Selbstreflexion von Degenhardt: „Freund“ // Video

Selbstreflexiv: Degenhardt

Vor etwa zwei Monaten veröffentlichte Danger Dan von der Antilopen Gang den Track „Eine aufs Maul“, auf dem er schonungslos mit seinem eigenen Ich ins Gericht geht. Kritik, die mit einem Plot-Twist der Marke „Fight Club“ aufwartet, da nicht gleich klar wird, wer nun der Adressat seiner Zeilen ist – bis sich herausstellt, dass er sich eben selbst meint. Ein Zugang, der von dem Hörenden ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit einfordert, bleibt sonst der tiefere Sinn verborgen.

Diese lyrische Spielerei ist auch Degenhardt nicht fremd, wandte dieser ein ähnliches Schema schon vor sieben Jahren an. Gemeint ist der Track „Freund“ mit LoFi-Beat von Hiro MA, der dem 2011er-Album „Donna Klara“ entstammt und eine Form von Selbstreflexion aufbietet, wie man sie im Deutschrap selten vorfindet. Aus „Donna Klara“ wurden damals die Tracks „Ex“„Stolz“ und „Zuhause“ als Videos ausgekoppelt, in der Rückschau sicher keine schlechte Wahl.

Wie kürzlich „Ausser mir“ aus „Harmonie Hurensohn 2“ kommt mit dem angesprochenen „Freund“ ein weiterer altbekannter Track aber nun zu späten Videoehren. Entstand das Video zu „Ausser mir“ infolge eines Fanprojektes, spielt in den bewegten Bildern zu „Freund“ Degenhardt selbst die alleinige Hauptrolle: So widmet sich dieser in lichtarmer Umgebung und mit spärlicher Bekleidung vollumfänglich seinem unbequemen Freund, bekannt als der Mann im Spiegel. „Freund“ ist Teil der freitags erscheinenden Doppel-Vinyl „Disko im Dunkeln“, auf der sich Degenhardt seinen frühen Free-Releases annimmt.

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