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Humanz statt Gorillaz // Gorillaz live

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Gorillaz – die Stadthalle gefüllt mit großen Kindern // Fotos: Moritz Nachtschatt

Wir schreiben ein Jahr der Comebacks und die erste Generation der Gorillaz-Hörer kommt 16 Jahre nach dem Debüt nun endlich in den Live-Genuss der Comicband rund um Ex-Blur-Sternchen Damon Albarn. Für viele The-Message-Leser beginnt der Abend mit einem zweiten Highlight – Little Simz eröffnet das Konzert. Nach ihrem Konzert im Flex Café Anfang 2016 und ihrer Performance am diesjährigen Donauinselfestival findet sich die Londonerin nun vor der gefüllten Stadthalle wieder. Sympathisch wie eh und je hüpft die energetische Rapperin gut gelaunt zu ihren eigenen Hits wie „Dead Body“ über die Bühne – sogar die beiden neuen Tracks „Good For What“ und „Backseat“ finden Platz auf der Setlist, auch wenn der DJ mit den Adlibs noch nicht ganz hinterherkommt. So schön es ist, Simbi live zu sehen, so sehr merkt man auch, dass die Stadthalle nicht für HipHop geschaffen ist – jede Hi-Hat hallt zurück und was bleibt, ist ein eher verwaschener Sound. Aber Simbis krönender Moment wird heute Abend noch kommen.

little simz

Die Gorillaz werden von einer Handvoll Background-Sängerinnen, zwei Keyboardern, zwei Drummern, Bass und Gitarre begleitet – und die Gorillaz selbst, passend zum Titel des aktuellen Albums „Humanz“, sind schlicht und ergreifend nur Damon Albarn selbst. Dieser eröffnet mit den wuchtigen Klängen von „M1 A1“ die Show, das Ganze artet in ein Lärmbündel ohne Ecken und Kanten aus, bis die nächsten Tracks „Last Living Souls“ und „Saturn Barz“ etwas mehr abholen. Im Hintergrund flimmern die etwas in die Jahre gekommenen Animationen zu einem genreübergreifenden Potpourri der Gorillaz-Diskografie. Mit „On Melancholy Hill“  und dem reduzierten „Busted & Blue“ zittert die Stadthalle unter den sphärischen Klängen des faszinierenden Arrangements – doch dieser Bann scheint nur temporär zu halten. Mit „Sex Murder Party“ dürfen überraschende Live-Gäste die Show übernehmen. Zebra Katz ganz in Silber und Jamie Principle bringen etwas mehr Hüftschwung und Sexappeal auf die Bühne, verwirrend ist nur, dass Albarn seine Gäste nie vorstellt und auch sonst kaum ein Wort von sich gibt.
 
Neben den Rap-Legenden von De La Soul (!!!) kommt auch wieder Rap-Unterstützung von Little Simz für „Garage Palace“ und „We Got The Power“ hinzu. Und man kann sagen, was man will, aber die junge Londonerin stiehlt den Comic-Köpfen und Nuschel-Melodien mit ihrem Bar-Feuerwerk eindeutig die Show. Die Zugabe fasst zusammen, warum die Halle so gefüllt ist – für „Feel Good Inc“ und „Clint Eastwood“ wird nochmal fleißig mitgesungen und wirklich jeder kommt auf seine Kosten.
 
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Fazit: Ein nostalgisches Feuerwerk, das im Kopf der Fans größer erwartet wurde. Die Gorillaz live, das muss man gesehen haben, davon werden wir noch viele Jahre mit glänzenden Augen erzählen. Nein, so war es nicht. In Erwartung einer fulminanten Show der legendären Comicband wurde doch ein Damon-Albarn-Konzert mit Gorillaz-Clips im Hintergrund – kaum persönlicher Bezug zum Publikum und neben ein paar im Backstage erlernten deutschen Phrasen wurde auch nicht viel geredet. Dass Albarn ein musikalisches Genie ist, muss man nicht ausführen, doch an überraschend vielen Stellen des Konzerts schien der magische Funken nicht überzuspringen. Dazu kommt, dass „Humanz“ nicht unbedingt ein Comeback aus dem Bilderbuch war, trotz der famosen Feature-Gäste. Und so auch das Konzert: Aus den schrägen Gorillaz unserer Jugend sind die „Humanz“ geworden. Eine rundum geile Show, doch trotz faszinierendem Aufgebot an Live-Gästen und einer beachtlichen Reihe an Hits muss man etwas abgebrüht sagen, dass eigentlich Little Simz der heimliche Star des Abends war.
 
P.S.: Warum um Gottes Willen waren alle Mikros (das mit Megafon-Effekt auch) und Albarns Gitarre verkabelt? Zwei Securitys mussten permanent auf der Bühne das Kabel halten, während Albarn ohne einen Blick zurück singend herumtänzelte. Da wird es doch wirklich eine bessere Lösung geben. 
 
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