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Für Snacks wurde gesorgt // BLVTH live

Beschaulich, ja beinahe ausgestorben wirkt Das Werk bei unserer Ankunft am vergangenen Freitagabend. Fast scheint es so, als würde hier kein Konzert stattfinden. Verwunderlich, gastierte doch ein mehr als angesagter sowie spannender Produzent und Künstle, im Zuge seiner „Pre-Stadium Tour“ erstmals in Wien. 

Fotos von Florian Lichtenberger

Eröffnet wurde der Abend vom 22-jährigen NUGAT, der trotz seines jungen Alters eine umfassende Discographie sowie beeindruckende Streamingzahlen vorweisen kann. „Urban Pop“, wie der Produzent sein Schaffen selbst betitelt, bewegt sich irgendwo zwischen modernen amerikanischen Rap, Trap und RnB, Travis Scott und Post Melone bewegt. Anfänglich ist das Publikum recht überschaubar, dennoch punktet NUGAT beim Publikum, das Song um Song mehr wird und schließlich gut animiert werden kann. Im Chorus zu „While I´m rhymin´ this“ gibt es lautstarke Unterstützung vonseiten des Publikums, das mit „All my people Down“ euphorisch die Hook mitsingt. Die Energie im 45-minütigen Set steigert sich von Song zu Song bis hin zu kleinen Moshpits. Nur der Griff zur Gitarre und drei ruhigen, akustisch performten Nummern bringt etwas Entspannung in das energiegeladene Set. 

Nun ist es Zeit für den Künstler, auf den die Anwesenden gewartet haben. Das Werk ist gut gefüllt und die Stimmung des überwiegend jungen, weiblichen Publikums freudig angespannt. BLVTH [bluːt], seines Zeichens Rapper/Sänger und Produzent, der nicht erst seit dem von Musikkritikern hochgelobten Release von KUMMERs Solo-Debüt auffällt, wird als einer der spannendsten Künstler im deutschsprachigen Raum gehandelt.

Bereits durch sein Soloprojekt und Veröffentlichung seiner EP „7IGER“, sowie Produktionen auf „Lang Lebe der Tod“ von Casper,  dem Song „Absturz“ auf Casper und Marterias „1982“ sowie Zusammenarbeiten mit AHZUMJOT und dem genannten Kummer. BLVTHs Sound bewegt sich irgendwo zwischen HipHop, Trap, French House, gepaart mit Einflüssen von Punk und Grunge. Dieser Mix schafft ein düsteres, drückendes sowie melancholisches Soundbild, das durchaus zum Tanzen und Ausrasten einlädt. Das Intro setzt ein und aus dem Off ertönt BLVTHs Stimme, ehe er durch das Publikum auf die Bühne stürmt und energetisch loslegt. Die Energie setzt sich über weitere 1,5 Stunden fort und überträgt sich auf das Publikum, das es ihm mit Moshpits und durch recht textsichere Unterstützung dankt. 

Neben der persönlichen und nahbaren Interaktion mit dem Publikum spielt sich der sympathische Wahlberliner durch sein Set und lässt dabei keinen seiner Hits aus. Von „Pusher“ über „Tokyo Run“ bis hin zu neuen Songs wie „Domino“, Gitarrensolo inklusive. Das Element Gitarre ist jedoch so eine Sache, die eher als Stilmittel denn wirkliche Zuträglichkeit zum Sound zu verstehen ist, unterstreicht jedoch die punkigige Grunge-Attitüde von BLVTH. Bei Songs wie „The Void“, das mit breiten Gitarrenwänden und rollende Drums mit Oi!-Punk-Ästhetik spielt, würde der Einsatz von Gitarre passen, kommt aber nicht. 

„Ich habe meiner Mama erzählt, ich gehe auf Pre-Stadium-Tour. Das versteht sie natürlich nicht, also habe ich ihr gesagt, dass 200 bis 300 Menschen kommen und Tickets kaufen, um mich zu sehen. Darauf meinte sie nur: Patrick, nimm etwas zu knabbern mit!“

Blvth

Gesagt, getan. Kurzerhand werden Snacks und Chipstüten ins Publikum geschmissen, bevor es enthusiastisch weitergeht, BLVTH über die Bühne walzt und auch den Moshpit im Publikum nicht scheut. Was bleibt, ist eine beeindruckend, energetische Show, die seinesgleichen sucht. BLVTH bricht mit Genres und reißt Performancegrenzen ein. Vermutlich eines der letzten Konzerte in derart familiärer und kleiner Atmosphäre, denn die Zeichen stehen auf „The next big thing!“

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