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Mit Reibeisenstimme durch die Dunkelheit  // Ghostpoet live

Fotos: Matthias Schuch

We’re alright/There’s been better days, some will say they start again tonight“ – mit diesen optimistischen Worten eröffnet Obaro Ejimiwe alias Ghostpoet sein Konzert im Flex. „Many Moods At Midnight“ heißt der Song, der gleichzeitig auch als Opener von Ghostpoets neuem Album „Dark Days + Canapés“ dient. Obaros „Many Moods“ sind alle eher düsterer Natur. Die lyrischen Hoffnungsschimmer zu Beginn des Konzerts weichen schnell dystopischeren Fantasien.

Ghostpoet ist kein Neuling. Vier Alben bieten eine Menge Material für Live-Shows. Als Unterstützung dient ihm eine vierköpfige Band, die mit Bass, Gitarre, Keys und Schlagzeug eine eindrucksvolle Soundkulisse schafft. Wer genauer hinschaut, findet auf der Bühne außerdem ein Sammelsurium an Vintage-Keyboards, Moog- und Prophet-Synthesizern sowie Effekten. Die Band nutzt die volle Bandbreite der Instrumente und klingt damit manchmal nach Gitarrenblues und amerikanischer Einöde (eindrucksvoll in „Woe Is Mee“), manchmal nach feinstem britischen Dub und TripHop, meistens aber wie harter Post-Rock.

Ghostpoet ist mehr Sprechgesangskünstler als Rapper. Mit tiefer, rollender Stimme murmelt er seine Verse, erinnert in der Vortragsart teilweise an Tricky. Nach einiger Zeit wirkt die Vortragsweise allerdings etwas monoton. Abhilfe schafft die Keyboarderin und zweite Vokalistin. Songs wie „X Marks The Spot“ und „Survive It“ profitieren stark von der Gesangsmelodie, wirken weniger bedrückend und poppiger.

„Blind As a Bat…“ dient noch als seichte Verschnaufpause, bevor das Set mit „Immigrant Boogie“ seinen brachialen Höhepunkt erreicht. Aus Sicht eines Flüchtlings, der in einem sinkenden Boot festsitzt, kämpft Ghostpoet heiser gegen eine Wand aus Gitarre und Bass an: „I was dreaming of a better life/With my two kids and my lovely wife/But I can’t swim and water’s in my lungs/So, here it ends, well, life has just begun„.

Fazit: Ghostpoets düstere Texte und einzigartige Stimme, begleitet von einer abwechslungsreichen und druckvollen Band, kreieren eine bedrückende, aber trotzdem tanzbare Stimmung, die im Flex ein passendes Zuhause findet. Die beiden Backgroundsängerinnen vergangener Touren hätten allerdings auch dieser Show gutgetan.

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