„Lang lebe Afrika Mama Afrika“ // BSMG (Megaloh, Musa, Ghanaian Stallion) live

Superhelden zu Besuch // Fotos: Niko Havranek

Zum zweiten Mal findet diesen November in Wien das “Get off Your Robot – Music, Dance, Art & Technology”-Festival statt. Wie der Titel der Veranstaltung schon vermuten lässt, ist Musik einer von vielen Aspekten, die das Festival aufbietet. Neben Musik steht schließlich auch eine Diskussionsrunde mit dem Thema „De-provincializing Vienna’s Art scene – Where Are You From?“ im Programm. Die Eröffnung findet aber mit Rap statt, den Startschuss geben T-Ser und die BSMG, bestehend aus Megaloh, Ghanaian Stallion und Musa, am Donnerstag in der Grellen Forelle.

Bevor die BSMG die Bühne rockt, heizt T-Ser dem Publikum ein. Wie bei der 20-Jahre-Feier dieses Magazins überzeugt der Wiener Rapper mit seiner trappigen Songauswahl, bei der seine Interpretation des MiamiYacine-Überhits „Kokaina“ natürlich nicht fehlen darf. In der österreichischen Version wird aus Kokain Marijuana – ein Song, an dem sich viele scheinbar noch nicht sattgehört haben. T-Ser liefert einen makellosen Job ab und stimmt auf optimale Weise auf die BSMG ein.

Den Beginn des BSMG-Sets macht Megaloh mit seinen Songs aus „Regenmacher“, mit denen die Stimmung im Club minütlich aufgeheizt wird. Das Highlight des Abends sind aber Tracks aus dem Album „Platz an der Sonne“, für das Ghanaian Stallion, Mega und Musa gemeinsame Sache machten. BSMG versteht sich dabei als mehr als eine bloße Rapcrew, BSMG (Abkürzung für „Brüder schaffen mehr gemeinsam“) ist eine Bewegung, ein Aufruf für eine Gesellschaft ohne Diskriminierung, Ausgrenzung und Unterdrückung. „Platz an der Sonne“ will daher als wortgewaltiges Statement verstanden werden, Gesellschafts- und Systemkritik durchziehen die Lyrics der Tracks – außer es wird auf trappigen Beatgerüsten gerappt, dann darf es textlich natürlich auch ein bisschen einfacher werden als beispielsweise auf dem hervorragenden „Geschichtsunterricht“.

Live funktioniert sowohl der Stoff zum Nachdenken als auch der zum Ausrasten, Songs wie „Jesse Owens“, „Lang lebe Afrika“ und „Zu viele“ lassen die Grelle Forelle beben. Das Trio aus zwei Rappern – Megaloh und Musa – und einem DJ in Person von Ghanaian Stallion legt einen absolut zufriedenstellenden Auftritt hin. Ihre kritischen Texte gespickt mit afrikanischen Elementen als Empowerment bringen sie gekonnt unter das (überwiegend weiße) Wiener Publikum, die den Stoff sichtbar in ihre Hirne wandern lassen.

Wobei die BSMG Musik für alle macht, fernab irgendwelcher ethnischer Grenzen, wie sie im Interview mit uns erzählten. Das gleiche Ziel verfolgen auch die Vertreter des Projektes „Kids of the Diaspora“, die eine Plattform für Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Einflüssen schaffen, sich für eine neue Art des Zusammenhalts einsetzen und sich am Donnerstag auf unterschiedliche Weise präsent zeigen. Das passt alles sehr gut zusammen. Der einziger Wermutstropfen lag darin, dass die große Grelle Forelle nicht zur Gänze gefüllt war. Aber die Konkurrenz mit Maeckes und Gorillaz war auch stark. Trotzdem hätten sich Megaloh und Co. ein volles Haus verdient, bei dem Auftritt.

Weitere Fotos des Abends:

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