Dur-Dur Band: Straight Outta Mogadishu

Dur Dur Band

Im Mogadischu der 80er-Jahre waren sie eine ganz große Nummer: Die Funk/Soul/Disco-Gruppe Dur-Dur Band, ein Kollektiv mit mehr als einem Dutzend Mitglieder, deren Heimat die Nachtclubs der somalischen Hauptstadt war. Trotz der zunehmenden Repression des Regime Siad Barres (bei einem gleichzeitigen Erodieren der staatlichen Autorität, insbesondere in den nördlichen Teilen des Landes) entwickelte sich zu dieser Zeit eine bunt gemischte, vielfältige Kulturszene in Mogadischu. Musikalisch schlug sich dieser Trend in der Produktion tausender Platten, aufgenommen bei Sendern wie Radio Mogadishu, nieder. Gesungen wurde überwiegend auf Somali, die Musik zeigte sich in vielen Fällen aber als international beeinflusst. Wie auch bei der Dur-Dur-Band, die Michael Jackson, Bob Marley und Carlos Santana zu ihren größten Einflüssen zählten.

Der Erfolg bzw. Bestand der Band fand durch die veränderten politischen Umstände jedoch ihr jähes Ende: Der 1988 losgetretene somalische Bürgerkrieg hielt 1991 auch in der „Perle Ostafrikas“ Einzug. Mitglieder der Band flüchteten vor der Gewalt in Somalia und leben heute quer über den Globus verstreut, unter anderem in Äthiopien, Djibouti und den Vereinigten Staaten. Die zunehmende Zerstörung Mogadischus führte auch zum Verlust der musikalischen Produktionen, so dass nur noch wenig vom damals aufgenommen Material erhalten werden konnte. Awesome Tapes From Africa nahm es sich zur Aufgabe, einige der Platten, die Krieg und Zerstörung überdauerten, neu aufzulegen. 2013 erschien der fünfte und empfehlenswerteste Teil der Dur-Dur-Band“-Reihe – wer eine Liebe für Funk hat, sollte da unbedingt reinhören. Im selben Jahr trat die Dur-Dur-Band zum vorerst letzten Mal wieder gemeinsam auf – jedoch nicht in Mogadischu, wo terroristische Aktivitäten, obgleich positiver Entwicklungen in den vergangenen Jahren, immer noch mit einer gewissen Regelmäßigkeit stattfinden, sondern in der amerikanischen Hochburg der somalischen Diaspora, Minneapolis.

“The way Somali musicians internalised and renegotiated American soul music and jazz is striking to me (…) “The land’s geographic location at a crossroads of so many worlds has contributed to a unique flavour.“

(Brian Simkowitz,  Kurator von ATFA)

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