Pop im Rap // Chakuza in Innsbruck

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Nach seiner Neuerfindung von 2013 ist der gebürtige Linzer jetzt mit seinem neuen Album „Last Exit“ wieder auf Tour, allerdings auf einer kleinen. Bis auf Innsbruck, Salzburg und Bruck a.d. Mur wurden alle Konzerte abgesagt. Warum? Und wie schlägt sich der Wahlberliner in seiner (nicht mehr ganz) neuen Rolle?

726 Zusagen auf Facebook. Wirklich nicht schlecht fürs Weekender. Als ich kurz vor dem Konzert reinkomme, müssen das leise 726 Leute sein. Runter die Treppe und ich stehe vor einem halbvollen Raum, das Intro hat gerade angefangen und einer nach dem anderen betritt die Bühne, bis die Band komplett ist. Atmosphärisch-dramatisch aufgeladen würde ich dazu sagen. Einzig das Mikrofon bleibt unbesetzt. Band fängt an, Chakuza betritt die Bühne. Der ein oder andere Teenie-Kreischer ist zu hören. Smartphones werden gezückt und teilweise durchs ganze Konzert auf Chakuza gehalten (vorrangig im gleichen Bereich, aus dem vorher die Kreischer zu hören waren).

Mit seinem 2013 erschienen Album „Magnolia“ ist Chakuza etwas geglückt, an dem schon einige gescheitert sind: sich selbst neu zu erfinden. Vom Bushido-Homie zum nachdenklichen, tiefsinnigen Rapper, der dazu gelernt hat. Das sprach anscheinend auch die Massen an. „Magnolia“ war sein erfolgreichstes Album im deutschsprachigen Raum. Darauf wurde aufgebaut und ein Jahr später ein Feature-Album mit RAF Camora und Joshi Mizu aufgenommen. Noch im selben Jahr kam dann „Exit“.

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Ein neues Album steckt schon nicht mehr in Kinderschuhen, wie gemunkelt wird. Das ist auch der Grund, warum die „Last Exit Tour 2015“ großteils abgesagt wurde. Er wolle sich voll und ganz auf die Aufnahmen konzentrieren und nicht riskieren, dass deswegen die Shows schlecht werden. Oder umgekehrt.

Von diesem Risiko spürt man nicht viel, sieht man ihn live. Viel, viel, viel Reverb und Hall auf allem was geht. Gitarre, Drums, Bass und Keyboard –  poppige Hintergrundkulisse auf der sich die dunkle und etwas raue Stimme Chakuzas heimisch fühlt. Immer vorwärts treiben die Beats.

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Ein Vergleich mit einem anderen deutschen Rapper mit Wollmütze und Drei-Tages-Bart ist wohl nicht von der Hand zu weisen. Was man Chakuza allerdings nicht absprechen kann, ist die Authentizität. Es zieht sich ein roter Faden durchs Konzert, die Rolle passt ihm.

Spätestens als er das Publikum auffordert ihm zu „Off“ den Mittelfinger zu zeigen, hat er es für sich gewonnen. Und natürlich wurde bei „Dieser eine Song“ aus vollem Hals mitgesungen – ist auch sicher nicht so geplant gewesen bei einer Hook die aus „na na nananana na“ besteht. Eine gewisse Berechnung kann man ihm dabei auch nicht absprechen, mit Text und Musik lehnt er sich jedenfalls nicht gerade weit aus dem Fenster.

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(by Florian Riedl)

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