesten Rapper live

20160430_©NikoHavranek_web-35
Alle Fotos: Niko Havranek & Moritz Nachtschatt

Wer einmal in die Versuchung kam und „dreißig“ in Wikipedia nachschlug, erfährt einige interessante Details. Etwa, dass die „Dreißig“ die kleinste sphenische Zahl ist. Für Zahlentheoretiker bestimmt eine unglaublich spannende Angelegenheit, für Rapfans eher nicht. Wenn auf die „dreißig“ aber noch die Worte „fescheste Rapper“ folgen, ändert sich die Lage: Die Veranstaltung „Die 30 feschesten Rapper“, präsentiert von The Message, hat sich als Exempel für die Diversität der österreichischen Rapszene einen Namen gemacht. Am Samstag ging die Reihe in die dritte Runde. Der Ablauf blieb der gleiche, nur die Rahmenbedingungen änderten sich: Erstmals dürfen die 30 feschesten Rapper der Alpenrepublik das Mic infolge des Rap Against Festivals in die Hand nehmen, Open Air am Karlsplatz. Freshe Location für fesche Rapper, die sich alle bereit erklärt hatten, für den guten Zweck aufzutreten.

Glücklicherweise zeigte sich auch das Wetter von einer leiwanden Seite, als um 17 Uhr am Red Bull Brandwagen die große Party begann. Unter der Ägide von DJ Testa legten Vertreter aller Subgenres Auftritte vor – egal ob auf Englisch oder Deutsch. Auffällig, dass Grime — Skepta und Stormzy sind daran nicht ganz unschuldig — in Form von Chamelionz und Con endgültig Österreich erreicht hat. BoomBap ist unter anderem dank Mostheadz oder Huhnmensch & Böser Wolf immer noch da, und die Battlesaison ist durch die Grazer Fraktion von Fate, siebzig prozent, LP One und Spello sowieso ganzjährig. Straßenrap wäre fast untergegangen, da Beloskoni auf sich warten ließ und dann lediglich zwei Minuten Stagezeit herunterspulte. Und ja, Trap macht man auch in Österreich. Leider  in wenig spannender Aufbereitung.

Viel spannender und ein besonderes  Highlight war der Auftritt von Ernst Palicek, der Karäil bei „Kälte“ assistierte. Das Outfit alleine zog alle Blicke auf sich. Da das Rap Against eine politische Agenda verfolgt, thematisierte die Mehrheit der Rapper auch die kommende Stichwahl zur Bundespräsidentschaft. Während Con direkt per selbst gebasteltem T-Shirt-Aufdruck für  Alexander Van der Bellen warb, bevorzugte The Unused Word, die „Perfect Government“ von NOFX coverte, einen dezenteren Weg: Man solle einfach das Richtige wählen. In Verbindung mit dem präsentierten Track dürfte die Botschaft sowieso klar sein.

Aber in erster Linie wurde nicht politisch, sondern musikalisch Werbung gemacht: Soia, Fellowsoph, Kravali, Huhnmensch & Böser Wolf, Mostheadz – um nur einige hervorzuheben – kündigten anstehende Releases an. „30 fescheste Rapper“ konnte anhand der großen qualitativen Dichte manch Totalausfall verkraften. Die Veranstaltung war ein Erfolg. Ob bei der kommenden Wahl ähnliche Feierstimmung aufkommen wird, bleibt abzuwarten.

Ein Video mit Ausschnitten aus der zweistündigen Show (vollständiges Line-up hier zu finden) folgt in Kürze auf themessage.at

Kategorien
Shows & Concerts

Die 30 feschesten Rapper #3 @ Karlsplatz

Niko Havranek
Die 30 feschesten Rapper Part 2 im Fluc, by Niko Havranek

Schön war’s bei den ersten beiden Veranstaltungen unserer Konzept-Party im Wiener Fluc! Man beobachtete an diesem Abend eine ganz einzigartige, einerseits familiär vertraute und doch so offene Atmosphäre. Ob man vor der Bühne mit dem Kopf nickte oder auf der Bühne stand und mit all seinem Herzblut ins Mic rappte – das ist, was wir lieben. Und genau deswegen starten wir in die dritte Runde der feschesten Rapper – denn davon hat Österreich noch ganz viele zu bieten!

Dieses Mal wagen wir uns ins Freie, auf den legendären Wiener Karlsplatz, wo das Rap Against Festival zum – ebenso – dritten Mal stattfindet.  Am Samstag, den 30. April, nehmen wieder 30 Acts die Bühne des Red Bull Brandwagens ein, um ihre Geschichte, ihren Song, immer individuell und abwechslungsreich, zu erzählen.

Die 30 Rapper und Rapperinnen in alphabetischer Reihenfolge:

AliceD
Beloskoni
Big J
Camu
CANIS
Con
Fate One
Fellowsoph
Holy Moly
Huhnmensch & Böser Wolf
Jamin
Karäil & Ernst Palicek
Kravali
Legend Jerry
LP ONE
Mieze Medusa
Mike DM & AC BOULTON von CHAMELIONZ
Mirakle
Mostheadz
Mozaik
M.P.
N.I.K.O.
Phenomen
Polifame
siebzig prozent
Soia
Soulcat E-Phife feat. Lisa Marie
Spello
Sprachsex
The Unused Word

Hier geht’s zur Facebook-Veranstaltung.

 

Und so war die erste Ausgabe der 30 feschesten Rapper in der Fluc Wanne:

Unser Video zum ersten Rap Against vor zwei Jahren:

Kategorien
Articles

[REPOST:] The Message Mixtape #4 – “Ridin‘ Rims” (Special Guest: Huhnmensch)

Wir beschäftigen uns ja doch recht viel mit Musik bei The Message. Deswegen haben wir uns überlegt, monatlich ein digitales Mixtape für euch zu erstellen. Alle Redaktionsmitglieder tragen mit zwei Songs dazu bei, dass das Tape ein ordentliches Brett mit ganz unterschiedlichen Perlen wird. Warum wir die Tracks so heiß finden, begründen wir mit ein, zwei Sätzen.

 

SPECIAL GUEST: Huhnmensch

Huhnmensch by Daniel Shaked-5294

Jede Ausgabe des Message Mixtapes wird von einem Gast mit zwei Songs eröffnet. Diesmal mit Huhnmensch! Rapper Huhnmensch, der rappende Beatmacher Emil F. und DJ Stanley Stiffla beschreiben sich als „hängengeblieben in den 90ern“. Keine Frage, man hört die 90er in ihren Songs, doch mit einer großen Prise Talent, Witz und Wahnsinn haben die Burschen schon drei EPs und die großartige LP „Nicht alles was Flügel hat fliegt“ straight outta Hühnerstall releast. Zuletzt durften wir das Triumvirat (+ Böser Wolf) als beflügelnden Support von Apollo Brown und Ras Kass sehen. Man darf gespannt sein, was die angekündigte Urversöhnung zwischen Wolf und Huhn bringen wird. Aber das Potential und die Releases der Vergangenheit lassen darauf schließen, dass die Jungs bald allen zeigen werden, wer der Hahn im österreichischen HipHop-Korb ist.

 

THE MESSAGE MIXTAPE #4 – „Ridin‘ Rims“

ridin rims mixtape message

 

Die Tracklist:

1.  Huhnmensch – Fear Da Neighbour ft. Alesh The 3st (prod. Emil F.)
2.  Böser Wolf – Hunger (prod Chief Bob)
3.  Saul Williams – Burundi ft. Emily Kokal of Warpaint
4.  Lou Reed – The Bed
5.  High Risk Area – Repräsentativ (prod. Neils Davis)
6.  Respect Tha God – Shake It UP
7.  The Dramatics – In The Train
8.  Notorious B.I.G. – Player’s Anthem ft. Junior Mafia
9.  Ab-Soul – W.W.S.D.
10. ASD – Sandman
11. Marsimoto – Illegalize it
12. Amewu – Stein im Meer
13. Vearz – Gfrast
14. Wisdom & Slime – Das Element
15. Kreiml & Samurai – Lignano ft. Johnny Aitsch (prod. STIXX)
16. Joey Bada$$ – Christ Conscious (prod. Basquiat)
17. Marvin Gaye – Sunny (Mercury Edit II)
18. Jay Rock – Money Trees Deuce
19. Makossa Megablast – Ballalo ft. Cleydys Villalon
20. JSBL – Der Mann mit den Schwankungen
21. Sixo Gorgeous ft. Awol One & Ceschi
22. Gasoline – Chicago’s Nites
23. Raj Mahal – Let’s Join The Earth Kids
24. Lee (Asano&Ryuhei) – A Lady Chilled On The Sofa
25. Problem Child – Fully Fledged (prod. Sumgii)
26. RAG – Schwingungen
27. Main Attrakionz – Ain’t No Other Way
28. Death Grips – The Powers That B
29. ScHoolboy Q – The Purge/Rapfix Cypher (20syl Remix)
30. The Game – Hate It Or Love It ft. 50 Cent (prod. Cool & Dre + Dr. Dre)

[iframe_loader „]

[iframe_loader

TheMessage Mixtape #4 – „Rindin‘ Rims“ from TheMessage Magazine on 8tracks Radio.

>“]

Huhnmensch

1.  Huhnmensch – Fear Da Neighbour ft. Alesh The 3st (prod. Emil F.)
Unser Beitrag zum allgegenwärtigen Überwachungswahn. Mit dem guten Alesh The 3st zur Abwechslung mal nicht an den Cuts oder Beats, sondern mit Feature-Raps. Aufpassen: denn das ganze Haus lauscht!

2.  Böser Wolf – Hunger (prod Chief Bob)
Der böse Wolf hat Hunger und manchmal auch Appetit auf Huhn. Deshalb wird’s vermutlich mit Herbst 2015 eine gemeinsame Huhnmensch & Böser Wolf EP mit dem alles aussagenden Titel „Tiere sind Cool“ geben. Kommt auf Vinyl. Wird cool, weil Tiere und so. Faunarap ins Gesicht!

Thomas Kiebl (thomki)

3.  Saul Williams – Burundi ft. Emily Kokal of Warpaint
Saul Williams setzt mit „Burundi“ ein gewohnt starkes politisches Statement. Mehr Informationen dazu gibt es hier.

4.  Lou Reed – The Bed
Als Lou Reed 1973 sein Konzeptalbum „Berlin“ veröffentlichte, blieb vielen Kritikern der Mund offen; rechneten doch die wenigsten mit einem solch düsteren und sperrigen Album, das sich so fundamental vom Vorgänger „Transformer“ (dessen Hitsingle „Walk on the Wild Side“ später von A Tribe Called Quest  für „Can I Kick It?“ gesampelt wurde) unterscheiden sollte. Die Themen von „Berlin“ in Form von Drogensucht, Depressionen und Suizid fielen sowohl beim Publikum als auch bei den angesprochenen Kritikern durch – das Album wurde nicht selten regelrecht verrissen. Nur benötigt große Kunst nun mal Zeit, um als solche verstanden zu werden – und Jahrzehnte später bekam „Berlin“ endlich die Anerkennung, die es sich verdient (das „Rolling Stone“ Magazine änderte auch seine Meinung und listete es 2003 unter den besten 500 Alben aller Zeiten). Für den 2013 verstorbenen Lou Reed war dieses Eingeständnis keine Überraschung, wusste er doch immer über die hohen künstlerische Bedeutung seines dritten Soloalbums Bescheid – oder, wie er es formulierte: „I always liked Berlin.“ Der Track „The Bed“ ist quasi das Ende der Geschichte, begeht doch Caroline, eine der beiden Hauptfiguren in Reeds Rockoper, Suizid. Definitiv keine leichte Kost, aber ein Stück Musikgeschichte.

Matthias Kühnlenz (taktiker)

5.  High Risk Area – Repräsentativ (prod. Neils Davis)
Der erste Blick vom 2 Zimmer Gefüge kann über rüpelhaftes Verhalten vielleicht nicht ganz hinwegtäuschen, auch war jeder Auftritt im Podcast bisher – sagen wir mal – gewöhnungsbedürftig. Aber was die musikalisch abliefern, verdient jede Hochachtung. Hier das Video „Repräsentativ“ aus dem gerade erst erschienenen Werk „High Risk Area“

6.  Respect Tha God – Shake It UP
Respect Tha God
 ist prinzipiell gar nicht so mein Fall, aber „Shake it UP“ ist mal was anderes und kann auch Spaß machen. Ehrlich, ich schwör.

Daniel Shaked (DS)

7.  The Dramatics – In The Train
Ein Track wie ein HipHop-Selbstbedienungslager: Soundeffekte, Loops, Bass, GZA, WU-TANG, Big L, Madvillain und die Liste geht endlose weiter. Und doch bleibt dieser Track ein Banger. Lyrics, die Bilder in Sekundenbruchteilen malen – da wünscht man sich fast im Regen zu stehen. 

8.  Notorious B.I.G. – Player’s Anthem ft. Junior Mafia
Die vielleicht coolesten Intros für die jeweiligen Parts – so wie der gesamte Track ein Klassiker vor dem Herren.
[Verse One: Lil‘ Ceasar] Now who smoke more blunts than a little bit? What are you a idiot? [Verse 2: Notorious B.I.G.] (How ya livin Biggie Smalls?) I’m surrounded by criminals Heavy rollers even the sheisty individuals [Verse 3: Lil‘ Kim] I used to pack Macs in Cadillacs Now I pimp gats in the Ac’s, watch my niggas backs.

Wanja Bierbaum (edHardygirl14)

9.  Ab-Soul – W.W.S.D.
What’s your life without a soul? A dead one! Jackson Browne und Ab-Soul – was für eine fantastische Kombination! Der Track hat es nicht auf Ab-Souls „These Days“ geschafft – auf der einen Seite verständlich, auf der anderen aber für mich unverständlich, dass der Song in den HipHop-Medien eher ungelobt geblieben ist. Zudem haben gerade einmal die Hälfte der Tracks auf dem Album das Niveau von W.W.S.D. (was übrigens für „What would Soul do“ steht). Ab-Soul bleibt trotzdem meine Nummer 1. Wer das Lied bis zu Ende hört: Mac Miller und Ab-Soul haben das komplette „These Days“ Album bei Mac zu Hause auf der Couch und im Studio aufgenommen – so ergibt Soulos Sager auch mehr Sinn: „Yeah Mac, you ain’t got bars like that Mac„.

10. ASD – Sandman
Eine ASD Reunion habe ich nicht erwartet. Das neue Zeug ist ganz geil, aber tangiert mich leider irgendwie nicht. So bin ich wieder auf die alten Sachen gekommen. Das „Wer hätte das gedacht?„-Album zählte zu einen meiner ersten HipHop-Platten, die ich auf Dauerschleife gehört habe. Zwar ist „Sneak Preview“ wohl der Vorzeigesong (bzw. einer der besten Live-Songs im Deutschrap – so thomki), jedoch finde ich, dass „Sandman“ mehr Beachtung bekommen sollte.

Julia Gschmeidler (JG)

11. Marsimoto – Illegalize it
Da die Nummer „Ring der Nebelungen“ aus dem gleichnamigen, aktuellen Album von Marsimoto noch nicht auf Youtube zu finden ist, geht auch meine zweite Lieblingsnummer auf dem Album durch. Zeigt sich „Ring der Nebelungen“ düster und geheimnisvoll, schreit der grüne Häuptling seine Marsianer auf „Illegalize it“ an – mit Wortspielen, Witz und Gedankenexperimenten.

12. Amewu – Stein im Meer
So amüsant Marsimoto auch ist, so schafft es Amewu vor allem durch seine nachdenklichen und tiefsinnigen Texte ein Paralleluniversum für seine Hörer zu schaffen. Ich kenne kaum einen Track, der so ergreifend ist wie „Stein im Meer“ – und das liegt nicht nur an dem Violinen-Solo.

Jan Braula (JB)

13. Vearz – Gfrast
Einer der technisch besten Rapper Österreichs, hier auch inhaltlich top.

14. Wisdom & Slime – Das Element
Eines der vielversprechendsten österreichischen Rap-Projekte, bei dem es trotzdem nie zu einem Album kam. Meister der Limericks!

Jérémie Machto (JM)

15. Kreiml & Samurai – Lignano ft. Johnny Aitsch (prod. STIXX)
Sommerhit à la Kreiml & Samurai (und Johnny Aitsch), das Album und der Sommer können kommen!

16. Joey Bada$$ – Christ Conscious (prod. Basquiat)
Ein Highlight von einer der besten Live-Shows, die ich seit Langem gesehen habe! Review gibt es hier!

Can Makinist (candalf)

17. Marvin Gaye – Sunny (Mercury Edit II)
Ja, Freunde sind wohl mitunter die beste Quelle, wenn es um Musik geht. Den Track hat mir vor fast drei Jahren ein Freund im Rahmen eines sonnigen Tages am See vorgespielt. Ein schöner Klassiker, neu verputzt.

18. Jay Rock – Money Trees Deuce
Da geht mir das Herz auf! Endlich lässt Top Dawg- und Black Hippy Crew Member Jay Rock mal wieder was von sich hören. Der Track schließt sich an das vorhergegangene „Money Trees“ an und überrascht mit eher sanfteren Tönen. Her mit dem Album!

Niko Havranek (NH)

19. Makossa Megablast – Ballalo ft. Cleydys Villalon
Die beiden Herren verstehen es, analoge Synthiesounds mit Afrobeats zu mischen und so einen Sound zu kreieren, der sowohl im Wohnzimmer als auch am Tanzparkett bestens aufgehoben ist. Megablast war in den frühen Neunzigern übrigens DJ bei Schönheitsfehler.

20. JSBL – Der Mann mit den Schwankungen
Als Clemens Bacher, Oliver Johnson, Paul Mohavedi und Willi Rosner in einer Band spielten. Funk, Funk, Funk! Der Rest ist Geschichte …

Nadine Niederhausen (NA.NI)

21. Sixo – Gorgeous ft. Awol One & Ceschi
Der Produzent Sixo, auch bekannt als Scotty Trimble, veröffentlichte 2012 sein Album „Free Floating Rationales“ über das Independent Record Label Fake Four Inc. Besonders der Track „Gorgeous“ featuring Awol One und Ceschi hat es mir angetan. Awol One rappt super, ich liebe diese Art von Indie HipHop und eben auch Ceschis Stimme, der übrigens vor Kurzem im Rhiz beim Wolkenvorhang aufgetreten ist. Definitiv 100 Punkte für den Beat, die Rap- und Gesangparts, ja einfach für den gesamten Track!

22. Gasoline – Chicago’s Nites
Im Februar haben einer meiner Mitbewohner und ich mal einen WG-Großputz gestartet, für den wir uns mit ganz viel dopen Sound motivieren mussten. Dabei sind wir auf eine Youtube-Playlist gestoßen, in der neben Tracks von Poldoore, L’Orange, Chinese Man, Gramatik, Odjbox, Audiopharmacy und Bonobo eben auch Gasoline mit „Chicago´s Nite“ vertreten ist. Wer Gasoline nicht kennt, das ist super doper instrumental HipHop aus Frankreich! Der Track „Chicago´s Nite“ ist übrigens auf dem 2002 veröffentlichtem Album “A Journey Into Abstract Hip-Hop” zu finden.

Michael Reinhard (mikae)

23. Raj Mahal – Let’s Join The Earth Kids
Beschreibt seine Musik selbst als Apocalyptic Soul Music. Aus Detroit stammend ist er deshalb auch House Shoes zwangsläufig auf ihn aufmerksam geworden – und releaste eine Auswahl dessen besten Tracks innerhalb seiner „House Shoes Presents: The Gift“ Reihe. Endlich auch auf Vinyl erhältlich!

24. Lee (Asano&Ryuhei) – A Lady Chilled On The Sofa
HipHop bzw. dope Beats aus Thailand? Ja, sowas gibt es. Auch wenn die Herren eigentlich aus Japan stammen. Werden mittlerweile sogar schon von Pitchfork mit Größen wie etwa Madlib und Dilla verglichen. Ihre Alben auf Bandcamp sind auf jedenfalls durchgehend zu empfehlen.

Nedim Husicic (NH)

25. Problem Child – Fully Fledged (prod. Sumgii)
Um Problem Child zu zitieren: Problem child is that ultra ultimate hybrid rap shit that hasn’t existed until now. This is that new genre. This is that next echelon hype. This is that future evolution baby boy. Better known as, ‘What the [email protected] is this!?
26. RAG – Schwingungen
Die Ruhrpott AG hat hier eine Perle für euch. Ein Track, welcher die Leute seit Jahren in Schwingung bringt.

David Bauer (DB)

28. Death Grips – The Powers That B
Der Titel, der den gleichen Namen trägt wie das letzte Album von Death Grips, ist eine Verkörperung der aktuellen Inhalte der Gruppe: Sie hören sich mittlerweile an wie eine Art Nirvana für die Generation, die Nirvana erst kennenlernten, als Kurt Cobain bereits von uns gegangen war, und der Strudel, der uns alle in den folgenden Jahren mit etlichen Arten von Ästhetik durchschütteln würde gerade damit anfing sich zu drehen.

27. Main Attrakionz – Ain’t No Other Way
Main Attrakionz bringen den neuen Teil ihrer Mixtape Reihe heraus: „808s & Dark Grapes III„. Das Video zu „Ain’t No Other Way“ ist übrigens von Kreayshawn, die manchen noch ein Begriff sein müsste. Produziert von Friendzone, ebenso wie das ganze Mixtape.

Marlene Rosenthal (MR)

29. ScHoolboy Q – The Purge/Rapfix Cypher (20syl Remix)
Kein wirklicher Geheimtipp, aber dieser Remix ist so gut, dass er für mich das Original nochmal um Längen toppt. Ich hoffe, ich kriege da jetzt keinen Ärger von Hardcore-ScHoolboy Q-Fans.

30. The Game – Hate It Or Love It ft. 50 Cent (prod. Cool & Dre + Dr. Dre)
Dass 50 ein Poet ist, wusste ich ja schon länger durch seinen grandiosen Twitter-Account, The Game steht ihm aber mit krassen Versen wie „Thinking how they spent 30 million dollars on airplanes, When there’s kids starving“ in nichts nach. Kaum zu glauben, dass der Track auch schon wieder zehn Jahre alt ist.

(Text by edHardygirl14/Coverartwork by Sebastian Knittel)

Kategorien
Bars Over Blogs

The Invitational Battle #5 (Review)

The Invitational #5
Coole Freestyle-Action in Wien auch im Sommer? Kein Problem: Am Donnerstag führte Advanced Society zum fünften Mal im B72 die „Elite Österreichs Freestyler“ zusammen. Als Fixstarter waren beim Invitational dabei:

BÖSER WOLF
– DAGOTH UR
– DER MOG
– FELLOWSOPH
– GSCHIRRSPÜLA
– NAT BROWN
SCHEIBSTA
– SEZAR

Als DJ fungierte wie gewohnt DJ Kapazunda und als routinierter und souveräner Moderator Joe Joe. Der Gewinner des vierten Invitational, Mistah, war trotz eines fixen Startplatzes nicht anwesend. Die Freestyle-Show begann mit einer Vorstellungsrunde der gesetzten Mcees, denen folgten vier Wildcards, darunter etwa N.I.K.O. und JJF, die sich die restlichen Plätze durch solide Raps ergatterten. Besonders DäniX bekam gute Resonanz vom Publikum und wurde in weiterer Folge auch von der Jury gelobt. Die Stimmung war bereits zu diesem Zeitpunkt locker und ausgelassen, man merkte schnell, dass das Niveau deutlich höher angesiedelt war als beim letzten Mal Ende Mai. Battles in den ersten Runden wie Scheibsta vs. Gschirrspüla und Böser Wolf vs. Sezar (welcher nach eigener Aussage so etwas wie ein „Comeback“ feierte, zumindest feestylemäßig) fielen mehr als unterhaltsam aus und bestachen durch gute Punchlines. Die Battles waren teilweise wirklich knapp, die Rapper pushten sich gegenseitig zu guten Perfomances. Im Halbfinale behielten Böser Wolf und Scheibsta gegenüber Fellowsoph und Dagoth Ur die Überhand.

Im Spiel um Platz Drei kamen Dagoth Ur und Fellowsoph gut in Fahrt, das Geld wurde schließlich geteilt und beide waren zufrieden. Das Finale Böser Wolf gegen Scheibsta bewies einmal mehr, dass Freestyle in Wien (bzw. im Falle Scheibstas Salzburg) noch immer viel zu bieten hat und immer wieder aufs Neue erheitert: auch wenn Scheibsta nicht ganz an seine starken Leistungen aus den Vorrunden anknüpfen konnte, war dies doch ein niveauvolles Battle. Am Ende setzte sich der sehr konstante Böser Wolf durch und brachte einmal mehr der Einbaumöbel-Crew den Sieg. Schließlich bleibt zu sagen, dass sich der Modus mit gesetzten Mcees und Wildcardrappern mehr als bewährt und die „Leistungskurve“ straight nach oben zeigt.

 (NH)

Kategorien
Events News Shows & Concerts

RAPSODY & 9TH WONDER – WIEN SHOW (Review)

 

[iframe_loader scr=“ width=“600″ height=“338″ src=“//www.youtube.com/embed/htKzY5QDgzc“ frameborder=“0″ allowfullscreen></iframe>“]

 Kamera / Schnitt : Ibrahim Yıldız

Die guten Menschen von Fear Le Funk taten sich was Gutes und wollten es mit möglichst vielen Menschen teilen. Denn veranstalten ist zu einem Teil auch die Erfüllung eigener Konzertträume. Und dass das Fear Le Funk Kollektiv sehr ambitioniert mit und aus Liebe zur Musik an das Ganze rangeht, ist kein Geheimnis. Dass es der Schar heimischer HipHop-Fans ebenso gefallen dürfte und sie dem Ruf in den Viper Room in größerer Menge folgen würde, davon konnte man ausgehen, wenn einer der bedeutendsten Produzenten der Nuller-Jahre in Wien Tourstop macht. Leider für die Betreiber von FLF verhielt es sich – wohl auch wegen des Termins – nicht so und die anwesenden Besucher kamen in den Genuss, einen Abend mit Jamin & Fid MellaBöser Wolf & Hendl und nicht zu letzt eben den Headlinern Rapsody und 9th Wonder in kleiner, aber dafür umso feinerer Runde zu verbringen. Schade für die ambitionierten Menschen von Fear Le Funk, die uns schon öfters besonders interessante und gute Acts nach Wien brachten bzw. heimische Acts buchten. Den Anwesenden wird es wohl weniger ausgemacht haben.

Abgesehen von der niedrigen Besucherzahl war es ein runder Abend im Viper Room, an den sich alle Anwesenden wohl länger erinnern werden – sieht man den Grammy Gewinner und Vortragenden an diversen amerikanischen Eliteuniversitäten nicht alle Tage in einem derart privaten Ambiente. Geduldig signierten er und Rapsody nach der Show Poster und posierten mit Fans für Fotos und Selfies. Ein sympathischer Star zum Angreifen, der eine talenierte Frau als dopen MC einem Publikum auf dieser Europatournee vorstellt. Die seit 2008 auf dem eigenen Lable gesignte MCee, die Features mit namhaften MCs vorzuweisen hat (Kendrick Lamar, Dj Premier, Erykah Badu, Big Daddy Kane, Raekwon, Mac Miller) verstand es mit viel Charme, Talent und Selbstvertrauen, das Publikum von der ersten Minute an zu begeistern. Deutlich zu sehen sind die Vorbilder wie MC Lyte oder Bahamadia. Ein ausführliches Interview mit beiden Artists gibt es in Kürze hier auf THE MESSAGE zu sehen. Oben unser Video zu diesem Abend.

/ds/

Kategorien
Austria News

Steril One – Still (Video)

steril one

Der Wiener Steril One meldet sich mit „Still“ ausdruckstark und poetisch zurück. Ein Album wird in ein paar Monaten folgen, gearbeitet wird derweil auch an einem Kollabo-Werk mit Flowerst Beats. Außerdem geplant ist gemeinsame Sache mit dem Bösen Wolf.

„Die Welt ist kompliziert wie mathematische Formeln, doch Kunst funktioniert nach andersartigen Normen“

(JG)

Kategorien
Austria News

Böser Wolf – Halbschlaf EP

Böser Wolf

Das Mädchen in rot ist tot, der Jäger sowieso – der Böse Wolf hat zurückgeschlagen. Zähnefletschend und vom Hunger geplagt streift er schlaflos und trotzdem im Halbschlaf auf seinen Raubzügen durch den Beat-Wald. Der 100 Jahre alte Staub setzt sich am Brunnenschacht-Rand ab, während der Böse Wolf narkoleptisch vor sich hinvegetiert, um der menschlichen Spezies zu entkommen. Niemand ist mehr sicher – wir alle enden zwischen Brettern und Nägeln.

Wer sich selbst ein Bild von den Raps und Beats des Zigarren rauchenden und Cognac trinkenden Bösen Wolf machen möchte, kann dies auf seiner neuen EP tun. Abseits seiner „Kopf An Kopf Ab„-Truppe zeigt Nima mit diesem Werk seine Solo-Stärken, unterstützt wird er dabei unter anderem von KAKA-Kollegen Fant, produziert hat Chief Bob.

(JG)

Kategorien
Austria News

Böser Wolf X Chief Bob – Minzgrün (Video)

Böser Wolf X Chief Bob - Minzgrün
Der Böse Wolf aka Nima, 1bmler und Mitglied von Kopf an Kopf ab, releast am 29.03. seine EP „Halbschaf“. Vorweg gibt’s jetzt den Track „Minzgrün“, der sich auf lustige und gewiefte Weise dem höchstpersönlichen Kopff*** und allerlei gedanklichen Verwirrungen widmet. Der Böse Wolf flowt gewohnt locker und mit einem gewissen (Wiener-)Charme, schön untermalt mit einem drumlastigen Beat von Chief Bob.

„Ich lieg im Loch mit meiner minzgrünen Jogginghose
und kämpfe im Kopf gegen Windmühlen wie Don Quijote.“

[iframe_loader width=“560″ height=“315″ src=“//www.youtube.com/embed/unSYFM3mg7U“ frameborder=“0″]

Am 29.03. gibt’s den EP Release beim Fest der Reime XVI im Einbaumöbel!

(NH)

Kategorien
Reviews

Kopf An Kopf Ab – Kakastrophe