Austro Round-up

Austro Round-up // KW 39

Im österreichischen Rap geht es derzeit rund. Aufgrund der extrem hohen Dichte an Neuerscheinungen sehen wir uns mit einer Reizüberflutung konfrontiert und kommen kaum noch hinterher. Daher hier der Versuch, in geballter Form möglichst allen frischen Österrap-Releases und -Videos der vergangenen Woche eine Plattform zu bieten. Neben „I Am Me“ dem Debütalbum der Sängerin, Produzentin (und neuerdings auch Rapperin) misses U  sind einige weitere Alben und EPs erschienen.

Ruffian Rugged – Planet Purge

Mit „Planet Purge“ hat Def Ill am Wochenende sein erstes Soloalbum unter seinem Dancehall-Alias Ruffian Rugged veröffentlicht. Für die größtenteils auf Patois gespitteten Tracks dienten die Science-Fiction-Serie „Black Mirror“, die Filmtrilogie „Purge“ sowie die Rick-and-Morty-Folge „Look Who’s Purging Now“ als Hauptinspirationsquellen Filmmaterial, das unter anderem einen ungewohnten Zugang zu Kriminalität und den jeweiligen Straftätern bietet. Auf „Planet Purge“ möchte Ruffian Ruffed einen Anstoß zur durchdachten Selbstjustiz gegen Gewalttäter aller Art geben sowie zur Säuberung der Musikszene von sexistischen Kollegen beitragen. Live zu sehen ist er am Donnerstag, 04. Oktober, bei der gemeinsam Releaseshow mit misses U im Wiener Chelsea.


Duzz Down San – X

Happy Birthday, Duzz Down San! Seit der Gründung vor zehn Jahren konnte sich das Label rasch und nachhaltig als wichtiger Fixpunkt der österreichischen Indie-Musikszene etablieren. Der Roster besticht durch eine Fülle an talentierten, experimentierfreudigen Acts, die die Grenzen zwischen HipHop, elektronischen Klängen und anderen Einflüssen verschwimmen lassen. Das zeigt sich auch auf der frischen Jubiläums-Compilation „X“, die auf 28 Tracks ein stilistisches Sammelsurium mit meist tiefen Bässe bietet. Neben zahlreichen Labelmitgliedern sind dabei auch einige befreundete Acts vertreten. Am Freitag, 05. Oktober, folgt eine ausgiebige Labelnight im Flex Café, bei der unter anderem Yarah Bravo, Worst Messiah aka Wisdom, Scheibsta sowie Kinetical & P.tah auftreten werden.

Samira Dezaki – Drink Your Water

Pünktlich zu ihrem 18. Geburtstag brachte die Rapperin und Poledancerin Samira Dezaki das Mixtape „Drink Your Water“ heraus – ihr zweites nach „XXX“. Wie auf dem Debüt dominieren Turn-up-Beats und im Eiltempo gespittete, englische Bars. Auf acht Tracks representet die technisch versierte Wienerin munter, inszeniert sich als „Trap Queen“ und „Boss Bitch“, weißt aber auch gezielt auf die Notwendigkeit des Wassertrinkens hin. Derzeit tüftelt Samira Dezaki weiter an Tracks, etwa für ein anders ausgerichteten Projekt auf Beats ihres Cousins Kayo, wie sie kürzlich auf FM4 Tribe Vibes bekanntgab.

Dacid Go8lin – Qart

Dacid Go8lin, die Gründerin des Labels und Kollektivs Femme DMC, releaste als Vorgeschmack auf ein für 2019 geplantes Album die „Qart“-EP. Auf sieben Tracks möchte die Wienerin mit kosovarischen Wurzeln eine persönliche Emanzipationsgeschichte erzählen, bezieht sich dabei stark auf ihre Erfahrungen in Österreich. Die albanischen Texte widmen sich Themen wie Migration, Queerness, Feminismus und Identität. Die EP ist komplett in Eigenregie entstanden – Dacid Go8lin hat die Tracks mit zeitgenössischen, tanzbaren Beats versehen.

TTR Allstars – High

Zu Ehren ihres im Mai verstorbenen TTR-Allstars– und Texta-Kollegen Huckey veröffentlichte die Linzer Supergroup an seinem 52. Geburtstag das Video zu „High“. Die Auskoppelung aus dem aktuellen Album „Chefpartie“ ist das letzte Musikvideo, bei dem er mitwirken konnte. Der dazugehörige Track dreht sich um Passionen mit hohem Suchtfaktor, wobei sich der Part von Huckey dem leidenschaftlichen Verfolgen von Fernsehserien widmet. Außerdem haben sich Freistil, Roleee Solo, Kayo und Average an der Nummer beteiligt.

Kreiml & Samurai feat. DRK – 104 Straßenbande

Für Kreiml & Samurai ging kürzlich eine intensive Live-Saison mit einigen Highlights – wie etwa dem grandios besuchten Auftritt am Wiener Popfest – zu Ende. Zum Abschluss blicken Hund, Schwein und Krake aka DRK auf einem Alligatorman-Beat auf diverse Live-Auftritte sowie das feuchtfröhliche Rundherum zurück. Ausgeschmückt mit artgerechten Eindrücken vom „Hip Hop Kemp“ und anderen Festivals, liefern „Die vier Schnapsleichen aus dem Stammbeisl“ mit „104 Straßenpanne“ einen würdigen „Helga“-Nachfolger.

K. Ronaldo – Fake

Nach einer längeren Abstinenz meldet sich der mystische K. Ronaldo mit einem gewohnt tiefgründigen Track zurück – „Fake“ dürfte der erste Vorbote eines noch heuer erscheinenden Nachfolgers von „I Wanted to Kill Myself but Today is my Mothers Birthday“ sein. Seither dürfte sich bei ihm einiges verändert haben: Der glatte Synthie-Beat von Stickle lässt vermuten, dass Ronaldo dem Ruf seines Bruders Yung Hurn nach Berlin gefolgt ist. Auch beim Look setzt er auf neue Einflüsse: Er präsentiert sich im Oldschool-Strizzi-Style, was neben Wiener Gürtellegenden auch Berliner Street-Kaliber wie Playboy 51 verzücken dürfte. Ein großes S/O geht zudem an den neuen Rapid-Trainer Didi Kühbauer, den Ronaldo fast prophetisch in der Danksagung erwähnt hat. Die naheliegende Frage: Wird „Schneekönig“ Don Didi jetzt gar zum neuen „Andi Goldberger“? Wir bleiben dran.

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