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Blackalicious – „Imani Vol. 1“ // Review

(Caroline Distribution/VÖ: 16.10.2015)

Zehn Jahre nach „The Craft“ kehren Blackalicious mit einem neuen Album zurück. „Imani“, Swahili für „Glaube“, sollte dabei schon früher erscheinen, Gift of Gabs schwere Krankheit sorgte aber für einen verständlichen Prioritätenwechsel. Warum das Duo trotz der langen Pause nicht komplett aus dem (Pop-)Gedächtnis verschwand, lässt sich nicht zuletzt anhand prominenter Fürsprecher erklären. So droppte „Harry Potter“ Daniel Radcliffe 2014 bei Jimmy Fallon die Zeilen zu „Alphabet Aerobics“ und erstaunte damit das Internet, außerdem wurde Pop-Rapper Macklemore die letzten Jahre nicht müde, Blackalicious in Interviews als einen seiner wichtigsten Einflüsse zu nennen.

Aber verständlich, erarbeiteten sich Rapper Gift of Gab, von den Skills her das Westcoast-Pendant zu Pharoahe Monch, und Produzent Chief Xcel eine Ausnahmestellung im Bereich des Alternative HipHop. Diesen Ruf haben sie vor allem ihren drei großartigen Alben zu verdanken, auf denen Gift of Gab und Chief Xcel qualitativ keine Wünsche offen lassen: Raptechnische High-Class trifft auf jazzig/funkige/soulige-Beats, die ein ganz eigenes, warmes Timbre versprühen. Dieser Gangart bleibt das Duo auch auf dem neuen Album treu, Gift of Gab rappt weiterhin lässig über die wunderbar organischen Beats seines Bandkollegen: Jazzig-funkige Grooves, die durch den Einsatz von Live-Instrumenten eine besondere Energie – manch einer würde sagen Wärme – vermitteln. Aufgezuckert wird diese Mischung noch durch sorgsam ausgewählte Samples. An diesem Rezept ändert Chief Xcel die ganze Spielzeit hinweg nichts, was leider auch zu einer gewissen Müdigkeit führt. Aber dennoch ist das Kritik auf ganz hohem Niveau, bringen schließlich auch die erstklassigen Gesangshooks nötige Abwechslung.

Auf der Rapperseite beweist Gift of Gab, dass er auch als „Fortysomething“ nichts von seinen lyrischen Qualitäten eingebüßt hat. Neben der eigenen Gruppe (u.a. „Blacka“, „Ashes to Ashes“) thematisiert er das Leben in den Blocks in „Escape“ oder kreiert einfach positive Vibes wie in „The Sun“ oder dem wunderbar smoothen „Love Safes the Day“. Das Motiv der „Zeit“ zieht sich dabei wie ein Faden durch das Album und erfährt auf „Twist of Time“ und „The Hourglass“ ihre stärkste Ausprägung.

„Imani Vol. 1“ ist also ein wunderbares Comeback-Album geworden. Es wirkt reif und zu keiner Zeit altbacken oder verbittert. Der Zusatz Vol. 1 gibt schon den Hinweis, dass ein zweiter Teil, an dem gerade gefeilt wird, bald folgen soll. Wenn Blackalicious sich weiterhin treu bleiben, verspricht das nur Gutes.

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