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„Moshpit der Liebe“ // Monobrother live

Knapp zwei Wochen nach dem Release von „Solodarität“ präsentiert Monobrother sein langersehntes drittes Album erstmals live. Damit geht sein erster Soloauftritt nach mehreren Jahren Abstinenz einher. Die Vorfreude ist entsprechend groß – ganz im Gegensatz zur Location. Mono setzt mit der kleinen Halle der Arena Wien auf einen überschaubaren Rahmen und eine familiäre Atmosphäre. Es überrascht kaum, dass die Show schon einige Tage vorab ausverkauft ist.

Fotos: Daniel Shaked

Während die Besucher nach und nach eintrudeln, stimmt Jonas Herz-Kawall von Heiße Luft ein. Neben seiner 2018 erschienenen „Tr.i.p.: The Rappeur Rip“-EP und deren Highlights „Schöne Menschen“ sowie „Werner & Branko“ präsentiert er gemeinsam mit den „Brolys“ Nilo von Kopf an Kopf ab und HipHop Joshy Auszüge aus anstehenden Projekten, die weniger Boombap-lastig ausfallen. Ein solider Auftritt, bei dem sich die Stimmung jedoch trotz des einheizenden Charakters noch nicht ganz auf die Besucher überträgt.

Das ist spätestens mit Monobrothers Betreten der Bühne vorbei. Nicht nur wir haben Jahresvorblick für Jahresvorblick darauf spekuliert, auch die heimische Szene erwartete seit Jahren sehnsüchtig ein neues Mono-Release. Die Ansprüche, aber auch Vorfreude auf diesen Abend sind dementsprechend hoch, was Monobrother natürlich bewusst ist. Es scheint, als stecke er seine ganze Energie in diesen Live-Auftritt, wo er Gigs in den vergangenen Jahren so bewusst gemieden hat – immer mit dem Vorwand, er trete erst wieder live auf, wenn er ein neues Album habe. Dementsprechend verausgabt er sich von Anfang an voll, der gute Sound und seine über die Jahre alles andere als eingerosteten Rapskills tragen zu einem von Beginn an intensiven Konzert bei.

Unterstützt wird er dabei von DJ B.Visible und seinem Backup Sims sowie dem euphorischen und textsicheren Publikum, das vor allem bei den „Klassikern“ vom 2013er-Album „Unguru“ lautstark mitgrölt. Aber auch bei neuen Tracks wie „Bombileben“ oder „Mostblock“ kommt eine wöd Stimmung auf, wie es sie nur geben kann, wenn ein seit Jahren erwartetes Album vor heimischem Publikum aufgeführt wird. „Moshpits der Liebe“ und Jubel für den frisch verheirateten Sims tragen zum positiven Vibe des Abends bei – da können die Texte noch so grantig ausfallen.

Selbstverständlich bekommt Monobrother im Laufe des Abends auch Besuch und Unterstützung von zahlreichen Kollegen aus dem erweiterten Honigdachs-Umfeld. Die „charmanten Bergtyrannen“ DRK & FOZ  präsentieren ihre Parts von „Alpenoligarch“ und sogar Lulatschbruder im Geiste Skero ist relativ überraschend für „Kopf im Gnack“ am Start. Für kochende Stimmung sorgen spätestens die ohne Auszeichnung von den parallel stattfindenden Amadeus Awards in die Arena getorkelten Schweinehunde Kreiml & Samurai. Vor allem letzterer ist sichtlich bedient vom Gratis-Alk im Volkstheater, aber überraschend textsicher und souverän bei den gemeinsamen Hits „Insel“, „D.b.M.W.“ und „Wiener“. Das Publikum der Aufforderung folgend, bei „Wiener“ mitzusingen,  zeigt sich Monobrother nicht ganz so begeistert. Ihr habt’s aber schiache Stimmen. Aber ja, ihr seid’s ja a Rapfans“, sagt er spitzbübisch.

Als weitere Highlights können der A-capella-„Zeltstädte“-Part und „Zores“ mit dem markantesten Beat von „Solodarität“ genannt werden, bevor sich Monobrother bereits sichtlich am Ende seiner Kräfte mit „Modernisierungsverwirrter“ als Quasi-Zugabe von der Bühne verabschiedet und der Abend bei der in den Nebenraum verschobenen Afterparty, im Arenabeisl oder am Weg dazwischen zu einem würdigen Abschluss kommt.

Fazit: Das Konzert war eines der am meisten erwarteten Konzerte der jüngeren Wiener Rapgeschichte, dementsprechend hoch lasteten die Erwartungen auf Monobrothers Schultern. Diese konnten zu Gänze erfüllt werden und er an diesem Abend unter Beweis stellen, dass er nicht ohne Grund seit „Haschgiftspritzer“ und damit zehn Jahren zu den besten Rappern Österreichs gezählt werden kann und auch nach all der Zeit immer noch etwas zu sagen hat. Wir freuen uns, ihn am 18. Mai bei unserer 22 Years The Message Magazine“-Feier begrüßen zu dürfen! Wer dieses Mal schon kein Ticket mehr bekommen hat, sollte sich hier sputen.

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