Österreichische Rapper & Produzenten über 2017 // Teil 1

Eine kleine Werkschau unserer Arbeit 2017

Wir haben genug von den Jahresrückblicken der Musikredakteure und lassen für euch die österreichischen Musiker selbst zu Wort kommen. Diese erzählen uns in zwei Teilen, wer sie heuer besonders beeindruckt und welches Video verzaubert hat sowie auf welche Newcomer wir 2018 besonderes Augenmerk legen sollten. Und das hat nicht zu viel mit dem zu tun, was beispielsweise Spotify uns an Top-Künstlern 2017, etwa Kollegah, Kontra K und Gzuz, präsentiert. Zudem erfahrt ihr, was von den Künstlern und ihren Labels im kommenden Jahr zu erwarten ist.

Fid Mella

Fid Mella (re.) und Jamin, Foto: Thomas Steineder

Ein vergleichsweise ruhiges Jahr hat Fid Mella hinter sich. „Civic„, das zweite gemeinsame Werk mit Jamin, hat der gebürtige Südtiroler komplett produziert. Abseits davon hat er eher punktuell Kollegen und Homies mit feinen Beats versorgt. Zu Weihnachten folgte mit „You Know its always Love“ die alljährliche Hector-Macello-Label-Compilation. Die Pläne von Fid Mella für 2018 klingen dafür vielversprechend: „Clefco und ich haben eine EP mit Young Krillin und Crack Ignaz gemacht, vielleicht kommt sogar das Kamp-Album“. Das langersehnte Comeback von Kamp mit Beats von Fid Mella wurde schließlich bereits vor einiger Zeit angekündigt. Außerdem ist bei Hector Macello ein weiteres Release von Anthony Mills & Clefco geplant.

Wandl – It’s All Good Tho Wandl ist genial. Das Album heuer war großartig, seine Liveshows auch, muss in jede Liste.

Bilderbuch – Magic Life Hat mich extrem begeistert. „Magic Life“ ist superfunky, unglaublich gut produziert und sehr geil gemischt, ein Meisterwerk.

T9 – Plastik aus Gold Ich bin ein großer Doz-9-Fan, ich liebe seinen unverkennbaren Style. Auch dieses mal Phänomenal produziert von Torky Tork. Eine Perle!

Brenk Sinatra & Morlock Dilemma – Hexenkessel Auch ein Highlight des Jahres. Morlockk und Brenk ergänzen sich perfekt und haben ein Album gemacht, das wie ein Film wirkt.

Kendrick Lamar – DAMN. Und Kendrick hat wieder mal ein fantastisches Album gemacht.

5 Medaillen für Wavyness 2017:
Harry Fraud für das Mixtape „The Coast“ und jede Menge wavy Beats dieses Jahr.
Dexter für „Haare nice, Socken fly“, weil Dexy ist wavy wie Max B.
G Perico – eine Entdeckung des Jahres, höre ich zur Zeit, ich mag vor allem die wavy Nummern wie „Everybody“ oder „Westside-Digital“.
Devin the Dude für „Acoustic Levitation“, ein sehr gutes Devin-Album mit einigen Hits.
Soft Hair – zwei Verrückte, die unglaublich geile Musik machen. Die Platte ist zwar vom vergangenen Jahr, habe ich aber heuer viel gehört.

Melik

Foto: Niko Havranek

Melik ist zurück am Mic“ haben wir im März getitelt, als der Wiener Produzent sich wieder dazu entschlossen hat, neben dem Produzieren auch wieder zu rappen. „Nach dem Vertragsausstieg bei Showdown war ich ziemlich down – der Ausstieg war das Richtige, weil wir uns einfach mehr Support gewünscht hätten. Das war ein wesentlicher Faktor, dass ich mir dachte: Fuck it, ich mach es alleine! Scheiß auf Labels!“, nennt er im Interview mit The Message die Gründe für die neue Selbstständigkeit. Fürs kommende Jahr plant der Wiener Musiker zwei EPs, wobei eine von Clefco produziert sein wird und die andere von ihm selbst. Und Ende Sommer soll dann auch noch ein Album kommen.

Childish Gambino Awaken my Love LP Ich weiß gar nicht, wo ich da anfangen soll. Ähh, Weltklasse, kam absolut unerwartet und ist für mich eine der wenigen Veröffentlichungen, die absolut zeitlos sind. Ich persönlich liebe Psychadelic-Rock und Jazz-Fusion und schwebe da mit Donald Glover auf einer ähnlichen Welle. I fuck with this shit, Babymakingmusic oida!

Wiki Pretty Bull Eigentlich gefallen mir seine anderen Songs nicht besonders gut, aber „Pretty Bull“ hat mich hart geflasht. Ich pump den Song noch Monate nach dem Release beinahe täglich. Die Kombination aus allem ist bei der Produktion einfach verdammt gut gelungen und irgendwo erinnert es mich an den Dusty-Crates-Sound, welchen wir über die Jahre hinweg hegten und pflegten. Dieser Song funktioniert für mich durch meine Headphones, aber ebenso auf einer Party zum Tanzen.

Spark Master Tape Feier einfach alles seit dem ersten Release ALLES! Viel Talent und Ästhetik sind in seinen Produktionen zu hören und zu sehen. Er ist ein Top-MC und die Beats sind Feuer. Ist auch eher selten, dass ich jeden Song pumpen kann. Er hat für den Winter 2017 jedenfalls seine bereits fünfte Ep angekündigt, auf welche ich mit großer Vorfreude warte. Übrigens ist „Spark Master Tape“ eine Stimme, die „Tupac“ auf seinem „R U Still down“-Album hatte.

PARTYNEXTDOOR – PND3 Er ist von einem anderen Planeten. So viel qualitativ guter Output ist selten und seine Songs gefallen mir sogar, wenn sie mir nicht gefallen. Auch wenn das paradox klingen mag, können mich bestimmt einige Leute verstehen, besonders Musiker. Seine Liebe zum Detail hat mich gefesselt und stark inspiriert. Er ist eigentlich der Grund, wieso ich mich auf Autotune-Stuff eingelassen habe. Besonders mit „Break from Toronto“ (was ich bis heute noch pumpe) hat er meine Einstellung zu vielen Dingen, was Produzieren betrifft, geändert. Bestimmt ein Rolemodel für mich, da er alles selbst produziert und schreibt und ich dadurch oft auf mich und meinen Sound reflektiere.

Ahzumjot Ich will mich hier auf keinen Song festlegen. Ich finde, sein Sound wirkt echt und seine Releases sind einfach stabil. Seine Art zu schreiben gefällt mir gut und dass auch er selbst das meiste produziert, bringt natürlich musikalisch einen großen Bonuspunkt mit sich. Für mich einer der wichtigsten deutschen Acts des vergangenen Jahres. Außerdem hat er Knowledge und ja, Knowledge hat Style.

5 Video-Highlights: Ivan Ave mit „Also“ ist chilled as fuck! Mehr will ich gar nicht dazu sagen. Bei „Chirpin“ von Pell sind die Farben top, die Ästhetik skuril, aber trotzdem positiv. Der Song ist auch nice! Ichon, so ein sympathischer Styler. „Le Code“ wirkt leicht wie ein schlechter 70ies-Porno. Love it. Ich liebe auch die Videos von Tyler, The Creator. Er ist irre und ich find’s unglaublich geil, dass ihm jemand so viel Geld gibt, seine Ideen visuell umzusetzen wie bei „Who Dat Boy“. „Humble“ von Kendrick Lamar sitzt so on point (ich feier den Beat eigentlich gar nicht wirklich), aber Shiiiiiiiiiiiaaaaattt („Bunk Moreland“-Voice) das Video …

PMC

Foto: Daniel Shaked

PMC war 2017 umtriebig wie eh und je. Er versorgt einen Haufen an Acts aus dem Eastblok-Dunstkreis regelmäßig mit Beats. Auf den Tapes von Esref („A Hackla | Du Wappla“) und Manijak („Aus Prinzip“) gehen fast sämtliche Produktionen auf seine Kappe. Darüber hinaus hat der Simmeringer mit rumänischen Wurzeln fleißig bei der im Herbst erschienenen Sheyla-J-Platte „Facetten“ mitgewerkelt. 2018 wird es jedenfalls drei Releases im Hause Eastblok geben, eines davon wird nicht deutschsprachig sein. Und die eine oder andere Überraschung wird man sich auch erwarten können, gibt sich PMC geheimnisvoll. Heuer sei ein sehr artbeitsintensives Jahr für ihn gewesen, „weshalb es mir leider passieren könnte, dass ich einige Releases verschlafen habe. Trotzdem möchte ich mir die Gelegenheit nicht nehmen lassen, einige Namen aufzuzählen, die mir definitiv zugesagt haben! In no particular order.

Raf Camora – Anthrazit Für mich als Soundfetischisten ist es absolut beachtlich, wie komplex und strukturiert seine Musik ist. Sein kommerzieller Erfolg war längst überfällig und er konnte hier auch beweisen, dass er auf Solo-Pfaden überzeugen kann.

Morlockk Dilemma & Brenk Sinatra – Hexenkessel Der für mich lyrisch unterhaltsamste MC im deutschsprachigen Raum und Wiener Legende Brenk Sinatra auf einem Release = grandios!

Summer Cem & KC Rebell – Maximum Von Anfang bis Ende eine sehr unterhaltsame und kurzweilige Sache. Top produziert und die beiden sind definitiv Meister ihres Handwerks.

Kroko Jack – Extra Ordinär Für mich war er immer schon einer der außergewöhnlichsten Interpreten des Landes und obwohl mir der Stil seiner Musik theoretisch nicht zusagt, war es für mich immer spannend und unterhaltsam, wenn seine unglaublich eigensinnigen Flows auf mich einprasselten.

Kianush – Instinkt Würde DMX nicht mehr leben, würde ich behaupten, dass Kianush die Reinkarnation auf dem Stand von 2017 ist. Da ich schon als Kind ein großer Fan von Dark Man X war, ist es nicht verwunderlich, dass mir die rasiermesserscharfen Flows und mit rauer Stimmfarbe gefallen werden. Musikalisch gehört „Life is Pain“ definitiv auch in die Oberliga.

5 Newcomer, auf die man ein Auge werfen sollte

  1. L.I.G (Leben im Griff): Die einzelnen MCs dieses Kollektivs kann man kaum als Newcomer bezeichnen, sind Spike, SK, Chronik, Nef-U & Hörm Wayne schon seit geraumer Zeit in Wien aktiv. Auch wenn ich dafür sicherlich einiges an Hate kassieren könnte, würde ich sie jedoch als ein passendes deutsches Pendant zu Slaughterhouse bezeichnen – mit etwas schrägerem Einschlag.
  2. Metyy (GSP): Der U20-Rapper produziert seine Songs fast ausschließlich selbst und hat schon seit einiger Zeit einen steten Output vorweisen können, welchen er mit „Kinder der Gosse“ eindrucksvoll bewies. Einer der größten Hoffnungsträger von Wien X!
  3. Saeed (Pasha Musik): Die Jungs von Pasha Musik sind allgemein stark am Kommen und fallen vor allem durch ihren aggressiven Stimmeinsatz auf, welche zumeist auf Saeeds selbst geschneiderten Beats zur Geltung kommen. Roh, authentisch & hungrig = gefällt mir!
  4. ShemA ist für mich eindeutig eine Entdeckung des Jahres, flowtechnisch unglaublich versiert und auch gesanglich nicht zu verachten. Mit etwas stärkerem Alleinstellungsmerkmal kann man ihn auf jeden Fall einiges zutrauen!
  5. Mit MCL findet sich auch ein Simmeringer auf dieser Liste. Sein konstanter Ouput und Hunger, gepaart mit einer starken Delivery und einwandfreier Technik ist beeindruckend.

Allgemein bin ich sehr gespannt darauf, was die Jungs vom Schöpfwerk liefern werden, auch ob der Hype um Raf Camora die Talente aus West-Wien beflügeln kann. Insgesamt hoffe ich jedoch, dass 2018 Rap aus Österreich noch erfolgreicher wird, egal welche Sparte und Nische das sein mag.

JerMc

JerMC bei der Heiße-Luft-Releaseparty // Foto: Niko Havranek

Kürzlich noch in einem fulminanten Main-Match beim DLTLLY-Heimspiel im Wiener Loft gegen Papi Schlauch angetreten, ist JerMc auch abseits des Battle-Rap-Geschehens umtriebig. Neben seinem Debütalbum „Eher schirch, aber eh ganz lieb“ hat er gemeinsam mit Joshi von Emzetka das Label Heiße Luft gegründet, auf dem im kommenden Jahr einiges passieren wird. Neben diversen Beatsamplern ein WSDG-Mixtape, eine 3-Platte, eine von 19hundertschnee gemeinsam mit Böser Wolf & Emil F., sowie jeweils eine EP von Fellowsoph und Emzetka-Mitglied Jonas Herz-Kawall. Dazu gesellt sich noch eine Instrumental-LP von food for thought und ein neues Album von Kopf an Kopf ab. Da steht uns einiges ins Haus!

Roméo Elvis Der Belgier Roméo Elvis hat mit seinem Beatproduzenten Le Motel und dem Sequel zu „Morale“ (ergo „Morale 2“) dieses Jahr mein persönliches Lieblingsalbum veröffentlicht. Von vorn bis hinten top produziert, wahnsinnig gut geschrieben sowie locker und abwechslungsreich geflowt. Kein einziger Track von den 13 ist skipbar. Außerdem hat Roméo Elvis (was übrigens auch sein bürgerlicher Name ist, oida) dieses Jahr auch noch etliche Gast-Parts abgeliefert, die dem „Gastgeber“ so gut wie immer die Show stehlen. Kann man sich auch geben, ohne französisch zu sprechen. Lieblingstracks: alle, immer tagesabhängig. „Nappeux“, „Diable“ und „Lenita“ gehen aber echt immer!

Am Tag des Releases hab ich erstmal alles stehen und liegen lassen und das Album dreimal rauf- und runtergehört. So hypt war ich. Die erste Single („Cola“) und alles, was Wandl bis dahin gemacht hat, hat mich in meiner Erwartungshaltung natürlich stark beeinflusst. Ich war also nicht gerade unbiast. Dass das Album mir derart gefällt, war deshalb für mich ein Indiz seiner Klasse, weil es mehr als das hielt, was ich mir davon versprochen hatte. Lieblingstracks: „Fever“, „Blowin Smoke“, „0800-333-Talk

Tyler the Creator – Scum Fuck Flower Boy Ich habe Tyler eigentlich immer ganz cool gefunden und auch ein paar Tracks von ihm gefeiert, hab mir aber immer irgendwie schwergetan, den richtigen Zugang zu seiner Mucke und Konzepten seiner Alben zu finden. Zumindest um es mir einfach so aus Spaß anzuhören. Das ist bei seinem neuen Album anders gewesen, wohl auch, weil es sein „most easy to listen“-Album ist. Für manche ist das vielleicht was Schlechtes. Mich hat’s gefreut. Lieblingstracks: „911“, „Boredom“, „Foreword“, „Where This Flower Blooms

Kendrick Lamar – DAMN Geheimtipp, oida! Aber na, was soll ich sagen, war halt fett. Ähnlich wie bei Tyler hab ich nie (bis auf paar Nummern) ganz meinen Zugang zu seinem Style gefunden. Das hat sich mit „DAMN“ geändert und ich hab’s rauf- und runtergehört. Lieblingstracks: „Fear“, „Element“, „Loyalty

Battle-Rap Orges Album! Na Spaß: Battle-Rap muss hier einfach erwähnt werden. Nicht nur, weil ich hier den Quoten-Battlerapper spiele, sondern weil sich in dem Bereich im deutschsprachigen Raum einfach wahnsinnig viel getan hat und tut. Dieses Jahr wurden die ersten Battle-Rap-Titel vergeben (ja, das erste DLTLLY-Match hat 2016 stattgefunden, auf Youtube kam’s aber erst 2017), es gab einen Haufen geiler Events, neue Ligen wurden gegründet und am Ende musste Rooz sogar zwischen den zwei Größten vermitteln. Also wenn das kein Deutschrap-Ritterschlag ist, dann weiß ich auch nicht … 2018 wird es höchstwahrscheinlich so weitergehen, inklusive steigender Lächerlichkeit, die offenbar unvermeidbar ist, wenn etwas an Popularität gewinnt.

Sonstige Highlights: Smino, Dexter, J.Cole, Jonwayne, J.I.D., Daniel Caesar, Rex Orange County, King Krule, Corbin, Trettmann, Brockhampton, Damso, Yung Hurn, Stormzy. Aja, und HEISSE LUFT OIIIIIIDA!!!!!!

Nasihat

Foto: MUCAN Films

Als Produzent ist Nasihat (fka Nasihat Kartal) seit etlichen Jahren in der Salzburger Szene verwurzelt, hat etwa mit DemoLux, T-Ser und Raptoar zusammengearbeitet. Dass der türkischstämmige Künstler auch rappt, fällt hierzulande häufig der Sprachbarriere zum Opfer, da er seine Texte überwiegend auf Türkisch schreibt. Das hat sich mit dem im vergangenen November erschienenen Projekt Aufstond geändert, auf dem er sich gemeinsam mit Son Griot im Salzburger Dialekt für Humanität und Widerstand beziehungsweise gegen Krieg und gesellschaftliche Verrohung starkmacht. Auch im Moment zeigt sich Nasihat fleißig – bis Februar verweilt er in der Türkei, um mit dem Rapper Misal an einem Album zu arbeiten, Musik für TV-Serien zu produzieren und im Rahmen der kürzlich von ihm gestarteten Beatnerd-Website beatabi.com einen Contest umzusetzen. Anschließend ist auch in Österreich einiges geplant: mehrere Aufstond-Gigs sowie die Fertigstellung von „Salzburger Rap II“. Das Posse-Projekt produziert Nasihat für zwölf MCs aus der Mozartstadt. Als erster Vorgeschmack soll demnächst ein Video folgen.

Snoop Dogg – Make America Crip Again Seit Trumps Präsidentschaft schießt Snoop immer wieder gegen dessen Politik und Handlungen, sei es mittels Instagram-Videos, Tweets oder eben musikalisch. Der Titel „Make America Crip Again“ – von seiner letzten EP – ist ein Widerspruch zu Trumps Wahlkampfslogan „Make America Great Again“ und zeigt wieder Snoops Haltung zu Trump. „The president says he wants to Make America Great Again; Fuck that shit, we gon‘ Make America Crip Again“ ist doch ein guter Einstieg für den Titeltrack oder? Finde das Album jetzt musikalisch nicht so stark wie sein Album davor, aber die Tatsache, dass Snoop ein politisches Album releast, finde ich dope! Der Track „Good Foot“ klingt wie ein Track aus Snoops „Tha Last Meal“-Album mit typischen Westcoast Vibes – FETT.

Joey Bada$$ – All Amerikkkan Badass Von all den neueren Rappern ist Joey Bada$$ mein Lieblings-MC. Finde ihn lyrisch sehr stark und inhaltlich ebenfalls. Auf seinem zweiten Album sind poppige Beats, Trap-Beats aber auch BoomBap-Banger. Dazu politische und sozialkritische Lyrics, die man heutzutage nicht von vielen 22-jährigen Rappern zu hören bekommt. „Rockabye Baby“ ist ist ein richtiger Ohrwurm; als ich den Track zum ersten Mal gehört habe, war ich so begeistert, dass ich den Track im Auto auf Repeat geschalten habe.

Brother Ali – All The Beauty In This Whole Life Geniale Stimme und genialer Flow und inhaltlich sehr stark und inspirierend. Brother Ali ist ein extrem guter MC und meiner Meinung nach sehr underrated. Das Konzept von seinem Album ist musikalisch und vom Artwork sehr fein. Für mich ein echtes Meisterwerk, worin sehr viel Kopfarbeit und Liebe steckt, zumindest ist dies mein Gefühl, wenn ich das Album höre.

Raekwon – The Wild No Bullshit-Lyrics. Fette Beats mit feinen Samples und teilweise mit klassischen Drumbreaks – die man eigentlich zu Tode gehört hat – hat mich aber auf diesem Album nicht gestört. Bei zwei Tracks wurde sogar der gleiche Drumbreak-Klassiker schlechthin verwendet. Typische WU-Skits zwischendurch, die nicht fehlen dürfen. Sehr gutes Raekwon-Album zum Durchlaufenlassen ohne zu skippen.

Wu Tang Clan – The Saga Continues Habe lange auf dieses Album gewartet und hatte die Befürchtung, dass ich als alter WU-Fan wie damals bei „8 Diagrams“ enttäuscht werde, aber dem ist nicht so. „A Better Tomorrow“ danach war ganz okay, aber lief nicht lange in meinem Player. Aber „The Saga Continues“ wird dem Titel treu. Ein richtiger Wu-Tang-Klassiker auf den die echten WU-Fans gewartet haben. Mein absolutes Lieblingsalbum 2017. Mein Lieblingstrack 2017 „People Say“ ist ebenfalls auf diesem Album und mein Lieblingsvers 2017 ist auf diesem Track: „Online gangstas, I’m giving them screenshots“ – Inspectah Deck

Top-5-Produzenten international und national
Ohne auf die Details einzugehen, möchte ich meine Top-Producer 2017 auflisten, die – sei es durch Mitwirken auf Alben oder mit Singles, die sie produziert haben – großartige Arbeit geleistet haben: 9th Wonder, Brenk Sinatra, Flip (Texta), DJ Mathematics, DJ Premier

Edwin

Foto: Lukas E. Novak

Mit seiner Debüt-EP „Du weißt as eh“ hat der Rapper aus Floridsdorf heuer die heimische HipHop-Szene ein wenig durcheinandergebracht. Sein Spiel aus Wiener Dialekt, Hochdeutsch und Anglizismen schmiegen sich in das teils autotuneverstärkte Klanggewand. In seinem letzten Video zu „In dir“ hat EDWIN eine bildstarke Hommage an seine Heimatstadt gezeigt, im kommenden Frühjahr soll eine „bissl härtere“ EP kommen, im Frühjahr 2019 dann schließlich das Debütalbum. Von seinen Futuresfuture-Labelkollegen Jugo Ürdens wird es auch im Frühling eine EP geben und im Herbst ein Album, Kollege Einfachso plant sein Album im Frühsommer.

Österreich und Deutschland:

Trettmann Grauer Beton Trettmann sollte dieses Jahr bei jedem musikalischen Rückblick auf dem Zettel stehen, das ganze Album #DIY ist richtig fresh. Die Kombination aus seinem Dancehall-Gesang, gepaart mit den Rythmen von Kitschkrieg, ist einfach nur ein musikalischer Traum. Eine Hymne an vergangene Tage, von der man sich gern in ihre Zeit zurückziehen lässt. Da Trettmann ja schon ein alter Hase im Geschäft ist, gönn ich ihm den Erfolg umso mehr.

Yung HurnOk cool Da hat da Hurn mim Stickle wieder ein richtig feines Brett gezaubert, allen voran natürlich der flüssige und durchdringende Beat. „Alle deine Freunde hassen alle meine Freunde, aber alle meine Freunde kennen deine Freunde nicht.“ Damit hat Yung Hurn wieder seine Genialität in der Simpelheit unter Beweis gestellt.

Money Boy – Monte Carlo Der gute alte Sebastian Meisinger. Ich bin froh, dass der Boy wieder back ist, aber dass er mit so einem Hit zurückkommt, hätten wohl die wenigsten gedacht. Er spaltet ja schon die Geister, seit es ihn gibt, aber mit „Monte Carlo“ hat er definitiv unter Beweis gestellt, dass er nicht nur Humor, sondern auch eben echte Skillz hat. Oft vergisst man, was für eine Vorreiterrolle Money Boy innehat. Man kann sagen, was man will, aber der Wiener kann weitaus mehr, als man ihm vermutlich zutraut.

Einfachso – Ich nehms dir Eine richtige Clubnummer, für mich so, als würde „Nein Mann“ von Laserkraft 3D gemeinsam mit einer fetten Portion Pierogi in die Waschmaschine hauen und zappzarapp, schon hat man einen Underground-Hit.

International

Yung Lean – Red Bottom Sky Sheeeeesh! Die Ballade des Jahres.

Kelvyn Colt – Moon Ein Newcomer, den man auch unbedingt am Schirm haben sollte. Ich habe ihn am diesjährigen Splash kennengelernt. „Moon“ auf jeden Fall sehr atmosphärisch, oarge Stimme, nur zum Weiterempfehlen.

Ghostface Killers ft. Travis Scott – 21 Savage, Offset & Metro Boomin Ohrwurm hoch zehn! Metroboomin der Producer des Jahres mit Mask Off (Future), Bounce Back (Big Sean), Bad & Boujee (Migos) und eben Ghostfacekiller (21 Savage & Offset) Aber die Nummer is einfach echt stark!

Am 29. Dezember erscheint der zweite Teil des besonderen Jahresrückblicks mit Def Ill, Schönheitsfehler, Cid Rim, Samurai und Mirac!

Konzept & Text: Julia Gschmeidler
Collage: Niko Havranek
Mitarbeit: Simon Nowak

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