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Nahrung fürs Gamer-Hirn: Hip-Hop Beats fördern die Konzentration

Nicht der Ton, sondern der Beat macht die Musik – zumindest im Hinblick auf die Verwendung in Videospielen, in denen er diverse Funktionen erfüllt. Dass in klassischen Games vor allem Hip-Hop zum Tragen kam, ist dabei kein Zufall – der ursprünglich durch Synthesizer erzeugte Rhythmus förderte seit den Anfängen elektronischer Spiele die Konzentration und die Ausdauer beim Spiel. Heutzutage wendet sich das Blatt: Kompositionen für Videospiele beeinflussen die Musikszene.

Videospiele wie auch Online-Wettspiele werden strategisch von Musik begleitet

Wer sich an die Klassiker “PacMan” und “Space Invaders” erinnert, hat wahrscheinlich auch die simple Vier-Ton-Musik im Ohr, die charakteristisch für frühe Videospiele war und anfänglich von Drum-Maschinen, auch Trommelsynthesizer genannt, erzeugt wurde. Ein ähnlicher Beat findet sich im Hip-Hop, dessen Entstehung auf die gleichen elektronischen Ursprünge zurückgeht. Die Universität von Wisconsin ermittelte laut einem Artikel der österreichischen Telekom, dass besonders die Musik ohne Gesang in Videospielen ein Umfeld schafft, das Ablenkungen vermeidet, während die Games an sich die geistige Fähigkeit fördern. Der größte Unterschied: Hip-Hop, insbesondere die Unterform Rap, lebt von Lyrik und Sprechgesang, während die Musik von Videospielen stets instrumental bleibt. Erwiesenermaßen fördert der Beat die Konzentration, während jeglicher Gesang störend wirken würde. Ähnliches gilt laut einer 90er Jahre Studie an der Universität von Rochester auch hinsichtlich Online-Wettspielen, die ebenfalls die neuronale Plastizität fördern. Auch hierbei wird musikalische Untermalung geliefert, die auf einfachen Melodien ähnlich dem Hip-Hop basiert und ohne Lyrik auskommt.

Veränderte Verhältnisse: Videogame-Kompositionen beeinflussen die Musikszene

Videospiele entwickelten sich seit den 80er Jahren nicht nur technologisch weiter, sondern auch musikalisch. Statt einfache Melodien im Hintergrund zu verwenden, werden heute eigenständige Soundtracks für große Spiele wie FIFA und Grand Theft Auto produziert und lizenziert. Verstärkt ist auch eine Umkehr des früheren Beeinflussungsmodells zu erkennen – während in der Vergangenheit die Hip-Hop Kultur auf Videospiele einwirkte, liefern heute musikalische Kompositionen für Games oftmals die Inspiration für neue Musik. „Digging the Carts“, eine 2017 veröffentlichte Kollektion japanischer Videospiel-Musik, wurde beispielsweise richtungsweisend für diverse internationale Künstler in Hip-Hop und Techno. Die Hip-Hop-Band Black Eyed Peas widmete ihr fünftes Studio-Album “The Beginning” der Atari-Ära und bildete sogar die Bandmitglieder auf dem Cover als Figuren eines Computerspiels ab. 

Musik als wesentliches Element beim Spielerlebnis

Musik in Videospielen dient nicht nur zur Förderung der Konzentration, sondern unterstützt auch das emotionale Erlebnis des Gamers. Der Sound trägt zur Stimmung und Atmosphäre des Spiels bei, sorgt dafür, dass nicht nur die visuellen, sondern auch die auditiven Reize des Spielers angesprochen werden und zieht diesen stärker ins Geschehen. Das Ergebnis einer Studie von Forschern in Norwegen ermittelte weiterhin, dass langsame Musik die Spielerausdauer an Slot-Maschinen sowie die Anzahl der abgegebenen Wetten steigerte, während schnelle Musik für ein intensiveres Spielerlebnis und schnellere Reaktionen beim Wetten sorgte. 

Gameplay – das Konzept des Spiels, die Aufgabe der Spieler sowie deren Interaktion – wie auch die Immersion, also das Eintauchen ins Spiel, werden durch strategisch eingesetzte Musik gleichermaßen gefördert. Heute besitzt die musikalische Untermalung von Videospielen eine ebenso wichtige Rolle wie bei Spielfilmen. 

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