Penetrante Sorte – PS 3

 Deine Mutter Records
Beim ersten Blick auf‘ das Cover könnte man meinen, dass dahinter ein Demo einer schulischen Mittelalter Rock Band steckt. Falsch gedacht: PS 3 ist nach einem Mixtape und dem Debütalbum „Die PS Klasse“ der dritte Release der nunmehr dezimierten Rapcrew, die auf die Namen Penetrante Sorte und Deine Mutter Records hört. Mack Messer, der schon zuvor eher die zweite Rap Geige neben Phil Fin spielte und auch für einige PS Beats verantwortlich zeichnete, steuerte diesmal nur 1 ½ Rap Parts, eine Hook und zwei Produktionen bei. Ansonsten gehört das Feld einem MC und einem DJ: Phil Fin und DJ King, der wie gewohnt die Beats auf Sample Basis zusammen zimmerte und dazwischen noch zahlreiche Cuts einspeiste.

Es ist klar herauszuhören, dass Phil Fin weiter an seinen Rap Skills gefeilt hat. Sie kommen druckvoll mit viel Gereimtem und harmonieren gut mit den musikalischen Unterlagen. Diesmal ist der MC auch auf 10 von 12 Nummern sprachlich bei den Wurzeln, nämlich dem Vorarlbergerischen geblieben, was dem Flow in keinem Fall geschadet hat. Die erste Vorabsingle „V Style“ ist eben dem westlichsten Bundesland und seinen sprachlichen Eigenheiten gewidmet. Das brachte der Band Präsenz in den größten regionalen Medien ein und vergrößerte noch zusätzlich ihre Popularität in Vorarlberg. Eine zweite gelungene Videosingle ist mit der Trueschool Huldigung „Rapshit“ auch schon rausgekommen. Ein, zwei weitere Nummern hätten wohl auch noch Single Potential, wobei DJ King und Phil Fin prinzipiell ein Gefühl von gelungenem Songwriting aufkommen lassen. Vor allem „Nächstes Johr“ überzeugt mit einer sehr guten von Sensay (IBK Tribe) eingesungenen Hook und gewitzten bis nostalgischen Wünschen für das neue Jahr. Wie nicht anders zu erwarten in Mundart. Dabei wird aber auch der Qualitätsunterschied zur monotonen Gesangsleistung von Sheyla J. auf der darauffolgenden „Phill free“ Nummer deutlich. Die weiteren Gäste A.Geh Wirklich?, SeZar und Jamin (Sensays Bandkollege vom IBK Tribe) halten das Niveau von Phil Fin hingegen gut mit. Damit ist auch schon einer der weiteren Pluspunkte gegenüber dem letzten LP Release ausgemacht, bei der noch zahlreiche schwache Feature Parts zu hören waren.

Um zumindest einmal Phil Fin zu zitieren „jeder macht Fehler im Leaba guat ma lernt dazua, i schrieb mine Kapitel des isch wie Literatur/i spann da Spannungsbogen und suach da richtige Punkt, zerscht kut da freie Fall denn knallsch ufn Grund“. Dankenswerter Weise wurden die Texte auch im Booklet in Lautschrift abgedruckt. Dabei machen sie aber gleichzeitig klar, dass Mundart mündlich und gerappt zwar flowen kann, bei schriftlicher Kommunikation aber weniger Freude macht…

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(JB)

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