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Intimer Turn-up // Night Lovell live

Mitte 2015 habe ich in meiner wöchentlichen Newcomer-Kolumne (RIP) über Night Lovell geschrieben. Ziemlich genau drei Jahre später wird er nun im Flex live auf der Bühne stehen. Und ich davor. Night Lovell wurde mir zu Beginn der $uicideboy$Ära, circa ein Jahr vor seinem 2014 erschienenen „Concept Vague“-Tape, mit erst zwei veröffentlichten Songs in die Playlist gespielt. Schon mit dem ersten Mixtape erreichte er auf Soundcloud und YouTube amtlichen Underground-Fame.

Ein paar Tage vor seinem Wien-Gig hat der 21-Jährige schon die Backyard-Bühne am „Splash!“ bespielt. Vielleicht ist das der Grund, oder einfach nur das Fußball-WM-Halbfinale zwischen Kroatien und England, aber: Das Flex ist heute recht überschaubar gefüllt. Bis zum Mischpult stehen die eher jüngeren, in diversem $uicideboy$-Merch gekleideten Fans. Dahinter erstreckt sich gähnende Leere. Diesem Umstand entsprechend kann man dem kanadischen Rapper auch keinen Vorwurf machen, dass er erst mit einer Verspätung von etwa 40 Minuten und ganz ohne Support seine Show beginnt.

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Alle Fotos von David Lindengrün.

Die Crowd ist jedoch gleich voll dabei, spätestens beim zweiten Song „Boy Red“ ist der Moshpit eröffnet – und der ist gekommen, um zu bleiben. Fast alle vor der Bühne sind permanent in Bewegung und Night Lovell macht klar, dass er den Laden heute abreißen will. Vielleicht muss man dafür aber das Mic lauter machen oder etwas beherzter hinein rappen, kommt am Ende sonst mehr vom Backing-Track als von ihm selbst unten an. Dass seine Stimme nicht klingt wie auf Platte war klar. Doch von seinem tiefen, breiten Bass in den Vocals ist live überhaupt nichts zu spüren. Schade, denn das ist ja auch sein Markenzeichen.

So wird weiter gesprungen und gekreiselt – „Still Cold/Pathway“, „Louis V“ und die neue Single „Jamie’s Sin“ dürfen dabei nicht fehlen. Sogar der gemeinsame Track mit den $uicideboy$, „Joan Of Arc“, ist dabei und die Crowd kennt fast jedes Wort. Statt einer Zugabe wird zum Ende ganz einfach nochmal „Contraband“ gezockt. Weil es einfach so gut funktioniert hat.

Fazit: Alles in allem ein unterhaltsamer Abend. Ich muss aber trotzdem – als großer Night-Lovell-Fan – sagen, dass mich die halbherzigen Sätze, die zeitweise nicht einmal als Adlibs gezählt hätten, etwas enttäuscht haben. Klar ist das bei der Generation Lil Pump und Konsorten allgegenwärtig. Aber irgendwie habe ich mir das von Lovell anders gewünscht. Trotzdem ein sehr solider Turn-up und eine sehr dankbare Crowd. Wird Zeit für ein neues Album. Und warum spielt er nie „Diera City Center“?

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