Melik liefert „Aspirin“ für die Ohren // Album

Fotos: Daniel Shaked

„Aspirin“ ist ab sofort nicht nur ein weitverbreitetes schmerz- und erkältungslinderndes Medikament des Pharmakonzerns Bayer, sondern auch der Name des Debütalbums von Melik. Im Rahmen einer Pre-Listening-Session durften wir schon einige Tage vorher ins über Hector Macello releaste Werk reinhören. Neben uns haben sich ein paar Kollegen des Produzenten und Rappers im Studio eingefunden, es herrschte ein entspannte Atmosphäre. Beim gemeinsamen Durchhören wurde es zwar etwas eng und stickig, wovon die elf Tracks aber effektiv ablenken konnten. Nach der Album-Präsentation blieb Zeit für Gespräche wir haben den Moment genützt, um Hintergründe zu erfragen.

Der kroatischstämmige Wiener ist seit über einem Jahrzehnt musikalisch aktiv, dem Rampenlicht bis dato aber größtenteils ausgewichen. 2009 hat er gemeinsam mit simp das Beat-Kollektiv DustyCrates gegründet, dem später auch Clefco und Olinclusive beigetreten sind. Melik rappte damals schon, hat aber nach einer längeren Mic-Abstinenz erst ab Anfang des Vorjahres Tracks mit eigenen Rap-Parts veröffentlicht: „Ich wollte etwas raushauen. Es waren nicht einmal meine besten Sachen, eher der Moment als Entscheidungsfaktor“, erzählt er. „Aspirin“ habe sich hingegen in Folge eines „ziemlichen persönlichen und musikalischen Struggles“ angebahnt. Die elf dem Zeitgeist entsprechenden Tracks sind weitgehend in Eigenregie entstanden, die wenigen Features fügen sich gut ein. Während STSK bei „Simple“ den Beat sowie einen Part beigesteuert hat und Crack Ignaz mit einem Part am Night-Time-Banger „Rotlicht“ vertreten ist hier zum Video , liefert Fid Mella einen verspielten Remix von „30 Grad“.

Die Produktionen von Melik fallen gewohnt synthielastig, atmosphärisch und feinfühlig arrangiert aus. Erwartungsgemäß sind sie die große Stärke des etwa 30-minütigen Mini-Albums. Die Raps  harmonieren mit der jeweiligen Stimmung. „Aspirin“ ist alltagsbezogen und textlich durchaus hedonistisch ausgestaltet – zwischen Umherstreunen, Faulenzen, Ladies, dem Beobachten von Leuten sowie dem Klarkommen mit kleineren persönlichen Krisen. Eine stimmige Fortführung dessen, was sich mit den 2017 vorab erschienen Singles „30 Grad“, „High mit dir“ sowie dem Titeltrack angedeutet hat. Dass die meisten Nummern kompakt gehalten sind, sei einfach passiert: „Ich habe ein Problem mit ewigen Loops. Irgendwann habe ich gemerkt, dass es nicer ist, Tracks an irgendeiner Stelle zu cutten, als drei Parts darauf zu bringen.“

Für das restliche Jahr hat der sympathische Musiker noch einiges geplant, besonders in der Produzenten-Rolle: Neben einem gemeinsamen Projekt mit seinem alten Homie Clefco steht eine EP mit dem FuturesFuture-Sänger Edwin an, die er als Herzensprojekt bezeichnet. „Mit ihm mache ich sexy Sound auf Deutsch, der nicht lächerlich klingt“, so Melik. Damit gehe eine „Edwin’sche Veränderung“ mit gut durchstrukturierten und -arrangierten Nummern einher. Bisher gebe es zwei Songs mit groben Aufnahmen, man müsse aber etwas am Feintuning arbeiten. Die beiden betonen den zeitlosen Charakter ihrer anstehenden EP, mit der sie sich etwas aus dem Rap-Kosmos herausbewegen möchten. Klingt vielversprechend.

Ein Interview mit Melik aus dem Jahr 2017 findet ihr hier.

 

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