Ergreifende Autobiografie von Reflex: „Schwere Geburt“ // EP

Reflex
(Eastblok/VÖ: 01.06.2018/Cover: Fozhowi)

Dass Reflex sein kürzlich via Eastblok erschienenes Debütwerk „Schwere Geburt“ getauft hat, erscheint passend, zumal es eine extrem lange Vorlaufzeit gab und den Schaffensprozess offenbar gut beschreibt. Ursprünglich wollte der Wiener Rapper die neun Tracks starke EP bereits im Sommer 2014 veröffentlichen – wie er damals im Rahmen einer „Ingredients“-Ausgabe auf The Message verkündete. Nun eben erst vier Jahre und eine Fußball-Weltmeisterschaft später, aber besser spät als nie.

Wie angekündigt, gewährt Reflex auf „Schwere Geburt“ einen tiefen Einblick in sein Seelenleben. Die grüblerischen Texte sind introspektiv gehalten und verfügen über einen autobiografischen Charakter. Der polnischstämmige Rapper – seine Herkunft erwähnt er in knapp 30 Minuten gefühlt zehn Mal – reflektiert etwa seinen persönlichen und musikalischen Werdegang (inklusive Grunge-Faible), psychische Probleme sowie seinen Entschluss, bis auf weiteres auf Drogen zu verzichten. Die meiste Zeit über rappt sich Reflex spürbar die Seele vom Leib, daneben stichelt er immer wieder gegen trendorientierte, posende Rap-Kollegen, die mit weit weniger Herz ans Mic steppen.

Letztlich steht ein grundsolides Debüt, bei dem die Harmonie zwischen den ergreifenden Lyrics und den überwiegend melancholisch gehaltenen Beats stets passt. Die Instrumentals stammen fast ausschließlich von Kapazunda, als Ausnahme fungiert lediglich der Track „Brockhaus“, den PMC beigesteuert hat. Videos zur EP gibt es bis dato noch keine. Vielleicht folgt ja eines bis zur Releaseparty, die am 13. Juli im Flex steigt – neben Reflex wird auch Struggle Gold von Weisssgold auftreten und sein Ende 2017 erschienenes Gefängnis-Aufarbeitungs-Album „Grüssse aus der Josefstadt“ präsentieren.

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