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„Can’t hold us“: CO²-Alarm im Gasometer // Macklemore live

Fotos: Matthias Schuch

Schon bei Macklemores Voract Dave B drängen die meisten in die Halle. Die Show im Gasometer ist ausverkauft, die Galerie aber noch wenig besetzt. Dave B und Macklemore teilen sich nicht nur dieselbe Herkunft – die Grunge-Stadt Seattle – auch soundtechnisch harmonieren die dargebotenen Songs von Dave B mit jenen von „Gemini“, dem aktuellen Album von Macklemore. Mit seinen R&B und Soul-Einflüssen schafft Dave B zwar eine kurze, aber gelungene Aufwärmphase für den weiteren Abend. Dennoch: Die Show ist bei Weitem kein Vorbote auf das, was uns in den nächsten Minuten erwartet.

Die Band ist auf Position, im Hintergrund laufen Videosnippets ab, bis Macklemore unter einem lauten Knall schließlich vors Publikum springt. Schon nach den ersten Takten ist klar: Heute geht es richtig pompöse zur Sache! Macklemore hat schließlich auch haufenweise Unterstützung mit dabei: Tänzer*innen, sein DJ Beeba, ein Schlagwerk, Gitarre, Trompeten und Eric Nally („Ain’t gonna die tonight“) begleiten ihn über das gesamte Konzert hinweg.

We are gonna get hot tonight, it will be crazy!“, ruft Macklemore ins Mikrofon. Ein Versprechen, das sich mehr als erfüllen wird. Er nimmt die Sonnenbrille ab, genießt den Blick ins Publikum. „You know, we have a lot of food backstage. I can’t eat all of it, so I wanna share it with you guys”, erklärt er kurz und lässt sich einen Obstkorb auf die Bühne bringen. Ehe die Äpfel in der Menge landen, jongliert er noch kurz damit. „Who wanna have bananas?„, fragt er und wählt gleich darauf jemanden von der vordersten Balkonreihe aus, dem er in drei Versuchen eine Banane zuwerfen will. Macklemore verfehlt aber jedes Mal sein Ziel,  tut dies aber mit einem „only one was my fault, you know“ ab.

 

Macklemore nützt jeden Zentimeter der Bühne für seine Performance, steigt immer wieder in die Choreografie der Tänzer*innen mit ein und steht einige Male selbst am Schlagwerk. Im Hintergrund laufen abwechselnd Mitschnitte aus den Videos und die Bilder der Livekameras. Macklemore weiß, was feiern bedeutet, das Publikum reißt er darin mühelos mit. Skylar Greys Part in „Glorious“ müsste man nicht einspielen, da ihn die Menge ohnehin fast übertönt. Er strahlt durchwegs über das ganze Gesicht, verrät aber auch bald den Grund für seine endlose Energie: „I have a 2 ½ year old daughter, I love her so much, she is my best friend“ und erklärt, dass sie meistens mit ihm gemeinsam tourt, diesmal aber nicht dabei sein kann. Ein lautes „Oooh“ ertönt vom Publikum, er hält kurz Inne, beginnt noch breiter zu grinsen und endet: „Because she got a brand new sister!“ Weshalb er „Marmalade“ seiner Tochter widmet, es sei ihr Lieblingslied und habe versprochen, es für sie zu spielen.

Bei „Intentions“ holt er die Menge wieder etwas runter. Lediglich ein paar Spots beleuchten die Bühne, Macklemore steht in der vorderen Bühnenmitte beim Mikrofonständer, die einzige musikalische Begleitung ist ein Flügel. Der Rapper setzt sich schon lange für Gleichberechtigung, unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft, sexuelle Orientierung, ein. Bei der Ankündigung zu „Same Love“ stellt er dies in einem längeren Monolog nochmal klar. Sämtliche Handy schnellen nach oben, um seine Botschaft festzuhalten: „We are here to celebrate our diversity. Every single one of you is welcome here tonight and will be welcome at all future shows!“

Die Temperaturen in der Halle übersteigen das Durchschnittskonzert bereits bei Weitem, doch Macklemore versucht ständig, noch etwas draufzusetzen. Er verwandelt jeden Song in eine eigene kleine Show, wechselt dazu sogar mehrmals die Outfits, meist passend zu seinen dazugehörigen Videos. Bei „Dance Off“ holt er zwei aus dem Publikum auf die Bühne, damit diese sich tänzerisch ein Duell liefern. Ein Fan bietet zwar einen sehr ästhetischen Worm-Move dar, gegen das wirkliche Tanzen seiner Kontrahentin hat jener aber keine Chance. Später nach der Show holt Macklemore die beiden noch schnell hinter die Bühne. Er erinnert das Publikum noch mal daran, dass es sich um ein HipHop-Konzert handelt und bittet auch jene am Balkon, endlich aufzustehen, „because now I can see all your beautiful faces“. „I want you to party real hard, like it’s 1978”, mit diesen Worten erteilt er Handyverbot, damit auch wirklich alle genauso feiern, wie es sich für ihn gehört – „like the ceiling can’t hold us“. Und das Gasometer kann der Show schlussendlich wirklich nicht standhalten. Was wohl den wenigsten währenddessen aufgefallen ist: Es ist nicht nur subjektiv erlebt das heißeste Konzert, die Temperaturen lösen tatsächlich den Co²-Alarm aus, inklusive Feuerwehraufgebot.

Dave B kommt erneut auf die Bühne und gemeinsam mit Eric Nally wird „Corner Store“ performt. Sofort nach der Zugabe fliehen viele vor der Hitze aus der Halle. Macklemore bleibt aber dennoch auf der Bühne, um mit den wenigen Verbleibenden noch zu tanzen – bis das Personal den Konzertbereich schließt.

Fazit: Macklemore bringt eine Energie auf die Bühne, von der sich einige etwas abschneiden könnten. Trotz der Show und dem vielen Drumherum, muss die Musik nichts einbüßen, er rappt sich problemlos und deutlich durch die Songs. Lediglich bei manchen Titeln übersteuert der Bass unangenehm – was beim Gasometer aber nichts Neues ist. Macklemore, die Band und sein kompletter Support liefern eine grundsolide Show ab und schaffen es, die Stimmung auf einem konstanten Hoch zu halten.

Weitere Fotos des Abends:

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