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Swankster haben Polizeigewalt satt: „Black Numbers“ // Videopremiere

In den USA sterben jährlich rund 1.000 Menschen durch Schüsse von Polizeibeamten. Vor allem Schwarze sind von willkürlicher, rassistisch motivierter Polizeigewalt betroffen. Daran konnten Rassismusdebatten, heftige Proteste – etwa von der 2013 ins Leben gerufenen „Black Lives Matter“-Bewegung – und die Einführung von Bodycams in den vergangenen Jahren wenig ändern.

Ein Umstand, der bei Al-khabir Richman für Wut und Verzweiflung sorgt. Der Frontmann des Wiener HipHop-Quintetts Swankster ist vor einigen Jahren von New York nach Wien gezogen. Er hat den Track „Black Numbers“ geschrieben, um seinen Emotionen über institutionalisierten und systematischen Rassismus in seinem Heimatland freien Lauf zu lassen: „425 killed by police officers in the United States alone this year. America has a long history of police brutality. The hatred against marginalized people is so raw and real you can feel it on your face.“

Im Video erscheinen neben Al-khabir Soulcat E-Phife, Jahson The Scientist, Dorian Pearce, Mwita Mataro und weitere Musiker-Kollegen vor weißem Hintergrund. Ergänzend veranschaulichen einige Aufnahmen aus dem Ruder gelaufene Polizeieinsätze: „This video shows present-day events which reflect institutional and systematic racism. My outrage continues to be fueled by seeing more people who look like me being gunned down. When you watch the footage of Philando Castile being murdered or when you see police abusing their authority by choking Eric Garner to death it’s easy to lose hope in humanity…there are so many names. I try to use my art as a weapon against fear and hopelessness.“

„Black Numbers“ ist nach „Stella Stargazer“ und „Nicest Things“ die dritte Auskopplung des selbstbetitelten Debütalbums, das Swankster 2018 veröffentlicht haben. Aktuell sind Al-khabir und seine Bandkollegen Felipe Scolfaro Crema, Vuk Gligorjevic, Robert Wallner und Max Plattner wieder regelmäßig im Studio, um an neuen Songs zu feilen. Genaue Daten für ein Nachfolgeprojekt können sie aber noch nicht verraten.

Unverhältnismäßige Polizeigewalt ist auch in Österreich ein wiederkehrendes Problem. Neben Demonstranten und Fußballfans waren in der Vergangenheit häufig Schwarze Menschen betroffen. 1999 haben Polizeibeamte Marcus Omofuma bei seinem Abschiebeflug durch Knebelungen und Fesselungen fahrlässig getötet. 2003 starb der zuvor randalierende Seibane Wague unter fragwürdigen Umständen im Stadtpark. Er erstickte, als ihn sechs Polizisten fixierten. Drei Jahre später war Schubhäftling Bakary J. nach einem Fluchtversuch in einer Wiener Lagerhalle der Folter und Scheinhinrichtung durch WEGA-Beamte ausgesetzt. Er überlebte mit schweren Verletzungen und psychischen Folgeerkrankungen. Derart heftige Fälle gab es in den vergangenen Jahren glücklicherweise nicht. Doch weiterhin sehen sich Wiener Polizeibeamte häufig mit dem Vorwurf rassistischer Maßnahmen konfrontiert, allen voran dem Ethnic Profiling.

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