„Man wird sich immer gegenseitig diskriminieren“ // Leila Akinyi Interview

Im Rahmen der jüngsten Wien-Ausgabe der HipHop-Late-Night-Show Rapper lesen Rapper kam es neben Darbietungen von misses U, Alice D, Esrap und des FM4-Radiomoderators Kristian Davidek auch zum erstmaligen Österreich-Auftritt der Kölner Räpperin und Sängerin Leila Akinyi. Nach einigen humorvollen Lesungen sorgte die sonnig-charismatische Musikerin mit „Aber“ von Eko Fresh für einen ernsten Abschluss in der ausverkauften Urania hier ein Mitschnitt. Der heuer erschienene Track ihres Kölner Kollegen behandelt das Leben zwischen den Stühlen, wobei je ein Part aus der Sicht eines Deutschen, eines Türken und eines Deutschtürken geschrieben ist. Unweigerlich sieht sich auch Leila Akinyi mit derartigen Perspektivwechseln konfrontiert, ist sie doch als Sechsjährige von der kenianischen Großstadt Mombasa nach Deutschland übersiedelt.

Musikalisch stehen bei Leila Akinyi bis dato die Solo-EP „Afro Spartana“ sowie die mit Camufingo aufgenommene „Morgenkämpfer“-EP zu Buche, die sich beide stark dem schwarzen Selbstbewusstsein widmen. Die Thematik bildet auch einen Grundpfeiler unseres Interviews, das zudem Leilas frühkindliche Erinnerungen an Kenia, ihre Tätigkeit als Musikpädagogin, den Mangel an HipHop-Produzentinnen und die Lehren einer missglückten Zusammenarbeit mit Melting Pot Music behandelt.

Leila Akinyi
Fotos: Moritz Nachtschatt

The Message: Du bist erstmals in Österreich und meintest vorhin bei „Rapper lesen Rapper“, dass dir die Leute hier so nett vorkommen. Wie zeigt sich das für dich?
Leila Akinyi: Ich bin ein sehr offener Typ. Als wir zum Beispiel noch in Köln am Flughafen waren, war da ein älteres Paar und ich habe die Dame gefragt, ob ich ihren Koffer tragen kann. Wir waren am Weg zum Flugzeug, die Treppen waren lang und sie war sehr langsam. Ich habe gefragt, ob ich helfen kann und wir sind ins Gespräch gekommen. Es kommt sehr oft vor, dass du als schwarze Person einer weißen Person helfen möchtest oder auf etwas ansprichst und die total komisch reagieren, gerade in der älteren Generation. Die waren aber total freundlich. Ich habe ihr erzählt, dass ich Musik mache und das erste Mal in Österreich bin – sie lebt hier, fliegt aber immer wieder nach Köln, um Freunde zu besuchen. Vorhin kam auch ein Gast zu mir, der mir Props für meine Musik gegeben hat. Damit habe ich nicht gerechnet. Ich merke einfach, dass ich hier herkomme und das wertgeschätzt wird, was ich mache.

Fehlt dir diese Anerkennung sonst manchmal?
Ja, schon. Vielleicht aber auch, weil ich es in Deutschland kenne und die Leute mich kennen, ich weiß es nicht. Ich finde, die Leute hier sind offener und sehr freundlich. Es kommt immer darauf an. Ich bin ja auf einer Veranstaltung und jeder Besucher hat sich bewusst dafür entschieden, zu kommen. Es gibt bestimmt andere Ecken, in denen ich nicht willkommen bin.

Die gibt es hier wohl mindestens im gleichen Ausmaß wie in Deutschland…
Ich habe schon das Gefühl, dass es hier sehr nett und sehr offen zugeht. Die Menschen, die hier sind. Ich habe auch schon Veranstaltungen erlebt, wo das ganz und gar nicht so war.

Du hast zu Beginn deine Hautfarbe als Problem im Umgang mit gewissen Leuten angesprochen. Du bist ja als Sechsjährige von Mombasa nach Köln übersiedelt. Rein gefühlsmäßig: Sind solche Situationen seither eher mehr oder weniger geworden?
Als Kind habe ich das gar nicht verstanden. Das einzige, das sich seither geändert hat, ist meine Einstellung dazu. Dass ich bin da rausgewachsen und stärker geworden bin und weiß, wie ich mich dagegen wehren kann. Langsam habe ich verstanden, was eigentlich wirklich auf dieser Welt los ist. Als Kind hat mir das niemand erklärt. Aber sonst hat sich da nicht viel geändert.

Und was das Selbstverständnis und Selbstbewusstsein von Afrodeutschen betrifft?
Ja, das kann sein. Ich habe ja 2016 „Afro Spartana“ rausgebracht und plötzlich war dann so eine Welle, wo auf einmal jeder davon gerappt hat, dass er Schwarz ist. Dass ich und andere Leute – Megaloh und so weiter – in der Öffentlichkeit stehen und so offen darüber sprechen, spielt glaube ich schon eine wichtige Rolle für die Jugend und das Volk spielt, weil sie Vorbilder haben. Oder Leute, an die sie sich klammern können und an denen sie sich festhalten können.

„Ich bin jetzt auch wieder eine Schwarze, die Musik macht“

In Wien gibt es das Magazin Fresh, das sich zur Aufgabe macht, den „Black Austrian Lifestyle“ sowie die zweite und dritte Generation der afrikanischen Diaspora in Österreich zu repräsentieren. Dort wird konstatiert, dass Schwarze Persönlichkeiten in der Öffentlichkeit fehlen und ihre mediale Präsenz fast gänzlich auf Nischen wie Sport oder Musik beschränkt ist. Inwieweit siehst du das als Problem?
Wenn, dann würde ich das Problem eher bei uns selbst sehen. Man kann ja nicht immer die Schuld bei anderen Leuten suchen. Ich bin jetzt auch wieder eine Schwarze, die Musik macht (lacht). Wir wachsen halt mit der Musik auf. Natürlich wäre es schön, wenn eine Schwarze Person auch einmal Anwalt oder Polizist wird und wir uns mehr ins Volk mischen. Ich glaube da liegt das Problem. Wir vermischen uns zwar, aber sind noch nicht überall. Wir nehmen bisschen Überhand, was Musik, Tanz und kreative Sachen angeht, aber es gibt ganz viele Baustellen, die wir erst betreten müssen beziehungsweise wo wir erst mit einem Bein drinstehen müssen.

Da gibt es halt auch wieder die andere Seite. Die Wiener Polizei ist etwa in Verruf, Racial Profiling zu betreiben. Die Hürden, gewisse Jobs zu bekommen, dürften für Schwarze ungleich höher sein. Wo könnte man da ansetzen?
Es ist eh voll schwierig. Rassismus ist ja etwas Systematisches. Man könnte das nur bekämpfen, wenn die Weißen sagen: ‚Okay, White Privilege. Wir wissen davon, ist aber nicht cool. Wir wollen, dass es gerecht für alle ist.‘ Ich kann das gar nicht bekämpfen. Das kann nur der bekämpfen, der davon profitiert und das ist jemand wie du oder jeder andere. Ich kann dagegen kämpfen, aber ich glaube, die Leute würden eher aufwachen, wenn ich mit dir zusammen rausgehe und wir zusammen dagegen ankämpfen. Wie gesagt, das System ist für weiße Menschen gemacht und da hast du als schwarze Person gar keine Chance – du kannst da und da hingehen, aber am Ende sind die sowieso miteinander verzweigt. Ich kann nur sagen, dass wir die andere Seite brauchen.

Leila Akinyi

Deine EPs „Afro Spartana“ und „Morgenkämpfer“ gehen stark in Richtung schwarzes Selbstbewusstsein. Du hast mal behauptet, nie auf diese Thematik reduziert werden zu wollen. Die Tracks ziehen aber besonders gut. Wie gehst du mit dieser Situation um?
Es geht meistens nur darum, wie auch Eko Fresh sagt. Anfangs hat es mich genervt uns es nervt mich eigentlich immer noch, aber ich habe einfach gemerkt, wie wichtig das Thema ist und dass man darüber sprechen muss. Deshalb habe ich dann auch die „Morgenkämpfer“-EP mit Camufingo gemacht, die ja komplett in diese Richtung geht. Weil ich so viel Zuspruch bekommen habe, Leute zu mir gekommen sind und sich bedankt haben. Ich möchte den Menschen etwas Gutes tun und in dem Moment habe ich verstanden, dass ich einen Weg gefunden habe, mit Rassismus umzugehen. Ich kann andere Menschen mit der Art, wie ich damit umgehe, stärken und Vorbild sein. Plötzlich hat man eine Stimme und merkt, dass wirklich viel verkehrt läuft. Deswegen erwähne ich dann mal: ‚Ich habe keinen Bock mehr, nur weiße Menschen im Fernsehen zu sehen! Wo sind die schwarzen Leute?‘ Es sind ja Sachen, die einen beschäftigen. Nur, dass man Angst hat, sie auszusprechen. Aber mit dem Zuspruch der Leute habe ich erkannt, dass das ein wichtiges Thema ist, das nicht ignoriert werden darf. Es geht mich, dich und jeden was an.

Du hast ja bereits lose deinen ersten Longplayer angekündigt. Welche Themenbereiche werden auf diesem noch zur Geltung kommen?
Es wird glaube ich sehr persönlich. Alles von mir ist persönlich, aber ich mache gerade eine schwierige Phase durch, was Freundschaft und Menschen angeht – Zusammenhalt, alleine oder im Team, wer ist real und wer ist nicht real? Aber in meinen Texten wird immer irgendwie ein Satz gedroppt, der darauf hinweist, dass ich Schwarz bin.

„Damit Menschen aufhören Fleisch zu essen, müssen sie geheilt werden“

Es ist sicher schwierig zu durchbrechen, darauf reduziert zu werden – womöglich bekommt dann erst wieder diese eine Zeile am meisten Resonanz.
Was schade ist! Ich habe jetzt zum Beispiel einen Song, der „Fernseher“ heißt – da sage ich: ‚Ich bin ein Fernseher; nicht mehr lange und das was passiert im Fernseher, wird gescheh’n vor deiner Tür. Die and’re Seite leidet und es berührt mich, es fehlt Empathie. Wir sind gut im Beschweren, kaum einer bemüht sich. Es sind die mutigen, die sich wehren. Steh auf, mach die Augen auf, die Welt benötigt deine Stimme auch! Steh auf, geh auf die Straße raus!‘ Also letztendlich geht’s um Frieden und Rassismus ist nur ein Unterthema, das da mitspringt.

Woher nimmst du die Kraft, mit schwer zu verarbeitenden Themen so positiv gestimmt umzugehen?
Ich glaube, das ist einfach meine Einstellung. Ich habe eine Liebe für Menschen. Ich versuche immer, vorausschauend zu denken und Menschen zu verstehen. Ich checke dann: ‚Der hatte noch nie mit einem Schwarzen zu tun und deshalb Angst davor.‘ Die komplette Gesellschaft, überall auf der Welt sind wir ja „gefährlich“. Gerade werden Moslems extrem schlechtgeredet und meine Tante hat Angst vor kopftuchtragenden Menschen – dabei trägt sie selber manchmal ein Kopftuch und ist komplett vermummt. Es ist wie so eine Krankheit, wie beim Fleisch. Natürlich ist Fleisch nicht gesund, aber die Menschen sind quasi krank, wir sind abhängig davon. Damit Menschen aufhören Fleisch zu essen, müssen sie geheilt werden. Es ist wie Rassismus so tief eingeprägt, wir bekommen vieles einfach nicht mehr mit, es ist halt unterbewusst da. Und Feuer kannst du nicht mit Feuer bekämpfen. Menschen haben einfach dieses Hierarchie-Ding, jeder will ganz oben stehen und man wird sich immer gegenseitig diskriminieren. Das wird in irgendeiner Form immer da sein. Rassismus? Ich hoffe, dass es irgendwann aufhört, aber das Denken ist so tief eingeprägt. Und sobald es ein Problem gibt, zeigen sie ihr wahres Gesicht.

Auf „Maisha“ rappst du, dass du deine Wurzeln nie ganz verlassen kannst und sie dich nie loslassen. Hast du Erinnerungen an deine Kindheit in Kenia? Und gibt es heute noch einen Bezug?
Die Musik höre ich noch und ich habe immer noch in Erinnerung, wie wir zur Schule gegangen sind und draußen gespielt haben. Es ist eigentlich total süß, aber meine Erinnerung an Kenia und an Afrika ist sehr paradiesisch. Es sind überall Früchte auf den Bäumen, du kannst Mangos pflücken, Papayas, Bananen, egal was. Du musst das nicht irgendwo kaufen gehen. Du bist frei, bist in der Natur, kletterst auf Bäume, baust deine Spielzeuge mit der Natur – aus Sand und allem, was du findest. Das ist so mein Bezug. Und dann habe ich noch meine komplette Familie dort. Wir sind nicht so viele hier. Meine Mutter ist damals mit mir rüber, mein kleiner Bruder ist schon in Deutschland geboren, dann ist die mittlerweile leider verstorbene Schwester von meiner Mutter rüber und hat ihre drei Kids mitgebracht.

Hast du noch Kontakt zu den restlichen Familienmitgliedern?
Ganz wenig, aber wir telefonieren oder schreiben manchmal.

„Ich bin die ersten sechs Jahre meines Lebens quasi ohne Mutter gewesen“

Du bist in Schulen als Musikpädagogin aktiv. Wie und aus welcher Motivation heraus hat sich das ergeben?
Ich hatte immer schon die Motivation, mit Kindern zu arbeiten. Ob Musik, Tanz, egal was. Meine Tante ist Zirkuspädagogin, das ist eine Ausbildung, die es noch nicht so lange gibt. Sie hat die Ausbildung mit einem guten Freund gemacht. Der hat sich dann selbstständig gemacht und einen Verein gegründet, der Leute an verschiedene Schulen schickt, die AGs (Arbeitsgemeinschaften aka Freigegenstände, Anm.) anbieten. Er kam dann auf mich zu und hat mich gefragt, ob ich nicht Lust habe, mit Kindern zu arbeiten. Jetzt bin ich seit drei, vier Jahren dabei. Die größte Motivation kommt daher, dass ich als Kind niemanden hatte, der mich supportet hat, mir Liebe gegeben und und Dinge erklärt hat.

Ist das auf die Zeit in Kenia bezogen oder auf danach?
In Kenia und hier. Ich habe in Kenia bei meiner Tante gelebt, weil meine Mutter relativ früh nach Deutschland gezogen ist. Als ich dann mit sechs nach Deutschland kam, war es für meine Mutter schon schwierig, eine Beziehung mit mir aufzubauen. Ich bin die ersten sechs Jahre meines Lebens quasi ohne Mutter gewesen. Meine Tante war auch keine Ersatzmutter für mich, die hat mich nur gestresst und war nicht cool zu mir. Als ich dann nach Deutschland gezogen bin, war ich sehr introvertiert und habe nicht mehr so einfach aufgemacht. Deswegen hatte meine Mutter Schwierigkeiten, einen Bezug zu mir zu finden. Aber wahrscheinlich auch, weil sie es selbst nicht so kannte. Es kommt ja immer auch auf die eigene Erziehung an.

Was hat dich erziehungstechnisch besonders geprägt?
Ich glaube, ich bin nie Erwachsen geworden. Ich werde auch nie erwachsen werden – also klar, auf irgendeine Art schon, auf meine Art. Aber eigentlich hast du ja deine Eltern, die dir Step-by-Step alles Mögliche beibringen, dann wirst du zur Frau oder zum Mädchen. Irgendwann sagt man dann: ‚Ich bin jetzt eine Frau‘ Dann bist du aber durch voll viele Prozesse gegangen. Das hatte ich halt nicht und deswegen werde ich wohl ewig ein Kind bleiben.

Leila Akinyi

Noch etwas anderes: Ich recherchiere gerade über Produzentinnen im HipHop-Bereich. Ihr Anteil ist bis heute extrem niedrig – vor allem abseits von Rapperinnen, die nebenbei produzieren und dafür kaum Aufmerksamkeit bekommen. Hast du mal aktiv mit Produzentinnen zusammengearbeitet oder auch selbst Erfahrung beim Produzieren?
Ne, auch nicht aktiv gesucht. Aber es wäre geil, wenn es welche gäbe. Ich produziere schon auch selbst, nehme mich selber und auch meine Kids auf. Also ich bin Produzentin, aber nicht auf dem Niveau. Ich glaube, das ist nochmal eine Welt für sich, die sehr viel Zeit beansprucht. Ich habe mega Bock, zu produzieren, aber es kommt erst langsam. Jetzt ist auch mein MacBook abgestürzt und ich muss warten, bis ein neues Gerät da ist.

Ich finde den Kontrast interessant. Rapperinnen konnten sich schon vor Jahrzehnten etablieren, Produzentinnen haben heute noch einen absoluten Exotenstatus. Glaubst du, dass es – im Gegensatz zum Electronic-Bereich, wo es viele Produzentinnen und weibliche DJs gibt – an Vorbildern mangelt?
Die gibt es irgendwie nicht. Aber stimmt, dort ging das sogar noch viel früher los. Ich glaube, im HipHop-Bereich kommt das mit den DJs auch so langsam. Meine Make-up-Artistin ist zum Beispiel auch DJ. Wir hatten zuvor andere DJs, aber die waren nicht so cool und haben ihr dann gesagt: ‚Hey, mach du das einfach!‘ Sie hat letztens ihr erstes Set gespielt. Ich will auch ein bisschen auflegen. Aber du hast vollkommen Recht, wir brauchen Produzentinnen. Es gibt doch diese Melbeatz!

Die ist halt locker 20 Jahre dabei und im deutschsprachigen Raum bis heute die einzige, die sich nachhaltig eingeprägt hat…
Da müssen wir dran arbeiten! Dann werde ich jetzt Producer und produziere meine Sachen selbst (lacht). Warum nicht? Man braucht natürlich, bis man das Niveau erreicht hat.

Hast du Vorbilder beim Produzieren?
Ne, ich verfolge das nicht so. Natürlich gibt es Michael Jackson oder Lauryn Hill, die ich total feiere, aber ich habe keine wirklichen Idole. Aber ich habe meine Jungs, Yaya zum Beispiel. Da gehe ich gerne hin – er ist so komplett drinnen und weiß, was gerade abgeht. Er hat mir auch Yung Hurn gezeigt. Da erfahre ich irgendwie alles, wer die Beats macht und wo was herkommt. Fürs selber Recherchieren habe ich auch nicht wirklich Zeit. Wenn ich anfange, andere Sachen zu hören, bin ich immer so: ‚Leila, du machst selber Musik! Mach mal, jetzt!‘ Weil ich da noch eine Baustelle habe und tausende Songs, die noch fertig gemacht werden müssen. Aber ich glaube, die Zeit kommt noch. Wenn ich schon geliefert habe und meinen Stand habe. Ich habe ja jetzt leider auch nicht so eine krasse Reichweite.

Leila Akinyi

Du hast vorhin auch erwähnt, dass du derzeit bei keinem Label bist. „Afro Spartana“ und „Morgenkämpfer“ kamen ja noch über Melting Pot Music raus…
Nicht mehr und ich bin so glücklich. Das ist der größte Scheiß den es gibt, die haben mich komplett abgezogen und ich bin froh, dass ich da weg bin. Da bin ich nicht die einzige  Goldroger, Dienst & Schulter sind ja auch weg. Ich glaube, der einzige, der noch da ist, ist Veedel Kaztro.

Ist mir auch schon aufgefallen, dass es in den vergangenen zwei Jahren sehr ruhig um MPM wurde.
Das liegt daran, dass Oli einfach Scheiße baut – also der Manager. Er macht keine Abrechnungen für dich und gibt den Leuten ihr Geld nicht. Er steckt alles in seine Tasche. Er hat damals 10.000 Euro für mich beantragt, damit ich Videos drehen kann. Die wurden auch genehmigt, aber kurz danach haben wir uns getrennt, als ich zu ihm meinte: ‚Hey, ich würde mich gerne mal mit dem Label und dem Booking zusammensetzen.‘ Plötzlich hatte er keinen Bock mehr. Ich dachte, wo ist das Problem? Da war mir klar, mit wem ich es zu tun habe. Genau das hat er halt auch mit allen anderen gemacht. Deswegen sind die auch alle weg. Schade. Jeder Künstler, der dort mitgemacht hat, hat Melting Pot eigentlich gepusht. Ich meine, ich habe da angefangen und plötzlich krasse Anfragen gehabt – ich habe zum Beispiel für Boiler Room performt und war im Fernsehen für eine Sendung über Heimat. Oli ist halt immer mitgekommen, durfte die Leute kennenlernen und plötzlich war Melting Pot im Fernsehen.

Du meinst auf den Schultern der Acts?
Ja, quasi auf meinen Zug gestiegen. Ich habe den eigentlich gar nicht gebraucht. Das einzige, was er mir gebracht hat war, dass er bei der Juice angerufen hat: ‚Hey, veröffentlicht mal ihr Video!‘ Alles andere kam von selbst. Aber vielleicht war es gut, dass es so war. Ich habe viel gelernt in der Zeit. Ich weiß, wie ich es nicht mache und welche Fragen ich stelle, wenn ich mit einem Label zusammenarbeite. Und ich habe gelernt: Wenn du einen Manager hast, ist es am besten, du nimmst ihn zu einem Label mit. Dann gucken die sich gegenseitig auf die Finger. Weil Oli war mein Manager, es war sein Label und mit dem Booking hat er auch zusammengearbeitet. In diesem Fall war es ein Team. Sie haben sich zusammengetan und gegen mich gearbeitet.

Dein Album planst du vorerst ganz Independent?
Jetzt mache ich es mal auf Independent, nehme Musik auf und schaue einfach, was passiert. Wie ich es vorher gemacht habe. „Afro Spartana“ war auch so ein Ding. Ich habe einfach gemacht, was ich machen wollte. Dann bin ich auch so weit gekommen – und das werde ich auch weiterhin machen.

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