Svaba Ortak spuckt Feuer in Wien // Review

Enterthedragoncover
Eastblok/VÖ: 26.02.2016

Von Frankfurt am Main retour nach Wien: Nachdem Svaba Ortak über ein Jahr in der Main-Metropole verbracht hat, kehrt der Rapper mit serbischen Wurzeln in seine Heimatstadt zurück. Mit im Gepäck die EP „Enter tha Dragon“. Die erste auffällige Änderung liegt in der Reihe der Produzenten, denn anders als auf „Vorprogrammiert“ kommen die Beats auf der neuen EP nicht einzig von PMC, sondern auch von Doni Balkan, ein weiterer Musikproduzent aus der Eastblok-Familie, sowie vom Nachwuchsproduzenten Chris Chrax, der sich für den Opener „Enter tha Dragon“ zuständig fühlte.

Seine Zeit in Deutschland nutzte Svaba Ortak, um Connections zu anderen Deutschrappern aufzubauen: Mit dem Mannheimer Toni der Assi — wie Svaba mit serbischem Migrationshintergrund — arbeitete er genauso zusammen wie mit der 187 Strassenbande. Auf „Enter tha Dragon“ holte er sich daher, wenig überraschend, deutsche Verstärkung: Sowohl Metak und Olexesh, die beide auf dem ordentlichen „Assassin“ das Mic in die Hand nehmen, als auch der Karlsruher Rapper Haze, der auf  „B-Water“ eine erneut gute Figur abgibt, sind an Bord. Das gewohnte Eastblok-Feature fehlt allerdings auf dem neun Tracks umfassenden „Enter tha Dragon“.

Während der Titeltrack (der mit einem Ausschnitt aus der Pro7-Sendung „taff“ beginnt) noch am durchschnittlichen Beat krankt, liefert PMC in Folge gewohnt böse Bretter ab. Vor allem „Teufelsdribbler“ mit Balkan-Sound-Einflüssen ist eine musikalische Faust ins Gesicht. Svaba Ortak nutzt die Vorlage und legt einen bockstarken Representer und damit den besten Track der EP vor.

Lyrisch existieren kaum Abweichungen zum gewohnten deutschen Straßenrap-Programm — was Ortak aber dennoch von der schier unüberbrückbaren Menge an Nachwuchs-Bushidos unterscheidet, sind die serbischen Einflüsse, die in den Texten zu finden sind. Nach langer Zeit rappt Svaba Ortak auf der „Enter tha Dragon“-EP sogar wieder einen Part auf seiner Muttersprache. Generell spiegelt sich im Slang Svaba Ortaks die Rolle Wiens als multikultureller Schmelztiegel wider. Die thematische Monotonie kann dies aber nur zum Teil ausgleichen: „Enter tha Dragon“ ist kompromissloser Spuck-auf-den-Boden-Rap, wie jeder Track beweist. Textliche Überraschungen oder Variationen sucht man vergebens, Rückschlüsse auf die Persönlichkeit des Rappers sind kaum möglich.

„Ich hab geträumt von einem AMG, doch bekam AMK
Frag auf den Straßen nach was das bedeutet und füg hinzu, dass ich genau das mach mit Deutschrap“
(Svaba Ortak, „Enter tha Ortak“)

„Danach tanzen alle Löwen Kolo plus Halay oder Walzer“
(Svaba Ortak, „Amodenaknockout“)

Fazit: Svaba Ortak rappt technisch souverän, bringt manch ordentliche Punchline und weist einen guten Beatgeschmack vor — auch wenn die Produktionen in der Qualität variieren. Die Features pendeln ebenfalls zwischen unspektakulär (Olexesh) und stark (Haze). In der Summe ein ordentliches Release, wenn auch noch einige Luft nach oben besteht.

3 von 5 Ananas
3 von 5 Ananas

Am 10. März schmeißt Svaba eine Releaseparty im Viper Room.

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