Pure Magie: Sade mit „Flower of the Universe“ // Audio

Foto aus dem Cover zu „Diamond Life“, 1984

Mut zahlt sich aus: Eigentlich rechnete Filmregisseurin Ava DuVernay („Middle of Nowhere“) nicht damit, dass Soul-Diva Sade ihre Anfrage für einen Beitrag zum Soundtrack ihres kommenden Filmes „A Wrinkle in Time“ beantworten würde. Dieser ist zwar an sich eine ziemlich große Sache, verfügt die Disney-Produktion über ein Budget von $100 Millionen  – keine afroamerikanische Regisseurin vor DuVernay leitete jemals ein solch großes Filmprojekt – und weist mit Reese Witherspoon und Oprah Winfrey eine äußerst namhafte Besetzung in den Hauptrollen auf.

Doch Sade ist nun einmal Sade. Und die Britin zeigt sich eben sehr selten, und noch seltener produziert sie Musik. Ihre letzten Werke datieren aus dem Jahr 2012 bzw. 2011, wobei es sich dabei lediglich um ein Live-Album („Bring Me Home: Live 2011“ aus 2012) und eine Greatest-Hits-Kollektion handelt („The Ultimate Collection“ aus 2011, das mit „I Would Never Have Guessed“ und „Love Is Found“, ein Cover von Thin Lizzys „Still in Love with You“, zwei unveröffentlichte Songs enthielt). Das letzte Studioalbum von Sade und ihrer Band erschien mit „Soldier of Love“ ein Jahr zuvor, im Jahr 2010. Dem fünften Album ging aber auch eine Dekade der musikalischen Funkstille voraus; zudem liegen ganze acht Jahre zwischen ihrem dritten Album „Love Deluxe“ (1992) und ihrem vierten Album „Lovers Rock“ (2000). Diesen Veröffentlichungsrhythmus, der deutlich Qualität gegenüber Quantität bevorzugt, muss man sich nun einmal leisten können.

Vieles deutete also auf eine Absage für DuVernays Anliegen hin. Zur Verblüffung der Regisseurin geschah jedoch das Unerwartete: Sade sagte tatsächlich zu und produzierte gemeinsam mit Band einen Song für den Soundtrack der Literaturverfilmung von Madeleine L’Engles Science-Fiction-Kinderbuch „A Wrinkle in Time“ aus dem Jahr 1963. Sades Beitrag nennt sich „Flower of the Universe“ und enthält jene besondere Magie, welche ihre Musik seit den frühen 80er-Jahren ausmacht. Unverändert geht ihr Contralto direkt ins Herz und zeigt keine Spur einer Alterung. Eingebettet in den Klängen einer Akustikgitarre, entfaltet die Stimme Sades hier ihre volle Wirkung.

Allerdings ist diese Version nicht die einzige, die auf dem Soundtrack (digital seit Freitag erhältlich, der physische Release folgt am 30. März) enthalten ist, findet sich auf dieser auch ein Remix von No I.D. Herausstechend dabei seine harten Drums, die dem Song noch eine ganz eigene Richtung verpassen.

No I.D., der vergangenes Jahr Jay-Zs „4:44 zur Gänze produzierte und zuvor schon mit Common, Nas, G-Unit, DMX, KiD CuDi, Rihanna, Kanye West oder Drake zusammenarbeitete, zeigte sich äußerst geehrt von der Aufgabe, einen Sade-Track remixen zu dürfen, wie er via Twitter bekannt gab.

Neben Sade sind CHLOE X HALLE, DJ Khaled x Demi Lovato, Kehlani, Sia und, am bemerkenswertesten, Freestyle Fellowship auf dem Soundtrack vertreten (das Jazz-Rap-Quartett aus Los Angeles rund um Aceyalone und Myka 9 steuerte den Track „Park Beach People“ aus dem 1993 veröffentlichten Album „Innercity Griots“ bei).  Ob Sade dieses Jahr noch weitere Musik veröffentlichen wird oder wir uns jetzt ein paar Jahre mit „Flower of the Universe“ vertrösten müssen, ist zu diesem Zeitpunkt leider noch unklar.

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