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Ein Stückchen Berlin in Wien // Shacke One Live

Fotos: Daniel Shaked

Freitag Abend, Ende April am Ufer des Donaukanals. Die Sonne wandert Richtung Westen und hüllt die Stadt kurz vor Anbruch der Dunkelheit in eine schummrige Stimmung. Auf der Tageskarte steht heute Berliner Export: Shacke One gastiert mit ein paar Atzen im „Werk“. Eine Premiere, schließlich wartet Wien seit mehreren Jahren auf den Moment, an dem der Boss der Panke einen Fuß in die Kaiserstadt setzt, um seine Hörerschaft zu beglücken.

Gegen halb acht verschlägt es die ersten Besucher bereits vor das „Werk“, manche nutzen das gute Wetter und genehmigen sich ein kühles Brauerzeugnis am Ufer des Donaukanals oder an der Brüstung der benachbarten „Grellen Forelle“. Kurz nach acht treibt es dann immer mehr Besucher ins Innere des „Werks“. Der Laden ist heute ohne Abendkassa ausverkauft.

Mit leichter Verspätung, hoher Motivation und bekleidet im Tour-Shirt betritt Shacke One zusammen mit seinem DJ Achim Funk sowie seinen Tourbegleitern G.G.B., Ivo und Lukas die Bühne. Ein Warm-up gibt es heute nicht, der „Pullerschellenverteiler“ startet mit dem Intro des aktuellen Albums „Shackitistan“ direkt trocken rein. Im Anschluss gibt es mit „Boss Der Panke“ einen seiner größten Hits, der die Wände des „Werks“ beben lässt.

Neben den obligatorischen Herzeigern aus dem aktuellen Album gibt es natürlich auch Darbietungen aus den vergangenen beiden Platten. Nach ein paar Liedern, die dem Weddinger Lokalpatriotismus fröhnen, wendet sich Papa Shacke den wichtigen Fragen des Lebens zu. „Was’n hier mit saufen“ wird das Publikum gefragt, welches mit Grölen und dem Emporhalten einiger Bierflaschen reagiert. Diejenigen, die noch nicht in den Genuss von Bier kommen konnten, bekommen von G.G.B. Becher von der Bühne aus in die Hand gedrückt. Es geht um „Saufen und Halligalli“ und „LaLaLa“.

Leider können heute nicht alle Freunde der Nordachse anwesend sein und so wird der Berliner Kneipenatze und zukünftige Kinostar Heiko per Fernschaltung dazugeholt. Zur Visualisierung wird eine große Leinwand mit einem süffisant grinsenden Heiko aufgespannt und Richtung Publikum auf die Bühne gestellt. Böse Zungen munkeln, dass Heiko gar nicht live zugeschaltet war und seine Antworten im Dialog mit Don Shackito lediglich Playback waren – die Wahrheit werden wir vermutlich nie erfahren. Neben Heiko kann unter anderem Shackes Stammproduzent und „alter Weggefährte“ Klaus Layer auch nicht anwesend sein und bekommt deswegen ein Shoutout von der Bühne aus.

Die anwesenden Teile von der Nordachse und dem Umfeld von Shacke bekommen trotz offizieller One-Man-Show-Aufmachung ein paar Minuten Stagetime. G.G.B. ersetzt beispielsweise ursprüngliche Parts von MC Bomber auf „Taubensohn“ kurzerhand durch einen eigenen Part vom Cornertape, während Shacke einen eigenen Part auf G.G.B.s „Falling in Love“ dazusteuert. Teilen können sie auf jeden Fall die Jungs, das muss man ihnen lassen. Die heiße Phase des Konzertes wird durch „3 Schwengel für Charlie“ eingeleitet und mit „Kings aus Prinzip“ findet das Konzert einen krönenden Abschluss. Mittlerweile sind die T-Shirts mit Schweiß und Bier durchtränkt und die Besucher zufrieden mit einem Grinsen auf den Backen.

Das war es nun, Shacke One 2019 im „Werk“. Ein runder Abend mit eingefleischten Fans und jeder Menge geradlinigem Rap. Die letzte echte Subkultur heißt eben Nordachse. Wenn es ein Wiedersehen in naher Zukunft gibt, dann hätten wir gerne genau dasselbe Programm nochmal. Lediglich eine größere Location, die hat sich der Weddinger MC verdient.

Weitere Fotos des Abends:

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