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Gr1mer – Der jüngste Rapper Österreichs? // Interview

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Beats aus dem Hi-Hat-Club-Umfeld, Hommagen an Rapper der Golden Era. Kennt man alles schon? Mit Sicherheit. Aber eine Tatsache unterscheidet den Rapper Gr1mer dann doch vom Rest der Szene: Am 24. Dezember 2015 veröffentlichte er im Alter von zwölf Jahren sein Album „Gr1my Shyt„. Darauf gibt es hauptsächlich Battletracks und Neunziger-Nostalgie – untypisch für jemanden, der erst danach geboren wurde, aber immerhin nicht so peinlich wie „echte“ 90er-Kinder, die sich deshalb für etwas Besonderes halten. Schließlich sollte Musik zeitlos und generationsübergreifend sein.

Natürlich sind die musikalischen Anfänge von Gr1mer an vielen Stellen nicht zur Gänze ausgereift und der Klang der Stimme so jung, dass man wie beim jungen F.R. erst eine Weile braucht, um sich damit abzufinden, dennoch konnte er durch seine exquisite Beatauswahl und sein ausgeprägtes HipHop-Wissen bereits einige Shoutouts von etablierteren Künstlern einheimsen. Während Def Ill seinerzeit in dem Alter bereits mit Texta auf der Bühne stand, gab es von Gr1mer noch keine Liveauftritte. Vorerst kommen auch keine infrage, aber noch stehen ihm alle Wege offen. Nun stand der junge Salzburger The Message für ein kurzes Interview zur Verfügung.

The Message: Laut deinen Texten bist du erst zwölf Jahre alt. Wie kommt man in deinem Alter dazu, zu rappen und das Ganze zu veröffentlichen?
Gr1mer:
Schwer zu sagen. Ich habe während des Unterrichts mal aus Spaß angefangen, Texte zu schreiben. Irgendwann kam dann das Mic dazu und alles nahm seinen Lauf.

Grimer ist der englische Name des Pokémons Sleima – was bewegt dich dazu, unter diesem Namen Musik zu machen?
Ich habe lange darüber nachgedacht, was ich denn für einen Namen wählen könnte und was mich früher geprägt hat – so entstand Gr1mer.

Wie reagiert dein persönliches Umfeld darauf? Wissen deine Familie und deine Freunde eigentlich darüber Bescheid?
Meine Familie weiß darüber Bescheid, Freunde auch, viele aus meiner Schule auch – das führte schon zu ein paar Auseinandersetzungen. Irgendwer hat meine Mucke entdeckt und es weitergeschickt, unter jedem Track immer dieser eine Typ, der keine Ahnung von Rap hat und hatet. Und mir wird in der Schule immer Grimer nachgerufen, mehr nicht.

Man findet in deinen Texten Verweise zu verschiedenen Rappern, die weit vor deiner Zeit liegen. Seit wann verfolgst du die HipHop-Szene und woher hast du den ganzen Input?
Wenn ich mich recht erinnern kann, war das ca. 2009, als „Without Me“ im Radio lief. 2012 hab ich dann so Zeug wie „Mein Block“ von Sido und Co. gehört. Ein großer Einfluss dürfte aber auch meine Schwester sein, die mir Bushido gezeigt hat. Ich war einfach zu viel im Internet, kann man sagen.

In „Smooth“ heißt es: „MF Doom ist einfach unübertroffen der Geilste“, dein Cover ist an „Madvillainy“ von MF Doom und Madlib angelehnt. Welche Künstler beeinflussen dich darüber hinaus am meisten?
Das sind einfach zu viele. Ami-Rapper wie eben MF Doom, KRS-One, Big Pun, Biggie, Pac, Nas und andere.

Auf Facebook hast du angekündigt, verschiedene Rap-Richtungen unter anderem Namen ausprobieren zu wollen. Was kann man da in Zukunft erwarten?
Ich bin ziemlich unentschlossen, vielleicht kommt auch gar nichts unter anderem Namen, aber wir werden sehen.

Hattest du bereits Kontakt mit anderen Rappern und hast du vor, mit anderen zusammenzuarbeiten?
Ich hatte schon Kontakt mit ein paar Rappern, aber nicht privat. Was Kollabos angeht, wird sicher mal was kommen, aber im Moment ist nichts geplant.

Du legst anscheinend sehr viel Wert auf deine Beatauswahl (u. a. FloFilz, Twit One). Nach welchen Kriterien pickst du deine Beats?
Die Beats müssen einfach chillig sein und 90s-Flavour haben. Ich stehe auch ziemlich auf Jazz-Samples.

Das Album gibt es auf Bandcamp zum Free Download. Aktuelle Infos auf Facebook & Twitter.

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