Austro Round-up

Austro Round-up // KW 40

Im österreichischen Rap sowie in verwandten Disziplinen geht es derzeit rund. Jede Woche erscheinen zig neue Alben, EPs und Mixtapes, obendrein gibt es eine Fülle an neuen Videos. Aufgrund der so hohen Dichte an Neuerscheinungen sehen wir uns mit einer Reizüberflutung konfrontiert und kommen kaum noch hinterher. Daher hier der Versuch, in geballter Form möglichst allen frischen Österrap-Releases und -Videos der vergangenen Woche eine Plattform zu bieten.

Jugo Ürdens – YUGO

Nach einigen vorab erschienenen Videos und einer ausgedehnten Promophase ist es so weit: „Yugo“, das erste Album von Jugo Ürdens, ist geschlüpft. Der stilbewusste Wiener Rapper und Produzent vereint darauf 13 Tracks, die gespickt mit moderner Soundästhetik, Gesangs- und Autotune-Sequenzen sowie einer gesunden Portion Arroganz sind. Inhaltlich bedient er darauf  gewohnte Sphären zwischen Oberflächlichkeiten, Blendern und seiner teils darunter leidenden seelischen Verfassung. Als Featuregäste sind seine Futuresfuture-Compañeros EINFACHSO und Edwin vertreten. Zu einem ausführlichen Interview mit Jugo Ürdens geht es hier.

Mavi Phoenix – Young Prophet II

Kurz vor dem Start ihrer Europa-Tour (inklusive einem kleinen Abstecher nach Los Angeles) veröffentlichte Mavi Phoenix ihre dritte EP „Young Prophet II“. Zusammen mit ihrem Hauptproduzenten Alex The Flipper tüftelte die junge Linzerin felißig an einer Weiterentwicklung ihres poppig-avantgardistischen, autotunegetränkten Sounds. Für die Single „Bite“ wurde zudem Markus Ganter ins Boot geholt, der in der Vergangenheit etwa an Alben-Produktionen von Casper („Hinterland“) oder Zugezogen Maskulin („Alle gegen Alle“) mitarbeitet hat. Ein weiteres Indiz dafür, dass es keiner prophetischen Gabe mehr bedarf, um einen weiteren steilen Aufstieg von Mavi Phoenix vorherzusehen.

Dynamic Drift – In Bewegung

Bis dato gleichermaßen als Rapper und Produzent in Erscheinung getreten, beschränkt sich CHiLL-iLL auf dem Album „In Bewegung“ aufs Rappen. So kommen beim neu geformten Duo Dynamic Drift anstatt traditionell gehaltenen Boombap-Sounds Instrumentals seines jungen Kollegen DaskOne zur Geltung, die neben organischen Samples auch verstärkt elektronische Elemente beinhalten. Textlich stimmt der Mundartrapper gewohnt nachdenkliche Töne an, widmet sich seinem Inneren und versprüht größtenteils Optimismus. Mehr zu ihrer Zusammenarbeit erzählen Dynamic Drift in einem Interview, das demnächst auf The Message erscheint.

Iriepathie – Aroma

Vor 15 Jahren haben die Brüder Professa und Syrix das Wiener Label Irievibrations Records gegründet, als Reggae-Duo Iriepathie sind sie zudem bereits seit der Jahrtausendwende aktiv. Nachdem zuletzt die Labelarbeit dominierte und das jüngste Iriepathie-Release „Aufwiederhören“ bereits fünf Jahre auf dem Buckel hat, wollen sich die beiden nun wieder vermehrt eigenen Tracks widmen. Mit „Aroma“ ist nun die erste von zwei angekündigten EPs erschienen, die eine verstärkte Orientierung am musikalischen Zeitgeist offenbart.

ANAVONDEONDAN – Cold Hands Warm Beats

Trotz des auffälligen und in bester MF-DOOM-Manier großgeschriebenen Künstlernamens, ist ANAVONDEONDAN erst wenigen Heads ein Begriff. Seit einigen Jahren fristet der Salzburger Produzent sein Dasein im Untergrund, besser gesagt am sagen- und mythenumwobenen Untersberg – schließlich ist er Gründungsmitglied der UNTASBERGABERGBUAM. Die Heiße-Luft-Gang rückt den Boombap-Aficionado nun mit seinem neuen, feinen Beattape „Cold Hands Warm Beats“ mehr in den Fokus.

Maiksta –seidlbarmemories

Ebenfalls vor Kurzem erschienen ist mit „seidlbarmemories“ das Debütalbum von Maiksta, der in den vergangenen Jahren bereits EPs wie „zwa offene goschn“ oder „Vo Stresstodt noch Cooltown“ veröffentlicht hat. Dem Titel entsprechend nimmt der Mostviertler Rapper auf der LP Bezug auf seine gefühlstechnischen Begleiterscheinungen einer Nacht, in der er sich fleißig antschechert. Auf jazzigen, von ihm selbst produzierten Boombap-Beats sinniert Maiksta etwa über das Abblitzen bei Frauen, die Kommerzialisierung und Poser im Rap sowie das Saufen selbst, ohne dabei selbstkritische Töne vermissen zu lassen.

 

Daphne & GC Jung – Am Wossa

Seit der Auflösung des Mundart-Rap-Duos Die Antwort ist es eher ruhig um den Rapper GC, er konzentrierte sich dafür verstärkt auf die Arbeit für seine Labels Shash Records und Dunicht Records sowie aufs Produzieren. Außerdem arbeitet er unter dem AliasGC Jung seit einiger Zeit mit der Sängerin und Herzensdame Daphne an der LP „GC NU“. Als Vorboten haben die beiden kürzlich den entspannt-trappigen Track „Am Wossa“ veröffentlicht, das sich dem No-Budget-Urlauben an der Donau widmet und einer Ode an die Linzer Heimatstadt gleichkommt stilecht untermalt durch das Video.

Kaul Kwappen – schei1$$ leben

Mit „Thunder Frosted Ultra“ releaste der Dreistil-Moderator Kaul Kwappen kürzlich eine gänzlich in Eigenregie entstandene EP, „schei1$$ leben“ ist die erste Videoauskoppelung. Das ehemalige Sprachsex-Mitglied liefert damit einen dadaistisch angehauchen „Soundtrack zum Verrotten im Studentenheim“, auf dem er mit viel Selbstironie sein Studentenleben zwischen Perspektiv-, Antrieblosigkeit beleuchtet und über sein nicht zu enges Zeitkorsett philosophiert.

Chill Sanda – spaziern gehn mit dir

Nach einer längeren Pause meldet sich auch Chill Sanda mit einem neuen Track zurück, der sich an seine Liebste richtet. Der in Kärnten aufgewachsene Wahlwiener hat „spaziern gehn mit dir“ unter anderem mit Skate-Bildern in der Innenstadt sowie Sequenzen in den Weinbergen visuell ausgeschmückt.

 

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