Die Gauna überfallen das Flex // Nate57 live

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Nate57 bei der Arbeit

Wenn Piraten aus dem Norden Deutschlands zum Entern eintreffen, lautet im Flex das Motto: „“Hände hoch, Überfall!„. Genau, Ober-Pirate Nate57 hat mit seinen Label-Kollegen Telly TellzSinan49 und der restlichen Crew in Wien den Anker angelegt. Drei Jahre nach dem ersten Stop infolge der „Alles in Sicht“-Tour sehen wir am Freitag die zweite Show des Hamburgers, ganz im Zeichen des neuen Albums „Gauna“ stehend. Worauf man sich musikalisch freuen darf, deuteten wir bereits in unserer Review an, heißt es dort doch: “Gauna” ist klassisch in der Themen- und der Beatwahl. Klassisch in der Betonung und der monotonen Melodie der Raps. Klassisch im Sinne der New Yorker 90er-Jahre-Größen wie Mobb Deep. Klassisch im besten Sinne eben. So hält „Gauna“ mit seinen siebzehn Anspielstationen einige Bretter mit dem Prädikat „klassisch-im-besten-Sinne“ für den geneigten Zuhörer bereit.“ Da darf man gespannt sein, wie das live präsentiert wird.

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Etwas verspätet – kann passieren, wenn so viel Stau herrscht – versucht Telly Tellz, das Publikum zu unterhalten. Der Fitness-Rapper verfolgt das Ziel, für Fitness im Kopf der Leute zu sorgen. Klingt ambitioniert, ist es auch. Vor allem live. Aber funktioniert. Nach Telly Tellz taucht Main-Act Nate57 auf. Das Spektakel findet diesmal auf der kleinen Bühne statt. Was sich allerdings als sehr kluge Entscheidung erweist, ist heute Abend die Meute nicht wirklich zahlreich vertreten. Jene, die gekommen sind, wirken dennoch euphorisch. Ein gutes Konzert ist ja nicht von der Größe des Publikums abhängig. Zur Begrüßung klatscht Nate57 mit seinen Fans ein. „Ich und meine Jungs drehen ab“, kündigt er an — und vergisst dabei natürlich nicht auf die Mädchen. Ein bisschen Macho-Attitütde muss doch sein. Im Vergleich zu vielen Straßenrappern, denen die Nervosität live oft einen Streich spielt, zeigt sich Nate57 von einer routinierten Seite. Er überzeugt auf der Bühne, was auch am guten Sound liegt. Gefällt.

Neben alten Hits hat Nate logischerweise neue Tracks in seinem Repertoire, unter anderem erklingen „Kein Para, kein Sinn“ und „Mit der Basy„. Nach einer halben Stunde Nate57 darf auch Kollege Sinan49 mitwirken, der seinen Job zur Zufriedenheit des Publikums bewältigt. Die Rattos-Locos-Jungs beweisen also allesamt Live-Qualitäten. Damit unterscheiden sie sich von vielen anderen Deutschrap-Camps.

Fazit: An den Live-Qualitäten der Jungs lag es nicht, warum die Location nur sehr schütter gefüllt war. Vielleicht aber am Wetter, vielleicht am fehlenden Hype. Live können die Piraten aus Hamburg überzeugen. Es wäre ihnen zu wünschen, ihre Fähigkeiten in Zukunft vor einer größeren Anzahl an Menschen in Wien präsentieren zu dürfen. Leider fehlt mir daran der Glaube …

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Text: Helen Aksakalli
Fotos: Moritz Nachtschatt

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