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Polifame

Große Goschn, viel dahinter: Polifame mit „Tukan“ // EP

Beitragsfoto: Daniel Shaked

Nach einer achtjäh­rigen Pause veröffentlichte Rapper und Beatbastler Polifame seine neue EP „Tukan“. Mit der Videopremiere von „Da Groschn foit“, die über The Message erschienen ist, hatte er bereits im Vorhinein den Sound der EP angeteasert. Nun bekommen wir das Gesamtprodukt zu hören. Auf insgesamt vier Tracks lässt der nach Wien emigrierte Linzer sowohl textlich als auch musikalisch die Sau raus. Im Vergleich zu den vorherigen Alben, die 14 bis 15 Songs lang waren, ist die EP kompakt. Diese Entscheidung begründet Polifame so: „Ich wollte die „Tukan“-EP stimmig halten. Das fällt mir oft schwer, da ich so viel unterschiedlichen Sound produziere. Es liegen natürlich noch einige Tracks herum. Die hätten aber nicht dazu gepasst. Außerdem fand ich es gut, nach so langer Zeit eine kurze, knackige EP mit Tracks hinter denen ich zu 100 Prozent stehen kann zu veröffentlichen. Was es auf „Tukan“ geschafft hat, ist das Ergebnis davon“.

Von der Tiefsee zum Tukan

Die neue Scheibn ist tatsächlich sehr harmonisch in Aussage, Beats und Stimmung. Die Tracks mögen insgesamt weniger tiefgründig als am Album „Tiefsee“ sein, dafür liefert sie einen ganz neuen Sound. Es ist ein musikalisches Draufhauen – begleitet von Texten, die schreien: „He ich bin wieder da!“ Schnelle Beats und aggressive, freche Lines gehen Hand in Hand. „Ich hatte Lust darauf, Dopeness zu zelebrieren. Oft schreibe ich Tracks mit festem Thema. Manchmal ist es aber auch befreiend, einfach los zu spitten und den Vibe zu fühlen. Der Vibe war bei manchen Tracks etwas großgoscherter – wie der Tukan eben“, sagt Polifame.

Dass der Tukan nicht nur wegen der Größe seines Schnabels Polifames musikalisches Spirit-Animal ist, zeigt sich unter anderem daran, dass er mit der EP eine Art Neuanfang startet. Genau wie der Paradiesvogel mit seinen bunten Farben, möchte der Rapper mit seinem neuen Release auffallen und beeindrucken. „Tukan“ ist ein Startschuss, der Polifame aus der musikalischen Abstinenz zurückkatapultiert.

Ich weiß, dass es für mich nicht ohne Musik und auch nicht Response von einer direkten Crowd geht. Im Studio zu schreiben und zu produzieren ist Therapie, Meditation und Katharsis. Das Ganze an die Leute zu tragen und Feedback zu bekommen ist aber auch sehr wichtig. So kann man sich viel leichter weiterentwickeln und Meilensteine setzen. Außerdem macht es dann mehr Spass. Ich bin sehr glücklich, diesen Sprung nach so langer Pause geschafft zu haben und höchst motiviert für weitere Tracks, Kollaborationen, Auftritte und alles, was da rundherum immer Interessantes passiert“.

Track by Track

Das Hauptthema der EP ist: Polifame ist zurück! So bringt er auf „Richtungsweisendes“ in der Hook die Line: „Polifame ist wieder zruck mit die Raps und Beats“. Auch „Da Groschn foit“ – sein Comeback-Track – setzt gleich mit der Zeile: „Polifame ist back und die Raps komplex“ ein. Auf dem namensgebenden Song der EP „Tukan“ heißt es ebenfalls: „Polifame ist back“ – und er reißt wie auch auf den restlichen Track frech die Goschn auf. „A so ana bist du“ thematisiert als einziger Song ein etwas anderes Thema, nämlich Vorurteile. Auf der gesamten EP mischt sich eine HipHop-bekannte Diss-Attitüde in die Texte, die stets von einem heftigen, von ihm produzierten Beat unterstützt werden. Als Featurepartner sind Chrisfader, P.tah und Der-Con vertreten, die wie Polifame zur Duzz-Down-San-Familie gehören.

Insgesamt hat die Produktion der EP rund sieben Wochen gedauert. Das Konzept für die Songs ist allerdings nicht immer nur im Studio entstanden. „Bei ‚A so ana bist du‘ hatte ich die Idee beim Radfahren und hab sie dann sehr schnell umgesetzt. Da waren Beat und Text schon im Kopf vorhanden, bevor ein Takt eingespielt war. Die weiteren Ideen mit der vornehmen 94-jährigen Lady und Chrisfaders Cuts sowie das Video sind dann über einen längeren Zeitraum entstanden“.

Corona-Komplikationen

Eigentlich hätte am 16.04. im Wiener Chelsea eine Releaseparty stattfinden sollen. Wie alle Veranstaltungen ist sie vorerst den Quarantäne-Vorschriften zum Opfer gefallen. Den Veröffentlichungstermin der EP wollte Polifame dennoch beibehalten, weil er schon „so pumped war, die Tracks rauszuhauen“.

Mit der EP sorgt er für das 100. Release von Duzz Down San – und schließt damit einen Kreis. Sein 2008 erschienenes Debütalbum „Frischluft“ war das allererste Release des Labels. Dieses Jubiläum konnten die Jungs allerdings noch nicht angemessen feiern. „Übers Internet kommunizieren wir natürlich und freuen uns auch gemeinsam über alles, was grad so bei uns rauskommt. Allein in den vergangenen sechs Wochen ist da so viel passiert. Das Label ist derzeit so produktiv es gäbe fast täglich was zu feiern! Ich bin sehr glücklich, seit Tag eins Teil von Duzz Down San zu sein und der 100. Release ehrt mich natürlich enorm“.

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