Vacation to Vienna // Flatbush Zombies live

Flatbush Zombies
Flatbush Zombies live @ Flex // Alle Fotos: Lena Bischoffshausen

Das heute als ausverkauft angekündigte „Flex“ ist bereits gut gefüllt, als Vor-Act Nyck Caution seine Show startet. Seit Beginn der Pro-Era-Crew reimt Nyck neben seinen Beast-CoastHomies. Doch verglichen mit dem ganzen Erfolg, den Joey Bada$$The Underachievers oder letztendlich auch Kirk Knight über die Jahre erzielen konnten, sieht die Sache bei Nyck nicht ganz so rosig aus. Trotz unbestrittener Skills. Immerhin brachte ihn sein Homie Joey Bada$$ auch schon einmal mit nach Wien.

Neuer Elan in die Karriere scheint allerdings durch den  Kollabo-Release mit Kirk Knight, „Nyck @ Knight“, Einzug zu halten. Mit älteren Tracks wie „What’s Understood“ beweist der junge New Yorker, dass er eigentlich schon seit der Gründung von Pro Era gut mit seinen Kollegen am Mic mithalten kann. Zwischendrin wird mit einem kurzen Schweigemoment an den viel zu früh verstorbenen Capital STEEZ gedacht, was dann mit einem Ausschnitt aus „Like Water“ untermalt wird. Und ja, leise sein, das kann Wien heute. Denn so wirklich ist die Crowd während des doch bedächtigen Sets von Nyck nicht aufgewacht. Nur neuere Tracks wie „See You In Hell“ oder „Off The Wall“ können die Crowd ein wenig aufrütteln.

Ohne große Pause übernimmt dann Kirk Knight die Bühne. Nach zwei Alben und Produktionen für A$AP Ferg und Joey Bada$$, die ihm dreifach Platin bescherten, hat sich seit seinem letzten Wien-Besuch 2016 einiges getan (hier geht es zu unserem alten Interview). Trotz aller Bemühungen des Künstlers scheint das Publikum noch immer nicht ganz wach zu sein. Das merkt Kirk. Der gemeinsam mit Nyck Caution performte Track „All Night“ taut das Publikum erschreckend wenig auf. So versucht Kirk, mit der Aufforderung eines finalen Moshpits Bewegung in sein Set zu bringen. Der Song endet im von Kirk produzierten Ferg-Track „Plain Jane“, insgesamt der eindeutige Höhepunkt seiner Performance. Mit einer etwas bedrückten Bemerkung verlässt er die Bühne.

Ein bisschen weniger Lethargie scheint dem Main-Act, den Flatbush Zombies, entgegenzuwehen. Die rasante Karriere von Meechy Darko, Zombie Juice und Eric Arc Elliot begann mit dem 2012 releasten „D.R.U.G.S.“-Mixtape. Seitdem bestreiten sie vollkommen unabhängig von großen Labels und Publishern ihren Hustle durch die Musikindustrie. Dank ihrer furiosen Auftritte und der starken Fanbase sind die Zombies spätestens seit ihrem letzten Album „Vacation in Hell“ in jedem Fall zu den wichtigsten Protagonisten im Bereich des Indie-Rap-Games zu zählen.

Nach „Headstone“ hat niemand der drei auf der Bühne noch ein Shirt an, die Jungs werden dem Feuer in ihrem Sound in jedem Zug ihrer Performance gerecht. Auch in die Crowd ist endlich etwas Bewegung gekommen. Die Flatbush Zombies rappen sich anschließend durch ihren Hit-Katalog, Songs wie „New Phone, Who Dis?“ oder „Bounce“ dürfen dabei nicht fehlen. Sogar „Bath Salt“ vom ersten A$AP-Mob-Tape schmückt die Setlist. Zudem bekommt jeder der Zombies Raum für zwei bis drei Solosongs.

Auch wenn Meechy androht, nicht mehr weiter zu performen, wenn die Crowd nicht endlich aufwacht, zeigen die drei ihren breiten musikalischen Horizont mit Songs wie dem R’n’B-lastigen „Trapped“ oder dem Juice-Solo-Song „Lava“. Einzig „Face-Off“ von Meechy fehlt ebenso wie „MRAZ“. Aber das machen die Zombies mit „Palm Trees“ und „Vacation“ wieder wett, was Meech dazu veranlasst, das ganze „Flex“ in einen großen Circle Pit zu verwandeln. Anscheinend die einzige Chance, Bewegung in die müde Masse zu bekommen. „No one is better than anyone else“, so die Abschluss-Botschaft der verschwitzen Zombies.

Flatbush Zombies

Fazit: Die Flatbush Zombies sind live Schwergewichte, was auch am Freitag zu erleben war. Doch mit dem lethargischen Publikum in Wien haben sie wohl nicht gerechnet. Nur selten gab es so viele Beschwerden von der Bühne Richtung Crowd, darunter Statements wie „You don’t have to play a gig tomorrow“. Wo er recht hat, hat er recht. Immerhin hat sich das Publikum bei den Zombies mehr bemüht. Anders als bei Kirk Knight und Nyck Caution, die nun wirklich schon lange keine Geheimtipps mehr sind. Und auch wenn die Zombies alles gegeben haben und eine unglaubliche Show ablieferten –  das Feuer ist nicht so ganz auf die Menge übergesprungen. Schade, aber auch nichts Neues. Unabhängig davon war es ein hochkarätiges Line-up und ein fantastischer Gig für alle Beast-Coast-Fans.

 

 

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