siebzig prozent

„Fick nicht mit siebzig prozent!“ // siebzig prozent & KaKa live

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siebzig prozent im Fluc. Fotos: Bexus Potatus

Für die Wiener Releaseshow ihres im April erschienenen Debütalbums „Brettljausn“ statten siebzig prozent dem Fluc einen Besuch ab. Sie bekommen Unterstützung von den Support-Acts Big Sime und Kopf an Kopf. Als Location erscheint der obere Lokalbereich mit der angrenzenden, geräumigen Terrasse gut gewählt – die größere Wanne zu füllen wäre ohnehin eine utopische Mission gewesen.

Während Big Sime Shacke-One-lastig am DJ-Pult einstimmt, befinden sich fast alle Besucher im Außendienst. Das ändert sich mit der Anmoderation von Heinrich Himalaya – auf den von ihm eingeforderten „Höflichkeitsapplaus“ folgt der fliegende Wechsel zu Kopf an Kopf ab. Die verbleibenden Heads strömen rasch ins Innere. Die breite Bühne und der weitläufige, u-förmige Publikumsbereich rundherum stellen die Heiße-Luft-Schar vor eine interessante Herausforderung. Schließlich wollen fast alle Seiten berappt werden – kein Wunder, dass die Protagonisten ständig in einen anderen Winkel blicken. Während die Mics bei den ersten Tracks merklich zu leise sind, erscheinen die meisten Parts dank der Erhöhung der Mic-Lautstärke fortan akustisch weitgehend verständlich. Mit dem Problem der „zweieinhalb funktionierenden Mikros“ geht die Truppe locker um. Raptechnisch ist der KaKa-Auftritt auf einem konstant solidem Level, gepaart mit einigen humoristischen und selbstironischen Ansprachen. Neben „Kakastrophe-Auszügen, „Hitze“ und der abschießenden Hymne „Hauptsache“ kommen auch einige neuere Nummern aus einem geplanten zweiten Album zur Geltung. Dabei fällt auf, dass Nilo, Fant und der Böse Wolf besonders aktiv sind, während Noah und Kschisch – wohl der Schreibfaulheit geschuldet – nur vereinzelt auf der Bühne stehen. Für ein passendes Intermezzo sorgen die Huhnmensch-Überraschungsgäste.

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Nach einer kleinen Pause gelingt es siebzig prozent sowie dem als DJ, Back-up- und Featurerapper mitgereisten HME aka Baronstern nur, Teile der nach draußen geströmte Meute wieder hineineinzulocken. Tommi Z. winkt süffisant hinaus: „Voll viele Leute auf der Terrasse, wie geht’s euch da draußen?“ – gleich darauf: „Fick nicht mit siebzig prozent!“ Er und Wolfi F. fallen in weiterer Folge mit teils motivierenden, teils provozierenden Ansprachen auf, sie mokieren sich dabei mehrmals über das schläfrige Wiener Publikum. Obwohl mit „Du kennst die Gegend hier“ und „Oswald Wruss“ früh zwei Highlights des Albums folgen, herrscht zu Beginn der Releaseshow eine etwas unterkühlte Atmosphäre. Trotz des annehmbaren Sounds, einer durchwegs anständigen Performance und dem stark ausgeprägten Kopfnick-Charakter der Tracks dauert es lange, bis der Funke überspringt. Der „Grazer Sturzpartie“ kann man diesbezüglich wenig vorwerfen. Mit fortlaufender Dauer verbessert sich die Stimmung immerhin etwas und nachdem siebzig prozent mit der „Brettljausn“ fertig sind, kommt der Auftritt zu einem versöhnlichen Ende – mit forcierten Penis-Chören, siebzig-prozent-Rufen sowie den alten Zugabe-Tracks „Ach Ficki…“ und „Oswald Frust“.

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Einzig nennenswerter Kritikpunkt der circa einstündigen Show ist der bei beiden etwas zu wenig dominant wirkende Stimmeinsatz, was besonders im direkten Vergleich zu den Featuregästen und Honigdachs-Kollegen auffällt. Wenig überraschend allen voran beim enorm druckvoll gespitteten Berserker-Part von DRK Poet. Auch Kreiml (Compadre Samurai fehlt urlaubsbedingt) und 5 Finga liefern – etwa beim Posse-Track „Ois hot a End“ – um ein Eck mehr stimmliche Präsenz als Tommi Z. und Wolfi F. Vielleicht hätte ja, wie bei KaKa, eine Erhöhung der Mic-Lautstärke Abhilfe geschaffen und zu einer angemesseren Atmosphäre beigetragen. Am Ende steht dennoch ein gelungener Konzertabend im kleinen Rahmen, bei dem die beteiligten Acts ordentlich abgeliefert haben.

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