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Kontra K und die Armee der Klonkrieger

 

Pünktlich, einen Monat vor dem baldigen Tourstart im November, meldet sich Kontra K mit der neuen Single „Soldaten 2.0“ zurück. Ein kurzes Statement einerseits natürlich, um die Fans auf die Tour heiß zu machen. Andererseits sagt die „2.0“ auch einiges über den aktuellen Zustand des musikalischen Werkes des Berliners aus, dazu später mehr. Denn Kontra K steht mittlerweile mit beiden Beinen fest in der deutsprachigen Musikbranche und hat sich über dutzende Releases in den deutschen Rapmainstream und in die Herzen vieler Zuhörer geschrieben. Dabei achtete er stets penibel darauf, sich in musikalischen Aspekten weiterzuentwickeln und dennoch den Kontakt zu der eigentlichen Fanbase zu wahren. Eine Gratwanderung und ein genauer Blick in das Publikum bei einem seiner Konzerte genügt. Knapp drei Jahre nach seinem wirklichen Durchbruch und zwei Labelwechseln zeigt sich Kontra K von seiner musikalischen Schokoladenseite mit Musik, die ins Ohr geht und die Emotionen bei den Fans weckt. Motivationsmucke mit einem einheitlichen Themenrepertoire, schließlich singt Kontra von alltäglichen Themen wie Freundschaft, Loyalität, Liebe und verbindet sie in Gegensatzpaaren mit Wörtern wie Feindschaft, Verrat und Hass. Zu den kontrastierten Texte findet der Zuhörer schnell Zugang und die Identifikation der eigenen Person mit der Musik fällt einfacher. Leider differenziert der Berliner dann doch ziemlich wenig und schafft es nur selten, einen reflektierten Zugang zu offenbaren die Graustufen fehlen.

Und diese eben angesprochenen, keinesfalls inhaltslosen, aber dennoch inhaltlich beschränkten Texte offenbaren das immer größer werdende Loch in Kontra Ks Künstlerleben. Anstatt einer kreativen Schaffenspause und einer musikalischen Selbstfindung nach dem letzten Album, arbeitet er in seiner Anpackermanier weiter an Neuem und steuert gefühlt unaufhaltsam auf den Abgrund der Themenlosigkeit zu. Um darüber hinwegzutäuschen, wird Altbekanntes neu verpackt, nicht nur textlich, sondern auch musikalisch, schließlich besteht der Beat aus einem Sample von „Bitter Sweet Symphony“. Und auch die Namensgebung illustriert das gerade Erwähnte wunderbar. Anstatt eines neuen Titels gibt es ein „2.0“. Und wenn ein Künstler an dem Punkt ankommt, an dem er der Unterscheidbarkeit seiner Einzelwerke wegen Zahlen an Titel hängen muss, sollte es schleunigst zu einer Veränderung kommen. Die Tinte im Füller wird ja auch schließlich weniger, wenn man nicht absetzt.

Und dennoch, Kontra K erschuf erneut einen Ohrwurm mit ansehnlichem Video von Shaho Casado, der Bock auf die neue Tour macht. Am 5. Dezember spielt der Berliner in der Wiener Arena.. Vor seinem letzten Album trafen wir uns mit ihm bei seiner letzten Tour im Flex zu einem Interview.

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