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Ein letztes Mal der T.O.P.F. // Blumentopf live

Blumentopf
Die letzte Österreich-Show von Blumentopf in der ausverkauften Arena

Vor ziemlich genau einem Jahr hat sich mit Blumentopf eine der ältesten noch bestehenden HipHop–Formationen offiziell aufgelöst. (The Message hat berichtet.) Für viele kam diese Information nach über 20 Jahren Bandgeschichte nicht überraschend, für andere wiederum wird eine prägende Ära des deutschsprachigen HipHop beendet. Es musste sich gebührend von der Bühne verabschiedet werden, daher wollten sich die Jungs mit einem Abschlusskonzert bedanken. Aufgrund der Reaktionen ihrer Fans wurde daraus kurzerhand eine Tour, die am Donnerstag auch in der ausverkauften Arena Wien Halt machte. Statt Support-Act sorgt DJ Sixkay, der bereits Roger & Schu auf deren Tour begleitete, für die passende musikalische Einstimmung mit einem Mix aus Klassikern von DJ Premier, Mos Def und The Roots.

Die Jungs von Blumentopf betreten mit vierköpfiger Band die Bühne und performen ein Medley aus „Antihelden“ und „Die Jungs aus dem Reihenhaus“ als Opener.  Hier zeigt sich bereits die Motivation des Publikums, welches zu einem großen Teil aus Topffans der ersten Stunde besteht. Auch freestyletechnisch werden wie zu erwarten keine Wünsche offen gelassen.

„Die Wiener und der Topf sind so was wie wahre Liebe, ich hab mich schon gewundert, warum ich noch gar nichts rieche“.

(c)M.Nachtschatt-1827Holunder bringt bereits zu Beginn seine Zuneigung zu Wien zum Ausdruck, die persönliche Beziehung zur Stadt wird das gesamte Konzert über thematisiert. So zählen sie die meisten Wiener Locations auf, in denen sie seit 1995  (bei einer Jam in der Arena) über ein Dutzend Mal aufgetreten sind und einige Anekdoten hervorgebracht haben – von Umwegen über Italien bis hin zu Schus Rauschgschichtn, an die ihn die anderen erinnern.

Bei ihren Liveshows legt die Blumentopf-Crew seit jeher Wert auf Ankündigungen und Überleitungen zwischen den Tracks, besonders bei diesem Konzert scheint eine persönliche Note und Nostalgie mitzuschwingen.  Außerdem hat sich in der langjährigen Bandgeschichte ein immenses Repertoire an unterschiedlichen Stilen angehäuft. Um so viele Tracks wie möglich an einem Abend unterzubringen,  kommen auch einige Medleys aus verschiedensten Tracks von „3/4“ bis „Mein Block“ zum Einsatz, hervorragend aufgearbeitet von DJ Sepalot. Als Schmankerl bei der letzten Show spielt der Blumentopf den angeblich ersten und nie veröffentlichten Track.

Wohl wissend, wie sie eine Menge zum Kochen bringen, wird eine „Grosses Kino“-Symphonie aus „Von Disco zu Disco“, „Fuck The System“ und „Was der Handel“ performt. Einem kurzen Cut folgt der gesamte Track „Manfred Mustermann“, um mit „Rendezvous“ und „Fensterplatz“ weitere Meilensteine ihrer Karriere zu präsentieren. Sehr persönlich wird der Text zu „Danke“ neu und passend auf Wien umgeschrieben und somit zu einem der Highlights des Abends.

Nach einem kurzen, unbemerkten Ortswechsel tauchen sie mitsamt DJ beim Mischpult in der Mitte des Publikums auf, um mit „Ich Erinner mich“ und „T.O.P.F“ nochmal ordentlich Stimmung zu machen. Während „Liebe und Hass“ wandert der Topf durch die Menge zurück Richtung Bühne und spätestens nach „6 m 90“ sollte mittlerweile jeder Fan auf seine Kosten gekommen sei. Nach fast drei Stunden und einer würdigen Zugabe wird das Konzert mit „Blattgold auf Anthrazit“ beendet – eine leicht wehmütige Stimmung ist zu spüren.

Definitiv ein würdiger Abschied einer erfolgreichen Karriere. Und in guter Erinnerung zu bleiben ist ihnen merklich wichtig und definitiv auch gelungen, es wurde ein guter Bogen um zwei Jahrzehnte Bandgeschichte gespannt, wobei auch Tracks performt wurden, die selbst eingefleischte Fans selten live erlebt haben. Ansonsten bleibt nur zu hoffen, dass Holunders Freestyle in die Tat umgesetzt wird:  „Wir müssen ja noch feiern, ein letztes Mal, dann ist es aus. Obwohl in Österreich weiß man das nicht so genau. Machen wir‘s wie bei der Präsidentschaftswahl, verschieben wir die Show aufs nächste Jahr“. Danke Blumentopf für alles!

Alle Fotos vom Konzert:

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Text: Isabelle Zimmer
Mitarbeit: Simon Huber
Fotos: Moritz Nachtschatt

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