Kinetical & P.tah

„London ist die Brutstätte für Clubmusik“ // Kinetical & P.tah Interview

Kinetical & P.tah
B. Ranx, P.tah & Kinetical. Fotos: Moritz Nachtschatt

Nachdem Kinetical & P.tah in den vergangenen Jahren bereits punktuell auf Tracks zusammengearbeitet haben, ist Ende November mit der „Ghost-EP ihr erstes gemeinsames Release erschienen. Die beiden technisch versierten Rapper sind seit vielen Jahren in der heimischen Bass-Music-Szene verankert, auf ihren elf gemeinsamen Tracks dringen vor allem Grime-Elemente durch. Bei frostigen Außentemperaturen sind wir mit Kinetical, P.tah und ihrem DJ B.Ranx ins Cafe im Wiener Radiokulturhaus geflohen, um über „Ghost“, die Anfänge ihres Faibles für (UK)-Bass-Music sowie einige weitere Hintergründe und Anekdoten zu plaudern.

The Message: Kinetical hat bereits erwähnt, noch nie so zufrieden mit einem eigenen Release gewesen zu sein wie mit „Ghost“. Wie perfektionistisch seid ihr an die EP herangegangen?
Kinetical: Bei mir ist es definitiv das höchste Level von dem, was ich in den letzten gut zehn Jahren gemacht und veröffentlicht habe. Alles davor waren im Zimmer produzierte Beats und im Zimmer aufgenommene Sachen. Ich bin nie in ein größeres Studio gegangen und habe nie viel in Mixing oder Mastering investiert. Von dem her: Shoutout an Mirac, er hat echt viel zur Qualität des Ganzen beigetragen.
P.tah: Aber du stapelst auch tief. Was Kinetical in den letzten zehn Jahren für mich ausgemacht hat, war, dass er auf hunderten Raves performt hat, dann ist er noch mit den Berlinern iLLBiLLY HiTEC durch Lateinamerika getourt – es ist einfach ein anderes Business als das Recorden.

Vom Gefühl her war Kinetical für mich immer in erster Linie der Live-MC, bei P.tah wirkt es etwas ausgeglichener.
P.tah:
Ich sehe mich schon auch als Live-MC und denke, dass viel Musik von mir erst live richtig überzeugen kann – es ist Clubmusik. In den vergangenen Jahren war es nicht viel Sound, der chillig zu Hause funktioniert. Für mich ist es aber immer wichtiger geworden, einen gewissen Standard zu erreichen, was das Produzieren und die Qualität der Aufnahmen betrifft – da kommt immer viel Support über Duzz Down San.
Kinetical: Ich habe bis jetzt immer Projekte gemacht, die komplett von einem Produzenten waren. Diesmal konnten wir aus einem großen Feld an Produzenten picken.

Wer war dabei der Kurator?
P.tah: Eh beide. Man schreibt halt mit Produzenten und kriegt viel zugesandt. Mit OH91 aus Bristol war es zum Beispiel eine Internet-Geschichte – er ist ein Grime-Produzent, der voll vorn dabei ist. Seine Produktionen sind Standard bei Sessions auf Rinse FM und BBC One, er legt auch Boiler-Room-Sets auf. Er hat uns viel mehr geschickt, als wir gebraucht haben und freut sich, wenn das ankommt. Die anderen Produzenten waren aus unserem Umkreis. Mit DMG haben wir vorher schon zusammengearbeitet, mit Mirac sowieso.

Und Deasus aus Prag?
P.tah:
Von ihm habe ich Beats übers Netz bekommen. Er hat die „Leng“-EP gehört und daraufhin haben sich viele Produzenten bei mir gemeldet. Gerade Leute, die Grime feiern, das schätzen, was wir machen und eher aus eigenem Interesse Beats schicken. Ich habe noch nie wen angeschrieben oder um Beats angebettelt, alles ergab sich natürlich oder durch gegenseitigen musikalischen Respekt.

Kinetical & P.tah

Wann bist du das erste Mal mit Grime in Berührung gekommen? Das muss ja schon viele Jahre zurückliegen.
P.tah:
2008 habe ich meine erste Solo-EP rausgebracht, wo ich mit Cle Beats gebaut habe, der damals hauptsächlich für die Hörspielcrew produziert hat. Da waren die ersten auf 140BPM orientierten Beats drauf, aber es hat weitaus weniger fett geklungen. 2009 kam dann das letzte HSC-Album, wo viele synthlastige und UK-orientierte Beats dabei waren. Das war auch in der Zeit, wo ich viel mit Kamp und VOZ unterwegs war. Da wurde mir klar, dass ich im Boombap-Genre nicht das größte Interesse habe, drüberzuflowen. Das hat mir nicht so den musikalischen Hype gegeben wie Bass-Music.

Aber wie hat sich dieser starke UK-Fokus ergeben? Die meisten orientieren sich ja doch vor allem an US- und Deutschrap.
Kinetical:
Er hört wahrscheinlich auch mehr US-Rap als ich.
P.tah: Voll! Ich höre wirklich sehr viel Unterschiedliches, aber wenn es um Clubmusik geht, ist London für mich die Brutstätte und das Kreativste. Ich glaube auch, dass sich in den letzten zehn Jahren extrem viel von Amerika am Sound aus UK orientiert. Ganz offensichtlich war der große Austausch zwischen LA und London – etwa Flying Lotus und Hudson Mohawke –, vieles passiert auch unterschwellig. Ich glaube, dass der Austausch generell viel stärker ist, als wir denken. Grundsätzlich ist der Einfluss von Bass-Music auf HipHop unbestritten – was Brainfeeder und die experimentelleren Sachen betrifft, oder auch die EDM-Culture, die sich zu etwas ganz anderem entwickelt hat. Man muss bedenken, dass die Amis davor keine Raves, keine Tekno- oder Jungle-Kultur und auch kein Ecstasy hatten.
Kinetical: Ich glaube, dass viele Rapper in den letzten Jahren sehr aufmerksam auf die UK-Geschichten geworden sind. Zuerst Drake, der bei Boy Better Know signt und sich das Crew-Tattoo stechen lässt, dann A$AP Rocky, der mittlerweile in London wohnt.

„Ich glaube, dass sich die meisten Deutschen viel zu sehr anscheißen“

Im deutschsprachigen Raum und speziell in Deutschland wirkt es dafür immer noch extrem klein, auch wenn zuletzt die grimigen Tracks von Sylabil Spill bisschen Aufmerksamkeit bekommen haben.
Kinetical:
Voll, das ist ganz klein. Am ehesten noch in Hamburg. Ich habe auch in meiner Zeit in Berlin viel ausgecheckt. Da gibt es die Through-My-Speakers-Family, die haben mir die ersten Deutschrap-Tracks auf Grime vorgespielt – im Keller aufgenommen. Das ist schon dope, aber kommerziell nie richtig groß geworden. Die Deutschen sind halt gerade auf einer anderen Wave (lacht).
P.tah: Ich glaube überhaupt, dass sich die meisten Deutschen viel zu sehr anscheißen – die versuchen ja immer, alle Leute anzusprechen und alles von Trap bis Boombap abzudecken.
Kinetical: Für eine Weltstadt wie Berlin waren die Grime-Szene und die Grime-Partys sehr klein und überschaubar.

Du hast ja knapp zwei Jahre in Berlin gelebt. Was hat dich so schnell wieder nach Linz zurückgebracht?
Kinetical:
Ich musste mein Studium in Linz abschließen. Ich habe die letzten zwei Semester in Berlin gemacht, danach ein Jahr schwer getourt und schwer gechillt. Ich musste dann die Master-Prüfung antreten und mir ein Semester zum Schreiben Zeit nehmen, was in Berlin auf keinen Fall funktioniert hätte (lacht). Und die Liebe. Ich bin wieder mit meiner Freundin zusammengekommen. Die hat damals noch in Bad Ischl gewohnt und es hat sich gut ergeben, dass ich dort die Arbeit schreibe. Dann sind wir wieder in Linz gelandet. Ich hatte in Berlin aber von Anfang an das Gefühl, dass das nichts Dauerhaftes ist, weil es echt 24/7 Madness ist und du nie zur Ruhe kommst. Es war ein cooler Turn-up mit schönen Erlebnissen und Erfahrungen. Aber nach zwei Jahren Touren mit iLLBiLLY HiTECH und dem ganzen Wahnsinn wollte ich wieder sesshaft werden – es war schon Heimweh dabei. Ich fühle mich in Linz ja bisschen für die Szene verantwortlich, weil ich da viel spiele und Freunde von mir veranstalten. Ich schaue, dass ich meinen Sound dort vertrete und am Leben erhalte.

Kinetical & P.tah

In deiner Laufbahn hast du bereits einige Styles bedient. Zu Beginn als Live-MC auf DnB-Partys, später war Dancehall deine „Foundation“, jetzt bezeichnest du UK-Bass als „Main Passion“. Wie betrachtest du diese Entwicklung?
Kinetical:
Der Schein trügt ein bisschen. DnB habe ich angefangen und mache ich nach wie vor nebenbei. Es ist einfach eine coole Sache, weil die Szene groß ist, die Partys super sind und es funktioniert. Obwohl ich das privat nicht höre. Aber es sind meine Roots – die Jungle-Partys und der Boom um 2005, 2006. Dann ist es mit B.Ranks und NattyLoop – dem Dancehall-Soundsystem – losgegangen, da waren wir fünf, sechs Jahre richtig in diesem Zirkus drinnen. Nebenbei habe ich das Kinetical-Ding mit Reggae und später mehr Dancehall angefangen. Ich glaube 2009 war die erste 140er-Nummer auf einem Beat von der 4 Corners Crew aus Deutschland, wir haben es Reggae-Dubstep genannt. 2012 habe ich mit DJ Twang das Projekt Head Top Miners angefangen, das waren hauptsächlich 140er-Dubstep-Breakbeats. Bisschen deeper, aber vom Spitten her schon sehr grimig mit Doubletime. Das ist leider bisschen untergegangen, weil ich trotzdem nach wie vor eher in der Dancehall-Szene bekannt war. Das ist mir in den letzten Jahren eh immer wieder am Oasch ‚gangen (lacht). Viele glauben, dass das Switchen mit irgendwelchen Hypes zu tun hat. Na! Ich war 2008 in London, habe es gehört und es hat mir voll getaugt. Bei mir ist alles dazugewachsen – Im Großen und Ganzen sind es ja der Soundsystem-Kultur entsprungene Genres.

Zum Release von „Ghost“ hast du geschrieben, nach 15 Jahren Musik machen mit Duzz Down San erstmals ein Label gefunden zu haben, das dich richtig unterstützt. Wieso hat das früher nie geklappt?
Kinetical:
Ich habe seit 2005 immer nur independent auf SoundCloud und Bandcamp Sachen herausgebracht. Aber mit einem Label hat es sich nie ergeben. Oft kommen Leute her und fragen: ‚Wieso gibt’s dein Album von 2012 nicht auf CD?‘ Das ist schon bisschen zach gewesen. Ich kann nicht sagen, warum ich vorher nie etwas gefunden habe. Ich habe halt immer extrem viel kollaboriert. Wenn ich einen DnB-Track mit DubApe oder so rausgebracht habe, war das schon über ein Label, aber nicht meine eigenen Releases. Auch „Kineticore“ von 2016 war noch ohne Label, dem Stempel und den ganzen Pressesachen. Es ist eh an der Zeit und trägt dazu bei, dass es sich professioneller anfühlt.
B.Ranks: Es ist sicher auch der Vielseitigkeit geschuldet, dass du immer so viele Styles gefahren bist.
Kinetical: Definitiv. Und Duzz Down San passt genau als Label, das keine Genregrenzen setzt und generell sehr offen ist.

P.tah, du zählst bei Duzz Down San zu den nach außen hin präsenteren Leuten. Inwieweit bist du dort in die Label-Arbeit involviert?
P.tah:
Es wechselt sich ab, aber meine Hauptarbeit sind die monatlichen „ClubDuzz“-Events, die wir jetzt seit fünf Jahren machen. Und die Label-Nights, die immer wieder stattfinden. Dazu mache ich noch hier und da bisschen Artist-Betreuung und helfe bei Releases mit. Das Kernteam besteht aus Chrisfader, Testa, Mosch und mir und da wechseln sich die Arbeiten bisschen ab. Wobei Testa in den letzten drei Jahren das Meiste macht und Mosch sich zuletzt etwas zurückgezogen hat.

Du bist seit einem Jahr Vater, daneben mit diversen musikalischen Geschichten und deinem Brotjob als AHS-Lehrer eingebunden. Wie schätzt du dein derzeitiges Stresslevel ein?
P.tah:
Ich weiß es ehrlich gesagt nicht und müsste das in einem Jahr beantworten. Gerade ist es echt viel, weil die Wochenenden nicht wirklich zum Relaxen sind, sondern immer was zu tun ist. Aber das habe ich mir auch so ausgesucht. 2018 habe ich mehrere 10-Jahres-Partys mit Duzz Down San organisiert, eine EP mit Last Boogie rausgebracht, die „Leng“-Remix-EP, die „X“-Compilation von Duzz Down San und „Ghost“ – ja, es ist viel. Mila ist bei meiner Freundin super aufgehoben, wenn ich nicht da bin und ich versuche, nach der Arbeit sofort bei ihr zu sein und meine Freundin zu entlasten. Es ist jetzt schon viel weniger Freizeit, aber das ist bei ihr noch drastischer.
Kinetical: Er ist ein Wahnsinn. Ich arbeite seit einem halben Jahr 25 Stunden pro Woche, spiele an den Wochenenden, schreibe Texte und fahre nach Wien für Videos – und es war ein stressiges Jahr für mich (lacht).
P.tah: Aber ich hätte nicht diesen Output gehabt, wenn du nicht vorgelegt hättest. Es pusht voll, wenn wir einen Beat bekommen und du eine Woche später meinst, dass du einen Part drauf hast. Alleine hätte ich nicht so ein großes Projekt machen können, keine Frage.

Kinetical & P.tah

Wie seid ihr auf den Gambier T Smallz aufmerksam geworden, der die Hook auf „What You Gonna Do“ übernommen hat?
Kinetical: Vor einem Jahr hat mich ein DJ-Freund aus dem Dancehall-Business angerufen und gemeint, dass er mit T Smallz im Auto nach Linz sitzt – dem ultimativen gambischen Rapstar. Er wollte ihn uns unbedingt vorstellen. Wir haben dann einen Abend verbracht und uns gegenseitig Musik vorgespielt. Eine Woche haben wir in Wien und „Link Up“ aufgenommen. Einen Monat später – er war dann auf Tour in Deutschland und Finnland – ist er zurückgekommen und wir haben das Video dazu gedreht. Ein Jahr später waren wir bei Mirac im Studio und ich habe bei seiner Instagram-Story gesehen, dass er gerade in Schwechat gelandet ist. Ich habe ihn angeschrieben und einen Beat geschickt – er hat sich voll gefreut und sofort ein Video mit der Skizze einer Hook-Line zurückgeschickt. Später ist er ins Studio gekommen und wir haben die Nummer aufgenommen, es ist wieder voll geflutscht. Er ist ein sehr cooler Dude, musikalisch sehr offen. Er kommt eher aus der Afrobeat- und African-Reggae-Ecke.

„Wahrscheinlich wäre ich erfolgreicher gewesen, wenn ich diesen stereotypischen Raggaman durchgezogen hätte“

Mich hat die Stimme geflasht.
Kinetical:
Voll, hat uns auch ziemlich geflasht. Er ist in Gambia ziemlich big, macht für einen Handybetreiber Werbung und hängt dort auf den Riesen-Billboards. Er kommt immer wieder für paar Monate nach Europa und schaut, dass er immer möglichst viele Produzenten und Musiker kennenlernt.
P.tah: Auf jeden Fall kommt er ins Studio und haut sofort voll rein.
Kinetical: Er hat etwas komplett anderes aus dem Track gemacht. Mir ist irgendwie keine Hook eingefallen, T Smallz hat mich mit der Hook, die er uns zuerst als Skizze zurückgeschickt hat, rausgerissen und einen Hit daraus gemacht. Es ist ja überhaupt nicht komplex, aber sehr eingängig – und der Hauptpart liegt bei der Stimme.

Passiert es öfters, dass dir keine Hook einfällt? Du bist ja traditionell, auch als Featuregast, auf sehr vielen vertreten.
Kinetical:
Stimmt (lacht). In der Linzer HipHop-Szene habe ich dem einen großen Bekanntheitsgrad zu verdanken, weil ich für Def Ill jahrelang der Mann für die Hook war. Ich habe oft diese klassischen, eingängigen Reggae- und Ragga-Hooks geschrieben und möchte nicht abstreiten, dass ich ein Talent dafür habe. Aber es ist mir irgendwann zu fad geworden, dieses: ‚Der hört sich wie Buju Banton an und es klingt geil.‘ Ich konnte mich nicht mehr damit anfreunden, es war mir zu einfach. Ich habe mir gedacht, dass ich viel mehr drauf habe. Wahrscheinlich wäre ich aber erfolgreicher gewesen, wenn ich diesen stereotypischen Raggaman durchgezogen hätte. Normalerweise tu ich mir nicht schwer, eine Hook zu finden, bei „Ghost“ waren wir aber mehr auf die Bars und das Spitten fokussiert.
P.tah: Es ist es eine Herausforderung, auf darken, deepen Beats – also von der Soundästhetik her – eingängige Hooks zu machen. Wenn es melodiös ist, geht es viel einfacher und man kann schnell etwas draufsetzen. Bei Grime-Beats ist der Soundteppich oft schon sehr fett und dark umwoben, du kannst Bars spitten, aber um dann noch etwas draufzusetzen, ist oft eine Reduzierung notwendig, die keine große Melodie verlangt. Die größte Hook-Herausforderung war „Night Gone“, wo sich im Grunde ein Garage-Track und Trap-Drums abwechseln. Am Text und den Gesang-Lines haben wir lange im Studio gefeilt.
Kinetical: From scratch. Da braucht man viel Studiozeit, wenn man unvorbereitet reingeht, aber es kommt meistens etwas Cooles raus. Für mich war es die erste Autotune-Hookline.

Hast du dich früher bewusst dagegen entschieden oder hat es sich einfach nie ergeben?
Kinetical: Gewehrt habe ich mich nie dagegen, ich bin auch kein Autotune-Gegner. Aber ich kann halt Singen (lacht). Ich habe es schon versucht, aber nie darauf eingesungen. Manchmal haben Leute, die meine Tunes gemixt haben, meine Spuren noch „geautotunet“, damit es so klingt wie es klingen soll. Beim Dancehall war das schon so, aber ich habe nie wirklich damit im Ohr aufgenommen. In dem Fall war klar, dass es das ein bisschen braucht. Da hatte ich schon eine Originalvorstellung, wie die Hook dann klingen soll.

P.tah: Was war der Grundgedanke bei „Wo ich bleib“, wo du eher ambivalent über Wien rappst? Oder war das eher drauflos geschrieben?
P.tah:
Drauflos geschrieben, voll auf den Beat. Eh wie immer. Ich habe selten zuerst die Textidee. Ich bin auf den Beat eingegangen und somit hat sich das Thema ergeben. Inhaltlich geht’s um meine Liebe zu Wien, den Leuten, meinen Freunden. Schwarz-Blau zeichnet ein schreckliches Bild von Wien, dem wollte ich was dagegenhalten. Eigentlich kämpfe ich immer bisschen mit solchen Tracks – ich habe bisschen Angst vor Melodien, Kitsch und Pathos. Ich finde es schnell an der Grenze und drehe ab, wenn etwas Akkordwechsel oder Akkordfolgen beinhaltet, die ich schon hundertmal gehört habe. Bei dem Beat habe ich darüber hinwegsehen können, weil er fett produziert war. Grundsätzlich tu ich mir schwer mit eingängigen Hooks und eingängigen Sachen, in dem Fall hat Mirac nachgebohrt und gesagt: ‚Jetzt musst du halt eine hohe Hook drübersingen.‘ Er hat einfach viel Ahnung von Soundästhetik.

Wie sehen eure Pläne für 2019 aus?
Kinetical:
Ich werde den zweiten Teil meines Mixtapes „My Own Thing“ droppen – das war 2017 ja quasi mein erster Release auf klassischen UK-Grime-Beats. Das war, weil ich schon voll viele Texte, aber keine Beats hatte. Da kommt demnächst die Fortsetzung. Ich arbeite immer wieder nebenbei dran, wenn ich Bars habe, mir aber denke, dass es nicht Wert ist, einen coolen Track daraus zu machen. Aber es ist trotzdem ganz cool für ein Mixtape. Das sollte im Frühjahr kommen.
P.tah: ich bringe drei, vier Tracks auf chilligeren Beats raus, mehr kann ich aber noch nicht dazu sagen. Es sind Super-Special-Produzenten, die mir Sachen geschickt haben und es ist nicht Grime.

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