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Die Sexkapaden des Danny Brown: „Dirty Laundry“ // Video

Rapper Danny Brown auf der Bühne
(c) Marlene Rosenthal

Drei Jahre nach „Atrocity Exhibition“ veröffentlicht Danny Brown mit „uknowhatimsayin¿“ am 4. Oktober 2019 ein neues Album. Auf „uknowhatimsayin¿“ nimmt Q-Tip eine zentrale Rolle ein: Der A-Tribe-Called-Quest-Mastermind produzierte einen großen Teil der Beats und agierte auch als ausführender Produzent. Eine Besonderheit, sind für Q-Tip Produzententätigkeiten außerhalb des A-Tribe-Called-Quest-Universums eine Rarität. Zu den wenigen Ausnahmen gehören aber Klassikeralben wie „Illmatic“ (1994) von Nas, auf dem er den Beat zu „One Love“ produzierte, oder „The Infamous“ (1995) von Mobb Deep, auf dem er den Beat zu „Give Up the Goods (Just Step)“ produzierte, die Beats zu „Temperature’s Rising“  und „Drink Away the Pain (Situations)“ mitproduzierte und zudem das ganze Album mischte. Danny Brown befindet sich also in guter Gesellschaft.

Die Zusammenarbeit mit Q-Tip teaserte Danny Brown bereits im November 2017 in einem Interview mit der Popkultur-Plattform Complex an. Damals nannte er noch keinen konkreten Namen, sondern meinte nur kryptisch: „I would just say it’s being produced by one producer, who’s legendary in hip-hop. And it’s gonna be a big deal“. Nachdem Q-Tip im März 2019 als Gast bei Elton Johns Radioshow „Rocket Hour“ von seiner Beteiligung am nächsten Danny-Brown-Album erzählte, enthüllte Danny Brown im April in einer Cover-Geschichte des Lifestyle-Magazins Highsnobiety, dass es sich bei der mysteriösen HipHop-Legende um Q-Tip handelt

Die Kollaboration der beiden wirkt aber nur auf den ersten Blick überraschend, ist A-Tribe-Called-Quest-Mitglied Ali Shaheed Muhammad schließlich Danny Browns Mentor (er verschaffte dem Detroiter einst auch sein erstes MacBook). Über ihn erfolgte der Kontakt zu Q-Tip, der auf „uknowhatimsayin¿“ alle künstlerischen Freiheiten bekam: Q-Tip sei der Regisseur des Albums, er hingegen nur der Schauspieler, erklärte Danny Brown im August 2019 beim Radiosender Hot97.

Q-Tip ist dabei ein Regisseur, der den Wunsch des Hauptprotagonisten seines Films, eine neue künstlerische Richtung einzuschlagen, berücksichtigte. So kündigt Danny Brown „uknowhatimsayin¿“ als seine Version eines Stand-up-Comedy-Albums an: „Most of my close friends now aren’t rapper – they’re comedians and actors. So I wanted to create something that mixed humor with musicSomething that was funny but not parody“, erläutert dieser im Pressetext die Ausrichtung des Albums. Dass Danny Brown durchaus Talent als Komiker besitzt, beweist er auch mit seiner Comedy-Talk-Show „Danny’s House“, die seit Juli 2019 auf dem TV-Sender VICELAND läuft.

Die erste Video-Single aus „uknowhatimsayin¿“, „Dirty Laundry“, kann in dieser Hinsicht ebenfalls überzeugen. Inhaltlich handelt der Song von schrägen Sexabenteuern, die mit gewohnt skurrilen Zeilen wie „Fuck a stripper for some change, actual change“ geschildert werden. Passend, dass sich die Pointe des Songs auf die titelgebende Dreckwäsche bezieht, um die sich Danny Brown nach einer speziellen Begegnung nicht mehr kümmern muss.

Ein bekanntes Programm, das diesmal aber weit nicht so ernst oder bedrohlich wie auf den Alben zuvor aufgezogen wird. Das ist auch ein Verdienst Q-Tips, der Danny Brown für „Dirty Laundry“ mit einem psychedelischen Beat versorgte. Dafür griff er auf ein Sample aus der Nummer „Aurora Spinray“ (1971) der Prog-Rock-Band Syrinx zurück und verwendete zusätzlich Elemente aus „Gimme Some More“ (1970) von James Browns Disco-Funk-Band The J.B’s und „Turn off the Lights“ (1975) vom Jazz-Sänger Larry Young.

Das dazugehörige Video drehte der französische Regisseur Simon Cahn, der 2016 schon für die bewegten Bilder zu Danny Browns „Pneumonia“ zuständig war. Einen Cameo-Auftritt im Taxi hat Schauspieler Leo Fitzpatrick, der durch Rollen in Larry Clarks Teenie-Schocker-Filmen „Kids“ (1995) und „Bully“ (2001) Bekanntheit erlangte.

„uknowhatimsayin¿“, das fünfte Solo-Album Danny Browns, erscheint über Warp Records und umfasst elf Tracks mit einer Gesamtspielzeit von 33 Minuten. Als Features sind auf dem Album Run the Jewels, Obongjayar, JPEGMAFIA und Blood Orange vertreten, neben Q-Tip waren Paul White, JPEGMAFIA, Flying Lotus und Standing on the Corner an der Produktion beteiligt. Die Stand-up-Comedy-Ausrichtung ist auch im Artwork zu sehen, das vom Cover zu Richard Pryors Stand-up-Comedy-Album „That Ni**er’s Crazy“ (1974) inspiriert ist.

Artwork und Tracklist: 

1. Change Up
2. Theme Song
3. Dirty Laundry
4. 3 Tearz feat. Run the Jewels
5. Belly of The Beast feat. Obongjayar
6. Savage Nomad
7. Best Life
8. uknowhatimsayin¿ feat. Obongjayar
9. Negro Spiritual feat. JPEGMAFIA
10. Shine feat. Blood Orange
11. Combat

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