Alles für die Gang // BHZ live

Nachdem die Jungs von BHZ mit dem Track „Bier“ am diesjährigen Splash Festival für die inoffizielle Zeltplatzhymne gesorgt hatten, ist die Vorfreude der Fans an diesem Samstagabend im DasBACH hoch. „Wer hat Halswehtabletten oder so?“, fragt einer aus der Crew des team128, welche heute als Vorband in ihrer Heimatstadt auftreten. Bereits vor 21:00 Uhr ist die Location ordentlich gefüllt, in den vorderen Reihen sind die Hände oben, in den hinteren fungieren die Tracks des team128 eher als Hintergrundmusik. Schließlich kommt BHZ auf die Bühne – zu siebt versuchen sie, irgendwie auf dieser kleinen Bühne genügend Platz zu finden. Für die Jungs aus Berlin-Schöneberg ist ihr Auftritt der erste in Österreich.

Fotos: Lena Bischoffshausen

„Vor genau zwei Jahren waren wir in genau so einem Scheiß-Club in Berlin und heute in Wien ist es ausverkauft“

Die Crowd gestaltet sich eher durchgemischt: Fans, die konstant mitsingen und -springen und für Bewegung und Stimmung in der Menge sorgen, klassische Hipster, die eher ruhiger vom Rande aus das Geschehen beobachten, Oldschool- und Newschool-Fans. Durch den Turn-up in den vorderen Reihen, den Graskonsum einiger und den mittlerweile komplett gefüllten Club, verschlechtert sich die Luft enorm. Irgendwann ist es wirklich heiß, ein paar Fans verlassen die erste Reihe, weil sie dort nicht mehr genügend Luft bekommen und sowieso schon bis auf das T-Shirt durchgeschwitzt sind, aber zum Glück opfern die Jungs ihr Wasser für die Crowd. BHZ harmoniert einfach – sowohl als Crew, als auch zusammen auf der Bühne. Sie stehen zwar für das, was man gerne als SoundCloud-Rap betitelt, halten aber offenbar nichts von ruhigen, langweiligen Shows und geben live alles, um komplett abzuliefern. Als Zuschauer bekommt man definitiv die funktionierende Gruppendynamik zu spüren. Hinter BHZ stecken sieben Jungs, die irgendwie immer noch den Berliner Underground verkörpern, dabei auf DIY setzen und einfach alles selbst machen – aus Liebe, mit Liebe.

„Gibt es hier noch Überlebende, die noch Energie haben?“

Überraschend ist auf jeden Fall die Textsicherheit des Publikums, das zum größten Teil aus wahren BHZ-Fans besteht, die selbst bei den Texten des kürzlich erschienenen Albums „2826“ mitrappen können. Die Leute sind an diesem Abend nicht hier, weil sie BHZ als den neuen heißen Scheiß zu feiern wissen, sondern weil sie beständig ihren musikalischen Output verfolgen. „Für den nächsten Track brauchen wir alle Lichter hier oben. Wenn ihr keine Handylichter habt, dann Feuerzeuge. Checkt das Vitamin D“, im Club gehen die Lichter an, die Jungs starten den Track „Vitamin D.

„Wollt ihr euch töten oder was? Habt ihr Bock zu saufen oder was?“. Während die Jungs auf der Bühne abgehen, bilden sich immer wieder Moshpits, sowohl die Stimmung als auch die Luft ist verdammt heiß. Manchmal jumpen ein paar der Jungs von der Bühne direkt in einen Moshpit, oftmals bekommt man das aber gar nicht mit, denn sowohl im Publikum als auch auf der Bühne wird ohne Pause so viel herumgesprungen, dass man da schnell den Überblick verliert. Und bei der Anzahl an Jungs passiert das sowieso leicht.

Fazit: Auch wenn es zu voll, zu klein und zu heiß war – BHZ hat überzeugt. Mit ihrer Underground-Attitüde, der Crewlove, der DIY-Strategie, ihrem Auftritt. Aber nicht nur BHZ konnte an diesem Abend in Wien punkten, sondern auch das Publikum. Irgendwie ist es einfach schön zu sehen, dass eine Crowd heutzutage noch so motiviert sein kann und für so eine Stimmung sorgt. Die Crew wirkt bei all dem ehrlich, locker und sympathisch – so wie die coole Gang aus deiner Hood; die rappenden Freunde, die nebenbei Musik machen. Vielleicht geht es bei BHZ auch nicht nur um reine Rapskills, sondern viel mehr um die Dynamik, das Feeling, die Mucke. Darum, gemeinsam abzugehen und zu feiern. Und auch wenn es unfassbar heiß war, ist das den Jungs aus Schöneberg ohne Zweifel gelungen.

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