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Robert Glasper – In My Element

Brücken zwischen Hip Hop und Jazz zu schlagen ist wirklich keine neue Idee, tatsächlich gut funktioniert hat es bis dato nur selten, obwohl doch Jazz, neben Soul und Funk, zu den „most sampled“ Richtungen gehört.
Robert Glasper entwickelte sich und sein Spiel zwischen beiden Welten und wird jetzt sowohl als Jazz-, als auch als Hip Hop-Pianist in den Staaten geschätzt. Seine Sporen verdiente er sich bereits mit Live-Tourneen mit Mos Def und Q-Tip und lernte infolgedessen, nach eigener Aussage, Samples in ewigen Loops perfekt nachzuspielen. Dass er aber nicht nur das heraußen hat beweist sein neues Album, das auf den ersten Blick mit Hip Hop nur wenig bis gar nichts am Hut hat. Die klassische Piano Trio Besetzung gibt ihm genug Raum sich zu entfalten, was zumeist in post-bopigen Balladen resultiert. Es geht also elegant in oft zerhackten, schließlich smooth gefügten Lines dahin, Hancock und Jarett machen sich bemerkbar, Vergleiche mit Mehldau sind bei zeitgenössischen Pianisten bereits ein bisschen überflüssig. Glasper stellt souverän sein Kompositionstalent und technische Ausgereiftheit zur Schau. Das Interessanteste liegt aber im Detail und bei genauerem Hinhören kommt dann die Essenz zum Vorschein, also das was Glasper’s Musik ausmacht und in seiner Art sicher zukunftsweisend ist, wenn er,beispielsweise, während eines doubletime-Breaks, die eben zuvor angespielte Line exakt wiederholt, womöglich die Kicks mit einem Akkord unterlegt und der Drummer die Bass am rechten Fleck hat. In diesen Momenten lässt Glasper seine Ambition kurz aufblitzen, nämlich vogelfreien Jazz-Groove mit gezügelten Hip Hop-Beats zu verbinden und eine Symbiose – rhythmisch wie harmonisch – der beiden herzustellen. Das sind bislang jedoch allenfalls Andeutungen.

Denn „In My Element“ ist Jazz, keine Frage. Wenn es Glasper aber gelingt, das was er begonnen hat weiterzuführen, könnte vielleicht etwas entstehen, das Lonnie Liston Smith bereits andeutete als er sich fragte, was denn wäre wenn „die Hip Hopper lernten Instrumente zu spielen“. Glasper hat in dieser Hinsicht sicher das Zeug dazu, als einer der wenigen. „Silly Rabbit“ und das, demjenigen welchen gewidmete, „J Dillalude“ beweisen es. Aufs nächste Album darf man gespannt sein, die Chance stehen gut, dass Hip Hop dabei eher im Vordegrund stehen könnte als im Aktuellen. Und das auf Blue Note…? Warum nicht? – moe

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