Casper im Überlebenskampf: „Flackern, Flimmern.“ // Video

Hat nur im Video eine Bruchlandung: Casper

Wer sich freiwillig in der menschenleeren Yukon-Region im Nordwesten Kanadas aufhält, hat dafür meistens einen sehr guten Grund. Wirken subarktisches Klima mit Temperaturen bis zu -63 °C (die tiefste Temperatur Nordamerikas, die 1947 in der Gegend um Snag gemessen wurde), die langen und dunklen Winter und die immens kurzen Sommer nicht gerade einladend. Wenig verwunderlich, dass jene Menschengrüppchen, die mit dem Flieger in der Yukon-Hauptstadt Whitehorse landen, im Regelfall irgendetwas mit Rohstoffen zu tun haben.

Casper ist hier die Ausnahme. Der begab sich kürzlich ebenfalls nach Whitehorse. Aber nicht, um in das dortige Gold- oder Molybdän-Geschäft einzusteigen. Nein, weitaus banaler: Das Yukon-Areal sollte als Schauplatz seines neuen Videos dienen. Nach „Auf und davon“ also das nächste Schneevideo. Warum aber nahm er diese Mühen auf sich? Locations für graziöse Schneebilder gibt es schließlich in Europa zuhauf, und die mögliche Sehnsucht nach der Kälte befriedigte diesen Winter auch die Uckermark.

Foto: Alexander Gotter

Der Grund für die Strapazen liegt im Song, zu dem das Video gedreht wurde. „Flackern, Flimmern.“ ist nämlich nicht irgendein Titel, sondern einer, dem Casper außerordentliche Bedeutung zuschreibt: Der „Lang lebe der Tod“-Abschlusstrack „Flackern, Flimmern.“ gehört zu seinen persönlichen Top 5 und hat viele, viele Arbeitsstunden in Anspruch genommen. So durchliefen die Strophen alleine sieben bis acht Drafts, bis Casper seine endgültige Version vorfand, wie er im „Track by Track“ zu „Lang lebe der Tod“ schilderte.

Casper bezeichnete „Flackern, Flimmern.“ darin aber nicht nur als einer der bestgeschriebenen Songs des Albums, sondern auch als einer der bestproduzierten. Musikalisch sticht besonders die Black-Metal-Sequenz heraus, die an Deafheaven erinnert. Produziert wurde der Song von einem Musiker-Konglomerat bestehend aus Silkersoft, Konrad Betcher, Jan Korbach und Markus Ganter.

Bin am Rande des Wahnsinns, baumel an einer Hand/
Liegt sich seltsam friedlich im Auge des Orkans/
Trage schon seit Jahren diese Dunkelheit so tief in mir drin/
Doch lass dir sagen: Habe nie geliebt, so wie dich

Das Video selbst zeigt Caspers Überlebenskampf nach einem Flugzeugabsturz in der eindrucksvoll inszenierten Wildnis Kanadas. Da hat sich die Reise ausgezahlt, denn solche Bilder bekommt man in der – zweifelsfrei auch schönen – Uckermark eher nicht. Imposantes Video, das der emotionalen Bedeutung der Nummer gerecht wird.

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