Metrickz – Kamikaze EP

metrickz_kamikaze
Metrickz/VÖ: 29.04.14

Im Oktober erschien mit „Ultraviolett“ das Debütalbum von Metrickz aus Osnabrück, welches, ohne Unterstützung eines Labels, für viel mehr Furore sorgte, als wohl erwartet. Grund genug, um knapp über ein halbes Jahr später mit der Kamikaze EP an den Erfolg anschließen zu wollen.

Schon bei seinem Debütalbum wurde deutlich, dass Metrickz deutliche Schwächen und Stärken mitsichbringt. Seine vielen billigen Vergleiche standen der Fähigkeit, Hits zu erschaffen gegenüber. Auf ganzen sechs Songs entsteht gar nichts mehr von diesen beiden Extremen. Genau hier wird die Problematik der CD deutlich. Metrickz kann sich auf den zirka 18 Minuten nicht einmal im Ansatz wirklich entfalten.

Der Auftakt ist wie gewohnt und kann durchaus als ordentlich bezeichnet werden. Auch “Durch die Stadt“ ist solide, ohne es dabei zu schaffen, mit dem bekannten Song „Valentina“ mithalten zu können. Danach folgt leider ein unerklärlicher Aussetzer. “Farbenmeer“ wurde vollkommen lieblos aus allen schlechten Elementen der Popmusik für das Radio konstruiert. Die Schwelle zwischen einem gelungenen Hit und billiger Massenware kann manchmal sehr fein sein. Genau das wird dem Künstler zum Verhängnis.

Metrickz bester Kumpel Richter liefert zwar solide Leistungen, die trotzdem nicht wirklich lange im Gedächtnis bleiben. Jene Kritik gilt ebenfalls für Kayef und Liont, wobei Letzterer auf Youtube ein deutlich größeres Unterhaltungspaket darstellt. So gut wie überall liegt Mittelmaß vor. Eine ernüchternde Erkenntnis, wenn man sich das vorhandene Potential von Metrickz vor Augen hält. Für puren HipHop war er natürlich noch nie bekannt, doch wenn man schon einen ähnlichen Weg wie Cro bestreitet, sollte man darauf achten, dass Seele und eigene Persönlichkeit nicht verloren gehen und man eine gewissen Wiedererkennungswert nicht missen lässt.

Fazit: Viel verpasst man nicht, sollte man auf Kamikaze verzichten. Der Arbeitsaufwand scheint nicht allzu groß gewesen zu sein. Mehr Mühe, mehr eigene Persönlichkeit und man könnte sich auf ein weiteres Release freuen. Mehr Output in dieser Form dagegen braucht die Szene nur bedingt. Bleibt nur zu hoffen, dass so manch Leistungen auf  dem früheren Werk „Ultraviolett“ keine Ausnahmen bleiben.

(CS)

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