MAdoppelT GINO

Schmalziger Austropop: „OTAUCHN“ mit GINO aka MAdoppelT // Video

MAdoppelT GINO
In neuen stilistischen Sphären: MAdoppelT

 „Eine Hoffnung lebt noch: MAdoppelT“ – Anfang der 2000er-Jahre stand der junge Floridsdorfer am Beginn seiner Rap-Karriere, als Kaltschale ihm im Doppeltes-Risiko-Track „Wien hat den Flow“ Rosen streute. Kaltschale hatte die Worte gezielt gewählt, fungierte er doch als erster großer musikalischer Mentor von MAdoppelT. Und das mit Erfolg, denn schon bald darauf zählte dieser zu den medial präsentesten Rappern in Österreich. Als wesentliches Charakteristikum der „Doppla“-Raps kristallisierte sich der besonders energische, druckvolle Stimmeinsatz in Kombination mit in Wiener Hochdeutsch vorgetragenen Texten heraus. Die über Schwer Records veröffentlichten Alben „Null Uhr“ und „Plan Leben“ konnten zwar keine kommerziellen Erfolge erzielen, erhielten aber dennoch verhältnismäßig viel Aufmerksamkeit. Kurzzeitig hat die Single „Rock den Shit“ sogar etwas erreicht, was bis heute für die meisten hiesigen Rap-Artists irreal erscheint: Airplay auf dem Massenradiosender Ö3. Fortan sorgte MAdoppelT mit Releases im Zweijahrestakt für konstanten Output, wenngleich die Reichweite ebenso rasch wie nachhaltig abgeebbt ist.

Zunehmend entwickelte er sich zu einem der polarisierendsten Künstlern der heimischen Rap-Szene. Er eckte zeitweilig mit mehreren Wiener Kollegen an. Vor allem eine ausgedehnte Fehde mit Kamp, die über die „Lockenfrosch-Passage“ im „Intro2“ von dessen LP „Neue Mode“ hinausging, bleibt in Erinnerung. Weiters wurden MAdoppelT häufig auf Massentauglichkeit getrimmte Texte vorgeworfen, was er vor einigen Jahren in einem anlässlich des Albums „TSCHÜH“ geführten Videointerview mit The Message konsequent abstritt: „Ich hab‘ immer drauflos g’macht“, so die damalige Erläuterung. Das jüngste Album stammt aus dem Jahr 2014 und ist bis heute sein letztes musikalisiches Lebenszeichen. Der Titel „Alpha Omega“ könnte bereits ein subtiler Hinweis auf das Ende des Rapper-Daseins von MAdoppelT gewesen sein.

Die mehrjährige künstlerische Schaffenspause ist nun dennoch beendet. Das Comeback geht mit einer umfassenden musikalischen Neuausrichtung einher. Zusammen mit der Klavier- und Gesangspädagogin Ana Olić, die das Wiener Musikinstitut Cantus leitet, bildet Matthias Leitner, wie MadoppelT bürgerlich heißt, das neue Duo GINO. Sie sorgt für die Instrumentals, er singt. Mit „OTAUCHN“ ist kürzlich ihre erste gemeinsame Single erschienen. Das Ergebnis überrascht – wer hätte gedacht, dass MAdoppelT mal im breiten Dialekt auf einem Schunkel-Instrumental übers Krafttanken am Land sowie das Durchbeißen in fordernden Situationen singt? Das wirkt im ersten Moment schon arg befremdlich. Das dazugehörige 4K-Video zeigt das Duo überwiegend in den Bergen und untermalt mit etlichen schönen Naturbildern die Stilistik. Die Vermischung von Austropop und volkstümlichen Elementen legt jedenfalls die Vermutung nahe, dass sich GINO stark am Schaffen von Hubert von Goisern und Konsorten orientieren.

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