Dendemann will kurz die Regierung stürzen: „Keine Parolen“ // Video

Bei Dendemann geht es Schlag auf Schlag: Wenige Stunden nach dem kurzen Vorgeschmack „Wo ich wech bin“ schickt er mit „Keine Parolen“ die nächste Video-Single aus dem neuen Album „da nich für!“ hinterher. Die gesellschaftspolitisch ausfällt. Aber Entwarnung: Auf die gewohnten Peinlichkeiten, denen man im Genre bei solchen Songs in bedrückender Regelmäßigkeit begegnet, wird verzichtet. Konnte man von Dendemann auch erwarten, da dieser das Handwerk besser beherrscht als der Gros seiner Kollegenschaft. „Keine Parolen“ erweist sich deswegen als hörenswerte Politrap-Vorstellung, wenngleich der Gesangspart, in dem Dendemann vom Wunsch sinniert, die Regierung stürzen zu wollen, ein paar Fragen aufwirft. Sich gleichzeitig aber in die Tradition linker Kunst einschreibt, die heißt: Gegen die bestehende Ordnung, nieder mit dem System! Allerdings sind die Zeiten der Zurechenbarkeit eines solchen Anti-Institutionalismus auch vorbei.

Die Hook von „Keine Parolen“ referenziert hingegen an einen Track aus einer Zeit, wo alles eindeutiger war: Angelehnt ist jene an „K.E.I.N.E.“ von den Absoluten Beginnern (1993), die ihrerseits selbst vom Slime-Track „Keine Bullenschweine“ inspiriert waren. Die Beginner-Referenz passt auch insofern, da die Hamburger als Featuregäste auf „da nich für!“ in Erscheinung treten. Produziert wurde der Track, der sich zunächst im klassischen BoomBap-Metier mit knackigen, harten Drums bewegt, nach dem Beatswitch jedoch in eine entschleunigte Richtung mit trappigen Drums abgleitet, von The Krauts und Reaf. Beim Video, das anfänglich Dendemann vor weißem Hintergrund mit blutroten Einsprengseln zeigt, nach dem Beatswitch mit Unterwasseraufnahmen im Stile eines Cluesos fortsetzt, führte Jakob Grunert Regie, früher eine Hälfte von Icke & Er. „da nich für!“ erscheint am 25. Januar.

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