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Ill Bill – The Grimy Awards

(Fatbeats/Groove Attack, VÖ: 1. März 2013)

„The hardcore hiphop with heart“ – diesen will uns La Coka Nostra-Mitglied Ill Bill auch mit seinem neuesten Soloalbum  bringen. Der Titel ist hierbei Programm, den auf „The Grimy Awards“ geht es, wie man es bisher von allen Ill Bill Releases gewohnt war, richtig ruppig zu. Die größte Neuerung ergibt sich aber beim näheren Blick auf die Liste der Produzenten, denn diesmal fehlt ein altbekannter Name: Necro, der jüngere Bruder des William Braunstein, trug, anders als bei den Alben davor, nichts bei; der Streit zwischen den beiden, der sogar auf öffentlichen Social-Media Plattformen ausgeführt wurde, scheint also immer noch nicht beigelegt zu sein.
Ansonsten finden sich auf „The Grimy Awards“ eine Menge alter Bekannter, sowohl als Features als auch als Produzenten wieder: so sind mit The Large Professor, Pete Rock und DJ Premier drei Producer vertreten, welche schon auf dem Non Phixion Debütalbum „The Future Is Now“ für die Beats zuständig waren. Als Features stehen dem „Cult Leader“ ebenso bekannte Leute wie die Jedi Mind Tricks (ohne Stoupe!), O.C. oder Q-Unique zur Seite. Klingt alles vertraut, und das Ergebnis ist halt wirklich genauso wie man sich es vorstellt: schroffe, knallharte Boombapbretter, die manchmal besser (wie auf „Exploiding Octopus“ oder „Acceptance Speech“), manchmal schlechter (die skipbare Jedi Mind Tricks Collabo „120% Dark Justice“ sowie „Forty Deuce Hebrew“ mit H.R. von den Bad Brains seien hier genannt) ihren Zweck erfüllen.
Thematisch wird einiges geboten, die Bandbreite reicht hier von apokalyptischen Endzeitszenarien („How To Survive“, bei welchem Psycho Les seine derzeitige gute Form unter Beweis stellt), einer Thematisierung der Biografie des UNA-Bombers Ted Kaczyinski („Exploiding Octopus“), klassischem Battlerap („Power“ mit O.C. und Cormega) bis hin zu altbekannten Drugstories – diesmal steht Acid (auf „Acid Reflux“) im Fokus.

Ill Bill rappt das ganze Album hindurch souverän und lässt sich auch von seinem Featuregästen nicht die Show stehlen – die Beats können das hohe Niveau an einigen Stellen allerdings nicht mithalten, wie etwa bei „When I Die“, welches es nur als Remixversion (auf Grund einer fehlenden Freigabe zur Benützung des Samples bei der Originalversion) von Pete Rock aufs Album schaffte und im Vergleich zu der von Ill Bill produzierten Version deutlich schlechter abschneidet. Interessanterweise wird das Album mit einer Hommage an DJ Premier abgeschlossen – natürlich auf einem DJ Premier Beat. Kann man machen.

Fazit: Überraschungen und Innovationen sucht man bitte wo anders – auf „The Grimy Awards“ wird man da sicherlich nicht fündig. Den Fans (und von denen existieren so einige) wird das Album gefallen, allen anderen werden auf die oftmals von Gewalt strotzenden Texten mit einem Kopfschütteln reagieren. Wie immer halt.

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(thomki)

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